Die Geliebte des griechischen Reeders

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. November 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-761-3 (ISBN)
 
Der griechische Reeder Atreus Dionides liebt seine Freiheit. Das hat er Lindy klargemacht. Doch braucht die bezaubernde junge Künstlerin überhaupt einen Trauschein, um an der Seite dieses faszinierenden Mannes glücklich zu sein? Als Atreus sie auf seinen Landsitz einlädt und heiß verführt, fühlt Lindy sich wie im siebten Himmel. Bis er ihr plötzlich erklärt: Er wird doch heiraten - nur nicht sie! Er sucht sich seine Braut unter den oberen Zehntausend der Society aus! Lindy ist schockiert. Und muss zudem entdecken, dass sie Atreus' Kind unter dem Herzen trägt ...
  • Deutsch
  • 0,64 MB
978-3-86349-761-3 (9783863497613)
3863497619 (3863497619)

1. KAPITEL

Zwei weitere Direktoren von Dionides Shipping warfen Fragen auf, die längst entschieden worden waren. Gelangweilt ließ Atreus den Blick schweifen und betrachtete die Art-déco-Bronzestatue auf der anderen Seite des Konferenzsaals, die eine rassige spanische Tänzerin darstellte. Ihr Kleid war tief dekolletiert und mit üppigen Rüschen besetzt.

Schon seit Atreus das Familienunternehmen übernommen hatte, faszinierte ihn die sinnliche Figur, die so gar nicht zur traditionellen Lebensart seines Großvaters passte.

"Sie erinnert mich an meine erste Liebe", hatte der Alte ihm gestanden und versonnen in die Ferne geblickt. "Doch sie hat einen anderen geheiratet."

Beim besten Willen konnte Atreus sich nicht vorstellen, dass ihm eine solche Enttäuschung jemals passieren würde. Die Damen, denen er begegnete, waren letztlich auf sein Geld aus, und er empfand es als Herausforderung, sie abzuschütteln. Schon als Teenager waren ihm geldgierige Schönheiten reihenweise nachgelaufen und vor nichts zurückgeschreckt, um an ihn und sein Vermögen heranzukommen.

Mit seinem dunklen Haar, den dunklen Augen und seiner bemerkenswerten Größe war Atreus seit jeher eine Zielscheibe weiblicher Nachstellungskünste. Nachdem er zweimal ins Kreuzfeuer raffiniert eingefädelter Vaterschaftsklagen geraten war, hatte er beschlossen, nur eine Frau zu heiraten, die selbst gesellschaftliches Ansehen und entsprechendes Vermögen mit in die Ehe brachte.

Sein verstorbener Vater Achilles war ihm ein abschreckendes Beispiel gewesen. Bis zum vierzigsten Lebensjahr hatte er ein fast biederes Leben geführt, dann hatte er aus heiterem Himmel den Verstand verloren, seine Frau verlassen und war mit einem temperamentvollen Malermodell durchgebrannt. Sie bekamen einen Sohn, Atreus. Seitdem hatte das wilde, ausschweifende Leben beider Elternteile Atreus' Jugendjahre geprägt. Er war fast ausschließlich von seinem strengen Onkel väterlicherseits und dessen Frau aufgezogen worden und hatte jeder Versuchung widerstanden, auch einmal etwas Verrücktes zu wagen. Keinesfalls wollte er die Fehler seines Vaters wiederholen.

Dennoch war die Art-déco-Statue für Atreus in letzter Zeit auf seltsame Weise bedeutsam geworden. Sie erinnerte ihn an eine Episode, die sich vor einigen Wochen auf seinem Landsitz abgespielt hatte. An einem schwülheißen Sommernachmittag war er durch den Wald gestreift und unvermittelt auf eine kurvenreiche Brünette gestoßen, die sich splitternackt im Fluss vergnügt hatte. Es hatte ihn geärgert, dass sie sich auf seinen Privatbesitz gewagt hatte. Schließlich hatte er ein Vermögen für seine weitläufigen Ländereien bezahlt und beschäftigte eine ansehnliche Zahl von Aufsehern, die sein Eigentum vor Eindringlingen und Kameralinsen schützen sollten.

