Lea und die Pferde - Sommer im Sattel

Sommer im Sattel
 
 
Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Juli 2011
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1001-3 (ISBN)
 
Band 6 - Sommer im Sattel Von Traumpferden und Märchenprinzen Spannende und realistische Abenteuer einer jungen Reiterin Die »Lea«-Reihe setzt sich deutlich von oberflächlichen Titeln im Bereich »Pferdebuch« ab Fundiertes Fachwissen zur Pferdehaltung in einer witzigen, abwechslungsreichen Geschichte Das Erfolgsrezept für Teenager: Pferde, Erste Liebe, Freundschaft, ... Folgebände in Vorbereitung Lea und ihre Mutter könnten nicht unterschiedlicher sein. Dass ihre gemeinsame Liebe für Pferde sie verbindet, finden sie erst nach einer Weile heraus - schließlich hatte Lea eigentlich anfangs überhaupt keine Lust auf Reitstunden! Bald jedoch stellt sie jedoch fest, dass Reiten wirklich Spaß macht und hat nur noch ein Ziel: ihr Traumpferd Joker ... Endlich Sommerferien! Als Leas beste Freundin Svenja von einem Wanderritt von Bielefeld nach Warendorf mit anschließenden Reiterspielen erzählt, ist Lea Feuer und Flamme. Vier Tage Ritt durch den Wald, ohne Eltern, dafür aber jede mit ihrem Freund - das verspricht Romantik pur. Nur sind leider auch die Mütter von dieser Idee absolut hingerissen und wollen unbedingt mitreiten. Wie gut, dass es nicht nur eine Reitstrecke nach Warendorf gibt, so können die Erwachsenen ihre eigene Strecke reiten. Doch ganz so romantisch, wie Lea, Thorsten, Svenja und Simon sich den Ritt vorgestellt hatten, wird es doch nicht. Denn ihre Gruppe wird nicht nur um Svenjas Freundin Caro und ihren Schwarm Pitt erweitert, sondern auch noch um dessen Schwester Barbie und die bildhübsche, aber ziemlich anstrengende Janina. Und nach einem Tag Reiten im Dauerregen wären wohl alle am liebsten am Strand auf Mallorca... Die Reiterspiele dagegen sind ein echtes Highlight, bei denen alle Pferde und Reiter zeigen können, was sie draufhaben. Selbst Pitt mit seinem höchst eigenwilligen Pferd ¿Monster- kommt noch zu Ehren - und Caro zu Pitt. Kurzweilig und mit viel Witz erzählt Christiane Gohl von Pferden, Menschen, und dem Glück der (Pf)Erde.
weitere Ausgaben werden ermittelt

Mütter unerwünscht!


Es war sechs Uhr früh und irgendwie war ich stolz auf mich. Hatten es mein Freund Thorsten und ich doch tatsächlich geschafft, trotz Ferien vor Tau und Tag aufzustehen und unsere Pferde von der Weide zu holen. Wir wollten sozusagen in den Sonnenaufgang reiten - und auf jeden Fall zurück sein, bevor es heiß wurde. Dann war ein gemütliches gemeinsames Frühstück geplant und nachmittags vielleicht Abhängen im Freibad. So jedenfalls stellte ich mir den idealen Ferientag vor und Thorsten war da ganz meiner Meinung. Vor allen Dingen wollten wir zusammen sein. Thorsten hatte die letzten drei Monate vor den Ferien in den USA verbracht und wir hatten einander ziemlich vermisst.

Zu unserer Überraschung tauchte dann aber auch Simon, der Freund meiner Freundin Svenja, schon im Morgengrauen in unserem Stall auf.

»Ich dachte, ich wecke Svenja und wir machen einen romantischen Ausritt«, bemerkte er und parkte seinen Andalusier Orrie am Anbinder vor dem Stall. »Aber mit der Idee war ich wohl nicht allein.«

Simon hatte fast noch mehr Sinn für romantische Ausritte als Thorsten und ich. Als Svenja sich noch bemühte, ihn auf sich aufmerksam zu machen, und ich zugegebenermaßen auch ein bisschen mit ihm flirtete, hatten wir ihn »unseren Märchenprinzen« genannt. Er war groß und schlank, hatte weiches braunes Haar und graue, verträumte Augen. Außerdem ritt er einen wirklich vorzeigbaren Schimmel. Orgulloso, ein stolzer Spanier, gehörte zwar eigentlich seiner Mutter, aber der machte es nichts aus, wenn ihr Sohn mit ihm unterwegs war.

