Fachkunde für Kaufleute im Gesundheitswesen

 
 
Thieme (Verlag)
  • 3. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Januar 2017
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-13-167953-6 (ISBN)
 
Ein Fachbuch, auf das Sie sich während Ihrer kaufmännischen Ausbildung im Gesundheitswesen verlassen können. Laufend ändert sich etwas: z. B. das Familienpflegezeitgesetz, das PSG II oder das Patientenrechtegesetz. Dazu wurden Pflegestufen durch die neuen Pflegegrade ersetzt. Hier finden Sie alle wichtigen Neuerungen und ausbildungs- und prüfungsrelevanten Inhalte in einem Buch. Wichtig für die Prüfungsvorbereitung: Am Ende eines Kapitels können Sie Fragen und Aufgaben lösen. Die Kapitel sind leicht verständlich aufgebaut und durch aussagekräftige Abbildungen veranschaulicht.

Neu in der aktualisierten Auflage:
X Gesetzesänderungen und aktuelles Zahlenmaterial
X PEPP (pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik)
X Ausführungen zum ambulanten Operieren und zu stationsersetzenden Eingriffen im Krankenhaus
X Lösungsantworten der Lernfragen auf der Website des Thieme Verlages
weitere Ausgaben werden ermittelt

Foto: A. Fischer, Thieme |

1 Sektoren des Gesundheitssystems


Das Gesundheitssystem wird unter dem Aspekt der unterschiedlichen Aufgabenverteilung in folgende Bereiche eingeteilt ( ? Abb. 1.1):

  • Prävention

  • Behandlung

  • Rehabilitation

  • Pflege

Bereiche des Gesundheitswesens.

Abb. 1.1 

1.1 Prävention


Definition

Die Prävention versucht durch vorbeugende Maßnahmen, einen Krankheitseintritt zu verhindern, zu verzögern oder Krankheitsfolgen abzumildern.

Je nach Zeitpunkt der Maßnahme unterscheidet man drei Stufen der Prävention:

  • Primärprävention (Krankheitsverhütung)

  • Sekundärprävention (Krankheitsfrüherkennung)

  • Tertiärprävention (Verhütung einer Krankheitsverschlechterung)

Primärprävention (Krankheitsverhütung) Die Primärprävention setzt beim gesunden Menschen an und versucht, die Gefahr einer Gesundheitsschädigung abzuwenden. Primärpräventive Maßnahmen werden vorbeugend durchgeführt, um zu verhindern, dass ein Mensch überhaupt krank wird. Dazu gehören z.?B. Impfungen zur Verhütung einer Infektionskrankheit oder Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (Ernährungsverbesserung, Raucherentwöhnung).

Sekundärprävention (Krankheitsfrüherkennung) Unter Sekundärprävention wird das möglichst frühzeitige Erkennen von Gesundheitsgefährdungen oder Erkrankungen verstanden. Die Erkrankung befindet sich im Anfangsstadium und ist meist noch symptomlos. Ziel ist die Frühtherapie und Kontrolle von Risikofaktoren. Durch die Vorverlegung der medizinisch-kurativen Behandlung soll die Erkrankung vermieden bzw. der Krankheitsverlauf gemildert werden. Hierzu gehören Maßnahmen der Früherkennung, z.?B. Gesundheits-Check-up, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.

Tertiärprävention (Verhütung einer Krankheitsverschlechterung) Die Tertiärprävention soll

  • Krankheitsrückfälle verhüten,

  • das Fortschreiten oder eine Verstärkung von bereits eingetretenen Gesundheitsschädigungen vermeiden

  • und die Folgen von Krankheiten bewältigen.

Zu Maßnahmen der Tertiärprävention zählt die Nachsorge nach Krebserkrankungen oder einem Herzinfarkt. Auch die Rehabilitation wird häufig dem Bereich der Tertiärprävention zugeordnet.

? Tab. 1.1 zeigt die primäre, sekundäre und tertiäre Prävention im Überblick.

Tab. 1.1 Primäre, sekundäre und tertiäre Prävention im Überblick (nach Schewior-Popp, Fischer, 2008).

Primärprävention (Krankheitsverhütung)

Sekundärprävention (Krankheitsfrüherkennung)

Tertiärprävention (Verhütung einer Krankheitsverschlechterung)

Ansatzpunkt

bevor eine Erkrankung entsteht, setzt beim gesunden Menschen an

wenn sich die Krankheit noch im Anfangsstadium befindet

wenn die Person bereits erkrankt ist

Zielsetzung

die Wahrscheinlichkeit des Krankheitseinritts verringern

Früherkennung von Gesundheitsgefährdungen oder Erkrankungen und entsprechender Einsatz von Maßnahmen

  • den Wiedereintritt eines akuten Krankheitszustandes vermeiden (Rezidivprophylaxe)

  • Folgeerkrankungen vermeiden

  • das Fortschreiten oder eine Verschlechterung des Krankheitsbildes vermeiden

  • Folgen von Krankheiten bewältigen

Zielgruppe

gesunde Personen bzw. Risikogruppen

Patienten bzw. kranke Personen, deren Erkrankung noch nicht festgestellt ist

Patienten bzw. Rehabilitanden, die sich bereits im klinischen Stadium einer Krankheit befinden

Beispiele für Maßnahmen

  • Schutzimpfungen

  • gesunde Ernährung (Ernährungserziehung in der Schule)

  • regelmäßige sportliche Betätigung/Bewegung

  • Entspannungstechniken

  • Verzicht auf Drogen, Alkohol und Nikotin

  • rückenschonende Arbeitsweise (z.?B. durch Anwendung von Kinästhetik in der Pflege)

  • Gesundheits-Check-up

  • Krebsfrüherkennungsuntersuchungen

  • Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

  • Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter

  • Nachsorge nach Krebserkrankungen oder einem Herzinfarkt

  • Medikamentöse Therapien

  • Pflege nach dem Bobath-Konzept nach einem Schlaganfall

  • Rehabilitation

Eine Einordnung der Prävention lässt sich auch nach der Interventionsart vornehmen. Es wird unterschieden zwischen

  • Verhaltensprävention und

  • Verhältnisprävention.

Verhaltensprävention Maßnahmen, die eine Verhaltensänderung von Individuen oder Gruppen beabsichtigen, werden unter dem Begriff "Verhaltensprävention" zusammengefasst. Sie sollen Menschen informieren und ihnen helfen, ihr gesundheitsschädigendes Verhalten aufzugeben. Beispiele hierfür sind Nichtraucherkampagnen und Raucherentwöhnungsprogramme. Zur Verhaltensprävention gehört z.?B. auch das Erlernen kinästhetischer Techniken, um die Bandscheiben gesund zu erhalten.

Verhältnisprävention Verhältnisprävention soll Strukturen in der Lebenswelt des Menschen so gestalten, dass Risikofaktoren und Ursachen der Krankheitsentstehung beseitigt werden. Dazu zählt die Gestaltung der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel z.?B. mit ergonomischen Produkten (Stühle, Betten, Arbeitsflächen, Patientenlifter). Eine weitere Möglichkeit der Verhältnisprävention ist ein ausgewogenes Speiseangebot in der Personalkantine.

Beide Ansätze verfolgt das neue Präventionsgesetz (PrävG). Die wichtigsten Inhalte des Präventionsgesetzes sind in Kap. ? 22 zusammengefasst.

1.2 Behandlung


Definition

Krankenbehandlungen (Heilbehandlung) sind Leistungen, die dazu beitragen, eine...

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