Daddy, komm zurück!

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. Mai 2018
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-3538-8 (ISBN)
 
Hat Garth eine zweite Chance verdient? Faye hat den heftigen Streit nicht vergessen, nach dem sie ihn vor zwei Jahren verließ. Doch Garth willigt nicht in die Scheidung ein, im Gegenteil: Er will bei Faye einziehen und ihr beweisen, dass nur er ihr vollkommene Erfüllung schenken kann ¿

1. KAPITEL

Garth Clayton war erstaunt. "Was willst du denn hier?"

Faye blickte ihm direkt in die Augen. Seit zwei Jahren leben wir getrennt, und er hat mir noch immer nicht verziehen, dachte sie. Wie soll ich ihm bloß sagen, was ich möchte?

"Willst du mich nicht hereinbitten?", fragte sie.

Er rührte sich nicht. "Als du dieses Haus verlassen hast, hast du geschworen, nie mehr zurückzukommen."

"An jenem Abend haben wir vieles gesagt, was wir nicht so meinten."

"Ich stehe hinter allem, was ich gesagt habe", entgegnete er unnachgiebig.

Er wirkt älter als seine fünfunddreißig Jahre, ging es ihr durch den Kopf.

Um seine Augen hatten sich feine Fältchen eingegraben, und sein Blick hatte im Gegensatz zu früher etwas Düsteres. Er sah aus, als würde er nicht genug essen und schlafen. Trotzdem war er immer noch ein attraktiver Mann, auch wenn er, wie jetzt, die Lippen fest zusammenpresste, was ihn angespannt und verbittert wirken ließ.

Faye wusste, dass sie sich ebenfalls verändert hatte. Aus der naiven, fast noch kindlichen Frau, die sie bei ihrer Heirat gewesen war, war eine Mutter von zwei Kindern geworden, die ihre eigene Meinung hatte und in der Lage war, der starken Persönlichkeit ihres Mannes entgegenzutreten. Heute drückte ihre Haltung Selbstvertrauen aus, was sich auch in den kräftigen Farben widerspiegelte, die sie inzwischen meistens trug. Früher hatte sie zartere Farbtöne bevorzugt.

"Ich möchte mit dir reden", erklärte sie fest.

Er trat einen Schritt zurück, um sie hereinzulassen. Sie spürte seinen Blick, als er ihren neuen Kurzhaarschnitt betrachtete. Faye kleidete sich nicht teuer, aber da sie groß war und eine schlanke Figur hatte, stand ihr fast alles. Der rostrote Blazer und die gleichfarbigen Hosen wirkten elegant, und man sah ihr an, dass sie eine Frau war, die sich in ihrer Haut wohl fühlte.

Garth ging ins Wohnzimmer, und Faye war erstaunt, es noch so vorzufinden wie früher. Als sie damals ging, war er so wütend gewesen, dass sie sicher gewesen war, er würde alle Spuren ihres Zusammenlebens beseitigen. Aber es hatte sich fast nichts verändert. Hier hatten sie ihren letzten Streit gehabt, als sie vergeblich versuchte, ihm zu erklären, warum sie ausziehen wollte.

"Möchtest du etwas trinken?", fragte er.

"Nein, danke, ich muss noch fahren."

Erstaunt zog er die Augenbrauen ein wenig hoch. "Du hast den Führerschein gemacht?"

"Ja, und es war überhaupt kein Problem."

"Dann hast du wohl einen sehr geduldigen Lehrer gefunden", bemerkte er spöttisch.

"Das stimmt", gab sie zu.

Garths erstes Fahrzeug war ein alter LKW aus dritter Hand gewesen, mit dem er seine Karriere als Bauunternehmer begann. Später, als er gut verdiente, hatte er Faye einen teuren Wagen gekauft und versucht, ihr das Fahren beizubringen. Diese Versuche gingen jedoch katastrophal schief. Als sie auszog, fehlte ihr dann das Selbstvertrauen, es noch einmal zu versuchen, und so ließ sie den Wagen zurück.

