Dschungel der Gefühle

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
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E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5517-1 (ISBN)
 
Bei einem Ausflug in den Dschungel entkommt Lucy nur knapp dem Angriff eines Jaguars. In den Armen ihres Retters fleht sie insgeheim, dass Joaquin die Lüge in ihren Augen nicht lesen kann - sondern nur das heiße Verlangen, das sein begehrlicher Blick weckt ...
  • Deutsch
  • 1,89 MB
978-3-7337-5517-1 (9783733755171)
3733755170 (3733755170)

1. KAPITEL

"Ich kann mich doch nicht für dich ausgeben", sagte Lucy ungläubig.

"Warum denn nicht?", fragte Cindy leicht gereizt. "Guatemala liegt am anderen Ende der Welt, und Fidelio Paez kennt mich nicht persönlich. Er weiß noch nicht einmal, dass ich eine Schwester habe, schon gar nicht eine Zwillingsschwester."

"Aber weshalb kannst du ihm nicht schreiben, du könntest ihn momentan nicht besuchen?" Lucy fühlte sich unbehaglich. Sie verstand nicht, warum ihre Schwester um eine simple Einladung so viel Aufhebens machte.

"Ich wünschte, es wäre so einfach."

"Du willst in einem Monat heiraten", erinnerte Lucy sie sanft. "Das ist doch eine gute Erklärung."

"Ach, du verstehst das alles nicht. Fidelio hat mir nicht selbst geschrieben, sondern sein Nachbar hat sich eingemischt. Er heißt Del Castillo. Er verlangt, dass ich komme und eine Zeit lang dort bleibe ."

"Was geht ihn das denn an?"

Cindy blickte sie gequält an. "Er glaubt, als Fidelios Schwiegertochter und einzige lebende Verwandte sei ich es dem alten Mann schuldig."

"Aber warum?" Unter anderen Umständen hätte Lucy Verständnis für eine solche Bitte gehabt, doch da Cindy nur sehr kurz verheiratet gewesen war und es schon fünf Jahre her war, machte das alles keinen Sinn.

Während ihres Aufenthalts in Los Angeles hatte Cindy eine romantische Affäre mit dem Sohn eines reichen Ranchers aus Guatemala gehabt und ihn geheiratet. Doch wenige Tage nach der Hochzeit war Mario Paez völlig überraschend an einem Herzinfarkt gestorben. Damals waren weite Teile Guatemalas nach heftigen Regenfällen überschwemmt. Das ganze Kommunikationsnetz war zusammengebrochen, und Cindy war es nicht gelungen, Marios Vater rechtzeitig vor der Beerdigung zu informieren. Deshalb hatte sie ohne den älteren Mann stattgefunden, und Cindy war unmittelbar danach nach London zurückgeflogen.

"Du hast nie erwähnt, dass du noch mit Marios Vater Kontakt hast." In Lucys veilchenblauen Augen leuchtete es anerkennend auf.

Cindy errötete. "Ich dachte, es sei das Mindeste, was ich tun könnte, und da Fidelio krank ist ."

"Er ist krank?", unterbrach Lucy sie bestürzt. "Ist es etwas Ernstes?"

"Ja. Einem Sterbenden kann ich doch nicht mitteilen, ich könne ihn nicht besuchen, weil ich wieder heiraten will."

Das wäre wirklich eine gefühllose Reaktion, stimmte Lucy ihrer Schwester insgeheim zu.

"Sein Nachbar hat mir sogar das Flugticket geschickt. Aber selbst wenn ich nicht vorhätte, Roger zu heiraten, würde ich nicht hinfliegen", gestand Cindy ein. "Ich kann kranke Menschen nicht ertragen. Das weißt du doch."

