Spiel zweier Herzen

 
 
Die Merridew Ladies-Reihe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2020
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96817-162-3 (ISBN)
 

Sie ist nur einen Herzensbrecher von der Freiheit entfernt ... Der historische Liebesroman für Fans von Michelle Willingham

England, 1816: Das Schicksal hat die Merridew-Schwestern mit Schönheit beschenkt - das heißt, alle, bis auf die Älteste. Aber Prudence hegt keinen Groll, denn sie liebt ihre Schwestern unendlich. Als ihr grausamer Großvater mit einer Verletzung im Bett liegt, beginnt sie einen genialen Plan auszuhecken, der es allen fünf Schwestern ermöglichen soll, den Fängen ihres Erziehungsberechtigten zu entkommen. Und alles, was es braucht, ist ein kleines bisschen eheliche Täuschung.

Der berüchtigte Herzensbrecher Gideon hat seine eigene Art, Damen in Ohnmacht zu versetzen. Doch als Prudence vor seiner Haustür steht und ihn mit seinem Vetter, dem Herzog, verwechselt, ist es Gideon, der verzaubert ist. Die entzückende Lady behauptet, sie und der Herzog seien verlobt. Trotz der Lügen ist Gideon von der charmanten Lady so angetan, dass er in ihr Spiel einsteigt und sich dabei den ein oder anderen Kuss stiehlt ...

Erste Leserstimmen "Eine rundum charmante und berührende historical Romance." "Die Liebesgeschichte zwischen Prudence und Gideon war mein Highlight des Romans, aber auch die Rahmenhandlung hat mich wunderbar unterhalten!" "Warmherziger historischer Liebesroman mit intelligenten, spritzigen Dialogen." "Genau die Richtige Mischung aus Witz, Romantik und Drama!"

  • Deutsch
dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
  • 1,06 MB
978-3-96817-162-3 (9783968171623)
Anne Gracie ist die preisgekrönte Autorin von 19 Werken, die bei Berkley USA, Penguin Australia und Harlequin International veröffentlicht wurden. Sie ist eine nationale Bestsellerautorin in den USA und ihre Regency-Liebesromane wurden in mehr als 18 Sprachen übersetzt, inklusive japanischer Manga-Editionen (was sie ziemlich cool findet). Als lebenslange Verfechterin weltumfassender Alphabetisierung schreibt sie auch Lese-Lern-Bücher für Erwachsene.

1. Kapitel


Unser Schicksal steht nicht in den Sternen geschrieben, sondern in uns selbst.

William Shakespeare

Dereham Court, Norfolk, England, 1816

"Prue! Prue! Komm schnell. Er schlägt wieder Grace, diesmal auf dem Dachboden!" Die siebzehnjährige Hope stürmte aufgelöst in das Zimmer. Ihre Zwillingsschwester Faith war mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen direkt hinter ihr.

Prudence Merridew schrak von ihrer Arbeit über dem Haushaltsbuch hoch. Der Federhalter, den sie in der Hand gehalten hatte, fiel unbeachtet auf die Seite und verspritzte dabei mehrere Tintenflecke. Eilig verließ sie den Raum, dicht gefolgt von ihren Schwestern.

"Was war diesmal der Auslöser?", erkundigte sich Prudence im Laufen über ihre Schulter.

"Ich weiß nicht. Charity sagt, er habe sie auf dem Dachboden gefunden, als sie gerade ein Geschenk für deinen Geburtstag bastelte", antwortete Hope keuchend.

"Charity hat versucht, ihn aufzuhalten", warf Faith ein. "Aber er hat sie auch geschlagen."

Ihre Zwillingsschwester fügte hinzu: "Ich wollte ebenfalls hochgehen und es versuchen, aber ich konnte das hier nicht rechtzeitig aufbekommen." Sie deutete auf ihr linkes Handgelenk. Es zeigte die Schürfspuren von Stricken. "Außerdem hat er die Tür abgeschlossen. Charity hat gesagt, ich sollte dich und die Schlüssel holen."

"Ja, ich habe sie. James! James!", rief Prue nach ihrem jungen, kräftigen Lakaien. Sie rannte die Treppe empor, wobei sie immer zwei Stufen auf einmal nahm. Auf dem zweiten Treppenabsatz hatte der Diener die jungen Mädchen eingeholt.

"Lord Dereham schlägt Grace auf dem Dachboden. Schnell!", drängte ihn Prudence. Sie erreichten den dritten Treppenabsatz und nahmen die schmaleren Stufen, die zu den Dienstbotenquartieren und dann auf den Dachboden führten. Die neunzehnjährige Charity saß auf den obersten Stufen und hielt sich mit einer Hand ihre Wange.

