Lernfreude in der Schule

 
 
Waxmann Verlag GmbH
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Januar 2011
  • |
  • 374 Seiten
 
E-Book | PDF ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8309-7480-2 (ISBN)
 
Lernemotionen erweisen sich für das Lernen und Leisten der Schüler und Schülerinnen als bedeutsam. Positive Lernemotionen, die das Lernen und Leisten begünstigen, gilt es somit zu fördern. Empirische Befunde belegen jedoch, dass diese positiven Emotionen mit zunehmenden Schuljahren kontinuierlich zurückgehen. In diesem Buch steht die schulische Lernfreude im Vordergrund. Neben der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen zum Konzept der Lernfreude wird eine empirische Längsschnittstudie zur Lernfreude von Jugendlichen vorgestellt. Die Schüler und Schülerinnen aus Hauptschulen wurden zwischen der 6. und 7. Schulstufe begleitet, um der Frage nach der Veränderung der Lernfreude und der sie beeinflussenden Faktoren nachzugehen. Dabei werden erstmals Ergebnisse vorgestellt, die zum einen längsschnittliche Aussagen in einer für den Rückgang der Lernfreude besonders sensiblen Phase ermöglichen, zum anderen wird eine Integration von Forschungsbefunden zur trait- aber auch zur state-Lernfreude realisiert.
  • Deutsch
  • 3,92 MB
978-3-8309-7480-2 (9783830974802)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Inhalt [Seite 6]
2 - 1 Einleitung [Seite 10]
3 - 2 Definition "Lernfreude" [Seite 13]
3.1 - 2.1 Das Konstrukt "Emotion" [Seite 13]
3.2 - 2.2 Die Emotion der Freude und die Freude am Lernen [Seite 20]
3.3 - 2.3 Definition des psychologischen Konstrukts "schulische Lernfreude" [Seite 22]
4 - 3 Die Vielfalt emotionalen Erlebens in Lern- und Leistungssituationen [Seite 34]
4.1 - 3.1 Kategorisierung von Lern- und Leistungsemotionen [Seite 35]
4.2 - 3.2 Häufigkeit von Lern- und Leistungsemotionen im direkten Vergleich [Seite 37]
5 - 4 Die Wirkung von Emotionen auf das Lernen und die Leistung [Seite 42]
5.1 - 4.1 Ergebnisse der Stimmungsforschung [Seite 44]
5.2 - 4.2 Ergebnisse aus Korrelationsstudien der empirischen Schulforschung [Seite 55]
5.3 - 4.3 Schulleistungen und ihre Wirkung auf Lern- und Leistungsemotionen [Seite 59]
6 - 5 Die Entstehung von Lern- und Leistungsemotionen [Seite 63]
6.1 - 5.1 Das sozial-kognitive Modell der Emotionsentstehung [Seite 68]
6.2 - 5.2 Das Entstehungsmodell der Emotionen nach Knollmann und Wild ( 2004) [Seite 72]
7 - 6 Persönlichkeitsvariablen und deren Beziehung zur Lernfreude [Seite 76]
7.1 - 6.1 Ziele, Bedürfnisse und Motive als Bestandteil menschlicher Persönlichkeit [Seite 78]
7.2 - 6.2 Der Attributionsstil [Seite 80]
7.3 - 6.3 Die Selbstwirksamkeitsüberzeugung [Seite 82]
7.4 - 6.4 Das schulische Fähigkeitsselbstkonzept [Seite 84]
7.5 - 6.5 Eine Integration der Kontrolltheorien [Seite 87]
8 - 7 Umweltvariablen und deren Beziehung zur Lernfreude [Seite 90]
8.1 - 7.1 Lernfreude und eine Umwelt, die selbstbestimmtes Lernen ermöglicht [Seite 91]
8.2 - 7.2 Lernfreude und die Lehrer/innen-Schüler/innen-Beziehung [Seite 107]
