Wilder Retter meines Herzens

 
 
dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. August 2020
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96087-767-7 (ISBN)
 

Sie geloben sich zu lieben, zu ehren und zu schätzen ... und lernen sich dann kennen Der neue historische Roman von Erfolgsautorin Anne Gracie

Faith Merridew lässt ihr ganzes Leben hinter sich für jenen Mann, den sie für die Liebe ihres Lebens hält. Doch statt sie zu heiraten zerstört er ihren guten Namen und ihre Träume auf einen Schlag. In einem Moment größter Not begegnet ihr Nicholas Blacklock, ein Kriegsveteran, der ihr anbietet, ihren Ruf mit einer Zweck-Ehe zu retten.

Der verbitterte Soldat Nick verbirgt ein tödliches Geheimnis. Aus genau diesem Grund versucht er seine Zukünftige auf Distanz zu halten. Doch obwohl Nick mit einem einzigen Wort ganze Legionen kommandiert, werden seine Anweisungen von seiner Braut starrköpfig ignoriert. Und als die beiden sich näher kennenlernen, bringt Faith in ihm Dinge hervor, die er lange für tot hielt: Sanftmut, Freude und ... Liebe. Kann sie sein Schicksal, das er für in Stein gemeißelt hielt, ändern?

Erste Leserstimmen "genau richtig für verregnete Sonntage im Winter oder für Sonnenstunden am Strand" "ein ungewöhnlicher und interessanter Historical-Roman" "Romantiker werden sicherlich ihre wahre Freude an dem neuen Historical der Autorin haben" "für Fans von Julia Quinn und Patricia Cabot" "ich liebe den Schreibstil der Autorin, einfach wundervoll"

Weitere Titel dieser Reihe Eine verhängnisvolle Versuchung (ISBN: 9783960874492) Die wilde Rose (ISBN: 9783960873396) Eine Sehnsucht im Herzen (ISBN: 9783960874966) Verführt von einem Herzensbrecher (ISBN: 9783960875826) Ein verräterisches Herz (ISBN: 9783960876359) Ein gewagtes Angebot (ISBN: 9783960876526) Lord Everhams Spiel um die Liebe (ISBN: 9783960874676)

Anne Gracie ist die preisgekrönte Autorin von 19 Werken, die bei Berkley USA, Penguin Australia und Harlequin International veröffentlicht wurden. Sie ist eine nationale Bestsellerautorin in den USA und ihre Regency-Liebesromane wurden in mehr als 18 Sprachen übersetzt, inklusive japanischer Manga-Editionen (was sie ziemlich cool findet). Als lebenslange Verfechterin weltumfassender Alphabetisierung schreibt sie auch Lese-Lern-Bücher für Erwachsene.

1. Kapitel


Lang und beschwerlich ist der Weg, der aus der Hölle zum Licht führt.

-John Milton-

In der Nähe von Calais, Frankreich, September 1818

Stimmen. Da waren Stimmen in der Dunkelheit, irgendwo in den Dünen. Männerstimmen.

Faith Merridew setzte sich auf. Ein Licht tanzte oberhalb von ihr über den Sand. Es bewegte sich langsam und stockend auf ihr Versteck zu.

"Où es-tu, ma jolie poulette? Wo bist du, mein hübsches Schätzchen?" Der Mann, wer immer er auch sein mochte, klang betrunken.

Sie hörte, wie eine andere Person im Dunkeln stolperte und in einen der niedrigen Sträucher stürzte, die auf den Dünen wuchsen. Er fluchte. "Bist du sicher, dass sie dort ist?", fragte er auf Französisch.

"Oui. Ich habe sie hineingehen und nicht wieder herauskommen sehen. Sie wartet in ihrem gemütlichen Nest auf uns." Der Sprecher lachte heiser auf, zwei andere Männer stimmten in sein Gelächter ein. Drei Männer also, wenn nicht noch mehr.

Faith wollte nicht abwarten, bis sie darüber Gewissheit hatte. Sie packte ihren handgewebten Wollumhang und ihr Retikül, duckte sich und fing an zu laufen, so schnell sie konnte.

Hinter ihr lag die Stadt und vor ihr - wer wusste das schon? Sie hatte jedoch nicht vor, in die Stadt zurückzukehren, schon gar nicht bei Nacht. Die Stadt bot ihr auch keine Zuflucht, das hatte sie bereits auf unangenehme Weise zu spüren bekommen. Die Stadt war voll von Männern wie diesen hier. Männer, die sie überhaupt erst dazu gebracht hatten, sich in den Dünen zu verstecken.

Es gab keine Alternative. Sie lief auf den Strand zu.

"Là-bas! Da unten!" Sie hatten sie entdeckt und nahmen die Verfolgung auf.

