Im Wald der stummen Schreie

Thriller
 
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 19. August 2011 | 560 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0431-9 (ISBN)
 
Jeanne Korowa, eine erfolgreiche Untersuchungsrichterin in Paris, wird mit ihrem Kollegen François Taine auf eine besonders grausame Mordserie angesetzt: Drei Frauen wurden brutal ausgeweidet, ihre Leichen makaber in Szene gesetzt und Teile ihrer Körper offenbar vom Täter verspeist. Im Zuge der Ermittlungen stößt Jeanne auf einen besorgten Vater, der von den unverständlichen Taten seines autistischen Sohnes berichtet. Er ahnt, dass dieser zu unglaublichen Verbrechen in der Lage ist. Könnte der junge Mann der Täter sein? Die Suche nach der Wahrheit führt Jeanne bis in den Dschungel Argentiniens. Was sie dort entdeckt, hätte sie sich in ihren schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können ¿
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Thorsten Schmidt
Deutsch
0,90 MB
978-3-8387-0431-9 (9783838704319)
3838704312 (3838704312)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"65 (S. 393-394)

Sie drehte den Kopf und sah durch das Seitenfenster. Der Flügel des Flugzeugs neigte sich hinunter zu der riesigen Stadt, die zwischen den Wolken zum Vorschein kam: Buenos Aires. Die Rückkehr in diese Stadt, in die sie sich damals auf ihrer Tour durch Lateinamerika geradezu verliebt hatte, hätte Jeanne gern voll und ganz ausgekostet. Aber sie hatte den Kopf nicht frei. Sie konnte an nichts anderes mehr denken als an die unglaubliche Hypothese, die das Kapitel Mittelamerika beschlossen hatte: die Existenz eines archaischen Volkes am Ufer einer Lagune in der argentinischen Region Noreste. Die Indizien waren da. Vielleicht sogar die Beweise ...

Doch Jeanne konnte sich nicht mit dieser Vorstellung anfreunden. Eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Hin und wieder wurde in Zeitschriften oder im Fernsehen über Stämme berichtet, die völlig abgeschnitten von der Zivilisation lebten. Ureinwohner, die den »weißen Menschen« praktisch noch nie zu Gesicht bekommen hatten. In Amazonien, in Papua-Neuguinea. Aber Jeanne war genügend in der Welt herumgekommen, um zu wissen, dass solche Entdeckungen heute nicht mehr möglich waren. Nicht im Zeitalter der Satelliten, des Kahlschlags der Wälder, eines massiven Abbaus von Bodenschätzen ...

Noch etwas anderes erschreckte sie. Das Volk im Wald der Manen, falls es tatsächlich existierte, war nicht bloß irgendein archaischer Stamm, sondern eine gewalttätige, grausame, barbarische Abart des modernen Menschen. Kannibalen, die düstere Gottheiten verehrten und deren Lebensweise auf Barbarei und Sadismus beruhte. Blutrünstige Mörder, die bei Zeremonien, die direkt einem Horrorfilm entstammen konnten, Frauen opferten. Das Aufsetzen auf der Landebahn riss sie aus ihren Gedanken. Aussteigen. Zoll. Abholen des Gepäcks. Am Vortag hatten Jeanne und Féraud beschlossen, sich zusammenzutun.

Ohne lang zu diskutieren und ohne die Gefahren ihres Vorhabens zu erwägen. Sie hatten sich darauf geeinigt, dass ihre nächste Etappe Buenos Aires sein würde. In Férauds Wagen waren sie nach Guatemala City zurückgefahren – von Nicolás hatte Jeanne nichts mehr gehört. Noch am gleichen Abend hatten sie sich zum Flughafen La Aurora begeben und einen Flug nach Miami erwischt. Nach einigen Stunden Schlaf in einem Hotel waren sie am nächsten Morgen um 7.15 Uhr mit einer Maschine der Aerolinas Argentinas nach Buenos Aires geflogen. Sie hatten genug Zeit, um sich ihre Lebensgeschichten zu erzählen.

Jeanne hatte sich im besten Licht dargestellt und alles unter den Teppich gekehrt, was einen schlechten Eindruck machen konnte. In der Reihenfolge: die Ermordung ihrer älteren Schwester, ihre Faszination für Gewalt, ihre demente Mutter, ihre eigene Depression, ihre Unfähigkeit, länger als ein paar Monate mit einem Typen zusammenzubleiben ... Antoine Féraud hatte so getan, als würde er diese bereinigte Version glauben, auch wenn er zweifellos den Verdacht hegte, dass sie einiges geschönt hatte. Schließlich war das Unausgesprochene sein Job."

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