Gone 3: Lügen

 
 
Ravensburger Buchverlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. März 2011
  • |
  • 448 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-473-38424-2 (ISBN)
 
ANGST UND SCHRECKEN REGIEREN. UND NICHTS STILLT DEN HUNGER. JETZT WIRD HOFFNUNG ZUR STÄRKSTEN WAFFE.

Niemand kann die Barriere berühren, die Perdido Beach von der Außenwelt abschirmt. Niemand außer Orsay. Wenn sie die Hand an die glühende Wand legt, sieht sie die Zukunft. Orsay prophezeit allen, dass der Hunger und das Leid bald ein Ende haben werden. Der fünfzehnjährige Sam misstraut ihr zutiefst, aber auch er merkt viel zu spät, wie sehr sie die anderen mit ihren Worten manipuliert...
Aufl.
  • Deutsch
  • Ravensburg
  • |
  • Deutschland
  • 0,47 MB
978-3-473-38424-2 (9783473384242)
3473384240 (3473384240)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Intro
  • Impressum
  • Eins - 66 Stunden, 52 Minuten
  • Zwei - 66 Stunden, 47 Minuten
  • Drei - 63 Stunden, 31 Minuten
  • Vier - 62 Stunden, 33 Minuten
  • Fünf - 62 Stunden, 6 Minuten
  • Sechs - 57 Stunden, 17 Minuten
  • Sieben - 56 Stunden, 30 Minuten
  • Acht - 55 Stunden, 17 Minuten
  • Neun - 54 Stunden, 42 Minuten
  • Zehn - 51 Stunden, 50 Minuten
  • Elf - 47 Stunden, 53 Minuten
  • Zwölf - 45 Stunden, 36 Minuten
  • Dreizehn - 45 Stunden, 16 Minuten
  • Vierzehn - 30 Stunden, 25 Minuten
  • Fünfzehn - 29 Stunden, 51 Minuten
  • Sechzehn - 16 Stunden, 42 Minuten
  • Siebzehn - 15 Stunden, 59 Minuten
  • Achtzehn - 15 Stunden, 57 Minuten
  • Neunzehn - 15 Stunden, 27 Minuten
  • Zwanzig - 15 Stunden, 12 Minuten
  • Einundzwanzig - 14 Stunden, 44 Minuten
  • Zweiundzwanzig - 14 Stunden, 17 Minuten
  • Dreiundzwanzig - 14 Stunden, 7 Minuten
  • Vierundzwanzig - 14 Stunden, 5 Minuten
  • Fünfundzwanzig - 14 Stunden, 2 Minuten
  • Sechsundzwanzig - 13 Stunden, 43 Minuten
  • Siebenundzwanzig - 13 Stunden, 32 Minuten
  • Achtundzwanzig - 13 Stunden, 12 Minuten
  • Neunundzwanzig - 11 Stunden, 24 Minuten
  • Dreissig - 10 Stunden, 28 Minuten
  • Dreiunddreissig - 9 Stunden, 17 Minuten
  • Zweiunddreissig - 8 Stunden, 11 Minuten
  • Dreiunddreissig - 7 Stunden, 51 Minuten
  • Vierunddreissig - 7 Stunden, 2 Minuten
  • Fünfunddreissig - 1 STUNDE, 27 Minuten
  • Sechsunddreissig - 47 Minuten
  • Siebenunddreissig - 33 Minuten
  • Achtunddreissig - 32 Minuten
  • Neununddreissig - 29 Minuten
  • Vierzig - 16 Minuten
  • Einundvierzig - 12 Minuten
  • Zweiundvierzig - 6 Minuten
  • Dreiundvierzig - 0 Minuten
  • Vierundvierzig - Drei Tage später
  • Autoreninformation

Eins

66 Stunden, 52 Minuten

Obszöne Graffiti.

Eingeschlagene Fensterscheiben.

Human-Crew-Tags und dazu Warnungen an die Freaks, sich vom Acker zu machen.

Ein Stück die Straße rauf, aber zu weit weg, um ihnen hinterherzulaufen, bemerkte Sam ein paar Kids. Höchstens zehn Jahre alt, möglicherweise sogar jünger. Schwer zu sagen in der Finsternis. Im Mondlicht waren lediglich ihre Konturen auszumachen und wie sie die Flasche herumreichten, einen Schluck nahmen, besoffen schwankten und sich immer weiter von ihm entfernten.

In den Vorgärten stand das Gras inzwischen hüfthoch. Unkraut sprengte durch die Ritzen im Asphalt und alles war voller Müll: leere Chipstüten und Bierkartons, Plastiktüten vom Supermarkt, Papierfetzen, verdreckte Kleidungsstücke, einzelne Schuhe, kaputtes Spielzeug, zerbrochene Flaschen und zerquetschte Dosen. Alles, was nicht essbar war, lag in bunt zusammengewürfelten Haufen herum und rief traurige Erinnerungen an bessere Zeiten wach.

