Die wahren Bilder seiner Furcht

Fran Varadys dritter Fall
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. August 2011
  • |
  • 414 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0885-0 (ISBN)
 
Um sich über Wasser zu halten, jobbt Fran Varady in einem kleinen Eckladen in London. Eines Tages stürmt ein aufgeregter Kunde in den Shop und bittet Fran, die Toilette benutzen zu dürfen. Stunden später wird der Mann dort tot aufgefunden - ermordet.

Er hat eine mysteriöse, noch nicht entwickelte Filmrolle bei sich, sowie eine kurze Notiz mit der Bitte um ein Treffen mit Fran. Fran beginnt wieder einmal auf eigene Faust nachzuforschen und gerät bald in Teufels Küche.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 1,36 MB
978-3-8387-0885-0 (9783838708850)
3838708857 (3838708857)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KAPITEL 18 (S. 377-378)

Kurz vor sieben Uhr kam Jason Harford vorbei. Er hatte den Anzug ausgezogen und trug eine Lederjacke mit einem T-Shirt darunter und eine Khakihose. Er stand im Licht der Straßenlaterne unter Daphnes Haustür, hatte die Hände in den Taschen und lächelte mich an. »Sie sehen gut aus«, sagte er. Es muss an Joleens Lippenstift gelegen haben. Ich sagte ihm, er sähe ebenfalls ziemlich gut aus, und das war nicht gelogen. »Und? Darf ich reinkommen?«

»Sicher.« Ich trat beiseite und ließ ihn eintreten. Er zögerte, als er neben mir stand, und beugte sich vor, als wollte er mich küssen, doch ich schlüpfte an ihm vorbei und schloss die Tür. »Keine Vermieterin im Haus?«, fragte er und blickte sich um. »Sie ist zu einer Freundin gegangen und kommt später zurück.« Er wanderte durch den Flur und betrachtete die Bilder und den Nippes. »Es war ein großartiger Tag!«, sagte er über die Schulter. »Sie haben ja gar keine Ahnung, Fran, wie sehr Foxley sich gewünscht hat, diesen Grice festzunageln! Grice streitet natürlich ab, den Befehl zur Ermordung von Coverdale erteilt zu haben.

Er sagt, sein ›früherer Geschäftspartner‹, wie er es nennt, hätte wahrscheinlich Panik bekommen und zugestochen. Er sagt, er hätte seinem Geschäftspartner die Papiere in die Hand gedrückt und ihm gesagt, er solle sich zum Teufel scheren, und deshalb, surprise, surprise, weiß er selbstverständlich nicht, wo wir ihn jetzt finden können. Aber wir haben ja Grice, und er wird sicher bald reden, weil er sich davon Vorteile erhofft. Es sieht alles sehr gut aus. Der Superintendent ist hoch zufrieden. Ich hab Ihnen ja erzählt, dass er normalerweise ein richtiger alter Griesgram ist, aber im Augenblick tanzt er auf Tischen und Stühlen!« »Dann haben Sie den Fall also im Sack«, sagte ich. »Meinen Glückwunsch.« Ich hatte nicht frostig klingen wollen, doch ich tat es. »Verstehen Sie mich nicht falsch, ich meine nicht, dass irgendjemand mit Grice verhandeln wird«, fuhr Harford hastig fort.

»Aber wir haben ihm klar gemacht, dass es in seinem Interesse liegt, mit uns zu kooperieren. Er weiß, dass er hinter Gitter muss, aber er will nicht länger dort bleiben als unbedingt nötig. Gegen den anderen Kerl, den mit dem Pferdeschwanz, haben wir eine ganze Latte von Anklagepunkten, und falls Grice nicht redet, wird er es ganz bestimmt tun. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, doch wir sind auf dem Weg.« »Es gibt keine Ehre unter Dieben«, sagte ich. »Gott, nein!« Harford sah mich schockiert an. »Jeder Halunke, den ich während meiner Laufbahn getroffen habe, hätte seine eigene Großmutter verraten, wenn er dadurch einen Vorteil gehabt hätte.« Er tippte gegen das viktorianische Barometer, etwas, wovon Daphne mir gesagt hatte, dass man es nicht sollte. Dadurch geriet es durcheinander. »Sie sollten sich anhören, wie sie jammern, wenn es erst richtig heiß wird für sie.«

Er deutete auf das Barometer. »Genau wie dieses Gerät. Es reagiert auf die äußeren Bedingungen, garantiert.« Ich fragte mich, wie viele Halunken er schon kennen gelernt hatte. Sein kometenhafter Aufstieg durch die Dienstgrade, der Parry so sehr ärgerte, schien mir nicht gerade der beste Weg zu sein, nähere Bekanntschaft mit der Unterwelt zu schließen. In Lehrbüchern vielleicht. In der Realität eher nicht. Parry im Gegensatz dazu hatte während seiner Dienstzeit Hunderte von Schurken kennen gelernt. Er hätte wahrscheinlich gesagt, dass viele Verbrecher gute Familienväter waren, dass Kriminalität ihre ganz normale Erwerbstätigkeit war, wie sie es sahen, und dass ihre Familien genauso waren wie sie. Wir sprechen hier von den Profis, nicht von den Kerlen, die alte Frauen überfielen oder betrogen, etwas, von dem die meisten sich mit Abscheu abwenden würden."

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