Männer außen vor?

Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabe von Männern am Alltag in gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder
 
 
Tectum Wissenschaftsverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. September 2018
  • |
  • 326 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8288-6835-9 (ISBN)
 
Wie können Väter ihre Teilhabe an der Erziehung und Pflege ihrer Kinder gestalten, wenn sie selbst oder ihre Partnerin im Rahmen einer Jugendhilfemaßnahme in einer "gemeinsamen Wohnform für Mütter/Väter und Kinder" gemäß §19 SGB VIII unterstützt werden? Diese Frage stellt sich besonders vor den historischen Entstehungsbedingungen des Hilfetyps, denn in den damals als "Mutter-Kind-Heime" bezeichneten Häusern waren Besuchszeiten für die Kindsväter oft sehr kurz oder grundsätzlich verboten. Dem Gesetz nach soll heute in diesen Wohnformen zwar grundsätzlich allen Alleinerziehenden mit einem entsprechenden Unterstützungsbedarf und ihren Kindern Hilfe angeboten werden, unabhängig vom Geschlecht des alleinerziehenden Elternteils, faktisch stehen die meisten dieser Einrichtungen aber nach wie vor in der Tradition der überkommenen Mutter-Kind-Heime. Rebecca Hahn untersucht die Frage nach der tatsächlichen Öffnung der Hilfeform für Väter im Alltag. Dabei wertet sie Daten aus problemzentrierten Interviews mit Bewohnerinnen sowie mit in Mutter-(/Vater-)Kind-Einrichtungen beschäftigten Fachkräften aus. Den Fokus richtet sie auf Handlungsregeln in Bezug auf Männer innerhalb der Häuser. Erweisen sich gesetzliche Rahmenbedingungen für die Unterbringung, geltende Hausregeln für besuchswillige Väter sowie die Umsetzung der Regeln durch Fachkräfte als Hürden für die Männer? Mit ihrer Untersuchung legt die Autorin Spannungsfelder offen und zeigt einen Reformbedarf des Einrichtungstypus sowie intensiver Hilfen für Familien nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz auf.
  • Deutsch
  • Baden-Baden
  • |
  • Deutschland
  • 4,22 MB
978-3-8288-6835-9 (9783828868359)
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  • Intro
  • Vorbemerkung zum Ziel der Untersuchung
  • 1 Theoretischer Hintergrund: Bedeutung der Bindung für die Kindesentwicklung
  • 1.1 Klassische Bindungstheorie im historischen Entstehungskontext
  • 1.2 Aktuelle Themen der Bindungsforschung
  • 2 Bedeutung der Vater-Kind-Beziehung für die kindliche Entwicklung
  • 2.1 Dimensionen der Vaterschaft
  • 2.2 Intuitive Kompetenz von Vätern und Säuglingen zur Interaktion
  • 2.3 Rollenteilung in Familien und väterliches Engagement für das Kind
  • 2.4 Bedingungen für väterliches Engagement für das Kind
  • 2.5 Einfluss der Vaterrolle auf die Entwicklung des Kindes
  • 2.6 Bedeutung der Qualität der elterlichen Partnerschaft für die Kindesentwicklung
  • 3 Rechte der Familienmitglieder
  • 3.1 Verfahren bei Kindeswohlgefährdung
  • 3.2 Sorgerechtsregelungen bei Trennung und Scheidung
  • 3.3 Umgangsrecht
  • 3.4 Benachteiligung des ledigen Vaters bei Beratung durch das Jugendamt
  • 4 Hilfebedarfe von Familien, Risiken für kindliche Entwicklung und das Leistungsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe
  • 4.1 Bedarfe von Männern an beraterischer und pädagogischer Hilfe