Es gab keinen Grund mehr, sich möglichst lautlos zu verhalten. Sie fing an zu rennen, quer durch die struppigen Büsche und das Dünengras. Ihr Rock blieb an kleinen Ästen und spitzen Dornen hängen. Faith zerrte ihn frei, raffte ihn hoch und rannte weiter. Die Dornen zerkratzten ihre Beine, doch sie merkte es nicht. Hinter ihr trampelten die Männer durch das Gestrüpp, der Abstand zwischen ihnen und Faith verringerte sich.

In diesem Moment stolperte sie über eine Wurzel und stürzte. Ein greller Schmerz durchzuckte ihr Gesicht. Einen Moment lang versuchte sie vergeblich zu atmen, doch dann strömte die Luft wieder in ihre Lungen, und Faith richtete sich mühsam auf.

Sie lauschte in die Richtung, wo sie ihre Verfolger vermutete, und in dem Moment hörte sie etwas anderes. Musik. Leise, aber ganz in der Nähe.

Wo Musik war, waren auch Menschen. Menschen, die ihr vielleicht helfen würden. Oder auch nicht. Vielleicht waren sie ja wie die Männer in der Stadt oder wie die, die sie jetzt verfolgten.

Ihr blieb keine andere Wahl. Sie konnte sich nicht einfach wie ein Hase von der Meute jagen lassen. Sie musste es riskieren. Sie würde weiterrennen, geradewegs auf die Musik zu, und beten, dass sie dort Rettung fand.

In der Musik hatte sie schon einmal Zuflucht gesucht. Und letztlich war sie ihr Untergang gewesen.

Um noch schneller laufen zu können, rannte sie jetzt über den offenen Strand auf das Meer zu, dorthin, wo der Sand am festesten war. Bei jedem Schritt schmerzte ihr Knöchel unerträglich. Sie hörte Schreie hinter sich, als ihre Verfolger sie entdeckten. Faith rannte, rannte um ihr Leben, immer weiter in die Richtung, aus der die Musik ertönte.

Ihre schweren Stiefel behinderten sie. Im dornigen Gestrüpp hatten sie ihre Füße geschützt - ihre eigenen dünnen Schuhe hätten das nie vermocht -, aber jetzt sog der Sand förmlich an ihnen. Faith hatte keine Zeit, stehen zu bleiben und die Stiefel auszuziehen. Ihr Atem ging keuchend, sie verspürte Stiche in der Seite, aber sie achtete nicht darauf.

Sie umrundete eine kleine Landzunge. Ein Feuer flackerte am Fuß der Dünen. Schwer atmend rannte sie darauf zu. Ein Lagerfeuer mit einem Kessel darüber. Fischer?

Eine einsame Gestalt saß am Feuer und spielte leise auf der Gitarre - eine spanisch anmutende Weise, die wie perlendes Wasser oder Wein in die Nacht hinausströmte. Ein Mann. Ein Zigeuner? Ein riesiger Hund erhob sich aus dem Schatten. Faith erstarrte. In der vergangenen Woche waren bereits zweimal Hunde auf sie gehetzt worden. Dieser hier war so groß, dass er ihr sicher mühelos die Kehle durchbeißen konnte.

"Là-bas!" Ihre Verfolger stürmten um die Landzunge herum. Nichts, nicht einmal ein Höllenhund, konnte schlimmer sein als das, was diese Männer vorhatten. Das schiere Entsetzen trieb sie weiter voran.

"Aidez-moi!", keuchte sie, als sie auf den Mann zu stolperte. "Aidez-moi, je vous implore! Helfen Sie mir, ich flehe Sie an!"

Die Musik verstummte. Aus dem leisen Knurren des Hundes wurde wütendes Gebell.

"Aus, Wulf!" Das tiefe Bellen hörte augenblicklich auf, obwohl der Hund weiter knurrte.

"Aidez-moi!", wiederholte sie mit letzter Kraft, kaum lauter als ein Flüstern.

Doch der Mann hatte sie gehört. Er streckte die Hand nach ihr aus. Ein Rettungsanker! "Viens ici, petite", war alles, was er sagte. "Komm her, Kleine."

Seine Stimme klang tief, ruhig und sicher, und sie schien irgendetwas tief in Faiths Innern anzusprechen. Und so, trotz der Tatsache, dass sie sein Gesicht nicht sehen konnte, trotz des knurrenden Ungeheuers an seiner Seite, nahm sie ihre letzte Kraft zusammen und schwankte auf ihn zu. Er war so groß und stark, und sie fand, dass seine Stimme fest und zuversichtlich klang. Er konnte kaum grausamer sein als die, die hinter ihr her waren, und außerdem war sie mit ihren Kräften am Ende.

