Eine Nacht und tausend Küsse

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. April 2021
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7515-0648-9 (ISBN)
 
Atemlos sieht Maribel, wer unter den Gästen der Feier ist: der griechische Milliardär Leonidas Pallis! Vor zwei Jahren haben sie eine sinnliche Nacht miteinander verbracht. Mit süßen Folgen ... Jetzt sucht er wieder ihre Nähe. Wie soll sie nur ihr größtes Geheimnis vor ihm verbergen?
Lynne Graham ist eine populäre Autorin aus Nord-Irland. Seit 1987 hat sie über 60 Romances geschrieben, die auf vielen Bestseller-Listen stehen. Bereits im Alter von 15 Jahren schrieb sie ihren ersten Liebesroman, leider wurde er abgelehnt. Nachdem sie wegen ihres Babys zu Hause blieb, begann sie erneut mit dem Schreiben. Dieses Buch wurde von einem Verlag, nachdem sie noch einige Änderungen vornahm, gekauft. Das Hochgefühl, als sie das erste Mal in einem Geschäft ein Buch mit ihrem Namen sah, wird sie nie vergessen. Seitdem gehört sie zu den bekannten Autoren von Romances. Zu ihren Hobbys zählt das Kochen sowie der Garten, ihre Lieblingsfarbe ist Grün. Begeistert ist die leidenschaftliche Sammlerin von altem Spielzeug sowie schönen Steinen. Besonders wichtig ist es für Lynne, Weihnachten im Kreise der Familie festlich zu feiern. Sie mag keine Liebesfilme mit einem unglücklichen Ausgang. Geboren wurde Lynne Graham am 30. Juli 1956 in Nord-Irland, ihre Vorfahren stammen aus Irland sowie aus Schottland. Mit ihrem Bruder wuchs sie in einem Haus auf, welches direkt am Meer stand. Im Alter von 14 Jahren lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Allerdings beendete sie vor der Heirat ihr Studium an der Edinburgh University. Die Autorin wollte immer eine große Familie haben, sie hat ein leibliches Kind, welches bereits an einer Universität studiert sowie vier adoptierte Kinder. Zwei Neunjährige kommen aus Sri Lanka und die beiden Kleinen im Alter von drei und fünf Jahren sind aus Guatemala. Mit ihrer Familie sowie zwei Haustieren lebt sie in einem wunderschönen Landhaus auf einem riesigen baumreichen Grundstück in Nord-Irland.

1. KAPITEL

In dem Augenblick, als die Limousine erschien, ging ein Raunen durch die extravagant gekleidete Menschenmenge, die sich auf den Stufen der Kirche versammelt hatte. Zwei Wagen waren bereits als Vorhut vorgefahren, und nun sicherten breitschultrige Männer mit dunklen Brillen und Funkgeräten an ihren Gürteln eine schmale Gasse durch die Menge. Auf ein Signal vom Sicherheitschef hin schritt der Chauffeur endlich zur hinteren Limousinentür. Spannung lag in der Luft, und die Leute reckten neugierig die Hälse, um einen besseren Blick auf das Geschehen zu bekommen.

Leonidas Pallis trat hinaus auf den Bürgersteig und zog sofort alle Aufmerksamkeit auf sich. Bis hin zu den fein polierten Fingernägeln ein erfolgreicher griechischer Multimilliardär, hochgewachsen und umwerfend attraktiv. Er trug einen schwarzen Kaschmirmantel und darunter einen perfekt geschnittenen dunklen Maßanzug.

Sein makelloses Äußeres sowie sein Ruf, ohne jeden Skrupel zu sein und dabei einem messerscharfen Verstand zu folgen, machten die meisten Menschen um ihn herum nervös. Er gehörte zu einer der reichsten Familien auf diesem Erdball, und der ausschweifende Lebensstil seiner Eltern war geradezu legendär. Auch Leonidas selbst hatte schon früh eine ganz eigene Reputation erlangt, doch kein Pallis hatte beruflich bisher so herausragende Erfolge verzeichnen können wie er. Mit seinen Milliarden war er praktisch das goldene Aushängeschild des Pallis-Clans und wurde allseits ebenso gefürchtet wie verehrt.

Man hatte lange spekuliert, ob er überhaupt an dieser Trauermesse teilnehmen würde. Immerhin war es jetzt zwei Jahre her, seit Imogen Stratton unter Drogeneinfluss bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen war. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr mit Leonidas liiert gewesen war, hatte sie während seiner Studienzeit eine recht emotionale On-Off-Beziehung mit ihm durchlebt. Imogens Mutter Hermione preschte vor, um ihren wichtigsten Gast mit übertrieben aufgesetzter Begeisterung zu begrüßen. Allein die Anwesenheit von Leonidas Pallis verwandelte diese Messe in eine Veranstaltung von höchster gesellschaftlicher Bedeutung.

