Lichtmahr:e

2081: Eine Felicity Kris Novelle
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. November 2019
  • |
  • 208 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7504-4613-7 (ISBN)
 
Glaubst du, dass deine schlimmsten Albträume wahr werden könnten? Auch, wenn du in einer nahen dystopischen Zukunft geboren wurdest?
Dann muss ich dich enttäuschen und gleichzeitig auch beruhigen. Deine Albträume werden niemals Realität werden können. Es wird dir viel Schlimmeres widerfahren; in deinen Träumen!
Ein Wesen, welches mit den Schatten wandelt, hat sich tief in dein Bewusstsein eingenistet und steuert deine Träume. Tief in dir versteckt, injiziert es dir seine eigenen Albträume, die aus einer anderen Welt zu stammen scheinen. Träume, die deine eigenen Albträume wie ein Kindermärchen wirken lassen.

Du denkst, so ein Wesen kann nicht existieren; und falls doch, dass du dich vor ihm verstecken kannst?
Du irrst dich!
Die LICHTMAHR:E wird dich finden; und ihre Träume werden dich vernichten.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,32 MB
978-3-7504-4613-7 (9783750446137)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Elina Haas ist seit ihrer Geburt 1987 in Mönichkirchen (Niederösterreich) aufgewachsen. Und doch hat es sie 2009 nach Wien verschlagen, wo sie hauptberuflich als Bautechnikerin das nötige Kleingeld für ihre kostspieligen Hobbys verdient.
Zum Beispiel liebt sie es, die Welt zu bereisen. So hat sie eine zweite Heimat in Helsinki und dem restlichen Finnland gefunden, wo sie gern ihre Geschichten schreibt. Und als wäre es noch nicht genug, neben dem Fulltime-Job die Welt unsicher zu machen und Bücher zu schreiben, hat Elina in den letzten Jahren eine Geschlechtsangleichung vollzogen. Proud to be a Transwoman!

She looks at you you can't resist - she'll hunt you she'll get you

And she will take you by the wrist - imprisoned and into

She'll take you to another place - oblivion you'll fall

And you'll be lost without a trace - sense nothing at all

She wore shadows (2003) © ASP

EINS


SCHATTEN.WESEN -


SVARTÁLFAHEIMR: ERSTER AKT


ODER REALISATION


JAHR 2081 ODER DAVOR
SCHATTEN

Mit einem Schrei wache ich auf.

Er ist nichts Unbekanntes. Nein, es ist derselbe schrille Schrei gewesen, derselbe laute Ton, welchen ich selbst verursacht habe. Wieder einmal, mitten in der Nacht, habe ich mich selbst geweckt - schweißgebadet, vollkommen durchnässt. Unkontrolliert hat mein Körper diese Flüssigkeit fast literweise ausgeschüttet. So stark, dass es nun unangenehm riecht. Um es treffender zu formulieren: Ich stinke. Mein eigener Geruch beißt ziemlich penetrant in meiner Nase. Doch das scheint in diesem Moment mein geringstes Problem zu sein.

Auch die klebende Feuchtigkeit, die mich in sich eingehüllt hat und den eigentlichen Verursacher des Gestanks darstellt, hat damit nichts zu tun. So sehr es mich auch stört, in meinen eigenen Ausdünstungen zu liegen, ist es dennoch als nachrangig zu betrachten. Tatsächlich mag ich es überhaupt nicht, dass die Decke über mir, das Laken unter mir und das Kissen, welches meinen Kopf eigentlich sanft betten sollte, so sehr an mir kleben, dass ich mich fast schon wie eingepackt fühle. Jedoch ist auch das, in Anbetracht der aktuellen Tatsachen, zu vernachlässigen.

Vielmehr beunruhigt mich der psychische Auslöser dieser harmlos erscheinenden Symptome. Es macht mir wirklich wieder Angst. Ich fürchte mich sogar davor. Schließlich ist es alles andere als normal, dass man sich selbst - schweißgebadet - mit einem lauten Schrei weckt. Noch dazu, wenn es sich um eine kühle Nacht im Winter handelt, und wenn die Temperatur im Apartment die vorgeschriebenen sechzehn Grad Celsius Plus beträgt.