Beunruhigende Gefühle kamen plötzlich wieder in ihr hoch. Vielleicht hätte sie nicht in dieses luxuriöse Haus zurückkommen sollen, das er zwar "für sie" gebaut hatte, welches jedoch nur seinen eigenen Geschmack widerspiegelte. Hier hatte sie mit Garth das Bett geteilt, aber sonst hatten sie keine Gemeinsamkeiten gehabt. Außerdem hatte sie das neue Haus nie gemocht. Doch wie so oft in ihrer Ehe hatte sie die eigenen Gefühle zurückgestellt und Freude vorgegeben, um ihren Mann glücklich zu machen.

Das lag nun schon lange zurück. Ihre Ehe bestand nur noch auf dem Papier, und Faye stand jetzt auf eigenen Füßen.

Es hatte eine Zeit gegeben, da hatte ihr Herz beim bloßen Gedanken an Garth Clayton schneller geschlagen. Der Mann mit dem dunklen Haar, der strahlenden Erscheinung und seiner ausgesprochen geschmeidigen Art, sich zu bewegen, hatte die Bewunderung der damals achtzehnjährigen Faye erregt. Er arbeitete auf einer Baustelle, an der sie jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit in einem Modehaus vorbeiging. Manchmal blieb sie stehen und betrachtete aus der Ferne, wie er gewandt auf das Gerüst kletterte oder scheinbar mühelos schwere Lasten hob.

Damals war sie noch so naiv, dass sie die Bewunderung für seinen gut gebauten Körper nicht als das Aufflackern von Begierde erkannte. Sie wusste nur, dass sie sich irgendwie bemerkbar machen musste. Als Garth ihr endlich einmal zuzwinkerte, wurde sie rot und ging schnell weiter zur Arbeit. Für den Rest des Tages war sie danach nicht mehr zu gebrauchen. Wenn jemand zu ihr sprach, erwachte sie wie aus einer Trance, und den Kunden gab sie das Wechselgeld falsch heraus. Ihr Chef tadelte sie, aber Faye hörte seine Worte kaum. Sie schwebte im siebten Himmel.

Am nächsten Morgen wartete Garth am Zaun auf sie.

"Ich wollte dich gestern nicht erschrecken", meinte er rau.

"Das hast du nicht. Ich war nur . überrascht."

"Überrascht? Ein hübsches Mädchen wie du?"

Sie konnte es nicht fassen! Er hatte sie hübsch genannt.

Sie gingen ins Kino, aber zu Fayes größter Enttäuschung küsste er sie nicht, sondern legte nur ihre Hand an seine Wange. Sie war unglücklich, weil sie dachte, er fände sie langweilig. Doch er lud sie wieder ein, und bei der dritten Verabredung kam es zum ersten Kuss. Sie dachte damals, es könnte nichts Herrlicheres auf Erden geben.

Doch es gab noch eine Steigerung. Beim Gedanken an ihr erstes Mal, traten ihr auch viel später noch Tränen in die Augen. Der junge Garth verfügte zwar über mehr Kraft als Geschicklichkeit, aber er war liebevoll und zärtlich und behandelte sie wie eine Kostbarkeit.

"Geh noch nicht!", bat er, als sie sich anzog.

"Ich muss jetzt los, sonst verpasse ich den letzten Bus".

"Ich begleite dich, ich will dich noch nicht gehen lassen."

"Aber es fährt sonst kein Bus mehr", wandte sie ein und betete ihn dafür an, dass er sich nicht von ihr trennen wollte.

Zuletzt ging er mit Faye zur Haltestelle, wo er sie fest umschlungen hielt, bis der Bus kam. Sie setzte sich nach hinten, und er legte die Hände von außen gegen das Fenster. Als der Bus losfuhr, blieb Garth stehen und schaute Faye nach, bis der Bus um die Ecke bog.

