Erntemord

Paranormaler Thriller
 
 
MIRA Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2011
  • |
  • 384 Seiten
 
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978-3-86278-072-3 (ISBN)
 
Ein unerwartetes Erbe - und Mächte, mit denen sie nicht gerechnet haben: die Flynn-Brothers-Trilogie von Heather Graham!

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Vogelscheuche, ist die Leiche einer jungen Frau, ein Lächeln ins Gesicht geschnitten, das Genick gebrochen. Schnell glauben die Menschen in Salem, dass der gefürchtete Sensemann mehr als nur ein Gerücht ist. Jeremy Flynn hat keine Zeit für Schauergeschichten. Er sucht in Salem die Frau eines Freundes, die spurlos von einem Friedhof verschwand. Bei seinen Recherchen stößt er auf die Okkultexpertin Rowenna Cavanaugh, die davon überzeugt ist, dass der Horror der Vergangenheit wieder lebendig geworden ist. Bald schon muss Jeremy sich dem Unglaublichen stellen - denn auch Rowenna droht, der Verführung des Sensemanns zu erliegen.
  • Deutsch
  • Köln
  • 0,91 MB
978-3-86278-072-3 (9783862780723)
3862780724 (3862780724)
weitere Ausgaben werden ermittelt

PROLOG


Es begann damit, dass Mary und Brad Johnstone die Messe für Übernatürliches besuchten und zufällig auf das Zelt eines Wahrsagers stießen. Keiner von beiden glaubte an diese Dinge. Dennoch sagte Brad mit einem trockenen Grinsen: "Wenn wir schon mal hier sind . Und das hier sieht wie der Ort aus, von dem der Mann im Museum gesprochen hat."

Natürlich boten überall in Salem, Massachusetts, Wahrsager und Hellseher ihre Dienste an - vor allem jetzt, zu Halloween. Mary und Brad hatten schon diverse Spukhäuser besichtigt, Kostümläden besucht und verschiedene Einheimische kennengelernt, von Anhängern des Wicca-Kults bis zu Historikern. In einem Museum, das sich der örtlichen Geschichte verschrieben hatte, waren sie mit einem Mann ins Gespräch gekommen, der ihnen empfohlen hatte, einige Sitzungen bei verschiedenen Wahrsagern zu besuchen. Sie wären alle unterschiedlich, sagte er und gab ihnen eine Übersicht seiner Lieblingsadressen.

Wenig später hatte Mary ihre erste Sitzung in einem Laden namens Magick Mercantile gehabt. Er wurde von einem Paar überzeugter Wiccaner betrieben, Adam und Eve Llewellyn. Sie sah aus wie ein Hippie, und er trug ausschließlich Schwarz. Allerdings kaute er ständig Kaugummi, was ihn ein bisschen normaler wirken ließ. Brad bezweifelte, dass sie wirklich Adam und Eve hießen. Jeder hier schien einen Hang zur Theatralik zu haben, was durchaus sympathisch war. Eve hatte aus Marys Hand gelesen und ihr versichert, dass sie es mit ihren Tanzkünsten weit bringen würde. Als sie später darüber sprachen, waren beide sicher, dass sie Marys Beruf mit keinem Wort erwähnt hatten. "Vielleicht haben sie dich in dieser lokalen TV-Show gesehen, in der du aufgetreten bist", nahm Brad an. Jedenfalls war es ein angenehmer Blick in die Zukunft gewesen.

Aber dieser Typ jetzt . Er war total unheimlich. Passend zu Halloween. Er trug ein Cape und einen Turban. Er war groß, dunkelhaarig und schlank und hatte seine stechenden Augen mit Kajal und Lidschatten betont.

In seinem Zelt befand sich ein kleiner Tisch, dessen schwarzer Überwurf nur durch ein Muster aus Monden und Sternen aufgehellt wurde. In der Mitte stand eine Kristallkugel. Alles war so sorgfältig arrangiert, dass sein Zelt wie eine feste Einrichtung und nicht wie ein Stand auf einer Messe wirkte. Überall standen Skulpturen: ägyptische Götter und Göttinnen, Drachen, Dämonen und Ähnliches.

Mary fragte sofort: "Sind Sie Wiccaner? Ein Hexer oder ein Zauberer?"

