Der Maskenball

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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978-3-7337-5893-6 (ISBN)
 
Maskenball in Venedig! Gianluca hat in Darcy seine Prinzessin gefunden, doch am nächsten Morgen ist er allein in seinem Palazzo. Drei Jahre lang sucht Gianluca nach ihr. Und dann führt eine Anzeige ihn zu seiner Traumfrau: "Ruhiger, ungebundener Mann gesucht ...!

1. KAPITEL

Eine zerbrechliche Schönheit in einem silbriggrünen Kleid. Schimmernde Haut, eine tizianrote Mähne und fesselnde grüne Augen. Eine heisere, verführerische Stimme, die im einen Moment messerscharf und im nächsten zuckersüß klang .

"Keine Namen . kein Strafexerzieren", hatte sie gesagt.

"Ich will ihn gar nicht wissen", hatte sie gesagt, als er ihr seinen Namen nennen wollte. "Nach dieser Nacht werde ich dich nie wieder sehen. Also was hätte es für einen Sinn?"

Das hatte noch keine Frau zu ihm, Gianluca Raffacani, gesagt, und daher war er umso schockierter gewesen. Noch keine Frau hatte in ihm nur ein Abenteuer für eine Nacht gesehen. Doch ihre Leidenschaft schien in krassem Widerspruch zu ihren Worten gestanden zu haben - bis er im Morgengrauen aufgewacht war und festgestellt hatte, dass seine geheimnisvolle Geliebte gegangen und der Adorata-Ring ebenfalls verschwunden war.

Die Erinnerung an jene verhängnisvolle Nacht in Venedig vor drei Jahren schmerzte immer noch, als Luca mit unbeweglicher Miene die geschlossene Akte mit der Aufschrift "Darcy Fielding" auf seinem Schreibtisch betrachtete. Mit eiserner Selbstdisziplin, für die er in der internationalen Finanzwelt bekannt war, widerstand er der Versuchung, die Akte aufzuschlagen. Er hatte so lange gewartet, nun konnte er auch noch etwas länger warten. "Sind Sie sicher, dass sie es diesmal wirklich ist?", fragte er leise.

Benito verspannte sich. Sie entsprach zwar in jeder Hinsicht der Beschreibung, doch er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass sein Arbeitgeber eine leidenschaftliche Nacht mit der Frau auf dem Foto verbracht hatte .

"Ich werde erst sicher sein, wenn Sie sie wieder erkannt haben, Sir."

Seufzend schlug Luca Raffacani die Akte auf, um das Foto auf der ersten Seite zu betrachten.

Als Luca sich verspannte und seine Miene versteinerte, wurde Benito blass. Die ungepflegte Frau, die eine schmutzige Jacke mit einem zerrissenen Ärmel, verwaschene Jeans, Gummistiefel und einen abgetragenen Regenhut trug, erinnerte vielmehr an eine Stadtstreicherin als an eine Lady. "Ich war zu voreilig ."

"Sie hat das Haar abgeschnitten", unterbrach sein Arbeitgeber ihn schroff.

Benito schluckte mühsam. "Heißt das, sie ist es?"

"Wollte sie in diesem Aufzug auf eine Faschingsfeier gehen?"

"Signorina Fielding hat gerade Hühner gefüttert, als die Aufnahme gemacht wurde", erklärte Benito. "Der Fotograf hat sein Bestes getan. Sie verlässt das Haus nicht oft."

"Hühner?" Luca zog die schwarzen Brauen zusammen, während er das Foto weiter betrachtete. "Ja, sie ist es - die hinterhältige kleine Diebin, die mich wie ein Profi bestohlen hat."

Der Rubinring stammte aus dem Mittelalter und war ein unersetzliches Erbstück gewesen. Die Familie Raffacani war ein altes Fürstengeschlecht, und der erste principe hatte ihn seiner Frau Adorata zur Geburt seines ersten Sohnes geschenkt. Trotz des immensen Werts des Rings hatte sein Arbeitgeber jedoch nicht die Polizei verständigt. Mittlerweile überraschte ihn, Benito, allerdings gar nichts mehr .

Den Gerüchten zufolge, die im Raffacani-Imperium kursierten, hatten sich damals seltsame Dinge auf dem alljährlich stattfindenden Maskenball im Palazzo d'Oro ereignet. Und wenn es tatsächlich stimmte, dass Gianluca Raffacani verschwunden war, um die Diebin mit einer Gondelfahrt im Mondschein zu umwerben - etwas ausgesprochen Untypisches für einen gebürtigen Venezianer -, dann konnte er, Benito, nachvollziehen, warum sein Arbeitgeber nicht die Polizei eingeschaltet hatte.

Trotz der hohen Belohnung, die dieser inoffiziell ausgesetzt hatte, war der Ring seitdem nicht wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich hatte irgendein reicher Sammler in England, der seine Herkunft lieber nicht hinterfragen wollte, ihn unter der Hand erworben. Er, Benito, war sehr enttäuscht gewesen, als die Nachforschungen des Privatdetektivs ergeben hatten, dass Darcy Fielding nicht vorbestraft war.

"Erzählen Sie mir von ihr." Sein Arbeitgeber klappte die Akte zu und schob sie weg.

Benito atmete tief durch. "Darcy Fielding lebt in einem großen alten Haus, das sich schon seit Generationen im Besitz ihrer Familie befindet. Ihre finanzielle Situation ist miserabel. Das Haus ist hoch belastet, und sie ist mit den Zahlungen im Verzug ."

"Wer ist der Hypothekengläubiger?", erkundigte Luca sich leise.