  • 4.2 Gefährdungsaspekte für die kindliche Entwicklung
  • 4.2.1 Problematisierung minderjähriger Elternschaft
  • 4.2.2 Problematisierung der Familienform des Alleinerziehens
  • 4.2.2.1 Lebenslagen alleinerziehender Männer
  • 4.2.2.2 Entfremdung von einem Elternteil
  • 4.3 Sozialleistungen für Familien nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz
  • 5 Wohnformen nach § 19 SGB VIII: Ausformung und Spannungsfelder
  • 5.1 Ausformung der Hilfe
  • 5.1.1 Lebenslagen der Klientel und Ansprüche an die fachliche Arbeit
  • 5.1.2 Nachfrage nach Hilfen gemäß § 19 SGB VIII
  • 5.1.3 Einfluss der christlichen Wohlfahrt auf das Arbeitsfeld
  • 5.1.4 Angebotsformen, Behandlungsmethoden in den Einrichtungen und ihre Effektivität
  • 5.1.5 Anteil weiblicher Fachkräfte
  • 5.2 Rechtliche Spannungsfelder bei der Gewährung der Hilfe
  • 5.2.1 Unklarheiten hinsichtlich der Anspruchsberechtigung
  • 5.2.2 Defizit- und Kompetenzorientierung bei der Hilfegewährung
  • 5.2.3 Fehlen einer Festlegung auf eine maximale Dauer der Hilfe
  • 5.2.4 Überwiegend unfreiwillige Aufnahme der Klientel
  • 5.2.5 Mangelhafte Festschreibung und Umsetzung von Beteiligungsrechten
  • 5.3 Spannungsgeladene Entstehungsbedingungen der Einrichtungen
  • 5.3.1 Industrialisierung
  • 5.3.2 Neunzehntes Jahrhundert
  • 5.3.3 Erster Weltkrieg und Weimarer Republik
  • 5.3.4 Zerfall der Weimarer Republik und Zweiter Weltkrieg
  • 5.3.5 Nachkriegszeit in Westdeutschland
  • 5.3.6 Entwicklungen in Ostdeutschland
  • 5.3.7 1970er und 1980er Jahre
  • 5.3.8 1990er Jahre
  • 6 Ausschluss von Männern aus dem Alltag der Einrichtungen in der Vergangenheit
  • 6.1 Lebenslage der (sozialen) Väter
  • 6.2 Ausschluss über Hausregeln
  • 6.2.1 Eingeschränkte Möglichkeiten der Teilhabe
  • 6.2.2 Wünsche der Klientel im Hinblick auf das Zusammenleben
  • 6.2.3 Feindselige Stereotypien zwischen Personal und Männern?
  • 6.3 Forderungen für Einrichtungen nach § 19 SGB VIII
  • 6.4 Neue Aufmerksamkeiten für Väter
  • 6.5 Kritik am weitgehenden Ausschluss der Männer aus den Einrichtungen
  • 6.5.1 Merkmale totaler Institutionen
  • 6.5.2 Insassen
  • 6.5.3 Institution
  • 6.5.4 Stab
  • 6.5.4.1 Demütigungen und Rationalisierungen
  • 6.5.4.2 Privilegien- und Strafsystem
  • 6.5.4.3 Beschränkung des sozialen Verkehrs in totalen Institutionen
  • 6.5.4.4 Bedeutung von Beschäftigungstherapie
  • 6.5.4.5 Sekundäre und individuelle Anpassungsmechanismen
  • 6.6 Konflikte der Reglements innerhalb der totalen Institution mit den Regelungen außerhalb
  • 6.6.1 Zur Rechtmäßigkeit von besuchsbeschränkenden Hausordnungen
  • 6.6.2 Assistenz für behinderte Eltern im Rahmen begleiteter Elternschaft
  • 7 Zur Methodik der Datenerhebung für die vorliegende Studie und Analyse der Daten
  • 7.1 Vorbereitung der Studie
  • 7.2 Feldzugang
  • 7.2.1 Schwierigkeiten beim Feldzugang
  • 7.2.2 Informationen über die Befragten
  • 7.3 Zur Durchführung der Interviews
  • 7.4 Aufbereitung der Daten
  • 7.5 Festlegung des Materials, Analysemethode und Typisierung
  • 8 Empirische Ergebnisse
  • 8.1 Analyse der Interviews mit den Müttern
  • 8.1.1 Fall Frau Becker - Möglichkeitstyp "institutionell mitverursachte Paarkonflikte"