Wieder verfing sich ihre Stiefelspitze im Gestrüpp. Sie knickte mit ihrem verletzten Knöchel um und prallte gegen den Mann. Er hielt sie zwar fest an seine Brust gedrückt, aber durch die Wucht des Aufpralls verlor er das Gleichgewicht und fiel rücklings in den Sand.

Einen Moment lang lag sie erschöpft und nach Luft ringend auf seiner breiten, festen Brust. Der Mann rührte sich nicht, als hätte ihm der Sturz ebenfalls den Atem verschlagen. Er hatte die Arme um sie geschlungen, und sie spürte seine harten, kräftigen Muskeln. Er roch frisch und sauber, nach Salz, Rauch und Seife.

Der Hund bellte wieder, doch jetzt wurde seine Aufmerksamkeit in die Dunkelheit gelenkt. Ihre Verfolger mussten fast hier sein.

Während Faith sich mühsam aufrichtete, suchte sie nach den richtigen französischen Worten, um ihm alles erklären und ihn um Hilfe bitten zu können. Aber nicht ein einziges Wort wollte ihr einfallen. Sie kniete sich neben ihn in den Sand und versuchte angestrengt, sich zu konzentrieren.

Seine Gesichtszüge lagen im Schatten. "Mademoiselle?", fragte er beinahe schroff.

Sie öffnete hilflos den Mund - und schloss ihn wieder. "Es tut mir leid, es tut mir so leid", flüsterte sie auf Englisch. "Mir fallen die Worte einfach nicht ein. O Gott!"

"Sie sind Engländerin!", entfuhr es ihm, und er stand abrupt auf. Er kam ihr unglaublich groß vor.

Faith nickte. "Ja. Ja, das bin ich. Und Sie .?" Seine Worte durchdrangen endlich den Nebel in ihrem Gehirn. Er war ebenfalls Engländer.

"Gott sei Dank. Gott sei Dank!", hauchte sie, obwohl ihr schleierhaft war, warum sie sich bei ihm sicherer fühlen sollte, nur weil er sauber und noch dazu Engländer war. Und doch war es irgendwie so.

Der Hund fing erneut wütend zu bellen an, und Faith riss sich zusammen. "Diese Männer werden jeden Moment hier sein ."

Er wandte den Blick nicht von ihr ab, bückte sich und streckte die Hand nach ihr aus. "Können Sie aufstehen?" Ganz am Rande nahm sie wahr, dass er ohne jeglichen Akzent sprach, genau wie ein Gentleman.

Sie nickte, obwohl sie am ganzen Leib zitterte, und er half ihr mit festem Griff, auf die Beine zu kommen. Ängstlich starrte sie in die Dunkelheit. Der Hund knurrte und fletschte die Zähne. Er spürte eindeutig ihre Verfolger, obwohl die sehr leise geworden waren. "Genug, Wulf!" Der Hund gehorchte, und Stille breitete sich aus.

Vor dem schimmernden Hintergrund des Meeres zeichneten sich undeutlich drei Gestalten ab.

"Sie sind hinter mir her."

"Das habe ich bereits vermutet. Aber warum? Haben Sie ihnen etwas gestohlen?"

"Nein!", widersprach sie empört. "Sie wollen . Sie glauben . Sie denken, ich wäre ."

Er betrachtete sie mit einem kühlen, abschätzenden Blick. "Ich verstehe", erwiderte er knapp.

Er dachte das Gleiche wie die Männer, das hörte sie seinem Tonfall an. Sie senkte den Kopf, zu gedemütigt, um sprechen zu können.

"Setzen Sie sich dorthin, ans Feuer. Ich kümmere mich um sie."

"Aber es sind drei Männer! Vielleicht sogar noch mehr!"

Er lächelte beinahe grausam und entblößte dabei schimmernde Zähne. "Gut."

Gut? Faith wünschte, sie hätte seine Gesichtszüge deutlicher sehen können. Was meinte er bloß damit - gut?

Aus der Dunkelheit ertönte eine raue Männerstimme auf Französisch. "He, Sie da! Die Frau gehört uns."

"Oui, geben Sie sie uns zurück, dann machen wir auch keine Schwierigkeiten", fügte ein anderer hinzu.

Der große Mann antwortete ebenfalls auf Französisch. "Die Frau gehört mir." Der Hund knurrte, als wollte er diese Worte noch unterstreichen.

Die Frau gehört mir. Das unerbittliche Feststellen einer Tatsache. Faith erschauerte. Musste sie jetzt vor vier Männern fliehen, anstatt vor drei? Sie sah zu ihm auf, eine große, gesichtslose Silhouette vor dem Feuer. Ihr Zorn regte sich. Sie gehörte keinem...

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