Unter der Sonne Kalabriens

Proseccoküsse prickeln frecher!
 
 
BookRix (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 25. Juli 2019
  • |
  • 260 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7438-8623-0 (ISBN)
 
Eigentlich will sich die Radiomoderatorin Valentina im pittoresken südkalabrischen Ort Cassandria von ihrem letzten Liebesfiasco erholen. In der Ferienpension Rosengarten trifft sie auf den smarten Ben Rothenfels, der es sich zur Aufgabe macht, Valentinas mühsam errichteten Schutzpanzer zu knacken. Kann er ihr den Glauben an die Liebe zurückgeben oder hat das aufkommende Knistern zwischen den beiden etwa nur mit der sommerlich-spritzigen Proseccolaune zu tun? Als auch noch die Schatten der Vergangenheit in Form von Valentinas Exfreund Leon auftauchen, scheint das Strohfeuer genauso schnell zu erlöschen, wie es entfacht wurde ... Anmerkung der Autorin: 'Unter der Sonne Kalabriens - Proseccoküsse prickeln frecher' ist ein in sich abgeschlossener Roman und kann unabhängig vom ersten Buch 'Unter den Sternen Kalabriens - scharfe Küsse schmecken besser' gelesen werden. Für alle, denen Band 1 der Kalabrien-Dilogie gefallen hat, gibt es ein Wiedersehen mit Estella und ihrer sympathischen Patchworkfamilie.
  • Deutsch
  • 0,98 MB
978-3-7438-8623-0 (9783743886230)

3


 

Valentina war nach einem ereignislosen Flug froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Zum Glück litt sie nicht unter Flugangst, dennoch fühlte sie sich auf der Erde wohler als über den Wolken. Trotzdem genoss sie die Aussicht aus luftiger Höhe. Ihr Sitzplatz am Fenster ermöglichte es ihr, die gesamte Reise über hinauszuschauen und auf die mehrere Kilometer unter ihr liegende Landschaft zu blicken, sofern diese sich nicht unter einer Wolkendecke versteckte. Sie liebte es, auf Flügen den normalen menschlichen Lebensraum aus einem anderen Blickwinkel zu bewundern. Stets musste sie dann an das Lied von Reinhard Mey denken und musste sich beherrschen, um 'Über den Wolken' nicht lauthals anzustimmen. Vor allem heute fühlte sie sich herrlich frei und blickte den kommenden Wochen erwartungsvoll entgegen.

Als sie mit ihrem Gepäck dem Ausgang des Terminals zustrebte, entdeckte sie eine Frau mit einem selbstgemachten Schild, auf dem der Name Valentina Landi stand. Winkend machte sie auf sich aufmerksam.

"Hallo Frau Landi, ich bin Estella Reuter, Ihre Pensionswirtin", stellte sich die Fremde vor, als sie sich gegenüberstanden und sich zur Begrüßung die Hand reichten. "Willkommen in Kalabrien. Hatten Sie eine gute Reise?"

Valentina war begeistert. "Na, das ist ja ein Service! Die Chefin des Hauses holt mich persönlich ab! Danke, es war ein sehr ruhiger Flug", versicherte sie und nahm ihre Koffer wieder auf.

"Warten Sie, ich helfe Ihnen." Schon nahm ihr Estella ein Gepäckstück aus der Hand. Seite an Seite verließen sie den Flughafen.

"Bei uns im Ort gibt es einen Autoverleih. Ich bin gut mit dem Besitzer bekannt, denn normalerweise ist in der Urlaubssaison kein Leihauto mehr zu bekommen", erzählte Estella, nachdem sie die beiden Koffer im Gepäckraum verstaut hatten und sich auf die Rückfahrt nach Cassandria machten. "Doch wenn Sie möchten, organisiere ich für Sie einen Mietwagen, damit Sie unabhängig sind, falls Sie ans Meer wollen oder Lust haben, die Gegend zu erkunden."