Lucy senkte den Kopf und unterdrückte ein Seufzen. Leider hatte ihre Zwillingsschwester recht. Als ihre Mutter krank geworden war, hatte Cindy sich nicht an der Pflege beteiligt. Andererseits hatte sie finanziell geholfen und damit ein großes Problem gelöst. Lucy hatte ihren Job aufgeben müssen und ihre Mutter monatelang betreut. Und Cindy hatte für die beiden ein kleines Apartment in der Nähe des Krankenhauses gekauft, wo ihre Mutter regelmäßig ambulant behandelt worden war. Jetzt sollte die Wohnung wieder verkauft werden.

"Du würdest gut mit Fidelio zurechtkommen", versuchte Cindy ihre Schwester zu überzeugen. "Mit Mom bist du doch auch so liebevoll umgegangen."

"Es wäre nicht richtig, Fidelio Paez so zu täuschen, finde ich", wandte Lucy ein. "Am besten besprichst du es mal mit Roger ."

"Roger? Das ist ganz unmöglich!" Cindy durchquerte den Raum und packte ihre Schwester an den Händen. "Wenn Roger wüsste, wie viel ich Fidelio verdanke, würde er wahrscheinlich vorschlagen, die Hochzeit abzusagen, damit ich zu dem alten Mann fliegen könnte. Und das wäre für mich unerträglich."

Lucy sah ihre Schwester irritiert an. "Was verdankst du ihm denn?"

"Na ja, über die Jahre hinweg . hat er mir viel Geld geschickt", gab Cindy unbehaglich zu.

"Warum hat Marios Vater das getan?" Lucy zog die Augenbrauen zusammen. Soweit sie wusste, hatte Cindy selbst genug verdient und sich alles erlauben können.

"Es gibt keinen Grund, warum er es nicht hätte tun sollen", entgegnete Cindy beinah aggressiv. "Er ist sehr reich, und er hat sonst keine Verwandten." Sie atmete tief ein. "Obwohl Fidelio mich oft eingeladen hat, habe ich ihn nie besucht. Und als er vor zwei Jahren hierher kommen wollte, habe ich eine Ausrede erfunden."

Lucy war schockiert. "Du liebe Zeit, warum das denn?"

Cindy verzog das Gesicht und zuckte die Schultern. "Ich bin nicht so lieb und nett wie du, Lucy", antwortete sie leise und wischte sich ärgerlich die Tränen weg, die ihr plötzlich über die Wangen liefen. "Es hätte mir keinen Spaß gemacht, mich irgendwo auf einer einsamen Ranch mit einem alten Mann zu unterhalten. Und warum hätte ich mich hier in London mit ihm belasten sollen? Ich hatte mir jedoch ernsthaft vorgenommen, ihn irgendwann einmal zu besuchen. Momentan ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig."

"Ja", stimmte Lucy zu. Ihr war jetzt klar, warum ihre Schwester so ein schlechtes Gewissen hatte.

"Roger weiß nichts von Fidelio, und er soll auch von dem Geld nichts erfahren. Es würde ihm sicher nicht gefallen, dass ich immer nur genommen und nie etwas gegeben habe." Cindy biss sich auf die Lippe, und in ihren Augen schimmerten schon wieder Tränen. "Roger weiß längst nicht alles über meine Vergangenheit, Lucy. Ich habe ganz neu angefangen, als ich mich letztes Jahr bei dir und Mom wieder gemeldet habe. Seitdem habe ich auch von Fidelio nichts mehr bekommen ."

"Es ist doch okay", sagte Lucy sanft.

"Okay ist es erst, wenn du an meiner Stelle nach Guatemala fliegst. Ich weiß, ich erwarte viel von dir", fuhr Cindy angespannt fort. "Ich brauche jedoch deine Hilfe, Lucy. Und wenn du mir diesen einen Gefallen tust, werde ich für immer deine beste Freundin sein, das schwöre ich." Sie umarmte ihre Schwester überschwänglich.

"Cindy, ich .", begann Lucy bewegt, denn normalerweise zeigte Cindy keine Gefühle.