Der Grund, warum ich mich selbst geweckt habe, ist derselbe, welcher mich in den letzten Wochen des Öfteren heimgesucht hat. Und heute war er besonders schlimm. Dieser Albtraum.

Ein Traum, der immer nach dem gleichen Schema abzulaufen scheint. Alle paar Tage, der nahezu identische Traum. Heute war er zwar ein wenig anders als sonst. Aber irgendwie doch derselbe vertraute Albtraum.

Noch viel beunruhigender ist die Tatsache, dass dieser Traum gar kein Albtraum ist. Das Ganze hat sich wirklich zugetragen. Ich habe es tatsächlich erlebt. Ich bin mittendrin gewesen und habe alles selbst am eigenen Leib miterlebt. Es gespürt. Hauptprotagonist in diesem wahren Albtraum bin ich selbst gewesen - und bin es immer noch. Das ist nicht schön. Und es ist viel mehr als bloß "beunruhigend". Das besagte Erlebnis habe ich nur mit Furcht und Angst überstanden. Und ich leide nach wie vor darunter, da es mich fortwährend in meinen Träumen heimsucht.

JAHRE ZUVOR
GESCHWISTER

Ohne Vorwarnung oder sonst irgendeiner Andeutung, die ich hätte interpretieren können, griff mir der Junge plötzlich zwischen meine Beine. Einfach so, ohne ein Wort zu sagen, ohne einen Laut von sich zu geben; nur mit einem begierigen Blick in seinen Augen. Und das ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Es kam so überraschend, dass sich mit einem Mal ein Schrei lösen wollte. Doch er blieb mir auf halbem Wege im Hals stecken - so erschrocken war ich in diesem Moment.

Seltsamerweise aber fühlte ich mich gleichzeitig auch angenehm berührt.

Als hätte ich es mir heimlich gewünscht, dass mich hier, genau an dieser Stelle, dieser eine Junge anfasst und meine intimste Zone begrapscht. Er hatte eindeutig den richtigen Punkt zur richtigen Zeit ertastet und statt einen Aufschrei hatte das etwas anderes ausgelöst. Die Stelle, die seine kleinen Finger streichelten, wurde mit einem Male feucht, ungeheuerlich feucht sogar.

»Aahhh«, und dann kam er doch noch, der stöhnende Aufschrei. Jedoch war ich mir nicht sicher, was ihn doch noch entfesselt hatte. Die plötzliche Berührung, ohne dass ich davor um Erlaubnis gefragt worden war, oder das abrupte Anfassen mit den zögerlichen Fingern.

Eine Begebenheit, von der ich mir doch im Geheimsten ersehnt hatte, dass sie genau so passieren würde?

War mein Aufschrei das Zeichen für ein unwohlbefindliches Ereignis - oder doch ein Stöhnen der Freude?

Ich wusste es nicht.

»Nimm deine Finger da weg«, fand ich dann doch noch die passenden Worte. Mein Bruder blickte mich verdutzt an: womöglich selbst überrascht von seiner Handlung und noch viel mehr von meiner vielsagenden, jedoch verwirrenden Reaktion nur wenige Sekunden zuvor. Er wusste wohl selber nicht, wie er in diese Situation geraten war und was er nun tun sollte. Denn unsere Beziehung zueinander war mehr als nur verworren.

Schließlich war er der Junge, mit welchem ich mir bereits seit Wochen - nein, es mussten längst schon einige Monate sein - das Bett teilte. Jedoch nicht freiwillig, sondern gezwungenermaßen. Hatten es die EVAs doch gewagt, mich in dieses Zimmer zu stecken: in einen viel zu kleinen Raum, in dem bereits zwölf Buben in zwölf Betten lagen. Und daher war ich hier die Dreizehnte.

Drei-Zehn war auch der Name, denn mir dieser Junge, mein vermeintlicher Bruder, gegeben hatte. Denn dies war der Bursche, zu dem mich die EVAs ins Bett gelegt hatten. Warum gerade zu ihm, das wussten wir beide nicht. Und er hatte mich deswegen nach dieser Nummer, dieser Zahl benannt, weil ich damals meinen eigenen und tatsächlichen Namen nicht mehr wusste und mir nicht einmal sicher war, ob ich vorher überhaupt jemals einen Namen gehabt hatte.

