Tausend Jahre Ba'ale Schem. Jüdische Heiler, Helfer, Magier

Ein Spiegel europäischer Geistesgeschichte
 
 
Harrassowitz Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2017
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  • XI, 324 Seiten
 
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978-3-447-19610-9 (ISBN)
 
Ihre Wundermänner schaffen sich die Menschen selbst, je nach ihren Wünschen und Bedürfnissen. So geschah es auch im europäischen Judentum, dessen Wundermänner den Titel eines Ba'al Schem trugen, das heißt "Meister des göttlichen Namens". Dank einer Vielzahl himmlischer Namen hatten die Ba'ale Schem teil an Gottes Schöpfermacht und konnten damit Wunder wirken, meist mithilfe von Amuletten heilen und sogar einen Golem erschaffen.
Im Laufe von zehn Jahrhunderten wandelten sich jedoch die Vorstellungen der Menschen davon, wie die erwarteten Wunder auszusehen hatten. Erhofften die einen nur ein Tun zur Verherrlichung Gottes als Beweis der Überlegenheit der jüdischen Religion, so erwarteten andere Schutz vor Feinden, insbesondere den christlichen, vor Krankheit, Kinderlosigkeit und Armut. Aber auch Verbrecher mussten ausfindig gemacht und die Kräfte mit christlichen Zauberern gemessen, Überlegenheit über Dr. Faust und andere Magier bewiesen werden. Um die Gunst der weltlichen Herrscher zu gewinnen, wurden auch Schlösser und Gastmähler herbeigezaubert und Wein aus der Wand gezapft. Die Freimaurer suchten Schätze und okkulte Erfahrungen bei den Ba'ale Schem, und ab dem 18. Jahrhundert erwartete man im osteuropäischen ?asidismus auch Hilfe aus der Sündennot und aus dem Rad der Seelenwanderung.
Alle diese Bedürfnisse veränderten und entwickelten sich fast gleichzeitig mit einem fortschreitenden allgemeinen Wandel des Bewusstseins und der Mentalitäten. Insofern kann man die von Karl E. Grözinger vorgestellte tausendjährige Geschichte des aschkenasischen Ba'al Schem auch als ein Spiegelbild der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte lesen.
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  • Cover
  • Titel
  • Impressum
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Teil I - Die theologischen und ideologischen Grundlagen
  • 1. Magie im Judentum verboten oder erlaubt
  • 2. Die aschkenasischen Ba'ale Schem - ein erster Überblick
  • 3. Die theologische Grundlegung der Ba'al Schem Theorie - die NAMEN-Theologie der antiken Hechalot-Literatur (Onomatologie)
  • 4. Die Anfänge des Gebrauchs der Heiligen Namen durch südeuropäische Wundertäter - die "Megillat 'Achima'az
  • 5. Die systematisch-theologische Grundlegung durch El'asar aus Worms: Magie als "imitatio dei
  • 6. Die Magna Charta der aschkenasischen Ba'ale Schem und erste Vertreter der "Zunft"
  • 6.1 Die Macht der NAMEN und deren Beschränkung
  • 6.2 Die Erzählungen von Ba'ale Schem - deren Wesen und Anliegen
  • Teil II - Die Geschichte der Wandlungen des Ba'al Schem-Bildes
  • 1. Die Geschichte der Wandlungen des Ba'al Schem-Bildes
  • 1.1 Ein Überblick
  • 1.1.1 Exkurs: Sefer ?asidim und der Zeitgeist
  • 2. Die wundertätigen Gründungsväter der aschkenasischen Frommen
  • 2.1 Die Legenden im jiddischen "Ma'ase-Buch" - zwei unterschiedliche Traditionskreise
  • 2.2 Die Geschichten von Samuel dem Frommen - Schmu'el he-?asid
  • 2.3 Die Geschichten über Juda den Frommen - Jehuda he-?asid
  • 3. Die Geschichten von Rabbi Adam Ba'al Schem und den Wormser Meistern in ihrem Verhältnis zu den Erzählungen vom christlichen Dr. Johannes Faust und Johannes Trithemius
  • 3.1 Die Rabbi Adam-Geschichten und ihr mentales Umfeld
  • 3.1.1 Die Geschichten von Rabbi Adam Ba'al Schem - der Text
  • 3.2 Die Geschichten von Dr. Faust und anderen Zauberern
  • 3.2.1 Die Faust-Erzählungen - Texte
  • 3.2.1. I. Die Geschichte vom ausgerissenen Bein
  • 3.2.1. II. Die Geschichte von der Erscheinung der Helden der Vorzeit
  • 3.2.1. III. Die Geschichte von dem herbeigezauberten Festmahl
  • 4. Die Ba'ale Schem von Worms und Speyer - nach Juspa Schammes' "Ma'ase Nissim
  • 5. Der Ba'al Schem von London - ?ajjim Schmu'el Ja'akov de-Falk Tardiola Lanjado
  • 5.1 Falk und seine Zeit
