Europarecht und das Politische

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. Mai 2020
  • |
  • 636 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-158000-0 (ISBN)
 
Die Mehrzahl der Bürger Europas steht der europäischen Integration gleichgültig gegenüber. Dieser Dichotomie müssen sich Juristen annehmen, denn Fragen der bürgerlichen Identität und der sozialen Legitimation sind eng mit dem Recht verbunden. Ulrich Haltern macht anhand einer kulturtheoretischen Analyse des Rechts die Unterschiede zwischen der Imagination des Politischen im Nationalstaat und in der Europäischen Union sichtbar. Die Unterschiede spiegeln sich im Recht: Recht ist nicht gleich Recht. Diese theoretische Erkenntnis wird an der europäischen Rechtspraxis in den Bereichen des Warenverkehrs, des Rechtsschutzes, der Grundrechte und der Unionsbürgerschaft erprobt. Dabei wird deutlich, daß der EuGH die Union aus ihrer Fixierung zwischen Interesse und Vernunft zunehmend in den Bereich kollektiven Willens und damit nationalstaatlicher Imagination des Rechts und des Politischen führt.
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 53,33 MB
978-3-16-158000-0 (9783161580000)
10.1628/978-3-16-158000-0
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  • Cover
  • Titel
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erster Teil Das Politische in Europa
  • 1. Kapitel: Das Studium Europas. Rechtswissenschaft und kulturtheoretischer Ansatz
  • A. Einleitung
  • B. Das Problem der Rechtswissenschaft als Wissenschaft
  • C. Der kulturtheoretische Ansatz in der Rechtswissenschaft
  • I. Ausgangspunkt: Entflechtung von Theorie und Praxis
  • II. Grundlegung: Recht im kulturellen Kontext
  • III. Anschlüsse: Grammatik des Rechts
  • IV. Fazit: Recht als Erscheinung
  • D. Die Wissenschaft vom Europarecht
  • I. Europarecht im Kontext
  • II. Konstitutives Gemeinschaftsrecht
  • E. Fazit: Der kulturtheoretische Ansatz im Europarecht
  • I. Ansatzpunkt: Ästhetik des Rechts
  • II. Dimensionen: Genealogie und Architektonik
  • III. Fortgang der Arbeit
  • 2. Kapitel: Das Politische des Rechts und das Recht des Politischen
  • A. Einleitung: Das Politische
  • B. Liberalismus: Vernunft und Interesse
  • I. Die Grundstruktur des Liberalismus
  • II. Die zweipolige Welt des Liberalismus
  • 1. Politik des Interesses
  • 2. Politik der Vernunft
  • III. Fazit
  • C. Kontext: Wille
  • I. Genealogie: Christentum
  • II. Politik des Willens
  • III. Vielfalt der Bedeutungen des Politischen
  • D. Beispiele: Souveränität und Gewalt
  • I. Souveränität
  • II. Gewalt
  • III. Fazit
  • E. Recht in der Dimension des Willens
  • I. Speicherung von Sinn und Bedeutungen
  • II. Volkssouveränität und Glaube
  • 3. Kapitel: Die Identität Europas. Vernunft und Interesse
  • A. Einleitung: Europa zwischen Vernunft und Interesse
  • B. Herkunft: Die verpaßte Revolution
  • I. Europa-Bewegungen
  • II. Integrationsfaktoren
  • III. Sozialpsychologische Befindlichkeiten
  • IV. Akteure
  • V. Motive
  • VI. Methode
  • VII. Fazit
  • C. Rechtsform: Völkerrecht
  • I. Europarecht als Völkerrecht?
  • II. Anatomie und Imagination des Völkerrechts
  • III. Zirkel: Staatsrechtliche Imagination im Völkerrecht
  • IV. Einwand: Speicherung von Frieden und Rechten
  • V. Völkerrecht und Glaube
  • VI. Institutionalisierung und Theoretisierung des intergouvernementalen Elements
  • VII. Fazit
  • D. Herrschaft: Technik und Funktion
  • I. Herrschaftsmodus: Technokratie
  • II. Institutionalisierung: Kommission
  • III. Insbesondere: Komitologie
  • IV. Theoretisierung: Funktionalismus
  • V. Form Follows Function und das Dispositiv des Ingenieurs
  • E. Ideale
  • I. Gründungsideale und Wissenschaft
  • II. Frieden und Politikwissenschaft: Neofunktionalismus
  • III. Wohlstand und Wirtschaftswissenschaft: Internationale Arbeitsteilung
  • IV. Supranationalität und Psychoanalyse: Der Fremde nebenan
  • V. Kritik: Gescheiterte Strategien
  • 1. Neofunktionalismus
  • 2. Internationale Arbeitsteilung
  • 3. Der Fremde
  • VI. Fazit
  • F. Recht und Politik
  • G. Gegenstrategien: Ästhetik
  • I. Imaginierte Gemeinschaften, symbolische Politik und erfundene Traditionen
  • II. Ikonographie und Historiographie
  • III. Beispiel: Grundrechtecharta
  • Zweiter Teil Europarecht im Übergang?
  • 4. Kapitel: Der Handel Europas. Freier Warenverkehr und ökonomische Rationalität
  • A. Einleitung: Der Gemeinsame Markt
  • B. Grundlagen: Der freie Warenverkehr