8.3 - 7.3 Lernfreude und Leistungsanforderungen bzw. Leistungsrückmeldungen [Seite 111]
8.4 - 7.4 Zielkompatibilität: emotional- motivationale und kognitive Ziele [Seite 115]
9 - 8 Das Jugendalter als Zeit der Veränderung [Seite 118]
9.1 - 8.1 Die Einstellung zur Schule im Jugendalter [Seite 119]
9.2 - 8.2 Jugendliche und Schule - ein Verhältnis, das durch eine zunehmend emotional- motivationale Distanzierung gekennzeichnet ist [Seite 123]
9.3 - 8.3 Der Rückgang an Lernfreude in Abhängigkeit von Schulsystem, Schultyp, Geschlecht und Leistungsfähigkeit [Seite 129]
9.4 - 8.4 Der Rückgang an Lernfreude als ein Zusammenspiel von Entwicklungs- und Umweltfaktoren - eine Passungsfrage? [Seite 134]
10 - 9 Zusammenfassung der theoretischen Überlegungen zur schulischen Lernfreude und Ableitung der Fragestellungen und Hypothesen [Seite 142]
10.1 - 9.1 Theoretische Überlegungen zu schulischer Lernfreude im Überblick [Seite 142]
10.2 - 9.2 Defizite und Ableitung der Forschungsfragen [Seite 143]
10.3 - 9.3 Hypothesen [Seite 145]
11 - 10 Methode [Seite 159]
11.1 - 10.1 Untersuchungsdesign [Seite 159]
11.2 - 10.2 Stichprobe [Seite 160]
11.3 - 10.3 Eingesetzte Erhebungsinstrumente [Seite 164]
11.4 - 10.4 Untersuchungsdurchführung [Seite 175]
11.5 - 10.5 Datenauswertung [Seite 177]
12 - 11 Ergebnisse [Seite 181]
12.1 - 11.1 Überprüfung der Komponentenstruktur der habituellen schulischen Lernfreude [Seite 181]
12.2 - 11.2 Der Verlauf der Lernfreude und der Ergebnisfreude zwischen der 6. und 7. Schulstufe [Seite 185]
12.3 - 11.3 Die Veränderung der Haltung gegenüber der Schule und dem Lernen zwischen der 6. und 7. Schulstufe [Seite 188]
12.4 - 11.4 Lernfreude und Kontroll- sowie Wertkognitionen [Seite 190]
12.5 - 11.5 Das Zustandekommen und die Veränderung der Lernfreude - subjektive Überzeugungen der Schüler/ innen [Seite 194]
12.6 - 11.6 Der Rückgang der Lernfreude - eine "Passungsfrage"? [Seite 205]
12.7 - 11.7 Der Rückgang der Lernfreude - Risikofaktoren [Seite 233]
12.8 - 11.8 Das Tagebuch zur Erfassung der aktuellen schulischen Lernfreude [Seite 246]
13 - 12 Diskussion der Ergebnisse [Seite 273]
13.1 - 12.1 Der Verlauf der Lernfreude, der Ergebnisfreude und weiterer mit der Lernfreude in Verbindung stehender Personvariablen [Seite 273]
13.2 - 12.2 Der Erklärungswert der Stage-Environment-Fit-Theorie für den Rückgang der Lernfreude [Seite 276]
13.3 - 12.3 Risikofaktoren für die Veränderung der Lernfreude [Seite 283]
13.4 - 12.4 Die aktuelle Lernfreude im Schulalltag und die sie förderlichen und hinderlichen Bedingungen [Seite 286]
14 - 13 Resümee und Ausblick [Seite 293]
14.1 - 13.1 Methodische Kritik [Seite 293]
14.2 - 13.2 Eine Schule, in der das Erleben von Lernfreude ermöglicht wird - praktische Schlussfolgerungen für den Schulalltag [Seite 297]
14.3 - 13.3 Forschungsausblick [Seite 303]
15 - Literatur [Seite 306]
16 - Tabellen- und Abbildungsverzeichnis [Seite 323]
17 - Anhang A: Item- und Skalenanalysen [Seite 331]
18 - Anhang B: Kodierungen [Seite 359]
19 - Danksagung [Seite 374]
8 Das Jugendalter als Zeit der Veränderung (S. 117-118)