"Oh Prue! Ich habe versucht ."

Prudence zog sacht die Hand ihrer Schwester weg. Zwei leuchtend rote Striemen verunstalteten die ansonsten makellose Reinheit von Charitys hellem Teint. Prue biss sich auf die Lippe. Charity war immer so sanftmütig und gut!

"Es war sehr tapfer von dir, es zu versuchen, Liebes!"

Sie schaute zu Faith, der furchtsamsten ihrer Schwestern. Sie zitterte am ganzen Körper wie Espenlaub, aber sie war dennoch gekommen, sich Großvater in einem seiner Wutanfälle entgegenzustellen. "Faith, nimm Charity mit nach unten in mein Zimmer. Hol von Mrs. Burton Salbe und etwas zum Einreiben. Charity, fort mit dir und lass deine Wange versorgen. Und bereite alles für Grace vor."

Die beiden jungen Mädchen stiegen die Treppe vorsichtig hinab, und Prudence rief ihnen nach: "Sobald Hope und Grace bei euch sind, schließt die Tür ab und macht niemandem außer mir auf."

Sie hasteten weiter nach oben. Als sie am letzten Absatz ankamen, blieb Prudence stehen. "Wir werden möglichst lautlos hineingehen, dann stürze ich mich auf ihn. Genau in dem Augenblick nehmen Sie, James, Miss Grace und bringen sie in Sicherheit."

"Sie können sich auf mich verlassen, Miss Prue!", erklärte der große Lakai mit grimmiger Entschlossenheit.

Prue nickte. "Danke. Ich weiß nicht, welche Folgen dies hier nach sich ziehen wird, aber ich werde dafür sorgen, dass Sie keinen Nachteil davon haben, James. Das verspreche ich."

"Aber Prue, er ist außer sich vor Wut!", rief Hope. "Er wird dich auch schlagen."

"Aye, Miss Prue, besser ich werfe mich auf ihn." In James' Augen glomm ein rebellisches Funkeln. "Ich bin größer als Sie."

"Nein, er wird Sie dafür deportieren oder hängen lassen! Wenn er mich schlägt, dann schlage ich zurück!", erwiderte Prue wild entschlossen. "Ich habe endgültig genug von diesen abscheulichen Wutanfällen und seinen Einschüchterungsversuchen. Ich bin beinahe einundzwanzig und wenn ich volljährig bin ." Sie brach ab, da sie die Dachbodentür erreicht hatten, und senkte ihre Stimme zu einem Flüstern: "Hope, du musst mit Grace in Faiths Zimmer gehen. Und bleib da."

"Nein! Ich will dir helfen. Ich hasse ihn, Pru ."

"Ich weiß, Liebes, aber du kannst mir besser helfen, indem du Grace wegbringst und sie tröstest."

Hope öffnete ihren Mund, um zu widersprechen, Prudence hingegen hielt ihre Hand hoch, um sie zur Stille zu mahnen. Sie schob den Schlüssel ins Schlüsselloch, drehte ihn herum und öffnete die schmale Tür, kaum größer als eine Schranktür. Es bestand keine Notwendigkeit, sich heimlich anzuschleichen. Ihr Großvater brüllte, heiser vor Wut, völlig taub für knarrende Türangeln oder Ähnliches. Er stand über eine kleine, zusammengekauerte Gestalt gebeugt.

"Du schmierige kleine Heidin!" Die Peitsche sauste auf sie nieder. "Das ist Götzendienerei!" Wieder war das Knallen der Reitpeitsche zu hören. "Widerliche Gotteslästerung!" Erneut schlug er zu.

Nach jeder wütenden Anschuldigung ließ er seinen sehnigen Arm mit all der Kraft, die er aufbringen konnte, niedersausen. Die Reitgerte zischte hässlich. Die zehnjährige Grace hatte sich auf dem Boden zusammengerollt; die Hände schützend über den Kopf gelegt, versuchte sie, sich so klein wie möglich zu machen.

Prudence schoss durch den Raum wie eine kleine, wütende Kanonenkugel. "Lass meine Schwester in Ruhe, du ekelhafter Tyrann!" Sie warf sich auf ihn, stieß ihn mit aller Kraft zur Seite, denn sie war nicht sonderlich groß. Ihr Großvater dagegen war zwar weit über sechzig, aber über sechs Fuß groß, und sein Körper war schlank und kräftig, da er viel Zeit auf der Jagd und beim Angeln verbrachte.

Und mit dem Schlagen kleiner Mädchen.

