Captain Future 7: Der Marsmagier

 
 
Golkonda Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 3. August 2018
  • |
  • 210 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-946503-37-8 (ISBN)
 
Der Marsmagier Ul Quorn überfällt diverse Wissenschaftseinrichtungen, denn er will mit allen Mitteln die Macht über das Sonnensystem an sich reißen. Dazu will er sich den sogenannten Unsichtbarkeitsgenerator zunutze machen. Doch Captain Future ist ihm bereits auf den Fersen . Die im Sommer 1941 in dem Pulpmagazin CAPTAIN FUTURE ? MAN OF TOMORROW erschienenen Romane werden hier erstmals vollständig auf Deutsch, mit sämtlichen Illustrationen und allen zur Serie gehörigen Materialien der Originalausgabe vorgelegt. Die Neuausgabe hat es sich zum Ziel gesetzt, Edmond Hamilton als Klassiker der Science Fiction ernst zu nehmen. Alle Texte wurden vollständig und mit größtmöglicher Werktreue ins Deutsche übertragen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
  • 11,76 MB
978-3-946503-37-8 (9783946503378)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Edmond Hamilton (1904 - 1977) ist ein amerikanischer Science-Fiction-Autor der ersten Stunde und gilt als Begründer der Space Opera, der insbesondere durch seine CAPTAIN FUTURE-Reihe bekannt geworden ist. Als sein gelungenstes Werk wird häufg sein Roman "Herrscher im Weltraum" angesehen.

2. Kapitel: Der rote Torpedo

Zwei Nächte waren seit dem Ausbruch vergangen. Monoton heulte bitterkalter Nachtwind über die riesigen Eisfelder im Norden Plutos. Unter den drei Monden des arktischen Planeten erstreckten sich die glitzernden gefrorenen Massen endlos bis zum Horizont. Nur an einer Stelle deutete freundliches Licht auf die Anwesenheit von Menschen hin.

Es handelte sich um eine Glaskuppel auf einem Hügel. Das Gebäude war ein abgelegenes Ingenieurlabor, wo eine große technische Entwicklung kurz vor ihrer Fertigstellung stand. Die vier Mitarbeiter des Labors waren gerade damit beschäftigt, voller Bewunderung die kürzlich installierten sechs überschweren Zyklotrone zu betrachten.

Das Ingenieursteam bestand aus einem jungen Erdenmenschen, einem Venusier und zwei großen, haarigen Plutoniern.

»Diese Zyklos können eine ganze Welt mit Energie versorgen!«, rief der Erdenmensch aus. »Damit haben wir genug Energie, um mit unserer elektrothermischen Strahlung Eisfelder zu schmelzen, die Hunderte von Quadratmeilen groß sind.«

»Ich hoffe, unser Plan funktioniert«, sagte einer der Plutonier nüchtern. »Für mein Volk wäre es von großer Bedeutung, wenn wir all dieses Eis schmelzen können.«

Als er auf die glitzernden, mondbeleuchteten Eisfelder zeigte, die sich außen vor der Glasitwand erstreckten, erstarrte er plötzlich vor Überraschung.

»Sehen Sie dort«, sagte er. »Ein Raumschiff .«

Gebannt schauten die Männer hinaus. Draußen vor dem Laboratorium war plötzlich wie aus dem Nichts ein kleines Raketenschiff aufgetaucht.

Männer mit Atompistolen rannten aus dem Schiff. Sie drangen in das Labor ein. Ihr Anführer war ein schlanker, rothäutiger Mann mit einem glatten, gutaussehenden Gesicht. Er trug einen gestreiften Marsturban und eine lange, violette marsianische Robe mit gelben Ärmeln.

Angst blitzte in den Augen des jungen Erdenmenschen auf, als er den Anführer der Neuankömmlinge erkannte.

»Sie sind Doktor Ul Quorn, der kriminelle Wissenschaftler, der aus dem Cerberus-Gefängnis ausgebrochen ist!«, rief er. »Der, den sie den Marsmagier nennen!«

Ul Quorn verneigte sich spöttisch.

»Wie ich sehe, eilt mir mein Ruf voraus.«

»Was wollen Sie hier?«, fragte der Erdenmensch.

Quorn schaute die sechs schweren Zyklotrone an.

