Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. April 2011
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06356-6 (ISBN)
 
Christopher Boone ist fünfzehn Jahre, drei Monate und zwei Tage alt. Er kennt alle Länder und deren Hauptstädte sowie sämtliche Primzahlen bis 7507. Er liebt die Farbe Rot, hasst hingegen Gelb und Braun. Unordnung, Überraschungen und fremde Menschen versetzen ihn in Panik, denn Christopher leidet an einer leichten Form von Autismus. Als aber der Pudel in Nachbars Garten mit einer Mistgabel umgebracht wird, beginnt Christopher, aus seiner fest gefügten, kleinen Welt auszubrechen: Mutig stellt er den schändlichen Verbrecher und erfährt außerdem, was es heißt, in der Welt der Erwachsenen zu leben ...


Mark Haddon wurde 1962 in Northampton geboren, studierte am Merton College, Oxford, Literatur und lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Oxford. Für das Kinderprogramm der BBC hat Mark Haddon Drehbücher geschrieben, die ihm zweimal den begehrten BAFTA-Preis eintrugen. Mit dem Roman 'Supergute Tage' landete er auf Anhieb einen Weltbestseller und wurde in England mit dem renommierten Whitbread-Award ausgezeichnet. Auch sein zweiter Roman 'Der wunde Punkt' (2007) erschien im Blessing Verlag und war ein großer internationaler Erfolg.
  • Deutsch
  • 1,55 MB
978-3-641-06356-6 (9783641063566)
3641063566 (3641063566)
weitere Ausgaben werden ermittelt
31 (S. 27-28)

Es war 1.12 Uhr, als mein Vater auf der Polizeiwache erschien. Gesehen habe ich ihn erst um 1.28 Uhr, aber ich weiß, dass er vorher da war, denn ich habe ihn gehört. Er brüllte: »Ich will zu meinem Sohn!« Und: »Warum hat man ihn eingesperrt, verdammt noch mal?« Und: »Na klar hab ich eine Stinkwut!« Ich hörte, wie ein Polizist zu ihm sagte, er soll sich beruhigen. Dann habe ich lange Zeit gar nichts gehört. Um 1.28 Uhr öffnete ein Polizist die Zellentür und sagte, es sei jemand für mich da. Ich ging hinaus.

Vater stand im Korridor. Er hielt seine rechte Hand hoch und spreizte die Finger wie einen Fächer. Ich hielt meine linke Hand hoch und spreizte die Finger zu einem Fächer, und dann legten wir unsere Finger und Daumen aufeinander. Das machen wir, weil Vater mich manchmal gern in den Arm nehmen würde, aber ich mag Umarmungen nicht, deshalb machen wir es so, und es bedeutet, dass er mich lieb hat. Dann forderte der Polizist uns auf, ihm durch den Korridor in einen anderen Raum zu folgen. In diesem Raum standen ein Tisch und drei Stühle.

Er sagte, wir sollten uns an die eine Seite des Tischs setzen, und er setzte sich uns gegenüber. Auf dem Tisch stand ein Tonbandgerät, und ich fragte, ob er mich jetzt verhören und das Verhör auf Band aufnehmen würde. »Ich denke, das wird nicht nötig sein«, sagte er. Er war Kommissar. Das erkannte ich daran, dass er keine Uniform trug. Er hatte viele Haare in der Nase. Es sah aus, als versteckten sich zwei klitzekleine Mäuse in seinen Nasenlöchern. 2 Er sagte: »Ich habe mit deinem Vater gesprochen, und er meint, dass du den Polizisten nicht schlagen wolltest.« Ich erwiderte nichts, weil es ja keine Frage war. »Wolltest du den Polizisten schlagen?« »Ja.« Er verzog das Gesicht und fragte: »Aber du wolltest dem Polizisten nicht wehtun?« Ich dachte nach und sagte: »Nein. Wehtun wollte ich dem Polizisten nicht. Ich wollte nur, dass er mich nicht mehr anfasst. « Darauf er: »Du weißt aber, dass man einen Polizisten nicht schlagen darf?« »Ja.«

Er schwieg ein paar Sekunden und fragte dann: »Hast du den Hund getötet, Christopher?« »Ich habe den Hund nicht getötet«, antwortete ich. »Du weißt, dass man einen Polizisten nicht anlügen darf und dass du dir große Probleme einhandelst, wenn du das dennoch tust?« »Ja.« »Also, weißt du, wer den Hund getötet hat?« »Nein.« »Sagst du auch die Wahrheit?« »Ja. Ich sage immer die Wahrheit.« Darauf er: »Na gut. Du bekommst jetzt eine Verwarnung von mir.« »Ist das so ein Zettel wie eine Urkunde, die ich behalten darf?«, fragte ich. »Nein, eine Verwarnung heißt, wir fertigen ein Protokoll darüber an, dass du einen Polizisten geschlagen hast und dass es ein Versehen war und dass du dem Polizisten nicht wehtun wolltest.« »Es war aber kein Versehen.« Da sagte Vater: »Christopher, bitte.«

Der Polizist machte den Mund zu, atmete laut durch die Nase aus und meinte: »Wenn du noch mal etwas anstellst, holen wir dieses Protokoll heraus. Wir werden dann sehen, dass du schon eine Verwarnung erhalten hast, und die Sache deswegen wesentlich ernster nehmen. Hast du mich verstanden? « Ich sagte ja, ich hätte verstanden. Darauf meinte er, wir könnten jetzt gehen, und er stand auf, öffnete die Tür, und wir gingen hinaus in den Korridor und zum Schreibtisch am Eingang zurück, wo ich mein Schweizer Armeemesser und mein Stück Schnur und das hölzerne Puzzleteil und die 3 Körnchen Rattenfutter für Toby und meine 1,47 Pfund und die Büroklammer und meinen Haustürschlüssel abholte (die sich alle in einer kleinen Plastiktüte befanden), und dann gingen wir hinaus zu Vaters Wagen und fuhren heim…

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