Benito informierte ihn, dass die Hypothek zehn Jahre zuvor bei einer Versicherungsgesellschaft aufgenommen worden war.

"Kaufen Sie es", wies er ihn an. "Fahren Sie fort ."

"Im Ort genießt die Lady einen guten Ruf. Bei seinen Nachforschungen hat der Privatdetektiv aber herausgefunden, dass die Haushälterin ihrer verstorbenen Patentante nicht gut auf sie zu sprechen ist."

Luca kniff die Augen zusammen und verzog verächtlich den sinnlichen Mund. Unvermittelt schlug er die Akte wieder auf, um das Foto mit neuer Faszination zu betrachten. Ihr Haarschnitt war völlig missraten, doch der Schimmer ihrer makellosen Haut und das Strahlen ihrer Augen waren unverkennbar .

Als Luca wieder aufblickte, wusste er nicht mehr, wo Benito stehen geblieben war.

"Und falls die Lady es schafft, wird sie etwa eine Million Pfund erben", fügte dieser hinzu.

Luca betrachtete seinen Berater, dem er bedingungslos vertraute. "Falls sie was schafft?"

"Die verstorbene Signora Leeward hatte drei Patentöchter. Und was bot sich ihr, als es darum ging, ihre weltlichen Güter aufzuteilen? Eine lebte mit einem verheirateten Mann zusammen, eine war alleinerziehende Mutter, und die dritte war ledig und erwartete ein Kind - und keine von ihnen hatte Aussicht auf einen Ehemann!"

"Ich kann Ihnen nicht ganz folgen", sagte Luca.

"Darcy Fieldings reiche Patentante hat alles ihren drei Patentöchtern hinterlassen, unter der Bedingung, dass jede von ihnen innerhalb eines Jahres heiratet."

"Und Darcy ist eine von den dreien, die Sie beschrieben haben. Welche?"

"Die alleinerziehende Mutter."

Luca erstarrte. "Wann wurde das Kind geboren?"

"Sieben Monate nach ihrer Reise nach Venedig. Es ist vor Kurzem zwei geworden."

Luca blickte starr ins Leere, bemüht, seine Wut zu unterdrücken. Cristo . Sie war von einem anderen Mann schwanger gewesen, als sie mit ihm geschlafen hatte! Das ist ein weiterer Nagel zu ihrem Sarg, schwor er sich. Er würde ihr zeigen, was es bedeutete, hintergangen und gedemütigt zu werden. Genauso wie sie es ihm gezeigt hatte .

"Was die Identität des Vaters des Kindes betrifft .", fuhr Benito trocken fort. "Die Dorfbewohner glauben anscheinend, dass es der Verlobte ist, der die Lady vor dem Altar hat stehen lassen. In ihren Augen ist er ein Mistkerl der übelsten Sorte. Aber die Haushälterin ist da ganz anderer Meinung. Sie behauptet, er wäre zurzeit der Empfängnis im Ausland gewesen und hätte sich aus dem Staub gemacht, weil das Kind nicht von ihm sein konnte."

Schweigend nahm Luca diese Informationen auf.

"Ich glaube nicht, dass die Lady lange allein bleibt", erklärte Benito. "Nicht wenn es um eine Million Pfund geht. Sehen Sie mal auf Seite sechs nach ."

Luca schlug die entsprechende Seite auf. "Was ist das?", fragte er, während er die Chiffreanzeige betrachtete.

"Ich vermute, dass Darcy Fielding per Annonce einen Ehemann sucht, um die Bedingungen des Testaments zu erfüllen."

"Per Annonce?", wiederholte Luca ungläubig.

Frau vom Lande sucht ruhigen, häuslichen und ungebundenen Mann mit guten Umgangsformen, 25-50, für befristete Anstellung. Unterkunft wird gestellt. Ihre Zuschrift wird absolut vertraulich behandelt. Bitte nur ernst gemeinte Angebote.

"Sie sucht keinen Ehemann, sondern ein entmanntes Haustier!", bemerkte Luca scharf.

"Ich muss wieder annoncieren", meinte Darcy grimmig und schwenkte wütend die Schaufel. Sie war gerade damit beschäftigt, die einzige Box in dem großen Pferdestall auszumisten, die noch bewohnt war, und zwar von einem alten Tier.

Karen, die daneben stand und ihr gern ihre Hilfe angeboten hätte, es jedoch wohlweislich nicht tat, sah ihre Freundin überrascht an. "Und was ist aus dem Gärtner und dem Heimwerker geworden?"

Darcy schnitt ihrer Freundin, einer attraktiven dreißigjährigen Brünetten, ein Gesicht. "Ich habe sie gestern angerufen, um ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren ."

"In dem du ihnen dann mitteilen wolltest, dass es sich bei der Stelle eigentlich um eine Ehe handelt."

"Na ja, der eine hatte schon einen Job gefunden, und der andere war umgezogen und hatte keine Nachsendeadresse hinterlassen. Ich hätte mir nicht so lange den Kopf darüber zerbrechen sollen, wen ich nehme."

"Du hast doch nur fünf Zuschriften bekommen, und davon waren zwei obszön und eine äußerst seltsam. Was hat dich bloß geritten, 'häuslich' und 'mit guten Umgangsformen' zu schreiben? Trotzdem kann ich nicht gerade behaupten, dass ich über deinen Misserfolg traurig bin", sagte Karen mit der für sie typischen Offenheit, die Darcy so an ihr schätzte.

"Karen .", sagte Darcy und stöhnte.

"Bei der Vorstellung, dass du mit einem Fremden allein in diesem Haus bist, wird mir ganz anders", gestand Karen. "Wie stehen denn die Chancen, dass...

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