»Wir haben von Ihren Zyklotronen gehört. Die brauchen wir.«

»Ausgeschlossen!«, rief der Erdenmensch wütend. »Wir haben Jahre gebraucht, bis ihre Entwicklung abgeschlossen war. Wir geben sie nicht her!«

Mit ausdruckslosem Gesicht erschoss ihn Ul Quorn. Der Atomstrahl aus der Waffe des Mischlings verwandelte den Erdenmenschen in einen Aschehaufen.

Die anderen drei Ingenieure starrten ungläubig auf ihren toten Kollegen. Dann sprang einer der beiden Plutonier zu dem Televisor und aktivierte ihn.

»Achtung, Planetenpolizei!«, rief er. »Quorns Bande ist hier im Nordpluto-Labor .«

Ein Atomstrahl aus Thikars Waffe streckte den Plutonier nieder, ehe er mehr sagen konnte. Zwei weitere krachende, wie Blitzeinschläge wirkende Schüsse töteten die beiden anderen Ingenieure.

»Los, schaffen Sie die Zyklotronen ins Schiff! Schnell!«, befahl Quorn seinen Gefolgsmännern.

»Das wird eine Plackerei«, brummte Thikar und betrachtete die mächtigen Apparate.

»Schwachkopf, wir brauchen sie!«, blaffte ihn Quorn an. »Ohne sie haben wir nicht die Spur einer Chance, an den Schatz zu kommen, den ich Ihnen versprochen habe.«

Die Erwähnung des mysteriösen Schatzes spornte die Verbrecher an. Sie begannen mit der schweren Arbeit, die Zyklos in ihr kleines Raketenschiff zu schleppen. Ul Quorn beobachtete sie wachsam. Neben ihm wartete die kleine Marsianerin, die er N'Rala nannte. Schließlich war auch das letzte der sechs Zyklotrone verstaut.

»Nichts wie weg, bevor die Polizei-Patrouille kommt!«, befahl Quorn.

Ihr kleines Raketenschiff stieg von dem Eisfeld auf. Dann verschwand es wie durch Magie.

Das wogende Meer, das den größten Teil des Planeten Neptun bedeckte, schimmerte im Sonnenlicht. Es umspülte die Klippen einer kleinen, kahlen Inselgruppe, fünfhundert Meilen südlich der Schwarzen Insel.

Auf einer dieser einsamen Inseln befanden sich die Labors und Docks der Neptunischen Meeresforschungsstation. Ein pompöser, grauhäutiger, turmschädeliger Neptunier leitete dort ein aus einem halben Dutzend Forschern bestehendes Team.

Gerade verkündete er kopfschüttelnd: »In diesen Metallbarren steckt eine Menge Geld.«

Er und einer seiner Untergebenen betrachteten eine große Menge bläulich schimmernder Metallbarren, die in einem der Vorratsschuppen lagerten.

»Ja, diese Legierung ist kostbar«, pflichtete ihm sein Assistent bei. »Aber schließlich ist es ja auch eine der stärksten Legierungen, die die Wissenschaft bisher entdeckt hat. Damit werden wir ein Tauchboot bauen, das in die tiefsten Zonen unseres Ozeans hinabtauchen kann. Überlegen Sie nur, Sir, was das bedeutet! Zum ersten Mal können wir die gewaltigen Tiefseeschluchten erforschen.« Große Begeisterung schwang in seiner Stimme mit.

»Ja, ich weiß«, sagte der ältere Neptunier ungeduldig. »Aber dieses Zeug ist so wertvoll, dass wir vor Dieben auf der Hut sein müssen. Erst vor ein paar Tagen hat die Bande von Ul Quorn das Nordpluto-Labor überfallen.«

Der jüngere Mann reagierte mit mildem Spott auf die Sorgen seines Vorgesetzten. »Ach, Quorns Verbrecher haben sich die Zyklotronen bestimmt geholt, um ihr Raumschiff schneller zu machen. Was wollen sie mit diesen Metallen hier?«

Er irrte sich. Noch an jenem Abend tauchte plötzlich ein kleines Raketenschiff aus dem Nichts auf und landete hinter der Station der neptunischen Meeresforscher. Die Wissenschaftler hörten es nicht kommen, und auch nicht, wie Ul Quorn und seine Männer ihr Schiff verließen.

