Warte, bald ruhest auch du

Mitchell & Markbys dritter Fall
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. August 2011
  • |
  • 401 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0698-6 (ISBN)
 
Mitchell & Markbys 3. Fall.

Statt Ruhe und Friede herrscht in Bamford zur Zeit Baustellenlärm, und statt einer zarten Romanze findet Meredith Mitchell eine Leiche, halb einbetoniert in der Baugrube. Inspektor Markby stellt Nachforschungen an, doch der Tote bleibt ein Rätsel und die Farmer der umliegenden Gehöfte hüllen sich in Schweigen.

Hier ist jemand mit diplomatischem Geschick gefragt, jemand wie Meredith. Bald schon merkt sie, dass sie mit ihren Fragen in ein Wespennest sticht. In der Scheune der Familie Winthrop macht sie schließlich eine erstaunliche Entdeckung - und bringt sich selbst damit in höchste Gefahr.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 4,02 MB
978-3-8387-0698-6 (9783838706986)
3838706986 (3838706986)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KAPITEL 22 (S. 347-348)

Alwyn mochte die Ursache des furchtbaren Krachs nicht erkannt haben, Meredith kannte sie. Das Pony hatte sich endlich aus seiner Box befreit und die untere Hälfte der Doppeltür mit einem gewaltigen Tritt in den Hof befördert. Alwyn war aus der Scheune gestürmt, stand einen Moment lang wie benommen da und starrte wild in die Nacht, ehe er gezwungen wurde, sich durch einen verzweifelten Sprung in Sicherheit zu bringen, da mit schrillem Wiehern und dröhnenden Hufen plötzlich das Pony aus dem Gewitter auftauchte. Mit rollenden Augen, die Ohren zurückgelegt, den Schwanz hoch erhoben, galoppierte es durch das Scheunentor.

Alwyn fluchte heftig, vergaß Meredith angesichts der neuen Notlage völlig und nahm die Verfolgung des Ponys auf. Der Hund hatte vor dem Scheunentor auf seinen Herrn gewartet, das lange schwarzweiße Fell war durchnäßt und klebte ihm am Körper, mit seiner schmalen Schnauze sah er mehr denn je einem Wolf ähnlich, machte mehr denn je den Eindruck, ein Tier des Waldes zu sein, und dann reagierten seine Reflexe. Hier war ein fliehendes Tier, kein Schaf zwar, doch der Hund kannte seine Pflicht.

Er begann in dem morastigen Hof umherzulaufen, duckte sich, zog Kreise, warf sich nieder und versuchte vergeblich, das Pony in die Scheune zurückzutreiben. Das Pony wirbelte herum, senkte den Kopf und schnappte bösartig nach dem hündischen Quälgeist. Alwyn war zum Gattertor der Koppel gerannt und zerrte daran herum, um es zu öffnen. Er blieb dort stehen und ruderte mit den Armen, um das Pony von der Hofeinfahrt weg zum Eingang der Koppel zu treiben. Über den Sturm hinweg hörte Meredith für den Hund bestimmte Pfiffe und Kommandos.

In seinem Eifer zu gehorchen, schnappte er nach den Fesseln des Ponys und brachte sich dann mit einem Satz nach hinten aus der Gefahrenzone der fliegenden Hufe und furchterregenden Zähne. Wieder flackerte ein Blitz und beleuchtete die Szene wie ein Scheinwerfer eine unheimliche Zirkusnummer. In dem Ring, den der Hof bildete, raste das Pony, die offene Gattertür der Koppel ignorierend, ununterbrochen im Kreis herum. Alwyn folge ihm so linkisch wie ein Clown, brüllte und fluchte, pfiff schrill seinem Hund und stolperte, unbeholfen und sehr komisch anzusehen, durch den Schlamm.

Der Hund gebärdete sich immer närrischer bei seinen Versuchen, das fliehende Pony in eine Ecke zu treiben. Die beiden würden für eine kurze Weile abgelenkt sein, und Meredith wußte, das war ihre einzige Chance. Sie rannte in den Hof. Der Wind zog sie an den Haaren, und der Regen schlug ihr ins Gesicht, als sie wild zuerst auf die eine, dann auf die andere Seite blickte und nach einem Ausweg suchte. Sie mußte sich vor dem Pony in acht nehmen, das auf der Suche nach einem Fluchtweg noch immer durch den Hof raste, während Alwyn sich bemühte, es in die Koppel zu treiben.

Er stürmte an Meredith vorbei, ohne sie zu bemerken, rutschte mit seitlich ausgestreckten Armen im Morast aus. Meredith sah verzweifelt, daß er sich trotzdem zwischen ihr und ihrem Wagen befand. Der Wagen war ihre einzige Hoffnung, aus dem Hof zu entkommen, und jeden Augenblick würden die anderen Winthrops, die nicht weit weg sein konnten, den Tumult hören und erscheinen. Noch während sie das dachte, rief von weitem eine Stimme: »Was zum Teufel machst du denn, Alwyn?« Meredith geriet in noch größere Panik. Sie konnte weder zum Wagen noch zur Hofeinfahrt laufen. Jeder Versuch, sich in einem anderen Nebengebäude zu verstecken, war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Plötzlich stand sie in grelles Licht getaucht da. Nur für den Bruchteil einer Sekunde, dann war es wieder dunkel. Sie dachte zuerst, es habe wieder geblitzt, aber kein Donner folgte. Dann flammte das Licht wieder auf, fiel als Rechteck auf den morastigen Boden, tauchte sie in Helligkeit und verschwand sofort wieder."

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