Auf alle Fälle waren wir uns in der Zeit, in der wir uns dieses viel zu kleine Bett teilen mussten, nähergekommen - viel näher, als es legitim gewesen wäre. Und das, obwohl wir uns anfangs fast gehasst hatten. Zumindest, mit immenser Überzeugung, ich ihn; und ich ging davon aus, dass er auch für mich so empfunden hatte.

Natürlich waren wir uns durchs Reden vertrauter geworden, nachdem wir irgendwann angefangen hatten, überhaupt miteinander zu sprechen. Anfangs hatten wir kaum Worte untereinander gewechselt. Doch eines Tages, nach Wochen und Monaten, wurde das Eis doch noch gebrochen - und wir waren mit der Zeit nahezu unzertrennlich geworden.

Dann aber kam jener Tag, wo doch nochmals alles anders werden sollte.

Es war der Tag gewesen, an dem mir zum ersten Mal aufgefallen war, dass meine Brust größer geworden war. Es dauerte danach trotzdem noch eine Weile, bis ich realisierte, dass mir wirklich Brüste wuchsen. Bis ich begriff, was dies für mich bedeutete. Bis mir klar wurde, was da überhaupt in mir vorging.

Dabei hatten mich die EVAs trotzdem zu diesem Jungen ins Bett gelegt. In ein Zimmer voller Buben. Mich, als einziges Mädchen.

JAHR 2081 ODER DAVOR
SCHATTEN

So schweißgebadet bin ich schon lange nicht mehr gewesen. Ein schriller, ohrenbetäubender Ton hat mich aus meiner längst vergangenen Retrospektive gerissen. Der Alarm, genauer gesagt: der Weckruf. Es ist Zeit, aufzustehen, um mich frisch zu machen.

»Duschen. Ich muss dringend duschen!«

Und während mir dies durch den Kopf schießt, als hätte man in mir einen Schalter umgelegt, verblassen gleichzeitig die Erinnerungen an den Albtraum, der mich noch kurz zuvor aus dem Schlaf gerissen hat.

Mein schlaffer Körper geht nahezu von alleine in das morgendliche Ritual über, das durch den schrillenden Ton des Weckrufes ausgelöst worden ist. Als hätte ich selbst keinen Einfluss darauf. Der Ton hat in mir unterbewusst den reflexartigen Bewegungsablauf aktiviert.

Habe ich überhaupt noch Zeit zum Duschen?

Warum ich mich das eben frage, verstehe ich selber nicht. Dennoch rechne ich noch kurz nach. Zwei Stunden habe ich ab jetzt noch Zeit, bis ich in meiner zugeteilten Dienststelle sein muss. Fünf Minuten duschen, zehn Minuten anziehen und fünfzehn Minuten, die ich für den Weg brauche. Bleiben mir noch eineinhalb Stunden, in denen ich mich meinem Neuzugang widmen kann. Genug Zeit also - allerdings nicht, wenn ich mich nicht spute.

Denn vor allem am Anfang, wenn sie noch ganz frisch sind, darf man sie nicht vernachlässigen. Da brauchen sie Aufmerksamkeit und Zuwendung. Und die Zeit nehme ich mir gern, denn ich will nicht wieder eines verlieren. Schließlich ist das Allerschwerste, sie überhaupt zu bekommen. Hat man sie dann einmal sicher verwahrt, ist alles andere nur noch ein Kinderspiel - und bereitet in erster Linie sehr viel Spaß und Freude.

Ich mag diese Gedanken; diese Vorfreude, die mir durch den Kopf geht, während ich nahezu bewegungslos unter der Dusche stehe und mich einfach vom Wasser berieseln lasse. Selten bewege ich mich oder streife mich mit meinen Händen am Körper ab. Ich lasse das kühle Nass sich einfach über mich ergießen und ungestört seine Arbeit machen. Wie von selbst säubert es...

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