Wer sich in Gefahr begibt

Ein Fall für Lizzie Martin und Benjamin Ross
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2011
  • |
  • 368 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0892-8 (ISBN)
 
England, 1864. Als Lizzie Martin mit dem Zug nach London kommt, um eine neue Stelle anzutreten, ahnt sie nicht, welche Abenteuer hier auf sie warten. Doch schon der erste Eindruck, den sie von der Stadt bekommt, ist bedrückend. Bereits vor dem Bahnhof begegnet sie einem Leichenwagen, der eine tote Frau abtransportiert. Und in ihrem neuen Heim angekommen, erfährt sie, dass ihre Vorgängerin unter mysteriösen Umständen von einem Tag auf den anderen spurlos verschwunden ist.

Lizzies Neugier ist geweckt. Zusammen mit ihrem alten Bekannten Inspector Benjamin Ross beginnt sie nachzuforschen.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,84 MB
978-3-8387-0892-8 (9783838708928)
383870892X (383870892X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KAPITEL DREIZEHN (S. 189-190)

Ben Ross Am Samstagmorgen rief Dunn Morris und mich zu einem Kriegsrat zu sich, oder jedenfalls war das der Eindruck, den ich hatte. Ich konnte nicht umhin, uns als einen Teil von zwei Bataillonen von Bleisoldaten zu betrachten, die an einem Spieltisch aufgereiht waren. Die Midland Railway Company hatte ihre Farben auf der einen Seite des Grabens gehisst, und der Scotland Yard war auf der anderen in Stellung gegangen. Zwischen uns lag, bildlich gesprochen und vielleicht auch physisch, der Leichnam von Madeleine Hexham. Die sterblichen Überreste der unglücklichen jungen Frau waren inzwischen in einem Armengrab beigesetzt worden.

Es gab niemanden, den man wegen einer besseren Bestattung hätte ansprechen können. Unter den gegebenen Umständen wäre es reine Zeitverschwendung gewesen, an Madeleines frühere Arbeitgeberin heranzutreten. Nun lag sie neben Dieben und Vagabunden, doch ich war fest entschlossen, ihr ein besseres Andenken zu verschaffen. Ich wollte herausfinden, wer sie umgebracht hatte … falls man mir erlaubte, das zu tun. »Ich habe schon wieder einen Brief von der Midland Railway Company erhalten«, sagte Dunn und deutete mit ärgerlicher Geste auf ein Schriftstück, das auf seinem Schreibtisch lag. Ich hatte bereits den offiziellen Briefkopf der Gesellschaft bemerkt, und obwohl ich von der Stelle, wo ich stand, nicht lesen konnte, was sie geschrieben hatten, so konnte ich es mir doch sehr wohl denken. »Sie hoffen, dass wir unsere Ermittlungen an der Baustelle des neuen Bahnhofs sehr bald abschließen werden. Sie sind inzwischen fast fertig mit den Abrissarbeiten, und die Arbeit an dem neuen Gebäude muss planmäßig beginnen.

Ich muss zugeben, dass der Brief nicht ganz unvernünftig klingt. Sie können einfach nicht begreifen, warum wir immer noch Constables auf der Baustelle haben, die ihre Arbeiter belästigen, wie sie es nennen. Ich frage mich allmählich selbst, warum das so ist. Haben wir bisher irgendetwas aus den Befragungen dieser Leute gewonnen?« Dunn schob den Brief der Eisenbahngesellschaft von sich, strich sich mit der Hand durch die Haare und richtete seinen Blick plötzlich und sehr direkt auf mich. Ich habe immer geglaubt, dass Mrs Dunn jeden Morgen an der Haustür steht, um zu überprüfen, ob ihr Ehemann das Haus mit gekämmten und pomadisierten Haaren verlässt, weil er im Allgemeinen mit ordentlicher Frisur zum Dienst erscheint. Es dauerte selten lange, bis es zerzaust war.

Im Augenblick sah es aus wie die aufgerichteten Stacheln eines Igels, der sich eingerollt hatte. Der Eindruck wurde noch durch die Tatsache verstärkt, dass der Superintendent ein stämmiger Mann mit einer Vorliebe für Tweedanzüge war, die ihn mit einer Aura des Ländlichen umgaben. Seine Frage war nicht leicht zu beantworten. Wir hatten so gut wie nichts aus unseren Erkundigungen an der Baustelle von Agar Town erfahren. Neben mir bemerkte ich aus den Augenwinkeln, dass Morris unruhig auf seinem Stuhl hin und her rutschte. Er glaubte wahrscheinlich, der Mangel an Fortschritten würde ihm zur Last gelegt werden.

»Es gibt eine Menge Arbeiter und nur wenige Constables«, sagte ich ziemlich schwach und dachte sogleich verärgert, dass meine Worte geklungen hatten wie ein falsches Zitat aus irgendeiner Predigt. Ich versuchte einen forscheren Tonfall. »Es dauert eben seine Weile. Es ist nicht einfach, die Arbeiter zu vernehmen. Sie mögen uns nicht. Es ist ein gemischter Haufen. Einige sind ehrliche Handwerker, andere Gelegenheitsarbeiter, die mehr oder weniger wie Tagelöhner beschäftigt werden. Manche haben etwas vor dem Gesetz zu verbergen, das nichts mit der Ermordung von Madeleine Hexham zu tun hat. Andere, so schätze ich, haben ein perverses Vergnügen daran, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. Sergeant?« Ich drehte mich zu Morris um."

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