  • I. Das Verbot von Zöllen und Abgaben gleicher Wirkung
  • II. Das Verbot steuerlicher Diskriminierung
  • III. Das Verbot mengenmäßiger Beschränkungen und Maßnahmen gleicher Wirkung
  • 1. Drei Probleme der Art. 28 ff. EG
  • 2. Die Periode Dassonville
  • 3. Die Periode Cassis de Dijon
  • 4. Die Periode Keck
  • C. Kulturtheoretische Analyse
  • I. Das Verbot von Zöllen und Abgaben gleicher Wirkung
  • II. Das Verbot steuerlicher Diskriminierung
  • III. Das Verbot mengenmäßiger Beschränkungen und Maßnahmen gleicher Wirkung
  • IV. Fazit
  • D. Kritik: Interesse als Versprechen und Problem
  • I. Versprechen: Von der Nation zum Gemeinsamen Markt / Vom Abendmahl zum Geld
  • II. Problem: Geld und Identität
  • 5. Kapitel: Das Recht Europas. Rechtsgemeinschaft und Individualrechtsschutz
  • A. Einleitung: Recht und Integration
  • B. Grundlagen: Die Rolle des Rechts in der europäischen Integration
  • I. Einleitung: Die "Integration Through Law"-Bewegung
  • II. Konstitutionalisierung durch Recht
  • 1. Recht: Unmittelbare Anwendbarkeit, Vorrang und Sperrwirkung
  • 2. Rechtsinstitutionen: Verfassungsdialog zwischen europäischen und nationalen Gerichten
  • 3. Recht und Politik: Rechtlicher und politischer Supranationalismus
  • III. Anschlüsse: Gestalt- und Integrationstheorie
  • C. Kulturtheoretische Analyse: Die EU auf der Suche nach einer Imagination
  • I. Einleitung: Rechtsgemeinschaft und politische Gemeinschaft
  • II. Theoretische Grundlegung: Semantik des Rechts und des Politischen
  • 1. Semantik aus kulturtheoretischer Perspektive
  • 2. Rechtliche und politische Rhetorik
  • III. Anschlüsse: Politische Verfassungsrhetorik und ihre Institutionalisierung
  • D. Fallbeispiel: Individualrechtsschutz
  • I. Grundlagen: Die Klagebefugnis Privater
  • II. Fortentwicklung: Die Ausweitung der Klagebefugnis
  • 1. EuG: Jégo-Quéré
  • 2. Generalanwalt Jacobs: UPA
  • 3. EuGH: UPA
  • 4. EuGH: Jégo-Quéré
  • 5. Würdigung
  • III. Kulturtheoretische Interpretation: Imagination und Klagebefugnis
  • 1. Die "persönliche" Verfassung
  • 2. Die individualistische Metapher
  • 3. Einwände: Die Einschätzung von EuGH-Richtern
  • 6. Kapitel: Die Grundrechte Europas. Grundrechtsschutz und Identität
  • A. Einleitung: Grundrechte und politische Imagination
  • B. Grundlagen: Entwicklung des Grundrechtsschutzes in der Gemeinschaft
  • C. Kulturtheoretische Grundlegung: Integration durch Rechte
  • I. Grundrechte als Integrationsstrategie
  • II. Grundrechte als Ausdruck gemeinsamer Werte
  • D. Fallbeispiel und kulturtheoretische Analyse: Der Fall Konstantinidis
  • I. Sachverhalt und Verfahren
  • II. Bedeutung
  • III. Generalanwalt Jacobs
  • 1. Dogmatik
  • 2. Bonität
  • 3. Schutzniveau
  • 4. Identität
  • IV. Europäischer Gerichtshof
  • 1. Einleitung: Theoretischer Rahmen und Methode
  • 2. Kontext: Markt als Existenz
  • 3. Individuelle Identität
  • 4. Kollektive Identität
  • 5. Fazit
  • E. Ausblick: Die Grundrechtecharta
  • F. Fazit
  • 7. Kapitel: Die Bürgerschaft Europas. Marktbürgerschaft und Unionsbürgerschaft
  • A. Einleitung: Unionsbürgerschaft
  • B. Grundlagen (1): Bürgerschaftsdiskurs in der EU
  • C. Analyse (1): Unionsbürgerschaft und Demokratiedefizit
  • I. Elemente des Demokratiedefizits
  • II. Bürgerschaft und Demokratie
  • D. Grundlagen (2): Unionsbürgerschaft in Politik und Recht
  • I. Marktbürgerschaft und Unionsbürgerschaft
  • II. Entwicklung der Gesetzgebung
  • III. Entwicklung der Rechtsprechung
  • 1. Suche nach Potential
  • 2. Entwicklung
  • 3. Dynamische Entfaltung
  • E. Analyse (2): Unionsbürgerschaft und der Diskurs des Willens
  • I. Der gegenwärtige Stand der Unionsbürgerschaft
  • II. Das Diskursumfeld
  • III. Generalanwälte und EuGH
  • IV. Das Postulat des hinzutretenden Willens
  • F. Fazit: Unsichere Glaubensbereitschaft
  • 8. Kapitel: Der Wille Europas. Das Politische und das Post-Politische
  • A. Einleitung: Europa vor der Wahl
  • B. These: Bürgerschaft als Konsum
  • I. Moderne und Kultur des Konsumenten
  • II. Soziales Band und Hedonismus
  • III. Konsument und Europäische Union
  • IV. Fazit und Grenzen
  • C. Ausblick: Das Politische in Europa
  • I. Allotts Anspruch
  • II. Agambens Frage
  • III. Habermas' Bedenken
  • IV. Vom Bürger, nicht vom Staat her gedacht
  • V. Politik und Post-Politik
  • Zusammenfassung
  • Literaturverzeichnis
  • Register

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