Mit erbarmungslosem Augen befahl Quorn: »Sorgt dafür, dass sie keine Gelegenheit bekommen, Alarm zu geben. Tötet sie sofort.«

Die Neptunier hatten keine Chance. Als die Verbrecherbande über sie herfiel, waren sie gerade mit den Planungsarbeiten für ihr neues Unterseeboot beschäftigt.

Das schreckliche Knistern und Krachen der Atompistolen ertönte nur kurz. Dann lagen alle neptunischen Wissenschaftler am Boden, bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

»Gute Arbeit!«, lobte Ul Quorn seine Leute. »Jetzt schafft die Barren dieser kostbaren Legierung in unser Schiff!«

Thikar, der Jovianer, klagte gegenüber Gray Garson: »Erst haben wir die Super-Zyklos gestohlen, jetzt diese Metallbarren. Warum erbeuten wir nichts Wertvolles, zum Beispiel Gold oder Radium?«

»Quorn weiß, was er tut«, erwiderte Garson. »Er will einen Schatz an sich reißen, der wertvoller ist als alles Gold und Radium im Sonnensystem.«

»Das behauptet er. Aber er verrät uns nicht, worum es geht«, beschwerte sich der Jovianer. »Er sagt immer nur, es wäre eine große Sache.«

Als die Barren verladen waren, startete das Schiff von der Felseninsel. Es schwebte einem Moment in der Abenddämmerung, und dann verschwand es.

Während sich die Nacht herabsenkte, regte sich in der Station einer der grässlich verbrannten Neptunier. Mit letzter Kraft versuchte der Sterbende, mit seinem blutüberströmten Finger etwas auf den Boden zu schreiben. »Quorn hat .« Aber er starb, ehe er seine Botschaft beenden konnte.

Hoch oben im Turm der Regierung in New York befand sich die polizeiliche Zentrale. Von hier, also der Erde, wurde die riesige Polizeibehörde geleitet, die im ganzen Sonnensystem über Recht und Gesetz wachte. Hier lagen die Hauptquartiere der vier Divisionen der Planetenpolizei - irdische Polizei, koloniale Polizei, Geheimdienst und die berühmte Planetenpolizei-Truppe.

Halk Anders, oberster Polizeichef, marschierte ruhelos in seinem Büro auf und ab. Er war ein Gebirge von einem Mann, mit mächtigem Schädel und einem ernsten, narbigen Gesicht.

Er drehte sich um und schaute eine junge Frau und einen älteren Mann an. Die junge Frau war Joan Randall, Topagentin des Geheimdienstes, und bei dem älteren Mann handelte es sich um Marschall Ezra Gurney, den berühmten Polizeiveteranen.

»Wir müssen das nicht tun!«, sagte Halk Anders wütend zu der jungen Frau. »Seit Quorns Bande aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, liegen Sie mir damit in den Ohren, dass ich den Präsidenten ersuchen soll, Captain Future um Hilfe zu bitten. Ich kann das nicht mehr hören. Nur weil Sie und Ezra für die Zusammenarbeit mit Future zuständig sind, wollen Sie, dass wir ihn bei jedem Fall hinzuziehen.«

Joan Randall schaute ihren verärgerten Chef ruhig an. Sie war schlank, hatte dunkles Haar und leuchtende, braune Augen und trug Jacke und Hose aus grauer Weltraumseide.

»Aber, Chef, die Planetenpolizei kann es allein nicht mit Quorn aufnehmen!«, protestierte sie. »Dieser Mischling ist der zweitgrößte Wissenschaftler im ganzen System. Dass sein Schiff in der Lage ist, sich wie aus dem Nichts zu materialisieren, zeigt, was er kann.«

»Ich denke, Joan hat recht, Halk«, sprang ihr der alte Ezra bei. »Vergessen Sie nicht, dass wir Quorn beim ersten Mal auch nur mit Captain Futures Hilfe fassen konnten.«

Ezra Gurney war ein weißhaariger alter Mann mit zerfurchtem Gesicht und verblassten blauen Augen, der Rial-Blätter kaute, während er sprach.

»Nein, diesmal werden wir...

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