»Der Wald sollte für zwei Paare groß genug sein«, meinte ich. »Wir kümmern uns getrennt um die Romantik. Und hinterher picknicken wir alle zusammen bei den Pferden auf der Weide.«

Thorsten, Svenja und ich liebten es, die Pferde auf den weitläufigen Koppeln zu beobachten, die zu Svenjas Stallungen gehörten. Mein Joker und Thorstens Mano hatten so lange in winzigen Boxen gestanden, dass wir uns nun an ihrem Anblick in Freiheit nicht sattsehen konnten.

Thorsten nickte. »Wer zuerst wieder da ist, holt frische Brötchen«, bestimmte er. »Jetzt musst du nur noch Svenja wachkriegen, Simon. Wie macht man das doch gleich im Land der Troubadoure? Singst du vor ihrem Fenster?«

Simon verdankte seinen Charme unter anderem einem Jahr Schüleraustausch in Südfrankreich, und Thorsten, der von unserer »Prinzengeschichte« wusste, ließ keine Chance aus, ihn zu necken.

Simon grinste. »Das würde sie jedenfalls zuverlässig aus dem Bett schmeißen, ich kann keinen Ton halten.«

Er machte Anstalten, das zu beweisen, aber bevor er sich für ein Lied entscheiden konnte, stieß Svenja die Stalltür auf.

»Hab ich verschlafen?«, fragte sie. »Ihr seid ja alle schon da!«

Eigentlich hatte sie den kürzesten Weg - schließlich wohnte sie hier. Svenjas Eltern hatten den Hof vor einigen Monaten gekauft, und sie genoss es jetzt, ihr eigenes Pferd und einige weitere Pensionspferde ganz nah bei sich zu haben.

»Dann werd ich Hrifla auch mal holen«, bemerkte sie jetzt, griff nach ihrem Halfter und tänzelte aus dem Stall in Richtung Weide.

Ich musterte sie verstohlen. Trotz der frühen Stunde wirkte sie nicht verschlafen, sondern ziemlich aufgekratzt. Natürlich mochte sie sich den Wecker gestellt haben, um sich ordentlich für Simon aufzubrezeln. Aber erstens hatte der sie überraschen wollen und zweitens war sie kaum geschminkt und ihr blondes Haar war nur rasch im Nacken zusammengebunden. Allerdings zeigten ihre Augen das bekannte eifrige Funkeln, das Svenja von innen strahlen ließ, wenn sie etwas ausheckte. Was das um sechs Uhr früh allerdings sein sollte, entzog sich meiner Vorstellungskraft.

»Reitet nicht weg, ich muss euch was erzählen!«, rief sie uns im Herausgehen zu. Das sprach für meine Annahme. Svenja brütete irgendetwas aus. Thorsten, der Mano schon gesattelt hatte und gerade aufzäumen wollte, hängte die Trense noch einmal weg.

»Was gibt's denn bloß für Neuigkeiten mitten in der Nacht?«, fragte er unwillig.

Auch ich war mit Putzen fertig und begann, Joker zu satteln - bei einem Pferd von fast einem Meter achtzig ein schwindelerregendes Unternehmen. Immerhin machte Joker es mir leicht. Er stand ganz ruhig, während ich den Sattel über meinem Kopf auf seinen Rücken wuchtete, und inspizierte nur beim Angurten kurz die Taschen meiner Reithose. Nicht nur seine Nase war beweglich, auch sein Hals war so biegsam, dass ich manchmal an ein Kamel denken musste. Womit ich Joker natürlich nicht beleidigen wollte. Er war ein ausgesprochen schönes Pferd mit harmonischen Proportionen, dessen Anblick besonders die Herzen von Dressurreitern höherschlagen ließ.