Die Zwillinge waren mit sieben Jahren nach der Scheidung der Eltern getrennt worden und hatten sich fünfzehn Jahre nicht gesehen. Erst vor kurzem hatte Lucy Gelegenheit gehabt, ihre Schwester besser kennen zu lernen. Die Annäherung war nicht leicht gewesen war. Lucy war ein sehr offener Mensch, während Cindy ziemlich verschlossen war, und ihre Lebensweisen und Interessen waren so unterschiedlich, dass es schwierig gewesen war, nach all den Jahren eine gemeinsame Basis zu finden.

Doch jetzt hatte Cindy sich Lucy endlich anvertraut und bat sie um Hilfe. Dass ihre überaus glamouröse und erfolgreiche Schwester sie brauchte, überraschte Lucy. Es machte sie aber auch stolz. Als die ruhigere und weniger selbstständige der Zwillingsschwestern war Lucy verzweifelt gewesen, als die lebhafte und dominante Cindy aus ihrem Leben verschwunden war. Jetzt rief Cindys Bitte um Hilfe tiefes Mitgefühl in ihr wach. Lucy verdrängte die durchaus berechtigten Zweifel und Bedenken und entschloss sich, ihrer Schwester die Bitte zu erfüllen.

Erleichtert über Lucys Zusage, betrachtete Cindy sie aufmerksam. Für eineiige Zwillinge waren sie sehr verschieden. Lucy benutzte kein Make-up und band das lange und gelockte aschblonde Haar im Nacken zusammen. Sie trug einen knöchellangen Rock und eine sportliche Bluse, dazu sportliche Schuhe mit flachen Absätzen.

"Letztes Jahr habe ich Fidelio ein Foto von mir geschickt, deshalb müssen wir dich so verändern, dass die Sache glaubhaft wird", erklärte Cindy.

Lucy stand da und fühlte sich wie betäubt. Plötzlich fragte sie sich, wie sie sich damit hatte einverstanden erklären können, sich für ihre Schwester auszugeben. Sie konnte sich nicht vorstellen, jemals so gut auszusehen wie Cindy, die wie ein Model wirkte und ihre perfekte Figur gern betonte. Das heller gefärbte und geglättete Haar fiel ihr weit über den Rücken. Alles an Cindy war perfekt, wie Lucy sich eingestand.

Vor der schäbigen Kneipe, die nicht viel mehr als eine Bretterbude mit einem Blechdach war, band ein runzeliger kleiner Mann in einem Poncho sein Pferd an einen Pfahl und ging hinein. Er gesellte sich zu den kräftigen Cowboys, die an der Bar standen, und innerhalb weniger Sekunden starrte er Lucy genauso an wie alle anderen. In dem zerknitterten pinkfarbenen Designerkostüm und den hochhackigen Schuhen bot sie in diesem abgelegenen Vorposten in dem guatemaltekischen Petén einen seltenen Anblick.

Es war unerträglich heiß und feucht. Lucy presste das zusammengeknüllte Papiertaschentuch an die feuchte Stirn und betrachtete schweigend und gequält den altersschwachen Tisch. Cindy hatte darauf bestanden, dass sie sich elegant kleidete, um den alten Mann zu beeindrucken. Doch das Outfit war viel zu unbequem und zu auffallend, und Lucy fühlte sich darin nicht wohl. Außerdem taten ihr die Füße in den schrecklichen Schuhen weh, die ihr wie Folterinstrumente vorkamen.

Am Tag zuvor war sie in Guatemala City angekommen und nach Flores weitergeflogen, wo sie in einem kleinen Hotel übernachtet hatte. Sie hatte damit gerechnet, dort abgeholt zu werden. Doch sie hatte die Nachricht vorgefunden, man würde sie an der Straßenkreuzung von San Angelita erwarten. Nachdem das uralte und klapprige Taxi den Highway verlassen hatte, war die Landschaft immer eintöniger geworden, und die Straße war schon bald nichts anderes als ein schmutziger, ausgefahrener und staubiger Pfad gewesen. Nach einer...

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