Wenn sie sich nicht liebten, redeten sie miteinander. Er erzählte ihr von seinem Traum, einmal sein eigener Herr zu sein. Ein Bauunternehmer mit einer kleinen Firma, die langsam wachsen sollte. Nach oben gab es keine Grenzen. Faye konnte sich nicht erinnern, dass auch sie Vorstellungen von ihrem Leben geäußert hatte. Aber damals war er alles, was sie wollte.

Und dann erzählte sie ihm von ihrer Schwangerschaft.

"Im nächsten Monat habe ich eine Woche frei", schlug er sofort vor. "Dann können wir in die Flitterwochen fahren."

"Flitterwochen?", wiederholte sie erstaunt und glücklich. "Meinst du wir sollen heiraten?"

"Natürlich werden wir heiraten!"

Damals war sie zu glücklich, um sich daran zu stören, dass er sie gar nicht fragte, sondern einfach bestimmte, dass sie heiraten würden. Sie wollte unbedingt seine Frau werden.

Die Hochzeit fand standesamtlich statt, und sie verbrachten die Flitterwochen am Meer in einem geliehenen Wohnwagen, der allerdings schon bessere Zeiten gesehen hatte. Da sie fast kein Geld hatten, machten sie lange Spaziergänge am Strand, aßen nur preiswerte Gerichte und liebten sich immer wieder. Es war eine wunderbare Zeit, und Faye war sicher, dass ihre Ehe gut gehen würde.

Damals war sie allerdings so blauäugig zu glauben, dass ihre Liebe ewig halten würde. Außerdem hatte sie Garths wahren Charakter noch nicht kennen gelernt. Der führte schließlich dazu, dass alles zerbrach, was sie glücklich gemacht hatte. Und jetzt waren sie am Ende dieser langen Geschichte angekommen, und Faye hatte im Dunkeln die Fahrt nach Elm Ridge gemacht, um ihm gegenüberzutreten.

Garth folgte ihr ins Wohnzimmer und wartete. Die Atmosphäre war spannungsgeladen, und Faye hatte das Gefühl, als wäre alles doch nicht so einfach, wie sie gedacht hatte. Um Zeit zu gewinnen, zog sie ihren Blazer aus, unter dem sie ein ärmelloses, olivgrünes T-Shirt trug. Eine Kette schmückte ihren schlanken Hals.

Garth sah sich die Kette genauer an. Echtes Gold, wenn er seinem Urteil trauen durfte. Schlicht, jedoch sehr teuer. Diese Kette hatte sie sich bestimmt nicht selbst gekauft, und sie war auch nicht eines der Geschenke von ihm, die sie fast alle zurückgelassen hatte.

Faye hatte außerdem ein dezentes Parfum aufgelegt. Deutlicher als ihre Aufmachung führte der raffinierte Duft ihm vor Augen, dass er diese Frau nicht mehr kannte.

"Du hast dir den richtigen Moment ausgesucht, um vorbeizukommen", bemerkte er. "Ich wollte gerade ins Bett gehen."

"Ich bin erst jetzt gekommen, weil ich weiß, dass du normalerweise spät von der Arbeit nach Hause kommst. Ich hoffe, ich störe nicht. Vielleicht hast du Besuch?"

"Du meinst eine Frau? Nein. Auch wenn du mir vielleicht einiges zutraust, aber eine Frau wirst du hier nicht finden."

"Das habe ich nie behauptet, Garth. Ich konnte einfach nicht mehr mit dir leben."

"Das hast du zwar gesagt, aber ich habe nie verstanden, warum."

"Ich habe versucht, es dir zu erklären."

"Mein Fehler lag wahrscheinlich darin, Tag und Nacht zu arbeiten, um dir ein angenehmes Leben mit jeglichem Luxus zu bieten. Dafür wurde ich dann mit dem Auszug meiner Frau und meiner beiden...

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