Als der Sattel saß, gab ich Joker einen Leckerbissen, den er sofort zerkaute und dann in verflüssigtem Zustand zur Hälfte an mich zurückgab. Joker hatte ein Sabberproblem: Saubere T-Shirts gehörten für mich der Vergangenheit an. Ich trug das jedoch mit Fassung, schließlich war es ein Liebesbeweis - Joker beschlabberte nur Leute, die er wirklich mochte, und auf der Liste seiner Lieblingsmenschen stand ich unangefochten auf Platz eins. Wobei ich eigentlich gar nicht wusste, womit ich diese Ehre verdient hatte. Ganz sicher war ich nicht die beste Reiterin, die er jemals gehabt hatte - bevor wir uns kennenlernten und auch noch, als wir uns bereits ineinander verliebt hatten, ging Joker Dressurturniere bis hin zur Klasse M, und das war schon sehr, sehr schwer. Ich dagegen hatte erst vor gut einem Jahr mit dem Reiten begonnen, wobei ich am Anfang gar keine Lust dazu hatte. Aber meine Mutter entdeckte damals - wohl in einem Anfall von Midlife-Crisis -, dass sie ohne Pferde nicht mehr leben konnte. Sie schleppte mich in einen Mutter-Tochter-Reitkurs - tja, und dabei schlich sich Joker dann geradewegs in mein Herz. Bis er aber tatsächlich mein Pferd wurde, hatten wir noch einige Abenteuer zu bestehen - das Gefährlichste brachte Joker bis in den Lieferwagen des Schlachters! Er hatte sich bei einem Unfall das Bein verletzt, und erst im allerletzten Moment entschloss sich seine damalige Besitzerin, Frau Müller-Westhoff, ihn nicht schlachten zu lassen, sondern lieber mir zu schenken. Meine Mom und ich pflegten ihn dann gesund - und taumelten gleich in das nächste Drama. Anfänglich kamen wir reiterlich kaum mit ihm zurecht, und Mom war schon drauf und dran, ihn wieder zu verkaufen. Aber letztendlich durfte er doch bei mir bleiben, und Mom leistete sich ein eigenes Pferd, in das sie genauso verliebt war wie ich in mein Riesenross. Die Dunkelfalbstute Millie wieherte eben traurig von der Weide aus zu uns hinüber. Sie war mit Svenjas Hrifla gut befreundet und ärgerte sich, dass Svenja ihr Pferd jetzt abholte.

Immerhin würden wir gleich erfahren, was Svenja im Kopf herumging.

Meine Freundin kam, immer noch voller Tatendrang, mit ihrem Pony in den Stall. Hrifla, ihre hübsche Islandstute, wirkte nicht ganz so begeistert. Sie war zwar sehr brav, aber etwas phlegmatisch, und hätte diesen Sommermorgen bestimmt lieber auf der Weide verbracht. Svenja band sie neben Joker an.

»Ihr habt doch auch alle nichts weiter vor in diesen Ferien, oder?«, fragte Svenja und begann, Hriflas rotbraunes Fell zu striegeln.

»Nichts außer Reiten und Faulenzen!«, meinte Thorsten zufrieden. Mein Freund war nicht der sportlichste Typ, was seinen Vater immer wieder zur Weißglut reizte. Um ihn wenigstens ein bisschen auf Trab zu bringen, hatte er ihn vor einem Jahr in besagten Mutter-Tochter-Reitkurs geschleppt - für Thorsten natürlich der Gipfel der Peinlichkeit. Zumal sich seine Vorstellung, beim Reiten brauchte man sich nicht anzustrengen, weil hier ja das Pferd die ganze Arbeit machte, sehr schnell als irrig herausstellte. Und zu allem Überfluss hatte seinen Daddy auch noch der Ehrgeiz gepackt, den damals noch mit etwas Babyspeck behafteten Thorsten in einen schneidigen Springreiter zu verwandeln. Zu diesem Zweck kaufte er Mariano, damals ein erfolgreiches Springpferd, und hoffte auf Schleifen. Thorsten war der Verzweiflung nahe. Aber dann kam ihm zum Glück die Idee mit der Umstellung aufs Westernreiten - was Mano ruhiger und umgänglicher werden ließ und Thorstens Vorstellungen vom stressfreien Reiten ebenso entgegenkam wie den Wildwestfantasien seines Vaters.

Ich schaute zu, wie mein Freund geschickt den speziellen Knoten nachzog, mit dem der Sattelgurt am Westernsattel befestigt wurde, und bewunderte dabei auch gleich die Veränderungen, die in den letzten Monaten mit Thorsten vorgegangen waren. Er war etliche Zentimeter gewachsen und ähnelte nicht mehr, wie früher, einem pausbäckigen Barockengelchen. Stattdessen erinnerte er mich jetzt an Orlando Bloom in »Fluch der Karibik«. Er brauchte den Vergleich mit Svenjas »Märchenprinz« wirklich nicht zu scheuen und obendrein war er klug und witzig.

Ich lächelte ihm zu, als unsere Blicke sich trafen. Derweil blies Joker mir eifersüchtig seinen warmen Atem in den Nacken.

»Also nach all den Ausgaben für Jokers Behandlung und dann noch dem Kauf von Millie . bei uns ist garantiert kein Urlaub mehr drin«, bemerkte ich ohne größeres Bedauern. »Kann allerdings sein, dass wir ein paar Tage zelten fahren. Mein Daddy hat so eine Bemerkung gemacht und Jonas ist natürlich hell begeistert.« Jonas war mein kleiner Bruder. »Ich hoffe bloß, es war nicht ernst gemeint. Schließlich können wir Joker nicht in den Kofferraum packen.«

Was Camping anging, konnte ich auch auf die Unterstützung meiner Mutter bauen. Mom hasste es, im Zelt zu...

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