Die Götter - Die Macht der Dunkelheit

Die Götter 3 - Roman
 
Pierre Grimbert (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 12. Dezember 2011 | 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06724-3 (ISBN)
 
Das Abenteuer um die Insel Ji geht weiter

Viele Gefahren erwarten die jungen Kämpfer, die das Rätsel der Götter lösen müssen, um ihrer Aufgabe als Hüter des Geheimnisses von Ji gerecht zu werden. Nur wenn sie all ihre Fähigkeiten und Raffinesse einsetzen und zusammenhalten, können sie die schweren Prüfungen bestehen, die das Schicksal ihnen auferlegt... Mit 'Die Götter - Die Macht der Dunkelheit' schreibt Bestsellerautor Pierre Grimbert das Epos um die Insel Ji grandios fort.



Pierre Grimbert, 1970 in Lille geboren, arbeitete einige Zeit als Bibliothekar, bevor er in Bordeaux Buchwissenschaften und Publizistik studierte. Die 'Magier'-Saga wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem 'Prix Ozone' als bester französischer Fantasy-Roman. Der Autor lebt im Norden Frankreichs.
Sonja Finck | Nadine Püschel
Deutsch
0,61 MB
978-3-641-06724-3 (9783641067243)
3641067243 (3641067243)
weitere Ausgaben werden ermittelt
ZWEITES BUCH AUS SEELEN GEBOREN (S. 109-110)

Saat schlief nicht viel. Eigentlich brauchte er fast überhaupt keinen Schlaf. Der Hexer verfügte über so viel Energie, dass er mühelos zwei Dekaden lang aufbleiben und selbst dann noch Taten vollbringen konnte, welche die Fähigkeiten seiner Schüler bei Weitem überstiegen. Irgendwann würde er einmal ausprobieren, wie lange er tatsächlich ohne Schlaf auskam, aber erst, wenn er sich die Herrschaft über die Welt der Sterblichen gesichert hätte. Bis dahin wollte er kein Risiko eingehen. In der Vergangenheit hatte er aus Nachlässigkeit schon zu viele Fehler begangen. Der Hexer schlief also nur selten. Ab und zu schlummerte er einen oder zwei Dekanten lang.

Meistens setzte er sich dazu einfach in seinen Sessel und träumte vor sich hin, wobei er bisweilen einnickte. Und wenn er mit dem Schiff unterwegs war, legte er sich manchmal in die Hängematte, die er in der mit Büchern vollgestopften Kajüte aufgehängt hatte, und döste vor sich hin. Diese kleinen Ruhepausen reichten ihm völlig. Aus einer seltsamen Laune heraus hatte er in dieser Nacht jedoch beschlossen, sich in sein Bett zu legen, auf eine richtige Matratze mit parfümierten Laken, die jeden Tag gewechselt wurden, auch wenn er sie fast nie benutzte. Er verspürte weder Müdigkeit noch hatte er das Bedürfnis, sich von der Welt zurückzuziehen: Es war einfach nur eine fixe Idee. Saat dachte, vielleicht wäre es amüsant, so zu tun, als wäre alles noch wie früher.

Er war es seit Langem gewohnt, jeder noch so kleinen Laune nachzugeben. Er ging jedoch nicht so weit, ein Nachthemd und eine Schlafmütze anzuziehen. Der Geruch seiner Alltagskleider war ihm vertraut, und es gefiel ihm, wie sie seinen knochigen Körper verhüllten. Leider konnten selbst seine fast grenzenlosen magischen Kräfte die Spuren des Alters nicht verbergen. So war Saat vollständig angezogen zu Bett gegangen, und um das Spiel noch weiterzutreiben, hatte er sich bemüht, tatsächlich einzuschlafen. Das war ihm gelungen, und zwar schneller, als er vermutet hätte. Als er nach einer Weile von einem schaurigen Schrei aus dem Schlaf gerissen wurde, war er im ersten Moment schrecklich wütend. Wer wagte es, ihn zu stören?

Offenbar musste er beim Aufwachen unwillkürlich selbst aufgeschrien oder sich zumindest so abrupt im Bett aufgesetzt haben, dass zwei seiner ramythischen Sklaven angelaufen kamen. Um seine Wut an irgendjemanden auszulassen, ließ Saat den Schädel des Ersten explodieren. Er verzog angewidert das Gesicht, als er sah, wie das Blut des Mannes auf sein schönes weißes Laken spritzte, und beschloss daraufhin, dem Zweiten stattdessen das Herz zu zermalmen. Saat machte eine beiläufige Handbewegung, und der Mann brach am anderen Ende des Zimmers zusammen. Dann überlegte er, was wohl geschehen war. Hatte er tatsächlich einen Schrei gehört? Nein, er hatte ihn wohl nur in seinem Inneren widerhallen hören.

Zweifellos war er das einzige Lebewesen auf der bekannten Welt, das den Schrei auf diese Art wahrgenommen hatte. Konnte es ein Traum gewesen sein? Nein, dazu war der Schrei viel zu echt gewesen. Als er die letzte Schläfrigkeit abgeschüttelt hatte, konnte Saat das Phänomen endlich einordnen. Es war der Schmerzensschrei eines Todgeweihten gewesen – ein Schrei, den er nur zu gut kannte. Er hatte ihn schon oft gehört, mehr noch – in jedem Fall war er der Urheber dieses Schreis gewesen, der so durchdringend war, dass sein Echo bis zu den Grenzen des Universums hallte.

Doch zum ersten Mal hatte Saat den Schrei vernommen, ohne selbst dafür verantwortlich zu sein. Daraus ließen sich zwei Schlüsse ziehen. Erstens: Einer der beiden Ewigen Götter war tot. Und tatsächlich konnte er – als er sich kurz konzentrierte – nur noch eine der beiden unverkennbaren Präsenzen spüren. Wenn er Glück hatte, war es die von Nol dem Seltsamen. Saat hoffte sehr, dass der Ewige Wächter des Dara noch am Leben war, denn er wollte ihm unbedingt noch einmal begegnen. Der älteste Gott könnte ihm gewiss eine Menge beibringen – und wenn er es nicht freiwillig tat, dann eben unter Zwang. Außerdem wäre es Saat ein Hochgenuss, Nol anschließend eigenhändig das Genick zu brechen.

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