Der Wahrsager lächelte dünn. "Es gibt keine Zauberer in der Wicca-Religion. Wiccaner sind einfach Wiccaner. Und nein, ich bin kein Wiccaner. Nur ein einfacher Deuter von Zeichen, ein Deuter des Mondes und der Sterne und allem, was davor war."

"Ich bin Mary Johnstone, und dies ist mein Ehemann Brad", sagte Mary. Sie stolperte fast über das Wort Ehemann. Es erinnerte sie daran, vor wie kurzer Zeit sie noch auf eine Scheidung zugesteuert waren.

"Und ich heiße Damien", stellte sich der Wahrsager vor. "Können wir zusammenbleiben?", fragte Mary. "Eine Art Doppelsitzung?"

Tatsächlich war ihr ein wenig unheimlich zumute, doch sie ermahnte sich, nicht albern zu sein. Es war Halloween. Die Dinge sollten einem ein wenig Angst machen. Wie bei einem Horrorfilm. Wie gut war ein Horrorfilm, wenn man sich dabei nicht gruselte?

Sie fühlte sich dennoch merkwürdig unbehaglich. Aber alles wäre okay, wenn Brad bei ihr bliebe.

"Selbstverständlich", sagte Damien lächelnd. "Was ich sehen werde . ist das, was ich sehe. Nehmen Sie Platz. Dort sind zwei Stühle."

Sie setzten sich an den Tisch. Brad drückte ermutigend Marys Hand. Sie sagte sich selbst, dass sie im Urlaub waren, weit weg von den Florida-Stränden ihres Zuhauses, und dass sie etwas völlig Neues taten. Sie versuchten, alte Wunden zu heilen und von vorne anzufangen. Sie würden Spaß haben.

"Und nun sehen Sie in die Kugel", sagte Damien mit überschwänglicher Geste.

Mary tat es und entschied, dass der Mann offenbar ein Meister der Effekte war. In der klaren Kristallkugel vor ihr begann, Nebel aufzusteigen. Als sie weiter hineinstarrte, glaubte sie ein Feuer zu sehen. Ein Feuer, das in Richtung eines unsichtbaren Himmels loderte. Dann verblasste das Feuer, und sie blickte auf eine trostlose Hügellandschaft mit ein paar vereinzelten dürren Bäumen mit knorrigen Ästen. Menschen waren da. Sie konnte sie nicht richtig verstehen, doch sie schienen zu singen. Plötzlich durchbrach ein Schrei den Gesang. Sie zuckte beinahe zusammen, doch dann bemerkte sie, dass Brad neben ihr saß und amüsiert grinste. Sie hatte zu viel Fantasie, das hatte er schon immer gesagt. Und sie war zu furchtsam.

Sie ermahnte sich, dass sie dabei waren, ihre Beziehung zu erneuern. Dass sie beide daran arbeiten mussten, auch wenn er derjenige war, der fremdgegangen war. Er hatte niemals sein Leben mit Brenda verbringen wollen. Sie hatte ihn nur angezogen, weil sie vorwitzig war, ihre Chancen ergriff und weil sie . etwas Nuttiges hatte. Mary konnte sich einen Moment des Grolls nicht verkneifen.

Brad liebte sie, das wusste sie. Doch er hatte sie verletzt. Aber sie wollte nicht ihre gemeinsame Zukunft ruinieren, indem sie die Vergangenheit nicht ruhen ließ. Sie wollte einiges verändern, und den Anfang machte sie, indem sie versuchte, abenteuerlustiger zu werden.

Brad hielt ihre Hand. Er war bei ihr. Sie glaubte, dass er sie liebte und dass sie es schaffen konnten.

"In der Dunkelheit und im Nebel liegen die Orte der Gefahr. Lass die Hand, die dich hält, nicht los, denn wenn der Wind bläst und die Bäume einknicken, wirst du dort den Tod finden", sagte Damien. "Sieh in die Kugel, behalte den Kristall im Auge."

Sie fühlte sich geradezu gezwungen, erneut hinzusehen. Wieder hörte sie Schreie und das Schluchzen tiefer Verzweiflung. Die Äste der Bäume wirkten wie knochige Finger. Es begann zu schneien, und dann .

