Der Geist von Lilywhite Manor

Mystery Band 318
 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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978-3-86349-647-0 (ISBN)
 
Eine Liebe für die Ewigkeit ...Ein Schauer rieselt Lydia über den Rücken, als sie vor Lilywhite Manor steht. Wie gruselig ist dieses schottische Schloss! Sicher bildet sie sich das nur ein - oder? Zumindest nicht den jungen Mann, der am Brunnen des Schlosshofes auf sie zu warten scheint. Zwar in altertümlicher Kleidung, aber so sexy, dass Lydia ganz anders wird. Und sein Kuss erst - wie der Hauch eines zärtlichen Windes ... Stuart Cosgrove nennt er sich und kann sich noch gut an den Tag erinnern, als der Brunnen aufgestellt wurde. Doch das kann nicht sein! Denn das ist über hundert Jahre her ...
  • Deutsch
  • 0,46 MB
978-3-86349-647-0 (9783863496470)
3863496477 (3863496477)

1. KAPITEL

"Doch, doch, Veralynn, ich bin auf dem richtigen Weg", beteuerte Lydia O'Sullivan, während sie zurück auf die linke Spur wechselte, um einen Porsche vorbeizulassen, der viel zu schnell fuhr. Es war bereits das dritte Mal an diesem Morgen, dass ihre beste Freundin Veralynn sie während der Fahrt anrief, um zu fragen, ob sie sich auch nicht verfahren hatte. "Meine Straßenkarte ist aus diesem Jahrhundert, da sind tatsächlich schon Autobahnen eingezeichnet."

"Ich wollte dir mein Navigationsgerät leihen, aber du wolltest ja nichts davon wissen", beklagte sich Veralynn. "Kein Mensch benutzt heute noch Karten."

"Ich schon", widersprach Lydia und schüttelte den Kopf über die beharrliche Art ihrer Freundin. "Dass du von iPods, iPhones und iPads besessen bist, weiß ich ja", zog sie sie amüsiert auf. "Aber wenn dein kleiner Bruder nach Karte und nicht nach Navi gefahren wäre, dann hätte sein Wagen nicht aus dem Hafenbecken von Dover gezogen werden müssen."

"Mein 'kleiner' Bruder ist ja auch ein Schwachkopf", stellte Veralynn klar. "Du würdest ja schließlich auch darauf achten, dass da eine Straße ist, wenn dir eine Stimme sagt, dass du jetzt links abbiegen sollst."

"Ich brauche aber keine Stimme, die mir was sagt", beteuerte Lydia.

"Du bist da oben noch nie gewesen, Süße, du kennst dich nicht aus. Und die Sprache verstehst du auch nicht."

Lydia drehte die Lautstärke der Freisprecheinrichtung etwas herunter, da ihre Freundin viel zu laut in ihr Telefon sprach, und das, obwohl kein Hintergrundlärm zu hören war, den sie hätte übertönen müssen.

"Ach, komm schon, Lynn. Ich fahre auf der M90 bis Perth, danach weiter auf der A93 Richtung Braemar. Nach ziemlich genau zwanzig Meilen muss ich links abbiegen nach Inverglen. Wahrscheinlich steht da sogar ein Wegweiser, und notfalls kann ich immer noch jemanden fragen, wo es langgeht."

"Die Sprache", beharrte Veralynn.

"Ich fahre nicht nach Russland, sondern nur nach Schottland. Ich werde mich da schon verständlich machen können."

"Und we. es inh. .ber wies. .rück. nächs. .ummer", drang es aus dem Lautsprecher.

"Was hast du gesagt?", fragte Lydia und lauschte aufmerksam.

"Ob du er. .ger .ba.", waren die einzigen Fetzen, die sie ausmachen konnte, die aber keinen Sinn ergaben. ". erreichbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal. Der Teilnehmer ist zurzeit nicht erreichbar .", erzählte ihr dann eine Bandansage, und sie beendete die Verbindung.