  • 8.1.2 Fall Frau Wolff - Möglichkeitstyp "institutionell intendierte Trennung des Paares"
  • 8.1.3 Fall Frau Rossi - Möglichkeitstyp "Konzentration institutioneller Unterstützungsformen auf die Mutter"
  • 8.2 Analyse der Interviews mit dem Personal
  • 8.2.1 Unterbringung alleinerziehender Väter
  • 8.2.1.1 Unterbringung alleinerziehender Väter in Mutter-/?Vater-Kind-Einrichtungen
  • 8.2.1.2 Unterbringung alleinerziehender Väter in Mutter-Kind-Einrichtungen
  • 8.2.1.3 Gründe für Ablehnung der Unterbringung von alleinerziehenden Vätern
  • 8.2.2 Einbeziehen der Kindsväter und Partner der weiblichen Klientel
  • 8.2.2.1 Anteil der in Partnerschaften lebenden Klientel und Bedeutung der Partnerschaft für die Klientel
  • 8.2.2.2 Mögliche (Rechts-)?Verhältnisse der Paare und zwischen Mann und Kind
  • 8.2.2.3 Bedarfe der Männer an pädagogischer bzw. beraterischer Hilfe
  • 8.2.2.4 Dauer des Aufenthalts der Mutter mit Kind in der Einrichtung
  • 8.2.2.5 Hilfe bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung: Vertrauen und Misstrauen als Spannungsfeld insbesondere für das Einbeziehen besuchswilliger Männer
  • 8.3 Einschränkungen der Teilhabemöglichkeiten der Männer am Alltag
  • 8.3.1 Beispiel - Einrichtung Diakonische Hilfe: Anspruch und Scheitern einer Hausordnung
  • 8.3.2 Beispiel - Mutter-Kind-Gruppe Eva: Einschränkung der Rechte der Väter durch Besuchsregelungen
  • 8.3.3 Beispiel - Smile GbR: Einschränkung der Rechte der Männer durch ein Privilegiensystem
  • 8.3.3.1 Zur Doppelbödigkeit des Begriffes der Verselbstständigung
  • 8.3.3.2 Beschränkte Möglichkeiten der Mütter, die Einrichtung zu verlassen
  • 8.3.4 Beispiel - Wohnheim Sankt Benedikt: Privileg des Dauergaststatus
  • 8.3.5 Ausübung spezieller Tätigkeiten im Inneren, die Weiblichkeit formieren
  • 8.3.6 Die Hausordnungen, Privilegiensysteme und Angebote für Männer im Überblick
  • 8.4 Absonderung von Männern aus dem Alltag
  • 8.4.1 Beförderung von maternal gatekeeping durch spezielle Hausregeln
  • 8.4.2 Ausschluss von Männern aus wichtigen Entscheidungsprozessen
  • 8.4.3 Ausbildung von Stereotypien zwischen Personal und Männern
  • 8.5 Rechtlich-institutionelle Bedingungen, die den Ausschluss der Männer befördern
  • 8.5.1 Fehlen einer rechtlichen Grundlage für die Unterbringung beider Eltern mit Kind
  • 8.5.2 Beschränkung des sozialen Kontakts durch die Bauweise der Institutionen
  • 8.5.2.1 Bauliche Situation - Erbe aus der Zeit der Fürsorgeerziehung
  • 8.5.2.2 Umbauten und Neubauten
  • 8.5.2.3 Größe der Räumlichkeiten
  • 8.5.2.4 Social Networks und Nachrichten-Apps als virtuelle Freiräume in der totalen Institution
  • 8.5.3 Männliches pädagogisches Personal
  • 8.6 Ausschluss des Mannes zur Durchsetzung sexualmoralischer Vorstellungen
  • 8.6.1 Orientierung an katholischer Sexualmoral
  • 8.6.2 Ablehnende Haltung des Personals hinsichtlich sexueller Aktivität und der Fortpflanzung der Klientel
  • 8.6.3 Eugenisches Denken
  • 8.7 Beispiel - Familienhilfen e.V.: Neues Konzept der Familienbetreuung
  • 9 Resümee
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Literaturverzeichnis
  • Danksagung

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