Doch der griechische Milliardär reduzierte die Förmlichkeiten auf ein absolutes Minimum - die Strattons waren Fremde für ihn. Als Imogen noch am Leben gewesen war, hatte er niemals den Wunsch gehabt, ihre Eltern persönlich kennenzulernen, und jetzt legte er erst recht keinen Wert auf ihr anbiederndes Verhalten.

Ironischerweise glänzte die einzige Person dieser Familie, mit der er früher etwas mehr zu tun gehabt hatte, durch Abwesenheit: Imogens Cousine Maribel Greenaway. Leonidas lehnte das Angebot, zusammen mit der Familie in der ersten Reihe des Altarraums Platz zu nehmen, ab und glitt mit der Geschmeidigkeit eines Panthers auf einen der hinteren Sitze.

Und er fragte sich, was ihn überhaupt dazu bewogen hatte, an dieser Trauerfeier teilzunehmen. Imogen selbst hatte derartige Konventionen vollkommen abgelehnt und war in ihrem Ruhm als Model und Partygirl aufgegangen. Sie hatte dafür gelebt, beachtet und bewundert zu werden, und sie hatte es noch viel mehr geliebt, die Menschen um sich herum zu schocken und zu provozieren.

Allerdings hatte sie sich immer große Mühe gegeben, Leonidas zufriedenzustellen, doch ihre wachsende Drogenabhängigkeit ließ ihn das Interesse an ihr verlieren.

Seine Lippen wurden zu einem schmalen Strich. Irgendwann hatte er sie einfach vollständig aus seinem Leben verbannt. Diese Messe war eine Herausforderung für ihn, aber die Vergangenheit war endgültig vorbei und kein Ort, an den Leonidas zurückkehren wollte. Und er bereute nichts.

Maribel lenkte ihren älteren Kleinwagen in eine Parklücke. Sie war einmal wieder viel zu spät dran und sehr in Eile. Hastig drehte sie den Rückspiegel zu sich, klemmte sich eine Spange zwischen die Zähne und zerrte ihre rebellischen Locken, die nach dem Waschen noch nicht wieder ganz trocken waren, zu einer Frisur nach oben.

Die Spange zerbrach in ihren zitternden Fingern, die Locken fielen zurück auf die Schultern, und Maribel wäre am liebsten frustriert in Tränen ausgebrochen. Während sie hektisch versuchte, ihre Haare mit den Fingern zu glätten, stieg sie aus dem Auto.

Seit sie an diesem Morgen aufgestanden war, ging alles schief. Oder vielleicht begann die Kette unglücklicher Umstände auch schon am Abend zuvor, als ihre Tante Hermione anrief und Maribel mit zuckersüßer Stimme versicherte, sie würde vollstes Verständnis dafür haben, falls sie nicht zum Gedenkgottesdienst ihrer Cousine erscheinen möchte.

Maribel war zusammengezuckt, hatte die Zähne aufeinandergebissen und beharrlich geschwiegen. Während der letzten achtzehn Monate hatten ihre Verwandten ihr deutlich gemacht, dass Maribel für sie nun eine Persona non grata war. Das tat weh, da Maribel die ihr verbliebene Familie sehr schätzte. Trotzdem konnte sie auch deren Gefühle verstehen. Immerhin passte sie erstens nicht in die elitäre Stratton-Familie hinein, und obendrein hatte sie auch noch deren Regeln gebrochen.

Ihrem Onkel und ihrer Tante waren Aussehen, Geld und gesellschaftliches Ansehen ausgesprochen wichtig. Dennoch, als Maribel zur Waise wurde, bot der Bruder ihrer Mutter sofort an, seine elfjährige Nichte zu sich zu nehmen. In seinem Haushalt lebten bereits seine eigenen drei Kinder, und Maribel musste schnell lernen, wie man sich still im Hintergrund hielt. In den Augen der anderen fehlte es ihr einfach an der notwendigen Schönheit, Größe und Grazie.

Es wäre eine traurige Zeit geworden, wäre da nicht Imogens unbändige Gier nach Spaß gewesen. Und obwohl Imogen und Maribel nicht das Geringste gemeinsam hatten, fühlte Maribel schon bald eine tiefe Verbundenheit zu ihrer drei Jahre älteren Cousine.