Ihre Freundin würde erst einmal warten müssen, da Lydia das Ende der Autobahn erreicht hatte und sich konzentrieren musste, damit sie den Weg zur Landstraße nach Braemar nicht verpasste. Die Strecke war bestens ausgeschildert, und als sie kurz vor Erreichen der 20-Meilen-Marke ein Hinweisschild entdeckte, das die Abzweigung nach Inverglen ankündigte, wusste sie, dass alles genau nach Plan lief. Noch sechzehn Meilen, dachte sie und warf einen kurzen Blick auf die Uhr im Armaturenbrett. Kurz nach elf. Ja, sie lag gut in der Zeit, sogar besser als erwartet. Sie würde sicher eine halbe Stunde früher ankommen, was ihr vor dem Termin mit dem Notar noch ein wenig Zeit verschaffte, um sich in Ruhe die Umgebung von Lilywhite Manor anzusehen. Schließlich wollte sie sich auch ein Bild von der Umgebung des Anwesens machen, bevor sie sich an die Arbeit begab.

Außerdem hoffte sie, dass der Notar ihr dann endlich erklären würde, warum eine gewisse Estella Lilywhite, die vor Kurzem mit 102 Jahren gestorben war, darauf bestanden hatte, dass Lydia herkam und sich ein altes Herrenhaus ansah, zu dem sie eigentlich überhaupt keinen Bezug hatte.

Der Notar hatte sich damit begnügt, sich auf die ausdrückliche Anweisung zu berufen und weiter nichts zu sagen. Lydia war davon überzeugt, dass er mehr wusste, und sie hoffte, ihn zum Reden zu bringen, wenn er ihr gegenüberstand.

Von Neugier getrieben, setzte sie den Blinker, als die Abzweigung in Sicht kam, und bog zielstrebig ab.

Nachdem sie fast eine Stunde lang durch die Gegend gefahren war, musste sie sich eingestehen, dass sie sich hoffnungslos verirrt hatte. So oft, wie sie zwischenzeitlich durch Rechtskurven gefahren war, hätte sie längst wieder dort ankommen müssen, wo sie zu ihrer Odyssee durch die Highlands aufgebrochen war - der unseligen Abzweigung. Doch sie entdeckte nirgendwo Hinweisschilder oder irgendwelche markanten Punkte in der Landschaft, die ihr Aufschluss darüber hätten geben können, wo sie sich befand.

Als Lydia an einem Feldweg vorbeikam, machte sie zu ihrer Linken eine Bewegung aus. Mit einer Vollbremsung brachte sie ihren Ford Fiesta zum Stehen, setzte zurück und bog in den Feldweg ein, auf dem ihr langsam ein Traktor entgegenkam. Sie stellte den Motor ab, stieg aus und ging auf das Gefährt zu.

Der Fahrer, ein wohlgenährter, grauhaariger Mann mit rötlichem Gesicht und einer Pfeife im Mundwinkel, grüßte und blendete einmal auf, damit sie den Weg frei machte. Aber er war das erste menschliche Wesen, auf das sie gestoßen war, seit sie die Landstraße verlassen hatte; sie würde den Mann nicht entkommen lassen, solange sie nicht wusste, wie sie nach Inverglen kam.

Der Traktor hielt nur ein paar Meter von ihr entfernt, und der Mann kletterte von seinem Sitz. "Ich kaufe nichts", bemerkte er unfreundlich, während er sie von Kopf bis Fuß musterte.

"Wie? Oh, nein, ich . ich hab mich bloß verfahren", erklärte sie schnell.

Der Mann, der in seiner robusten dicken Cordhose, den schweren Stiefeln und der dunkelgrünen Weste über seinem karierten Hemd wie der Inbegriff des schottischen Bauern wirkte, nickte bei ihren Worten. Anscheinend hielt er es für selbstverständlich, dass eine Frau am Steuer sich zwangsläufig verfuhr.