Er taumelte, aus dem Gleichgewicht gebracht. Prudence nutzte seinen unsicheren Stand aus und versetzte ihm einen weiteren kräftigen Stoß. Er stolperte über eine Truhe, aus der alte Kleider quollen - für die Verkleidungsspiele von Grace und den Zwillingen -, und fiel hin. Einen Moment lag er um Atem ringend auf dem Boden ausgestreckt inmitten von verblasstem Brokat und mottenzerfressener Spitze.

Wie Prudence ihn angewiesen hatte, hob James Grace auf seine Arme und trug sie aus dem Raum. Hope zögerte.

"Geh!", zischte ihr Prudence zu. "Schnell!" Die Schwester verschwand.

Ihr Großvater rappelte sich aus den alten Kleidern auf. Sein Gesicht war dunkelrot vor Zorn. Geschwollene Adern standen sichtbar auf seiner Stirn, schaumige Spucke hing an seinen Lippen. "Du dreistes Luder! Ich werde dich Mores lehren!" Er nahm seine Reitgerte und kam auf Prudence zu.

Sie betrachtete ihn verächtlich. "Wie kannst du es wagen, mit diesem grässlichen Ding auf ein kleines Mädchen loszugehen!", hielt sie ihm vor.

"Das kleine Heidengör war mit etwas Gotteslästerlichem, Bösem beschäftigt, und ich werde es ihr mit der Peitsche austreiben, mein Wort darauf."

Gotteslästerliches? Böses? Prudence schaute auf den dreibeinigen Tisch, an dem Grace heimlich gearbeitet hatte. Darauf lagen ein Retikül aus Pappe und ein paar ältere Ausgaben eines Modemagazins, die ihre Nachbarin Mrs. Otterbury den Mädchen heimlich hatte zukommen lassen. Damals hatten sie alle die Modeartikel in ägyptischem Stil bestaunt, die in einer der Zeitschriften vorgestellt wurden - verziert mit merkwürdigen, fremdartigen Wesen wie der Sphinx und anderen Kreaturen, halb Mensch, halb Tier.

Ein Funke Schuldgefühl wallte in Prudence auf, als sie sich daran erinnerte, wie sehr sie diesen ägyptischen Stil bewundert hatte. Grace hatte diese "gotteslästerlichen und bösen" Bilder verwendet, um das Retikül aus fester Pappe zu verzieren. Ihre kleine Schwester war dafür geschlagen worden, dass sie Prudence ein Geburtstagsgeschenk gebastelt hatte.

"Es ist keine widerliche Götzendienerei, sondern nur eine Modelaune. Grace ist doch nur ein Kind! Diese Muster sind einfach nur ausgefallene Verzierungen."

"Sie sind gotteslästerlich, und das . das Ding, das sie gemacht hat, trägt das Zeichen des Teufels. Es muss verbrannt werden, und sie muss gereinigt werden. Ich prügele das Böse aus ihr heraus und wenn es das Letzte ist, was ich tue!" Er fegte die Zeitschriften und das Retikül vom Tisch, sodass es auf dem Boden landete.

Prudence lief hin, hob das Retikül auf und barg es an ihrer Brust. "In Grace ist kein Funke Böses. Sie ist ein liebes, süßes Kind und ."

"Sie trägt das Jezebel-Mal, so wie du auch!"

Prudence strich sich ihre feurigen Locken aus der Stirn. "Es ist kein Jezebel-Mal! Es sind einfach nur Haare, Großvater! Grace und ich können nichts für unsere Haarfarbe. Unsere Mutter hatte rotes Haar."

Der alte Mann stieß ein wütendes Knurren aus und schlug mit der Gerte nach Prudence. "Ich habe dir ausdrücklich verboten, dieses Flittchen unter meinem Dach zu erwähnen! Sie war eine schamlose Jezebel, die meinen Sohn verhext und von mir weggelockt hat, und du und die andere Teufelsgeburt sind mit ihrem Mal gezeichnet! Aus dir habe ich vielleicht noch nicht alles Böse herausprügeln können, aber ich werde dafür sorgen ."

Prudence unterbrach ihn: "Wenn du jemals wieder auch nur einen Finger an sie legst, geschweige denn die ganze Hand, oder an Hope oder eine andere meiner Schwestern . dann werde ich . dann werde ich dich umbringen! Hope kann nichts dafür, dass sie Linkshänderin ist, und Graces und mein Haar ist doch nur ein Vorwand! Du bist nichts als ein widerwärtiger alter Tyrann, und ich werde es nicht länger dulden, hast du verstanden?"

"Unverschämtes Gör!", schrie der alte Mann. "Ich bin dein...

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