Die Drachenwandler: Sammelband zur magischen Drachen-Fantasy-Serie "Die Drachenwandler"

Romantische Urban Fantasy
 
 
Carlsen (Verlag)
  • erschienen am 13. August 2020
  • |
  • 637 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-646-60596-9 (ISBN)
 
**Entzünde deine Magie** Das Einzige, worüber sich Romy bisher Gedanken machen musste, war ihre anstehende Abschlussprüfung. Diese Sorge rückt allerdings in den Hintergrund, als plötzlich unzählige Drachen vom Himmel stürzen. Obwohl die feurigen Wesen die ganze Erde bedrohen, spürt Romy statt Angst nur eine tiefe Sehnsucht in sich aufflammen. Allem voran ihr Anführer löst unerwartete Gefühle in ihr aus. Doch Greyer möchte ihr nicht nur die Augen für eine sagenhafte und unbekannte Welt öffnen. Er braucht ihre Hilfe, um sein Volk zurück in seine Heimat zu führen. Denn der Schlüssel zur Erlösung der Drachen liegt tief in Romys brennendem Herzen verborgen. Eine atemberaubende Fantasy-Dilogie voller Magie, Mut und Liebe //Dies ist der Sammelband der spannungsgeladenen Buchserie "Die Drachenwandler". Alle Romane der Fantasy-Liebesgeschichte: -- Die Drachenwandler 1: Fire in your Eyes -- Die Drachenwandler 2: Fire in your Blood// Diese Reihe ist abgeschlossen.
Mehrfachband
  • Deutsch
  • Hamburg
  • |
  • Deutschland
  • 6,92 MB
978-3-646-60596-9 (9783646605969)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Annika Hanke, geboren 1996, lebt in Schleswig-Holstein. Schon früh wurde sie durch Fan-Fiction zum Schreiben animiert, nahm diese Leidenschaft allerdings erst Ende 2014 wieder richtig auf und schrieb ihren ersten Fantasyroman, der bis heute darauf wartet neu geschrieben zu werden. Wenn sie nicht gerade im Planen oder Schreiben einer Geschichte untergeht, ist sie viel mit ihrem Hund Tony unterwegs und sucht Inspiration und Ruhe in langen Waldspaziergängen.

Kapitel 2


Jakob

»Habt ihr was?«, fragte ich in das Funkgerät, welches an dem Gurt meines Rucksacks befestigt war. Wie so oft waren wir außerhalb, befanden uns nicht mehr in der sicheren Dunkelheit des Tunnels. Aber es war notwendig. Schließlich ging es hier um Romy.

Es hatte Wolf nicht gefallen, als ich entschied nicht den Bundeswehrstützpunkt im Osten anzusteuern, den Marie ausfindig gemacht hatte, sondern nach Romy zu suchen. Sie war seit wenigen Tagen verschwunden und die Hoffnung, dass wir sie finden würden und es ihr gut ging, war bereits nach den ersten vierundzwanzig Stunden so gering geworden, dass ich sie eigentlich aufgeben wollte.

Doch der andere, winzig kleine Teil in mir konnte es nicht. Ich konnte nicht einfach nichts tun oder zur täglichen Routine übergehen, wenn ich wusste, dass sie hier vielleicht irgendwo draußen war. Vielleicht war sie verletzt und brauchte unsere - meine - Hilfe. Ich würde es mir nie verzeihen können, wenn ich nicht alles versucht hätte, um sie zu finden.

»Nein, nichts. Jakob, Mann, hör zu .«

Ich unterbrach Aleksandar augenblicklich. »Ich will es nicht hören, Aleks. Sag mir nicht, dass sie vermutlich tot ist«, knurrte ich in das Funkgerät. Ein Klicken ertönte, ein darauf folgendes Rauschen - doch die Antwort blieb aus.

Ich fuhr mir wütend über das Gesicht und durch die Haare. Fast hätte ich noch einen verzweifelten Schrei ausgestoßen, doch ich konnte mich zügeln. Es brachte doch sowieso nichts. Ich bemerkte eine Hand auf meiner Schulter und blickte mich um. Es war Finja, die mir ein zaghaftes Lächeln schenkte.

»Hey«, sagte sie sanft, als wäre ich eine tickende Zeitbombe, die jeden Moment losgehen könnte.

Ich spürte tief in meinem Inneren, dass es so war. Und würde ich explodieren, würde ich alles um mich herum zerstören. Aber so war es halt, oder? Ich hatte Romy von Anfang an beschützt. Seit diese verdammten Wandler auf die Erde gekommen waren, hatte ich darauf achtgegeben, dass ihr nichts passierte. Oder sie aus den brenzligen Situationen herausgeholt.