"Ich wollte nach Inverglen", fuhr sie aufgeregt fort, "aber die Hauptstraße ist gesperrt, und es ist keine Umleitung ausgeschildert, und meine Straßenkarte hat den falschen Maßstab. Deshalb weiß ich nicht, welche Strecke ich nehmen muss."

"Aha", machte er bloß und begann damit, ihr den Weg zu beschreiben. Nach der siebten halblinken Kurve, die noch lange nicht das Ende der Schilderung zu sein schien, holte Lydia einen Zettel aus dem Wagen und bat den Mann, von vorn anzufangen, damit sie mitschreiben konnte.

"Das ist der direkteste Weg von hier aus", beendete er schließlich seine umfangreichen Ausführungen.

"Sagen Sie", sagte sie stirnrunzelnd, nachdem sie einen Blick auf den vollgeschriebenen Zettel in ihren Händen geworfen hatte. "Ist Lilywhite Manor weit von Inverglen entfernt? Nicht dass ich mich dann schon wieder verfahre."

"Lilywhite Manor? Was wollen Sie denn da?", fragte der kauzige Kerl und zog wieder an seiner Pfeife.

"Ich soll ein Gutachten erstellen, um ."

"Ach, dann sind Sie Gutachterin?", unterbrach er sie ungerührt. "Sind Sie dafür nicht noch ein bisschen jung?"

"Ich bin keine Gutachterin, ich bin Studentin", korrigierte sie ihn, verärgert darüber, dass er sie nicht ausreden ließ. "Ich ."

"Wenn Sie keine Gutachterin sind", fiel er ihr abermals ins Wort, "wie können Sie dann ein Gutachten erstellen?"

"Ich werde ." Plötzlich stutzte sie und fragte mehr sich selbst: "Warum erzähle ich Ihnen das eigentlich alles?"

"Weil ich ein netter Kerl bin", meinte er grinsend und zeigte seine schiefen Zähne. "Und weil ich Sie danach gefragt habe."

Lydia presste die Lippen zusammen und holte tief Luft, um sich zu beruhigen. "Ähm . der Weg nach Lilywhite Manor?", wiederholte sie ihr eigentliches Anliegen.

"Da würde ich Ihnen raten, im Pub in Inverglen nachzufragen", antwortete er bereitwillig. "Von da ist es praktischer, den Weg zu erklären. Wenn ich Ihnen das jetzt auch noch erzähle, wissen Sie am Ende gar nicht mehr, wann Sie wo links oder rechts abbiegen müssen."

Lydia bedankte sich, stieg in ihren Wagen und setzte zurück, bis sie wieder auf der Straße war. Während sie losfuhr, beobachtete sie im Rückspiegel, wie der Bauer umständlich wieder auf seinen Traktor kletterte.

Endlich tauchte das Ortsschild von Inverglen vor ihr auf, und sie warf einen Blick auf die Uhr im Armaturenbrett. Halb fünf. Damit hatte sie fünfeinhalb Stunden gebraucht, um vom ersten Hinweisschild in das "nur sechzehn Meilen entfernte Dorf" zu gelangen. Fünfeinhalb Stunden, sechzehn Meilen . und noch ein weiteres halbes Dutzend Landwirte, die sie befragt und von denen jeder eine bessere Abkürzung nach Inverglen gewusst hatte .

Doch jetzt besserte sich ihre Laune schlagartig, denn Inverglen bot einen absolut idyllischen Anblick. Kleine Backsteinhäuser mit winzigen Fenstern und Türen drängten sich dicht an dicht um einen ovalen Platz in der Mitte, der mit Trauerweiden bepflanzt war. Auf dem Rasen standen ein paar Bänke, und neben einer von ihnen ragte eine Bronzebüste empor, die vielleicht ein Denkmal oder einfach nur ein Kunstwerk war. Auf den meisten Fensterbänken standen Blumenkästen, in denen größtenteils Begonien wuchsen.

Lydia ließ den Wagen langsam weiterrollen, um sich den Platz genauer anzusehen. An der Bauart der Häuser erkannte sie, dass sie früher einmal dem Handel gedient hatten, da...

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