Verrückt, aber seit dieser Begegnung am Fluss hatte der verführerische Anblick der Brünetten mit den unerhört weiblichen Kurven ihn Tag und Nacht verfolgt. Dabei konnte diese Frau es eigentlich in nichts mit den weltgewandten gertenschlanken Blondinen aufnehmen, die ihn sonst interessierten .

Genau genommen war die nackte Venus gar nicht sein Typ, musste Atreus sich verwirrt eingestehen. Soweit er von seinem Gutsverwalter gehört hatte, war Lindy Ryman eine streitlustige Tierschützerin, die sich mit dem Verkauf von Keramikarbeiten und Kerzen gerade so über Wasser hielt. Sie bewohnte ein winziges Torhaus am Rande seines Anwesens, ging regelmäßig zur Kirche und war ein angesehenes Mitglied der Gemeinde. Und normalerweise versteckte sie ihre aufregenden Kurven unter langweiligen langen Röcken und warmen Wollsachen.

Bei der Begegnung im Wald hatte Atreus sie scharf zur Rede gestellt, weil er anfangs überzeugt gewesen war, sie habe dieses Zusammentreffen geschickt inszeniert wie schon so viele Damen. Nachdem ihm jedoch schließlich klar geworden war, dass sie keine gerissene Verführerin war, hatte er ihr Blumen mit einem Entschuldigungskärtchen geschickt. Doch Lindy Ryman hatte sein Friedensangebot ignoriert und nicht angerufen, obwohl er auf der Karte ausdrücklich seine Telefonnummer angegeben hatte. Ihre Sturheit reizte und amüsierte ihn.

Seine Stimmung verfinsterte sich, als ihm bewusst wurde, wie lange er sich nun schon mit dieser Frau beschäftigte. Sollte er ihr Geld anbieten, damit sie den Wohnsitz auf seinem Land aufgab? Aus den Augen, aus dem Sinn, das wäre sicher die beste Kur für dieses seltsame Virus, das ihn befallen hatte. Er war zu intelligent und vernünftig, um den Reizen dieser Frau zu erliegen, die überhaupt nicht in seine Kreise passte.

"Du hast dich von Sarah getrennt?", wiederholte Lindy fassungslos und wandte sich Ben direkt zu.

"Sie fing an, unsere Beziehung zu ernst zu nehmen. Warum müssen Frauen alles verderben?" Seine schmerzliche Miene verriet, wie anstrengend es war, ständig von liebestollen Damen gequält zu werden.

Sieh in den Spiegel, hätte Lindy ihm am liebsten vorgehalten. Auch sie war dem Charme des unwiderstehlichen Ben mit dem stets zerzausten blonden Haar, den hellgrünen Augen und der durchtrainierten Figur einst erlegen. An der Universität hatten sie sich kennengelernt, und er hatte sie kurzerhand als Freundin in seinen Kreis eingeschleust, als er merkte, dass sie ungebunden war. Zu jener Zeit war sie schüchtern und gehemmt gewesen und hatte sich gewünscht, zierlich, geistreich und spritzig zu sein, statt scheu und vernünftig.

Doch das lag lange zurück. Inzwischen war Lindy längst über Ben hinweg und hatte sich daran gewöhnt zuzusehen, wie er die Herzen der Schönen reihenweise brach. Er suchte ganz offensichtlich keine Bindung, wollte einfach nur Spaß haben. Als Börsenhändler in der Londoner City hatte er Karriere gemacht und sich die typischen weltlichen Beweise seines Erfolgs zugelegt - einen flotten Sportflitzer, teure Designeranzüge und die Mitgliedskarte im richtigen Fitnesscenter. Aber der gute Ben schien mit dem Erreichten nie so ganz zufrieden zu sein.

"Wenn deine Gefühle für sie nicht mehr ehrlich sind, ist es tatsächlich besser, Schluss zu machen", riet Lindy ihm ruhig. Gleichzeitig aber fühlte sie mit Sarah, die wirklich nett zu sein schien und jetzt sicher ebenso litt wie sie damals. Zum Glück hatte sie wenigstens nie mit Ben geschlafen.