Dazu eine so undurchdringliche Finsternis, wie man sie früher nur im tiefsten Wald vorgefunden hätte. Keine Straßenbeleuchtung, nirgends ein Verandalicht. Kein elektrischer Strom. Vielleicht für immer.

Niemand vergeudete mehr Batterien. Und seit dem Brand, bei dem drei Häuser in Flammen aufgegangen waren und ein Junge so schwere Verbrennungen erlitten hatte, dass die Heilerin Lana einen halben Tag gebraucht hatte, um sein Leben zu retten, zündeten die Leute kaum noch Kerzen an, und offene Feuer waren verboten worden.

Da in den Hydranten ohne Strom kein Wasserdruck entstand, konnten sie auch nicht mehr löschen. Wenn es also irgendwo brannte, konnten sie nur tatenlos zusehen und sich bestenfalls in Sicherheit bringen.

Perdido Beach, eine Stadt in Kalifornien.

Besser gesagt: Früher war sie in Kalifornien gewesen.

Jetzt lag sie in der FAYZ.

Sam besaß die Fähigkeit, Licht zu erzeugen. Mit bloßen Händen. Er konnte tödliche Strahlen abfeuern oder Lichtkugeln bilden, die wie Laternen in der Luft hingen und nie ausgingen.

Sams kleine Lampen wollte aber niemand haben. Seit Zil Sperry, der Anführer der Human Crew, sie seinen Leuten untersagt hatte, befürchteten die anderen, nächtliche Besuche von seinen Schlägern zu bekommen, und die meisten Freaks verzichteten lieber auch darauf, mit dieser Art von Leuchtreklame auf sich und das, was sie waren, aufmerksam zu machen.

Die Angst hatte sich ausgebreitet wie eine ansteckende Krankheit. Sie saßen im Dunkeln und hatten Angst. Unentwegt Angst.

Sam war im Osten der Stadt unterwegs, im gefährlichen Teil, den Zil zum Sperrgebiet für Freaks erklärt hatte. Er kam hierher, um Flagge zu zeigen und zum Beweis, dass er immer noch das Sagen hatte. Dass er sich von Zils Parolen und seiner Angstmache nicht einschüchtern ließ.

Die Leute brauchten das. Sie mussten sich darauf verlassen können, dass es jemanden gab, der sie beschützte. Dieser Jemand war er.

Obwohl er auf den Job nie scharf gewesen war, hatte er sich mittlerweile nicht nur damit abgefunden, sondern war entschlossen, seine Rolle zu spielen. Denn immer dann, wenn er nachließ, unkonzentriert war oder am liebsten alles hingeschmissen hätte, passierte garantiert etwas, was sie alle in Gefahr brachte.

Und deshalb strich er um zwei Uhr früh durch die menschenleeren Straßen.

Sam war zum Meer abgebogen und folgte der Uferpromenade. Es gab keine Brandung mehr, keine Jahreszeiten, nur ein immer gleich bleibendes Wetter und den beklemmend stillen und spiegelglatten Pazifik.

Er wollte noch bis zum Clifftop Hotel hinauf, wo Lana wohnte. Sie war zwar auch ein Freak, wurde aber von Zil in Frieden gelassen. Nicht einmal er war so blöd, es sich mit der Heilerin zu verscherzen. Beim Hotel hörte Sams Verantwortung auf. Es grenzte unmittelbar an die FAYZ-Wand und bildete den letzten Abschnitt seines Rundgangs.

Als er weiter oben auf der Straße einen Schatten bemerkte, der ihm entgegenkam, verspannte er sich und rechnete wie immer mit dem Schlimmsten. Zil würde ihn am liebsten tot sehen und in der außerhalb der Stadt gelegenen Coates Academy wartete sein Zwillingsbruder Caine immer noch auf die passende Gelegenheit, um ihn auszuschalten und die Herrschaft in der FAYZ an sich zu reißen. Caine hatte ihnen zwar geholfen, den Gaiaphage zu besiegen und den Psychopathen Drake Merwin zu erledigen, aber Sam machte sich nichts vor. Wenn Caine noch am Leben war, würden sie früher oder später wieder aneinandergeraten.

Außerdem wusste kein Mensch, welche Schrecken die FAYZ sonst noch in sich barg. Sie konnten überall lauern: in der Wüste und den an sie anschließenden Gebirgszügen im Osten, in den Wäldern im Norden oder in der Tiefe des Ozeans.