„Das Jugendalter ist eine Phase innerhalb des Lebenszyklus, die durch das Zusammenspiel biologischer, intellektueller und sozialer Veränderungen zur Quelle vielfältiger Erfahrungen wird“ (Oerter & Dreher, 2002, S. 258). Der Umgang mit der Schule stellt einen wesentlichen Bereich dar, den es im Jugendalter zu bewältigen gibt. Manchen Jugendlichen gelingt dies sehr gut, sie zeigen Lernmotivation, Leistungsbereitschaft und Schulinvolvement, andere dahingegen wenden sich von der Schule ab, kommen mit den Leistungsanforderungen nicht zurecht, haben „genug“ von der Schule, „dass sie, um ihre Selbstachtung und ihren Stolz zu retten, alles tun, um sich keinen weiteren Lernansprüchen und Lernerfahrungen aussetzen zu müssen“ (Fend, 1997, S. 5).

So ergeben sich unterschiedliche Erfahrungen im Kontext Schule und Lernen, die bewirken, ob Schüler/innen sich dauerhaft mit dem Lernen auseinander setzen wollen – sie also auch zum lebenslangen Lernen bereit sind – oder ob sie sich vom institutionalisierten Lernen abwenden. Bevor näher auf Jugendliche, deren besonderen Entwicklungsaufgaben und deren Umgang mit Schule eingegangen wird, wird der Begriff „Jugendalter“, der in der wissenschaftlichen Literatur häufig sehr heterogen verwendet wird, definiert.

Begriffsbestimmung „Jugendalter“


Das Jugendalter bezeichnet die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Dabei gibt es unterschiedliche Abgrenzungen und Einteilungen des Jugendalters. Eine international übliche Einteilung des Jugendalters, vor allem auch im amerikanischen Raum (Fend, 2005), die innerhalb der Lebensspanne Jugendalter/Adoleszenz (beide Begriffe werden hier synonym verstanden) altersspezifische Differenzierungen vornimmt, ist die Gliederung des Jugendalters/der Adoleszenz in frühe Adoleszenz (ca. 11 bis 14 Jahre), mittlere Adoleszenz (ca. 15 bis 17 Jahre) und späte Adoleszenz (ca. 18 bis 21 Jahre) (vgl. Oerter & Dreher, 2002, S. 259).

Die Altersgrenzen fallen je nach Definition nicht immer einheitlich aus (zu einem Überblick, siehe Flammer & Alsaker, 2002, S. 22) und können je nach Individuum variieren (Flammer & Alsaker, 2002). In dieser Arbeit stehen Jugendliche in der frühen Adoleszenz im Vordergrund, da dies jene Jugendlichen sind, die im Hinblick auf den Rückgang von positiven emotionalen und motivationalen Merkmalen bezüglich Lernen und Schule (siehe Punkt 8.2) die Risikogruppe darstellen.

Auch der Begriff der Pubertät taucht häufig synonym mit Jugendalter auf (jugendliche/frühadoleszente Schüler/innen = pubertierende Schüler/innen). Wenn von Pubertät gesprochen wird, steht jedoch klar die körperliche/biologische Veränderung im Jugendalter im Vordergrund (Fend, 2005). Das frühe Jugendalter, das mit vielfältigen spezifischen Entwicklungsaufgaben verbunden ist, darf nicht mit Pubertät gleichgesetzt werden.

Entwicklungsaufgaben im Jugendalter


Das Jugendalter als Zeit der Veränderung geht mit zahlreichen Entwicklungsaufgaben einher. Ebenrett, Kozielski, Hegner und Welcker (2001, S. 43) sehen als zentrale Entwicklungsaufgaben im Jugendalter folgende an:

-  Entwicklung von intellektueller und sozialer Kompetenz, Entwicklung beruflicher Qualifikation
- Finden der eigenen Geschlechtsrolle und Entwicklung von Partnerschaftsfähigkeit
- Entwicklung der Fähigkeit zur Nutzung des Freizeit- und Warenmarktes und
- Entwicklung eines Norm- und Wertesystems.

Für die folgende Arbeit sei die Aufgabe „Entwicklung eines Norm- und Wertesystems“ hervorgehoben, die eine Verknüpfung mit der schulischen Lernfreude aufweist. Schulisches Lernen und Leisten stellen Werte dar, die Schüler/innen entweder wertschätzen oder auch gering schätzen können. Die Integration dieser Werte in die eigene Persönlichkeit sollte in der Phase des Jugendalters erfolgen (Fend, 1990, S. 15; ebenso Wahler, Tully & Preiß, 2004). Oerter und Dreher (2002, S. 271) formulieren die Entwicklungsaufgabe als ein Klarwerden, „welche Werte man vertritt und an welchen Prinzipien man das eigene Handeln ausrichten will“.

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