"Das wäre wirklich nett, vielen Dank! Ich werde bestimmt darauf zurückkommen, doch in den ersten Tagen gedenke ich, mich bei Ihnen im Garten zu erholen. Im Moment ist mir noch nicht so nach dem Getümmel am Strand, auch wenn ich das Meer eigentlich liebe. Auf Ihrer Homepage habe ich den schönen Pool gesehen. Ich glaube, dass ich mich dort mit Sicherheit sehr wohl fühlen werde."

"Das hoffe ich sehr." Estella versuchte, das Gespräch während der Fahrt in Gang zu halten. "Sagen Sie, Sie sind nicht zufällig Italienerin? Der Nachname Landi klingt jedenfalls italienisch."

"Mein Vater ist Schweizer."

"Ach so. Meine Familie väterlicherseits stammt von hier. Ich bin vor einem Jahr praktisch zu meinen Wurzeln zurückgekehrt und habe mir hier mit dem B&B einen Lebenstraum erfüllt."

Valentina sah sie überrascht an. "Sie haben alle Brücken hinter sich abgebrochen und sind auf gut Glück in den tiefsten Süden Italiens gezogen? Respekt!"

"Nun ja, es kam eben eines zum anderen. Eigentlich bin ich ja der Liebe wegen hier gestrandet", erklärte Estella vergnügt.

Ihre Beifahrerin nickte verständnisvoll. "Aha, das erlärt vieles. Ich ziehe in der Liebe leider immer nur die Arschkarte, wenn man so will. Entschuldigen Sie bitte die Wortwahl."

Estella lachte und weihte kurzentschlossen ihre Leidensgenossin in die eigene Geschichte ein. "So erging es mir auch. Mein damaliger Mann und meine ehemals beste Freundin haben hinter meinem Rücken ihr Herz füreinander entdeckt und mich monatelang hintergangen, bis ich durch Zufall dahinterkam. Heute haben sie einen gemeinsamen Sohn, gehen aber mittlerweile wieder getrennte Wege", fügte sie mit einer gewissen Zufriedenheit hinzu.

"Wow. Zum Heiraten hat es bei mir nie gereicht. Irgendwie lerne ich immer die falschen Männer kennen. Ich war die Betrogene und stand sogar selbst schon mal auf der anderen Seite - als Geliebte. Allerdings ohne mein Wissen. Ich habe sofort den Schlussstrich gezogen, als ich herausfand, dass er bereits an eine andere vergeben ist."

Estella fühlte eine seltsame Seelenverwandtschaft zu ihrem Gast. "Sie werden schon noch dem Richtigen begegnen", tröstete sie. "Ich dachte auch, mit den Männern durch zu sein, doch dann trat mein jetziger Partner in mein Leben und ... naja - für mich ist ein Märchen wahrgeworden."

"Ich glaube nicht an Märchen. Für meinen Teil können mir die Herren der Schöpfung den Buckel runterrutschen", erklärte Valentina mit hörbarer Enttäuschung in der Stimme. "Für mich heißt es jetzt erst einmal meinen Urlaub zu genießen und mich von den Strapazen der vergangenen Monate zu erholen."

"Und ich werde mein Bestes geben, um Ihnen den Aufenthalt zu angenehm wie möglich zu gestalten", versicherte Estella und bog in die Straße zu ihrer Adresse ein. "Wir sind da."

 

?

 

An ihrem ersten Abend in Cassandria spazierte Valentina in den Ortskern und nahm am draußen aufgestellten Tisch einer Trattoria ein leichtes Abendessen zu sich. Ganz schön was los hier, dachte sie bei sich, als sie bei einem Glas Weißwein die Mengen an Mitmenschen beobachtete, welche die Gehwege verstopften. Zum Glück lag die Pension Rosengarten nicht zentral, sondern abseits in einer ruhigen Zone des Städtchens. Dennoch konnte man innerhalb weniger Minuten Fußmarsch die Stadtmitte aufsuchen und in den zahlreichen Geschäften stöbern. Estella hatte sie schon größtenteils über das Leben in Cassandria aufgeklärt. So wusste Valentina bereits, dass in drei Tagen ein großer Markt stattfinden würde, bei dem sie von Unterwäsche über Schuhe bis hin zu Lebensmittel und Küchenutensilien so ziemlich alles erstehen konnte, was das weibliche Herz begehrte.