Die Gefahren der FAYZ waren allgegenwärtig.

Die Gestalt, die sich jetzt aus der Finsternis schälte, entpuppte sich jedoch als Mädchen.

»Ich bin's, Sinder«, sagte sie.

Sam entspannte sich. »Hey, Sinder. Bisschen spät, was?«

Er mochte Sinder. Sie war ein Gothic Girl und gehörte zu denen, die sich aus den Kriegen und Grabenkämpfen in der FAYZ heraushielten.

»Gut, dass ich dich treffe«, sagte sie und schulterte ein Stahlrohr, das an einem Ende mit Klebeband umwickelt war. Ohne Waffe ging niemand mehr vor die Tür- schon gar nicht nachts.

»Alles okay? Hast du genug zu essen?«

Inzwischen begrüßten sich alle so. Nicht mehr mit »Wie geht's?«, sondern mit »Hast du genug zu essen?«.

»Ja, wir kommen zurecht.« Durch ihren gespenstisch blassen Teint sah sie sehr jung und zerbrechlich aus- eigentlich eher sanft, wären da nicht das Rohr, die schwarz lackierten Fingernägel und das Küchenmesser in ihrem Gürtel gewesen.

»Sam, du weißt, es ist überhaupt nicht meine Art, andere anzuschwärzen oder so«, sagte sie und fühlte sich sichtlich unbehaglich.

»Ja, das weiß ich«, antwortete Sam abwartend.

»Es geht um Orsay«, fuhr Sinder fort und warf einen schuldbewussten Blick über ihre Schulter. »Ich rede manchmal mit ihr. Sie ist ziemlich cool drauf, irgendwie interessant.«

»Ja.«

»Orsay ist unten bei der Wand.«

»Bei der Wand?«

»Unten am Strand. Sie ist. sie glaubt. Hör mal, sprich mit ihr, okay? Erzähl ihr aber nicht, dass ich dich drum gebeten habe.«

»Ist sie jetzt dort? Es ist zwei Uhr nachts!«

»Sie treffen sich immer um diese Uhrzeit. Damit ihnen Zil keinen Ärger macht- oder du. Kennst du die Stelle, wo die Wand vom Clifftop zum Strand runtergeht? Bei den Felsen? Da findest du sie. Es sind noch andere Kids bei ihr.«

Sam spürte ein Prickeln im Nacken. In den letzten Monaten hatte er ein ziemlich gutes Gespür dafür entwickelt, wann sich Ärger anbahnte. Das hier fühlte sich eindeutig so an.

»Okay, ich seh's mir an.«

»Cool.«

»Gute Nacht, Sinder. Pass auf dich auf.«

Während er weiterging, fragte er sich, welcher neue Irrsinn ihn wohl jetzt wieder erwartete. Beim Hotel warf er einen Blick zu Lanas Balkon.

Patrick, Lanas Labrador, musste ihn gehört haben, denn er stieß ein kurzes warnendes Bellen aus.

»Ich bin's, Patrick!«, rief Sam im Flüsterton.

In der FAYZ waren Hunde und Katzen selten geworden. Dass Patrick noch nicht als Hundeeintopf geendet hatte, verdankte er allein der Tatsache, dass er der Heilerin gehörte.

Am Rand der Klippe spähte er in die Finsternis und meinte, unten bei den Felsen die Schatten mehrerer Leute zu erkennen. Als er und Quinn noch surfen gegangen waren, war das ihre Lieblingsstelle gewesen. Nirgends sonst waren die Wellen so hoch und mächtig hereingerollt und keine Stelle war so gefährlich gewesen. Aber darum hatten sie sich nicht gekümmert.

Für den Weg nach unten benötigte Sam kein Licht. Er war den Pfad so oft mit seiner gesamten Ausrüstung rauf- und runtergelaufen, dass er den Abstieg auch mit verbundenen Augen bewältigt hätte.

Am Fuß der Klippe drangen leise Stimmen an sein Ohr. Eine, die sprach, eine andere, die weinte.

Zu seiner Linken erhob sich die Wand, die sie in der FAYZ einschloss und von der wie immer ein unscheinbarer Grauschimmer ausging. Direkt am Wasser brannte ein kleines Lagerfeuer und warf einen orangegelb flackernden Lichtkreis auf das Ufer und die Felsen.

Da ihn niemand bemerkt hatte, schlich er sich näher heran und machte sich rasch ein Bild von dem halben Dutzend Kids, von denen er die meisten kannte.

»Ich habe etwas gesehen«, begann Orsay.

»Was ist mit meiner Mom?«, rief jemand.

Orsay hob beschwichtigend die Hand. »Warte. Ich tue mein Bestes, um eure Familien...

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