Bilder blitzten vor meinem inneren Auge auf. Bilder, die das verletzte, völlig verängstigte Mädchen auf der Straße zeigten. Ich sah ihr Sommerkleid vor mir und die nackten schmutzigen Füße. Spürte fast wieder ihr Gewicht auf meinen Armen, als ich sie tragen musste. Wir hatten es bis zur Universität geschafft und wir hatten es auch wieder heraus geschafft.

Wie in einem Fingercomic huschten die Ereignisse an mir vorbei. Romy, die mich mit sich zerrte, als Anna getötet worden war. Romy, die Marie half, die Kugel aus meinem Bein zu holen. Romy, die eine Panikattacke erlitt, als ich sie daraufhin zurückholte. Der Streit bei der Suche nach einem neuen Versteck, der folgende Kuss.

Verdammt. Wir hatten so viel durchgestanden, hatten einander immer und immer wieder zurückgeholt und gerettet und jetzt sollte ich sie verloren haben? Wenn die Wandler sie wirklich hatten, wenn sie hinter der Mauer war .

Ich wollte nicht einmal daran denken, was ihr zustoßen würde.

»Lass einfach gut sein, Finja«, sagte ich abrupt und schob ihre Hand von meiner Schulter, als wäre sie nur eine Last. Und das war sie auch irgendwie. Ich wollte keine tröstenden Worte, ich wollte kein Mitgefühl, weil wir sie nicht finden konnten.

Vielleicht musste ich das Thema einfach abhaken und akzeptieren, dass wir nichts tun konnten.

Aber das schien unmöglich zu sein.

»Lass uns gehen. Es bringt nichts, außerdem wird es bald dunkel.« Ohne Finja noch einmal anzusehen, trat ich den Rückweg an. Ich hörte, wie sie den Befehl an die anderen per Funk weitergab, doch es scherte mich nicht. Meine Gedanken waren ein reines Achterbahnchaos und standen nicht still, es fühlte sich an, als würden sie immer wieder den gleichen Looping durchfahren. Und diesem hafteten Hunderte Bilder von Romy an, die ich immer und immer wieder sah.

***

Zurück am Bahnsteig trafen wir auf Aleksandar und Markus, die ebenfalls bei der Suche beteiligt waren. Wieder traf mich eine Woge an Mitleid, die ich jedoch geflissentlich zu ignorieren wusste. Wenn es so weiterging und alle mich nur noch in Watte packten, würde ich wahrscheinlich doch wie eine Bombe hochgehen.

Mein Weg führte mich zu Wolf, der bei offener Tür in einem der Kioske stand und sich rasierte. Auf unserem letzten Streifzug hatten wir Rasierschaum gefunden, was für viele hier unten wahrem Luxus glich.

»Was? Willst du dich ausheulen, weil du die kleine Nervensäge nicht gefunden hast?«, fragte der Generalmajor abwertend, ohne mich anzusehen. Sein Gesicht im Spiegel war verzerrt; durch die ganzen Splitter und den Schmutz bezweifelte ich, dass er genau sehen konnte, was er dort mit der Rasierklinge in seinem Gesicht anstellte.

»Nein. Ich will mit zu dem Stützpunkt.«

Nun war es an Wolf, ein kaltes Lachen auszustoßen und mich doch anzusehen. Die Hälfte seiner rechten Wange war noch mit weißem Schaum bedeckt, die andere leicht gerötet durch das Rasieren.

»Ich dachte, es wäre dir wichtiger, die Kleine zu finden.«

Es nervte mich, dass er sie nicht bei ihrem Namen nannte. Doch ich presste nur kurz die Kiefer aufeinander, ehe ich einen tiefen Atemzug tat und mich zur Ruhe zwang. Es brachte mich nicht in meinem Vorhaben weiter, wenn ich Wolf gegenüber jetzt frech wurde. Er war immer noch Generalmajor und mit seinem Rang demnach sehr weit über mir.

Auch wenn das vielleicht in der heutigen Zeit nicht mehr allzu wichtig war, konnte ich diesen Fakt nicht ignorieren. Es war mir in Mark und Bein übergegangen, Menschen zu respektieren. Vor allem Vorgesetzte.

