Resistenz gegenüber Innovationen

 
Tobias Haber (Autor)
 
Gabler Verlag
1. Auflage | erschienen in 2008 | 229 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8349-9712-8 (ISBN)
 
Innovationen sind für die Wirtschaft von unumstritten hoher Bedeutung. So investieren deutsche Unternehmen jährlich über 100 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte. Durch die Resistenz von Konsumenten gegenüber Innovationen scheitern diese jedoch häufig am Markt. Tobias E. Haber entwickelt auf Basis umfassender empirischer Erhebungen ein Modell zur Messung der Innovationsresistenz. Hierdurch können Unternehmen frühzeitig eine Risikoabschätzung ihrer Innovationen vornehmen. Zudem deckt er asymmetrische Effekte bei der Einstellungsbildung von Konsumenten gegenüber Innovationen auf. Ein Kausalmodell zur Erklärung von aktivem Konsumentenwiderstand gegen Innovationen gibt der Unternehmenspraxis Anregungen zur Vermeidung von aktiver Innovationsresistenz.
Deutsch
1,00 MB
978-3-8349-9712-8 (9783834997128)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Geleitwort [Seite 6]
2 - Vorwort [Seite 8]
3 - Inhaltsverzeichnis [Seite 10]
4 - Abbildungsverzeichnis [Seite 14]
5 - Tabellenverzeichnis [Seite 15]
6 - Abkürzungsverzeichnis [Seite 19]
7 - I Einleitung [Seite 21]
8 - II Einordnung des Forschungsvorhabens in die Innovationstheorie [Seite 26]
9 - III Messung der Resistenz gegenüber Innovationen [Seite 34]
10 - IV Asymmetrische Effekte bei der Entstehung von Resistenz bzw. Akzeptanz gegenüber Innovationen auf Einstellungsebene [Seite 104]
11 - V Ein Modell zur Erklärung der aktiven Resistenz gegenüber Innovationen [Seite 145]
12 - VI Schlussbetrachtung [Seite 182]
13 - Literaturverzeichnis [Seite 194]
V Ein Modell zur Erklärung der aktiven Resistenz gegenüber Innovationen (S. 125-126)

1 Ziel und Vorgehensweise

Wie aus dem Literaturüberblick in Abschnitt III-2 hervorgeht, hat aktives Resistenzverhalten von Konsumenten gravierende Auswirkungen auf den Diffusionsverlauf und damit letztlich auf den Erfolg einer Innovation. So konnten beispielsweise Moldovan und Goldenberg (2004) empirisch die negativen Konsequenzen von aktiver Resistenz auf die erreichbare Marktgröße einer Innovation aufzeigen.

Im schlimmsten Fall führt aktive Resistenz sogar zum Scheitern einer Innovation. Bislang existieren jedoch keine empirischen Studien, die sich explizit mit den Gründen für aktive Resistenz gegenüber Innovationen beschäftigen. In diesem Teil der Arbeit wird daher das Forschungsziel 3 verfolgt, ein Modell zur Erklärung der aktiven Resistenz gegenüber Innovationen zu entwickeln. Zudem dient dieser Teil der weiteren Überprüfung der nomologischen Validität der Resistenz gegenüber Innovationen mittels der Analyse der Daten einer zusätzlichen Erhebung. Zur Erreichung dieser beiden Ziele werden im ersten Untersuchungsschritt Hypothesen zu den Kausalitäten der aktiven Resistenz gegenüber Innovationen erarbeitet.

Auf Basis theoretischer Überlegungen sowie früherer Forschungsergebnisse, die in analogiebasierender Argumentation auf den Untersuchungsgegenstand übertragen werden, erfolgt zunächst die Identifikation potenzieller Determinanten der aktiven Resistenz gegenüber Innovationen. Zusätzlich werden mit der Resistenz gegenüber Innovationen auf Einstellungsebene sowie der Kauf- bzw. Nutzungsabsicht gegenüber Innovationen die weiteren Bestandteile der Resistenz gegenüber Innovationen im Kausalmodell berücksichtigt.

Als grundsätzlicher theoretischer Bezugsrahmen zur Modellentwicklung dient die Theory of Reasoned Action. Diese ermöglicht die vollständige Integration der Resistenz gegenüber Innovationen in das Kausalmodell. Zusätzlich können durch die Theorie die Auswirkungen von Bezugsgruppen bei der Entstehung der aktiven Resistenz erklärt werden. Des Weiteren wird anhand der Reaktanztheorie die durch eine Innovation wahrgenommene Freiheitseinengung als mögliche Determinante der aktiven Resistenz identifiziert. Festingers Dissonanztheorie liefert Anhaltspunkte, dass eine Inkompatibilität der eigenen Werte und Normen mit einer Innovation potenziell aktive Resistenz auslöst.

Dies wird im Modell durch die Integration des Konstrukts "Inkompatibilität Werte & Normen" berücksichtigt. Aufbauend auf den Erkenntnissen der Risikotheorie kann ein direkter Effekt des wahrgenommenen Risikos auf die aktive Resistenz begründet werden. Zuletzt werden die wahrgenommenen negativen Auswirkungen einer Innnovation für die Gesellschaft als Ursache der aktiven Resistenz im Modell aufgrund der qualitativen Vorstudie berücksichtigt. Im zweiten Untersuchungsschritt werden die postulierten Zusammenhangsvermutungen anhand einer empirischen Untersuchung unter Berücksichtigung von drei verschiedenen Innovationen (n=614) geprüft.

Als geeignete Methode der Dependenzanalyse kommt hierbei der LISREL-Ansatz der Kausalanalyse zur Anwendung. Zunächst wird jedoch im folgenden Abschnitt mit der Theory of Reasoned Action der grundsätzliche theoretische Bezugsrahmen zur Erklärung der aktiven Resistenz gegenüber Innovation dargestellt.

2 Theoretische Bezugspunkte der Untersuchung

2.1 Die Theory of Reasoned Action und deren Beitrag zur Arbeit

Die Theory of Reasoned Action (TORA) wurde von Fishbein und Ajzen aufbauend auf der Theory of Propositional Control von Dulany entwickelt. Sie gilt als eine der wichtigsten und am häufigsten angewendeten Theorien zur Vorhersage von Verhalten. Die Theorie liefert darüber hinaus Hinweise auf potenzielle Ursachen für das zu prognostizierende Verhalten. Der TORA liegt die Prämisse zugrunde, dass Individuen lediglich über limitierte Informationen verfügen, jedoch diese systematisch nutzen. Eine Entscheidung für oder gegen eine Handlung erfolgt daher erst nach der Bewertung der Konsequenzen hinsichtlich des auszuführenden Verhaltens.

Dies impliziert, dass Individuen ihr Verhalten willentlich kontrollieren. Insgesamt unterscheidet die TORA drei Erklärungsebenen. In der ersten Erklärungsebene wird der Zusammenhang zwischen der Verhaltensintention (Verhaltensabsicht) und dem Verhalten aufgezeigt. Fishbein und Ajzen nehmen an, dass das Verhalten ausschließlich und unmittelbar durch die Verhaltensabsicht determiniert wird. Diese umfasst motivationale Faktoren, welche als Anhaltspunkte bzgl. der Stärke des Willens und dem Ausmaß an Anstrengungen interpretiert werden können, mit der ein Individuum ein bestimmtes Verhalten ausüben möchte.

Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

59,95 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
PDF mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen