Die letzte Nacht der Unschuld

 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Juli 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-157-4 (ISBN)
 
Rennfahrer Cristiano Maresca weiß, wie süß das Champagnerbad nach einem Sieg ist - und wie todbringend ein winziger Fehler sein kann! Denn ein Unfall vor vier Jahren war fast sein Aus. Nur kann er sich nicht mehr daran erinnern, wie es dazu kam - bis er auf seiner Comeback-Party eine bezaubernde Frau erblickt. Wie ein Blitz durchfährt es ihn: Woher kennt er sie? Warum weckt sie in ihm diese Sehnsucht? Diesen Hunger nach Zärtlichkeit? Entschlossen lädt er sie in sein Chalet in den Bergen ein. Doch nichts hat ihn darauf vorbereitet, was er dort entdeckt .

PROLOG

Hitze flirrte über dem Asphalt. Der Geruch von verbranntem Gummi und Benzin hing in der Luft. An der Startlinie hatten sich die Reporter zusammengeschart und hielten die Mikrofone einsatzbereit. Nachrichtenteams hatten ihre Kameras geschultert. Vor den Boxen standen die Pitcrews in ihren Overalls, Renngroupies mit Teamflaggen und nur wenig am Körper lungerten herum.

Cristiano nahm Helm und Handschuhe und trat aus dem Schatten der Garage hinaus in die gleißende Sonne der Côte d'Azur. Der Geräuschpegel stieg an, Mikrofone wurden ihm entgegengestreckt, man bombardierte ihn mit Fragen. Er hielt den Kopf gesenkt.

Sein Körper fühlte sich locker und entspannt an. Es war nicht ungewöhnlich, dass er überschüssiges Adrenalin und Testosteron am Abend nach der Qualifikation in den willigen Armen einer Hostess oder eines der Boxenluder abarbeitete. Sex war eine gute Art, geistige und körperliche Anspannung vor dem Grand Prix-Rennen loszuwerden.

Aber letzte Nacht . das war nicht einfach nur Sex gewesen.

"Ciao, Cristiano. Schön, dass du auch zu uns stößt."

Silvio Girardi, Campano-Teamchef, kam auf ihn zu und schlug ihm gut gelaunt auf die Schulter. Schweiß lief an den Schläfen des bulligen, grauhaarigen Neapolitaners herab. Sarkasmus war sein Normalmodus, jetzt war der Regler bis zum Anschlag aufgedreht. "Warum bist du nicht noch ein Stündchen länger im Bett geblieben, hm? Damit du auch wirklich ausgeruht an die Startlinie gehen kannst?"

Cristiano trank einen Schluck Wasser und verzog die Lippen. "Hätte ich noch eine Stunde im Bett verbracht, wäre Ausruhen wohl das Letzte, wozu ich sie genutzt hätte."

Silvio warf entnervt die Hände in die Luft. "Ich kann nur hoffen, dass die Kellnerin, oder wer auch immer es letzte Nacht war, genügend Verstand besitzt und den Mund hält. Unsere neuen Sponsoren sind da sehr empfindlich, was Klatsch und Skandale angeht. Clearspring Water - Mineralwasser, nicht Bourbon. Das heißt, anständige Lebensführung, solide, Vorbild für Kinder, capito? Hast du gestern mit dem Typen aus der Marketingabteilung gesprochen?"

"Es war kein Typ."

Silvio runzelte die Stirn. "Sie haben gesagt, sie schicken den Leiter der Abteilung, Dominic Soundso. Ich dachte immer, Dominic sei ein Männername?"

"Seine Frau hat plötzlich Wehen bekommen. Er hat seine Assistentin geschickt."

"Ein Mädchen?"

Die Andeutung eines Lächelns umspielte Cristianos Lippen, während er sich die Handschuhe anzog. Oh ja, Colleen Edwards war definitiv ein Mädchen. "Richtig."

Nervös setzte Silvio seine Baseballkappe um und schnaubte. "Nun, ich hoffe, du warst nett zu ihr - kein unnötiger Blödsinn. Ich brauche das Geld. Dir zahlt man Millionen, nur damit du dich in ein Auto setzt - das ich für dich bauen muss. Sag ehrlich, ist das fair?" Er ging um den smaragdgrünen Boliden mit den Clearspring-Schriftzügen herum. "Und jetzt an die Arbeit. Zeig uns, was diese Schönheit drauf hat. Du startest von der Pole Position. Du kannst gar nicht verlieren."

Noch ein aufmunternder Schulterschlag für Cristiano, dann ging Silvio zurück zu den Mechanikern. Cristiano drehte sich um und suchte in der Masse der wasserstoffblonden und roten Köpfe nach einer honigfarbenen Mähne.

Schlanke gebräunte Arme schlangen sich von hinten um seinen Hals, ein bekanntes Parfüm stieg ihm in die Nase.

"Viel Glück", flüsterte seine Assistentin ihm heiser ins Ohr.

Irritiert schaute er über seine Schulter und machte sich los. "Danke, Suki."

Wo war Colleen?

"Wie lief das Interview gestern Abend mit dem Mädel von Clearspring? Ich hoffe, es hat sich nicht zu lange hingezogen. Sie schien mir ein wenig .", Sukis Lippen verzogen sich süffisant, ". nun, ernsthaft."

"Gut." Was ihn betraf, war es nicht annähernd lange genug gewesen. "Hast du sie irgendwo gesehen?"

Suki hob eine perfekt gezupfte Augenbraue. "Heute? Wieso? Ist sie hier?"

"." Sein Blick glitt weiter über die PR-Mädchen, die in den Teamfarben für die Kamera posierten, und über die Presseleute, die sich auf der Suche nach einem letzten Interview vor dem Start durch die Menge schoben. Die Aufregung der Zuschauer auf den Tribünen, auf den Balkonen und an den Fenstern, die auf den Stadtkurs hinausgingen, begann zu brodeln. Die Jachten, die im Hafen von Monaco vor Anker lagen, ließen ihre Nebelhörner ertönen.

Suki zuckte mit den schmalen Schultern unter dem eng anliegenden Campano T-Shirt. "Sollte ich sie sehen, sage ich ihr Hallo von dir", meinte sie kühl. "Es wird Zeit, dass du einsteigst."

Eine Sekunde sah Cristiano sie mit leerem Blick an, so als wäre ihm der Sinn ihrer Worte völlig unverständlich. Dann nickte er. "Ich weiß."

Er drehte sich um, strich sich mit den Händen durchs Haar. Kämpfte gegen den plötzlichen Drang an, einfach zu gehen, sich den Rennanzug auszuziehen und Colleen zu suchen, bis er sie gefunden hatte.

Das Fernsehteam in der Box nebenan war mit den Aufnahmen fertig und steuerte jetzt in seine Richtung. Aus dem Publikum erschollen Rufe mit seinem Namen. Zu spät.

Dann erblickte er sie.

Sie stand inmitten der Menge auf der Boxengasse und sah sich suchend um. Das Gesicht hatte sie in die andere Richtung gewandt. Aber es bestand kein Zweifel, er erkannte sie an ihrem dunkelblonden Haar, ihrer ausgewaschenen Jeans und der üppigen Rundung unter dem dunkelblauen T-Shirt, das sie heute Morgen vom Boden seines Schlafzimmers aufgehoben hatte.

Er lächelte verwundert, als er auf sie zuging. Wie hatte er sie nur nicht gleich sehen können? Zwischen den bunt schillernden Rennfahrer-Groupies wirkte sie verloren wie ein Golden Retriever-Welpe. Gestern war sie ihm sofort aufgefallen, als er mit dem Wagen in die Boxengasse eingefahren war, allein deshalb, weil sie so deutlich aus der Menge der "Boxenluder" herausstach. In dem geschäftsmäßigen grauen Kostüm erinnerte sie ihn an die cleveren Schulmädchen. Die mit den sauberen und adretten Uniformen, die immer ihre Hausaufgaben gemacht hatten und die von den Nonnen als leuchtendes Beispiel vorgeschoben wurden.

Statt ein Taugenichts zu sein, ein hoffnungsloser Fall. So wie er.

"Oh .", rief sie erleichtert.

Cristiano fasste Colleen bei der Hand und zog sie in den Schatten der Garagen.

Colleen wurde heiß. "Ich konnte dich nicht finden", sagte sie atemlos und ließ sich von Cristiano in die Arme ziehen.

"Jetzt bin ich ja hier."

"Ich dachte schon, ich hätte mir das alles nur eingebildet." Himmel, hörte sie sich wirklich so maßlos begehrlich an? Sie lachte unsicher auf. "Oder dass alles nur ein Traum war."

"Soll ich dir bestätigen, wie real es war?" Er fasste sie um die Taille, murmelte in ihr Haar hinein und jagte damit prickelnde Schauer über ihre Haut. "Welchen Teil zuerst? Den im Pool? Oder die Episode im Schlafzimmer? Dann war da ja heute Morgen auch noch der Küchenboden ."

"Schh!" Leise lachend klammerte sie sich an seinen Rennoverall, barg das Gesicht an seiner Brust. "Wenn uns jemand hört ."

"Wäre das schlimm?"

Ihr Lachen erstarb. "Es ist nicht mein üblicher Stil." Das musste die Untertreibung des Jahres sein. "Wir haben uns gestern zum ersten Mal getroffen. Für ein Interview."

"Kaum zu glauben, dass ich Interviews immer verabscheut habe!", meinte er amüsiert. "Hätte ich vorher gewusst, dass sie so viel Spaß machen, hätte ich öfter welche gegeben."

Colleen runzelte die Stirn. "Ich kenne dich kaum."

Mit Daumen und Zeigefinger hob er ihr Kinn an, damit sie ihm in die Augen blicken konnte. In Augen, die die Farbe von Bitterschokolade hatten. Berühmte Augen, die jeder aus Fernsehen und Zeitungen kannte und die Colleen früher vom Poster an der Zimmerwand ihres jüngeren Bruders herab angeschaut hatten .

"Nach der letzten Nacht kennst du mich besser als jeder andere."

Er sagte es mit leichter Ironie, doch sein Gesicht mit den markanten Zügen und dem fein geschwungenen Mund wirkte plötzlich seltsam ausdruckslos. "Gesù, Colleen, noch nie habe ich . habe ich meine Seele so bloßgelegt."

"Ich auch nicht." Es war nur ein Flüstern.

Noch einmal erlebte Colleen die letzten zwölf Stunden in Gedanken. Zwölf außergewöhnliche Stunden. Sicher, da war der Sex . und er war magisch gewesen. Aber sie hatten auch viel geredet. Ihr Herz zog sich zusammen, als sie daran dachte, wie er in ihren Armen gelegen und mit tonloser Stimme von seiner Vergangenheit erzählt hatte. Von den Problemen während seiner Schulzeit, weshalb er später auch so unbedingt und unter allen Umständen nach Erfolg gestrebt hatte.

Sie hatte herausgefunden, dass die schillernde Fassade und die Gefahr seines Berufs ihm absolut nichts bedeuteten. Ein Leben, das man in Angst lebe, sei kein Leben, hatte er gesagt, und sie hatte es auf seine früheren Erfahrungen zurückgeführt. Und dann hatte er ihr gezeigt, wie man für den Moment lebte und ihn voll auskostete .

Der Geräuschpegel draußen auf...

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