Plötzlich starrte sie auf die Leiche einer Frau, die an einer über einen Ast geworfenen Galgenschlinge baumelte. Ein Schrei erstickte in ihrer Kehle, als der Körper direkt vor ihren Augen verweste.

"Indianer", sagte Brad. Er klang völlig entrückt. "Sorry, amerikanische Ureinwohner."

Es gelang ihr, den Blick von der Todesszene abzuwenden, um einen Blick auf Brad zu werfen. Er lächelte und sah offenbar etwas völlig anderes.

"Das erste Thanksgiving-Dinner", sagte er staunend.

Sie musste hier raus.

"Sie sind wirklich gut", sagte Brad zu Damien.

Damien lächelte und wandte sich dann Mary zu. Sie hatteden Eindruck, dass etwas Gemeines in seinem Blick lag, etwas Zügelloses und . Teuflisches.

"Berühren Sie den Kristall", befahl Damien den beiden. Nein. Das würde sie nicht tun.

Doch sie fühlte sich dazu gezwungen. Es war vermutlicheine Art Projektor, sagte sie sich. Ein Holograph. Das musste es sein.

Was auch immer es war und was auch immer den Zwang erzeugte - Brad fühlte es ebenfalls. Mit ihren noch immer verflochtenen Händen berührten sie die Kristallkugel.

Jetzt, da sie in seine Tiefen starrte, sah sie Maisstängel. Reihen und Aberreihen von Mais.

Maisfelder mit Vogelscheuchen, die etwas Bedrohliches, Böses ausstrahlten.

Sah Brad die gleichen Dinge wie sie? Was auch immer er sah, er starrte wie hypnotisiert in die Kugel.

"Sie sind in Gefahr", sagte Damien zu Brad. "Sie haben geliebt, doch Sie haben betrogen, und nun sind Sie schwach. Und weil Sie schwach sind", nun wandte er sich Mary zu, "sind Sie leichte Beute." Damien hörte sich an, als ob ihm seine Rede Vergnügen bereitete. "Ihm fehlt das Selbstvertrauen, für Sie zu kämpfen, sodass Sie verloren sein werden in den Nebeln des Bösen."

Brad erhob sich abrupt und funkelte Damien wütend an. "Was zum Teufel soll das? Man sollte Sie einsperren. Für diese Art von Unsinn sind wir nicht hergekommen."

Damien erhob sich ebenfalls. "Es tut mir leid, dass Ihnen die Sitzung nicht zusagt, doch die Kristallkugel sagt die Wahrheit. Sie spricht, nicht ich."

Brad warf einen Zwanziger auf den Tisch, griff nach Marys Hand und zog sie mit sich aus dem Zelt.

Zurück in der Fußgängerzone waren sie von lachenden Menschen umgeben, die sich amüsierten. Ein Gruppe Kinder stürzte laut prustend aus einem der Spukhäuser. Ein alter Mann, der dem Trubel entkommen wollte, schlüpfte in einen Coffeeshop. Eine Frau ging mit zwei kleinen Mädchen vorbei, die als Elfen verkleidet waren. Sogar die Hunde, die mitgeführt wurden, trugen Kostüme.

"Mein Fehler, dass ich den Idioten ausgesucht habe", sagte Brad entschuldigend.

"Hey, mach dir keine Gedanken. Er glaubte offenbar, er müsse eine Show abziehen, das ist alles." Sie bemühte sich sehr, leichthin zu klingen. Brad war wirklich zornig, vielleicht sogar erschüttert. Merkwürdig, wie Damien in der Lage gewesen war, die Spannung zu erspüren, der sie entkommen wollten, und wie er sie direkt anvisiert hatte.

Doch jetzt hier draußen, umgeben von Freudenschreien, ruhigen Gesprächen, Albernheit und Spielen und Gelächter, schienen die Visionen in der Kristallkugel nur verblassende Bilder zu sein, nicht mehr.

"Aber ich sage dir, dieses Truthahn-Dinner sah großartig aus. Es hat mir richtig Hunger gemacht", sagte Brad. "Ich schwöre, ich konnte den Truthahn fast riechen. Obwohl ich, wenn ich darüber nachdenke, nicht sicher bin, ob diese In. diese amerikanischen Ureinwohner sich zum Essen hinsetzen wollten. Sie hatten Beile und sahen sehr wütend aus."

...

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