Falsches Spiel

Roman
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. August 2011
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05657-5 (ISBN)
 
Buenos Aires: Roque Centurión, der sich als Privatdetektiv kaum über Wasser halten kann, dafür aber bei Frauen umso mehr Erfolg hat, erhält endlich wieder einen lukrativen Auftrag. Ein wohlhabenes Ehepaar bittet ihn, ihre Tochter Carla zu finden, die seit Monaten nicht mehr nach Hause gekommen ist. Zuerst glaubt Roque an ein Verschwinden harmloser Natur, immerhin war Carla nicht so ein Unschuldslamm wie ihr Vater aussagte; doch als kurze Zeit später Carlas Freund Marcelo ermordet wird, erscheint der Fall in einem ganz anderen Licht...



Mariano Hamilton, 1961 in Buenos Aires geboren, arbeitet seit zwanzig Jahren als Journalist für verschiedene Zeitschriften, u.a. für Clarín, El Gráfico, Perfil, und ESPN Deportes. »Falsches Spiel« ist sein Debütroman - ein Krimi, mit dem er es auf Anhieb unter die Finalisten für den renommierten Premio Planeta schaffte. Mariano Hamilton schreibt zur Zeit am zweiten Roman der Serie mit seinem Ermittler Roque Centurión. Der Autor lebt in Buenos Aires.
  • Deutsch
  • 0,92 MB
978-3-641-05657-5 (9783641056575)
3641056578 (3641056578)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"31 (S. 134-135)

Als ich aufwachte, sah ich als Erstes auf meine Armbanduhr: zwölf Uhr mittags. María lag eingerollt neben mir. Ich war zu groggy gewesen, um noch ins Büro zu gehen, und Espiño hatte mir angeboten, bei ihm zu schlafen. María hatte selig gelächelt, als ich zu ihr ins Bett geschlüpft kam. Sie hatte noch den ein oder anderen Annäherungsversuch gemacht, aber bei mir war beim besten Willen nichts mehr zu holen. Espiño hatte sich um Carla gekümmert, und ich hatte mir ausbedungen, er sollte mich sofort wecken, sobald sie aufwachte. Behutsam löste ich mich aus Marías Umarmung. Ich war nicht mehr müde.

Ich zog mich an und ging schnell ins Lokal, dessen Rollläden immer noch geschlossen waren. Espiño saß am Tisch und hatte ein Auge auf Carla, die auf einer Matratze am Boden schlief. »Nichts«, sagte er frustriert, als er mich sah. »Denkst du, wir sollten einen Arzt rufen?« Er schüttelte den Kopf. »Das wird nicht nötig sein.« Er stand auf, ging zu Carla und zeigte mir ihren rechten Unterarm. Sie hatte mehrere Einstiche. »Sie haben ihr ’ne ordentliche Dröhnung verpasst.« Ich sah mir die Einstiche der Nadeln näher an. »Diese Schweine! Die haben sogar mehrfach an derselben Stelle gestochen!«, sagte ich.

»Das ist mir gar nicht aufgefallen.« Ich ging näher an Carla heran und roch an ihr. Ihr Köper strömte den süßlichen Geruch aus, den ich so oft bei betäubten Patienten in Krankenhäusern wahrgenommen hatte. »Weißt du, was man ihr verabreicht hat?«, fragte ich Espiño. »Keine Ahnung, der Geruch kommt mir bekannt vor, Chlorpromazin vielleicht.« Überrascht sah ich auf. Espiño verblüffte mich immer wieder mit seinen Kenntnissen. »Was ist das für ein Zeug?«

»Es blockiert die Rezeptoren im Gehirn.« »Wie lange, denkst du, hält das noch an?« »Spätestens in zwei Stunden sollte sie aufwachen. Allzu viel darf man davon nicht geben, das Zeug kann dich schnell ins Jenseits befördern.« »Deshalb die vielen Einstiche.« »Die haben ihr wohl alle zwölf Stunden eine Spritze verpasst. Du hast sie vor ungefähr neun befreit, also sollte sie bald wieder zu sich kommen.« »Lass schon mal ein Bad ein, falls sie nach dem Aufwachen durchdreht«, schlug ich Espiño vor. Er verschwand, und ich betrachtete Carla, die unruhig atmete. Selbst in diesem Zustand war ihr Gesicht wunderschön, und das kurze dunkle Haar betonte ihre Züge. Ein Bild von einer Frau. Fünf Minuten später war Espiño wieder da.

»Alles erledigt. Jetzt müssen wir nur noch warten.« »Ich würde gern was frühstücken.« Wieder verschwand Espiño und kehrte kurz darauf mit einem Sandwich mit rohem Schinken und einer Tasse dampfendem starken Kaffee zurück. Im Nu hatte ich das Sandwich verschlungen. Ich hatte den letzten Bissen noch im Mund, da bewegte sich Carla. Espiño und ich eilten zu ihr, falls sie ausrastete. Sie schlug die Augen auf, blickte uns an und begann wild mit den Armen zu rudern. Ich versuchte sie festzuhalten, aber sie war kräftiger als ich dachte, und beförderte mich mit einem Fußtritt unter den Tisch.

»Lasst mich in Ruhe, lasst mich in Ruhe!«, schrie sie. Als sie aufstehen wollte, drückte Espiño sie mit seinem Körper nieder. Ich packte einen Arm. Alarmiert durch das Geschrei kam María ins Lokal. »Dreh die Dusche auf!«, rief ich, und sie rannte sofort los. Espiño und ich nahmen Carla zwischen uns und schleppten sie ins Bad. Wir kletterten mit ihr in die Badewanne, standen knietief im Nass. Ich hielt sie im Arm; die Spannung ließ nach, und sie wurde von Weinkrämpfen geschüttelt. Espiño stieg aus der Wanne und ging hinaus. Als Carla sich ein wenig beruhigt hatte, flüsterte ich ihr ins Ohr: »Beruhige dich, wir wollen dir helfen«, sagte ich. Sie blickte mir in die Augen. Ich gab María ein Zeichen, ein Handtuch zu bringen, hob Carla aus dem Wasser und setzte sie auf den Klodeckel. María trocknete ihr den Kopf ab und meinte: »Lass uns allein.« »Bist du dir sicher?«"

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