"Gibt es auch einen Stand, der Traummänner veräußert?", hatte sie gutgelaunt gefragt.

"Diese Geschäftsidee hatte wohl noch niemand", erwiderte Estella grinsend.

Überhaupt hatte sie unglaubliches Glück mit der netten Pensionswirtin. Das Ambiente erschien sauber bis in den kleinsten Winkel, ihr Zimmer war hell und freundlich eingerichtet. Ein kleiner Kühlschrank enthielt fünf gekühlte Wasserflaschen, Pappbecher standen ebenfalls bereit. Der Rosenstrauß aus dem Garten parfümierte den kleinen Raum, der Valentinas neue Bleibe für die kommenden drei Wochen darstellte. Hier wurde wirklich Liebe fürs Detail gezeigt.

Estella war ihr auf Anhieb sympathisch gewesen. Dass sie so offen über ihr Privatleben geplaudert hatte, gab Valentina sogleich das Gefühl, die Frau schon ewig zu kennen. Mittlerweile waren sie beim Du gelandet, denn, wie Estella erklärte, im Süden Italiens herrschten viel lockerere Umgangsformen als im steifen Deutschland.

Sie bestellte sich noch ein Glas Wein und schrieb eine Whatsapp-Nachricht an Kerstin, um die Freundin über die Ankunft am Urlaubsort zu unterrichten und sich nach ihren Katzen zu erkundigen.

>Den beiden geht´s wunderbar, antwortete Kerstin und fügte mit einem augenzwinkernden Smiley hinzu: Wahrscheinlich werden sie gar nicht mehr wegwollen, wenn du sie abholen kommst.

>Mach dir nur keine Hoffnungen. Die zwei wissen schon, wer ihnen jeden Wunsch von den Augen abliest. Die würden ihre langjährige Bedienstete nie und nimmer verlassen.

>Du triffst den Nagel auf den Kopf. Du bist doch der Kuli von den beiden. Es grenzt schon an ein Wunder, dass die zwei Rabauken ihrem Personal freigegeben haben.

>Sehr lustig. Auch wenn meine Stubentiger manchmal etwas launisch sind, lieben sie mich mindestens ebenso wie ich sie. Katzen haben eben Charakter.

>Vielleicht solltest du in Zukunft ein bisschen durchsetzungsfreudiger sein. Regeln haben noch niemandem geschadet.

>Es sind Katzen, keine Hunde. Ich liebe sie so, wie sie sind. Immerhin haben die zwei mich noch nie enttäuscht, was man von Menschen nicht gerade behaupten kann. Dich natürlich ausgeschlossen.

>Ich weiß, Süße. Wir zwei gehen ja schon ewig geminsam durch Pech und Schwefel. Hey, heute ist dein erster Urlaubstag. Was hast du denn schon alles angestellt?

Valentina setzte Kerstin über ihren Tag ins Bilde und kehrte dann frisch gestärkt zur Pension zurück. Sie hatte vor, sich noch eine Weile im Liegestuhl neben dem Pool zu entspannen und auf ihrem Kindle zu lesen. Irgendwo über den umliegenden Dächern erschallte das monotone Rufen eines Käuzchens, doch Valentina, die von dem neuen Roman gefesselt war, gelang es nach kurzer Zeit, das nervige Geräusch auszublenden. Lange blieb sie nicht alleine in der Dunkelheit. Die Familie mit dem übergewichtigem Dackel, die sie schon am Nachmittag kennengelernt hatte, wollte ebenfalls im Garten den Tag ausklingen lassen und nahm an einem runden Tisch Platz, der unter einer Laterne stand. Ein Kartenspiel wurde gezückt und vom kleinsten Familienmitgleid gut durchgemischt. Mit einem Stirnrunzeln beobachtete Valentina, wie der Hund in der Zwischenzeit etwas Wasser aus dem Pool schlabberte. Seitdem sie als Kind vom Nachbarspischer in den Finger gebissen wurde, konnte sie Hunden nicht viel abgewinnen. Sie war nun mal eher ein Katzenmensch, fand diese Tiere auch viel hygienischer und konnte deren unvorhersehbarem...

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