  • 5.2 Falks Wunder in den adligen Kreisen Deutschlands
  • 5.2.1 Memoires du Comte de Rantzow, Amsterdam 1741
  • 5.3 Falks Wunder in der besseren englisch-jüdischen Gesellschaft
  • 5.3.1 Levy Alexander, Memoirs of the Life and Commercial Connections, Public and Private, of the late Benj. Goldsmid, Esq., London 1808
  • 5.4 Wunderberichte aus dem hebräischen Tagebuch des Zwi Hirsch Kalisch
  • 5.5 Falk als okkulter Priester einer Bruderschaft
  • 5.5.1 Brief des Eli'eser Susman Schechnowtze, Altona 1761
  • 5.5.2 Zwi Hirsch Kalisch, Tagebuch - Theurgische Meditationsriten
  • 5.6 Zwi Hirsch Kalisch, Tagebuch (Auszüge) - Alchemistische Elemente
  • 6. Die Frankfurter Ba'al Schem-Schule - Zwischen Profession und Charisma
  • 6.1 Vorbemerkung
  • 6.2 Der Michelstädter Ba'al Schem und die Frankfurter Schule der Ba'ale Schem
  • 6.3 Sekel Löw Wormser - der Ba'al Schem von Michelstadt, ein professioneller Heiler
  • 6.4 Ba'al Schem-Fachbücher mit "Segullot
  • 6.5 Exorzismen
  • 7. Sündenpropheten - Halachaprophetie in Frankfurt am Main und im Judentum Osteuropas - der Ba'al Schem wird zum Charismatiker und Propheten
  • 7.1 Vorbemerkung zur Geschichte der Prophetie im Judentum
  • 7.2 Der geistesgeschichtliche Hintergrund der neuen Sündenprophetie
  • 7.3 Sündenprophetie in Frankfurt am Main - der Kreis um Nathan Adler
  • 7.4 Die osteuropäischen ?asidischen Sündenpropheten
  • 7.4.1 Vorbemerkung
  • 7.4.2 Die Erzählungen vom Sündenpropheten
  • 7.5 Das Wesen der neuen Prophetie
  • 7.6 Anhang - eine mystisch-prophetische Handreichung
  • 8. Der Ba'al Schem Tov von Miedzybóz - Legende oder Wirklichkeit?
  • 8.1 Die Bündelung mehrerer Ba'al Schem-Typen im Begründer des ?asidismus
  • 8.2 Der Begründer des ?asidismus - biographische Daten
  • 8.3 Die Geschichten vom Ba'al Schem Tov - Schivche ha-Bescht - im Rahmen der jüdischen Volkserzählung
  • 8.4 Ba'al Schem oder Ba'al ?ason - Wunderdoktor oder Charismatiker - zur frühen Legendenbildung um den Stifter des osteuropäischen ?asidismus
  • 8.4.1 War der Ba'al Schem Tov ein zünftiger Ba'al Schem?
  • 8.4.2 Zwei gegensätzliche Offenbarungstraditionen des Bescht
  • 8.4.2.1 Die Ba'al-Schem-Tradition
  • 8.4.2.2 Die Charismatiker-Tradition
  • 8.5 Die Vorgeschichten in den Schivche ha-Bescht - Pendant der beiden unterschiedlichen Bilder vom Bescht
  • 8.5.1 Die Eltern, R. Elieser und sein Weib - der Charismatiker als Kind der Verheißung
  • 8.5.2 Rabbi Adam - der Bescht als Schüler des R. Adam Ba'al Schem Tov
  • 8.5.3 Die Harmonisierung der widersprüchlichen Konzeptionen
  • 8.6 Der Bescht als messianischer Psychagoge
  • 8.6.1 Der theologisch-kabbalistische Hintergrund
  • 8.6.2 Die Aufgabe des messianischen Psychagogen
  • 8.7 Der Bescht als Advokat vor dem himmlischen Gericht
  • 8.7.1 Der ideologische Hintergrund
  • 8.7.2 Die Aufgabe des Advokaten - Ba'al Schem
  • 9. Die Verdrängung des Begriffes Ba'al Schem und seine Ersetzung durch den ?asidischen "Zaddik" oder "Rebben" - der Zaddikismus
  • 10. "Ba'ale Beracha" - Meister des Segens. Baba Sali - Jisra'el 'Abu?azera (1889-1984)
  • 10.1 Biographisches
  • 10.2 Das Bild des Wundermannes Baba Sali
  • 10.2.1 Das marokkanische Bild des Baba Sali
  • 10.2.1.1 Der Segen als Heilmittel
  • 10.2.1.2 Das geweihte Wasser als Heilmittel
  • 10.2.1.3 Eau mystique
  • 10.2.1.4 Das Amulett als Portrait-Bild
  • 10.2.2 Steht Baba Sali in aschkenasischer Ba'al Schem Tradition?
  • 11. Nach dem Tod - Grabwallfahrten und "Hillula
  • Anhang
  • I. Die aus dem aschkenasischen Raum bekannten Ba'ale Schem
  • II. Johann Jacob Schudt - "Jüdische Merckwürdigkeiten" - Auszüge
  • 1. Vorbemerkung
  • 2. Johann Jacob Schudt, "Jüdische Merckwürdigkeiten" II. Teil, Franckfurt und Leipzig 1714
  • 2.1 VI. Buch Caput VI
  • 2.2 VI. Buch, Caput XXXI
  • 2.3 Johann Jacob Schudt, "Jüdischer Merckwürdigkeiten Vierdter Theil". Als eine weitere Continuation dessen / so in den vorhergehenden Theilen vorgestellt worden, Frankfurt a.M. 1717, Sechstes Buch 31. Cap
  • III. Die Seele des Ersten Adam vor dem Fall - zu Kap. II.8.6.1
  • IV. Bibliographische Hinweise
  • V. Register
  • Backcover
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