"Du bist eine klasse Köchin." Ben seufzte und biss erneut genüsslich in ihren Karottenkuchen.

Lindy presste die Lippen zusammen. Schon lange war ihr klar, dass ihre Koch- und Backkünste sie in den Augen der Männer nicht attraktiver machten. Ihr eigentliches Problem war, dass sie von allem etwas zu viel hatte. Seit sie in der Schule mit einer Fruchtbarkeitsgöttin verglichen und entsprechend geneckt und gehänselt worden war, hatte sie ihren vollen Busen und die üppig gerundeten Hüften gehasst. Diäten und Gymnastik hatten da wenig geholfen, und obwohl sie nirgends ein Gramm zu viel aufzuweisen hatte, schämte sie sich manchmal ihres gesunden Appetits. Ben ging unweigerlich mit superschlanken Modeltypen aus, die Lindy das Gefühl gaben, mollig und alles andere als grazil zu sein.

Nachdem ihre Mutter schwer krank geworden war, hatte Lindy ihr Jurastudium aufgeben müssen. Als Einzelkind mittelloser Eltern hatte sie ihre Mutter bis zu deren Tod gepflegt. Nachdem Lindy sich danach endlich wieder erholt hatte und an die Universität zurückkehren wollte, hatte ein Drüsenfieber sie niedergeworfen. Mittlerweile waren zwei Jahre vergangen, und der richtige Zeitpunkt, an die Universität zurückzukehren, schien endgültig verstrichen. Daraufhin hatte Lindy eine Bürostelle angenommen, um endlich Geld zu verdienen.

Zu jener Zeit hatte sie sich in London mit ihren Freundinnen Elinor und Alissa ein Apartment geteilt, doch nachdem beide ins Ausland geheiratet und eigene Familien hatten, waren sie nur noch selten zusammengekommen. Bei einem Besuch bei Elinor und ihrem Mann Jasim im vergangenen Sommer hatte Lindy die Freuden des Landlebens kennengelernt. Und dann hatte sie The Lodge entdeckt, ein kleines Torhaus an der Einfahrt eines weitläufigen Herrensitzes. Erfreut hatte sie festgestellt, dass sie sich die Miete leisten konnte, und kurzentschlossen gewagt, sich vom hektischen Stadttrubel zu verabschieden und sich selbstständig zu machen.

Seitdem verdiente Lindy ihren Lebensunterhalt mit Arbeiten, die ihr wirklich Spaß machten. Sie züchtete Lavendel und Rosen, stellte daraus wunderbar duftende Potpourris her und bot sie zusammen mit handgemachten Kerzen in einem Internet-Versandhandel an. Wenn das Geld auf ihrem Bankkonto zu dürftig wurde, nahm sie Halbtagsarbeiten an. Den größten Teil ihrer Freizeit widmete sie dem Tierheim der Gemeinde, aus dem sie bereits zwei Hunde bei sich aufgenommen hatte, Samson und Sausage. Ihre Freunde mochten sie warnen, sie vergeude ihre Jugend, doch Lindy war zufrieden mit ihrem Leben, dem ländlichen Zuhause und ihrem bescheidenen Einkommen.

Aber natürlich gab es in jedem Paradies auch eine Schlange, musste Lindy sich eingestehen. In ihrem Fall war es Atreus Dionides, der sagenhaft reiche neue Eigentümer von Chantry House, dem prächtigen Herrensitz inmitten weitläufiger Ländereien, dessen Torhaus sie gemietet hatte. Seinetwegen konnte Lindy jetzt nicht mehr frei und unbeschwert durch die schier endlosen Wälder und Felder streifen, die ihr Häuschen umgaben. Schlimmer noch, die einzige unvergesslich demütigende Begegnung mit dem unfreundlichen Mann hatte sie so sehr erschüttert, dass sie ernsthaft erwog wegzuziehen.

"Bist du...

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