Das war der Hauptgrund, weshalb sie sich nicht davon abhalten lassen wollte, Imogens Trauergottesdienst zu besuchen und ihr auf diese Art erneut die letzte Ehre zu erweisen. Deshalb überwand sie auch dieses unruhige Gefühl in ihrem Herzen - mittlerweile waren zwei Jahre vergangen, da brauchte Maribel nicht mehr so überempfindlich zu sein. Schließlich war er alles andere als sensibel!

Ihre violettblauen Augen blitzten auf, und sie schob automatisch ihr Kinn leicht vor. Sie war siebenundzwanzig Jahre alt, hatte einen Doktortitel erworben und unterrichtete an der Universität Geschichte. Darüber hinaus war sie nicht nur intelligent, sondern ausgeglichen und praktisch veranlagt. Männer spielten in ihrem Leben nur die Rolle als platonische Freunde und Kollegen; sie war zu dem Schluss gekommen, dass es vernünftiger war, keine tieferen Bindungen einzugehen.

Nach einem aufregenden Höhenflug und der schmerzhaften Trauerphase danach hatte sie noch Imogens plötzlichen Tod verarbeiten müssen und jetzt erst ein wenig Seelenfrieden gefunden. Und sie mochte ihr Leben, sogar sehr. Was ging es sie an, wie er dachte? Vermutlich hatte er nie wieder einen Gedanken an sie verschwendet.

In dieser aufgewühlten Stimmung sprang sie die Kirchenstufen hinauf und schob sich auf den erstbesten freien Platz, der sich ihr im hinteren Teil der Kirche bot. Sie konzentrierte sich auf die Predigt und schaute weder nach rechts noch nach links. Trotzdem verspürte sie ein heißes Prickeln, und ihre Wangen färbten sich unwillkürlich rosa. Er war also auch da, dessen war sie sicher.

Als sie der Versuchung nicht länger widerstehen konnte, ließ sie ihren Blick schweifen und entdeckte ihn mehrere Reihen vor sich auf einem Platz direkt am Gang. Die für seine Familie typische hochgewachsene Gestalt war unverkennbar. Zudem hatten sich unübersehbar mindestens drei Frauen absichtlich in seine unmittelbare Nähe gesetzt.

Unfreiwillig amüsierte sie sich über diese Szenerie. Sie konnte die Frauen gut verstehen. Leonidas war unbeschreiblich gut aussehend, hatte ein wildes, ungebändigtes Wesen und einen mörderischen Sex-Appeal. Er verführte Frauen dazu, ihre Manieren zu vergessen.

Ohne Vorwarnung wandte er sich plötzlich zu Maribel um und betrachtete sie. Sein direkter Blick traf sie wie ein Schlag, und sofort meldete sich ihr Fluchtinstinkt. Sie fühlte sich wie ein Fisch am Haken und zwang sich energisch zur Ruhe. Es war unfassbar peinlich, dabei erwischt zu werden, wie man jemanden hemmungslos musterte. Dabei wollte sie doch so unbeteiligt wie möglich erscheinen .

Die glamouröse Blondine, die sich neben ihr auf die Kirchenbank gleiten ließ, bot eine willkommene Ablenkung. Hanna hatte für dieselbe Modelagentur gearbeitet wie Imogen. Ohne auf die Worte des Pfarrers zu achten, lamentierte Hanna ausgedehnt über den Verkehr, der ihre Verspätung verursacht hatte. Dann zauberte sie einen Schminkspiegel hervor und zupfte sich die Haare zurecht.

"Stellst du mich Leonidas Pallis vor?", bat sie und trug reichlich Lipgloss auf. "Ich meine, schließlich kennst du ihn schon eine Ewigkeit."

Stur blickte Maribel geradeaus. "Aber nicht so gut, wie du meinst."

"Genau, du hast damals doch als so eine Art Haushälterin oder Ähnliches bei Imogen gelebt? Trotzdem wird er sich sicherlich an dich erinnern. Weißt du eigentlich, wie außergewöhnlich das ist? Kaum jemand hat einen persönlichen Bezug zu Leonidas Pallis."

Maribel schwieg. In ihrem Hals formte sich ein dicker Kloß, der ihr das Sprechen ohnehin unmöglich gemacht hätte. Sie musste an Imogen denken, die ihr Herz an einen Mann verloren hatte, den sie nicht haben konnte. Ein Mann, der nicht bereit war, ihr die Stabilität im Leben zu geben, die sie so dringend gebraucht hätte. Auch für Maribel selbst war es...

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