»Ich jage niemandem hinterher, den wir sowieso nicht finden können. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was uns weiterbringt, und das ist definitiv dieser Bundeswehrstützpunkt.« Mit jedem meiner Worte spürte ich einen dumpfen Schmerz in der Brust. Es war zwar die Wahrheit, doch nicht die, die ich gerne glauben wollte. Je eher ich Romy allerdings hinter mir ließ, desto effektiver würde ich wieder arbeiten können. Und wir konnten es uns nicht leisten, dass noch einer von uns starb.

Wolf sah mich abschätzend durch sein verbliebenes Auge an. Es war mittlerweile ganz gut verheilt und die Augenklappe, die wir gefunden hatten, verlieh seinem sowieso schon groben Aussehen den letzten Schliff. Dunkel erinnerte ich mich an die Situation am Schanzenpark.

Ein Berkan hatte Wolf erwischt und ihm das Auge mit den Stacheln seines Schweifes ausgestochen; dass er überlebt hatte, glich einem Wunder. Es zeigte jedoch auch, wie zäh dieser verdammte Mistkerl war.

»Gut. Melde dich vor Sonnenaufgang bei Markus, er leitet den Einsatz. Wir haben genug Zeit vertrödelt bei der Suche nach diesem Mädchen.« Er wandte sich wieder dem Spiegel zu und beendete seine Rasur. Ich nickte kurz, ehe ich mich umdrehte und zum Bahnsteig ging. Die Treppen führten mich auf das Gleisbett, Kies knirschte unter meinen schweren Stiefeln, als ich auf Daniar zuging, um ihn abzulösen.

»Die nächste Wache ist meine«, sagte ich und schlug ihm kurz freundschaftlich auf die Schulter. Er nickte, gab das Sturmgewehr an mich weiter und verließ seinen Posten.

***

Mit der Nacht kehrte langsam Ruhe in den Bahnsteig ein und ich nutzte die Gelegenheit, um meine Taschenlampe anzuschalten und im Tunnel selbst zu patrouillieren. Es hatte etwas Beruhigendes an sich, Dinge zu tun, die ich seit Jahren tat. Ich fühlte mich endlich wieder wie der Soldat, der ich nun mal war.

»Sie ist tot, oder?«, flüsterte eine Stimme gebrochen, als ich am Anfang des Tunnels ankam und eine dunkle Silhouette auf den Treppen zum Stephansplatz wahrnahm. Ich knipste die Taschenlampe aus und trat in das trübe Mondlicht, setzte mich gegenüber der Gestalt und lehnte den Rücken gegen die kalte Mauer.

»Ich weiß es nicht«, erwiderte ich wahrheitsgemäß. Die kleine nervige Stimme war zurück, die sich noch immer an das letzte bisschen Hoffnung klammerte. Doch im Grunde war sie nutzlos, denn es gab keine magische Verbundenheit zwischen zwei Menschen, die einen spüren ließ, wenn dem anderen etwas zugestoßen wäre. Ich tappte völlig im Dunklen - und wenn ich realistisch die Fakten betrachtete, war sie tot. Und das hätte ich bei jedem anderen akzeptiert, doch für all die anderen hegte ich keine tieferen Gefühle. Sie waren Teil der Gruppe, die uns am Leben erhielt, aber Romy war anders. Sie war . sie war einfach Romy.

Ich zwang die Gedanken an sie, die erneut hochkamen, nieder und sah zu Luca, der etwas verloren wirkte und in den Nachthimmel starrte. Dicke Wolken schoben sich vor den Vollmond und ließen so auch das letzte Quäntchen Licht erlöschen.

»Wäre ich bloß mit ihr gegangen. Ich wusste doch, dass sie zum Dammtor wollte wegen dieses bescheuerten Steins! Wieso bin ich nicht mit ihr gegangen? Vielleicht hätte ich sie retten können, vielleicht hätte ich .«

Ich beugte mich vor und stieß Luca mit dem Lauf des Gewehres gegen den Schuh. Sein verzweifelter Blick huschte zu mir, seine Wangen waren tränennass und die Augen gerötet. Die Wolken hatten sich ein Stück weit verzogen und den Mond wieder freigegeben, welcher sein kaltes Licht auf das blasse Gesicht meines Gegenübers warf. Er sah elend aus.

»Du hättest nichts tun können, Luca. Wärst du mitgegangen, hätten wir zwei gute Leute verloren.«

Luca presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen und starrte auf einen unbestimmten Punkt auf den Treppen. Ich konnte seinen Verlust nachvollziehen, ja sogar fast seinen Schmerz greifen. Schließlich fühlte ich den Verlust von Romy mit jeder Faser meines Körpers. Doch wir mussten weitermachen und konnten nicht...

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