Werther, der Werwolf

Roman
 
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 3. Mai 2011 | 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05863-0 (ISBN)
 
Wolfgang, lass den Wolf raus

Deutschland, Frühling 1771. Als der junge Werther in seiner Wahlheimat von einem schwarzen Hund gebissen wird, denkt er sich nichts dabei, denn die Begegnung mit der schönen Charlotte nimmt ihn ganz gefangen. Er ist verzaubert von der jungen Frau, mit der er sich auf dem Dorffest im Tanze dreht. Doch dann passiert es, ein Unwetter bricht los, und anstelle seiner Menschenhände entdeckt Werther an sich behaarte Klauen. Hat die Liebe ihn um den Verstand gebracht? Dabei scheinen ihm seine Sinne so geschärft, wie nur ein Tier sie haben kann. Was soll aus ihm werden, wie soll er so seine Liebste für sich gewinnen? Die Leiden des jungen Werwolfs nehmen ihren dramatischen Lauf ...



Johann Wolfgang Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte Jura in Leipzig und Straßburg; nach der Promotion bereitete er sich in Frankfurt auf den Anwaltsberuf vor. Bereits 1773 und 1774 hatte er großen Erfolg mit seinen Stücken 'Götz von Berlichingen' und 'Clavigo' sowie mit seinem ersten Roman 'Die Leiden des jungen Werther'. 1774 machte er auch Bekanntschaft mit dem Herzog Carl August von Weimar, auf dessen Einladung er ein Jahr später nach Weimar zog. Dort wurde er zunächst Legionsrat, dann Staatsrat, Minister und Geheimer Rat. Er unternahm zahlreiche Reisen zum Rhein, in die Schweiz, nach Italien und Böhmen. 1791-1817 war er Direktor des Weimarer Staatstheaters. Goethe beschäftigte sich eingehend mit zahlreichen Wissengebieten, u.a. Botanik, Meteorologie, Anatomie, Mineralogie, Optik. Mit den größten Dichtern, Denkern und Forschern seiner Zeit war er bekannt oder befreundet, u.a. mit Schiller, Humboldt, Schelling; Emerson, Turgenev und Thackeray besuchten ihn. Er starb am 22.3.1832 in Weimar und wurde in der Fürstengruft beigesetzt.

Johann Wolfgang Goethe ist nicht nur der größte deutsche Dichter, sondern auch ein universeller Denker, der maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Literatur und Geistesgeschichte ausgeübt hat. Am Beginn seines umfangreichen Werks stand der Irrationalismus und Individualismus des Sturm und Drang: gefühlsbetonte, hymnische Lyrik, Dramen ('Götz') und der empfindsame 'Werther'. Unter dem Eindruck seiner Italienreisen wandte er sich der Klassik zu und schuf formstrenge, harmonische Dichtungen, v.a. über den idealen Menschen und das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft ('Iphigenie', 'Wilhelm Meisters Lehrjahre'). Sein Spätwerk schließlich ist zunehmend von Gedanken über soziale und psychologische Fragen geprägt ('Faust', 'Die Wahlverwandtschaften').
Deutsch
0,30 MB
978-3-641-05863-0 (9783641058630)
3641058635 (3641058635)
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Johann Wolfgang Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte Jura in Leipzig und Straßburg; nach der Promotion bereitete er sich in Frankfurt auf den Anwaltsberuf vor. Bereits 1773 und 1774 hatte er großen Erfolg mit seinen Stücken "Götz von Berlichingen" und "Clavigo" sowie mit seinem ersten Roman "Die Leiden des jungen Werther". 1774 machte er auch Bekanntschaft mit dem Herzog Carl August von Weimar, auf dessen Einladung er ein Jahr später nach Weimar zog. Dort wurde er zunächst Legionsrat, dann Staatsrat, Minister und Geheimer Rat. Er unternahm zahlreiche Reisen zum Rhein, in die Schweiz, nach Italien und Böhmen. 1791-1817 war er Direktor des Weimarer Staatstheaters. Goethe beschäftigte sich eingehend mit zahlreichen Wissengebieten, u.a. Botanik, Meteorologie, Anatomie, Mineralogie, Optik. Mit den größten Dichtern, Denkern und Forschern seiner Zeit war er bekannt oder befreundet, u.a. mit Schiller, Humboldt, Schelling; Emerson, Turgenev und Thackeray besuchten ihn. Er starb am 22.3.1832 in Weimar und wurde in der Fürstengruft beigesetzt. Johann Wolfgang Goethe ist nicht nur der größte deutsche Dichter, sondern auch ein universeller Denker, der maßgeblichen Einfluss auf die deutsche Literatur und Geistesgeschichte ausgeübt hat. Am Beginn seines umfangreichen Werks stand der Irrationalismus und Individualismus des Sturm und Drang: gefühlsbetonte, hymnische Lyrik, Dramen ("Götz") und der empfindsame "Werther". Unter dem Eindruck seiner Italienreisen wandte er sich der Klassik zu und schuf formstrenge, harmonische Dichtungen, v.a. über den idealen Menschen und das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft ("Iphigenie", "Wilhelm Meisters Lehrjahre"). Sein Spätwerk schließlich ist zunehmend von Gedanken über soziale und psychologische Fragen geprägt ("Faust", "Die Wahlverwandtschaften").
"Am 6. Juli. (S. 112-113)

Ich habe das Amulett abgetan – Du hättest die Wirkung sehen sollen, Bester! Unter der erschlafften Oberfläche rumort es nämlich, wie ein furunkulöses Bein nach außen angehn mag, während unter der Haut Eiter und entzündende Stoffe ihr Unwesen treiben und nächstens hervorquellen werden. Da ich die geheimnisvolle Münze vom Hals nehme, sie gesittet auf den Waschtisch lege, faucht’s mich aus dem Spiegel an, meine Züge – Freund! verzerren sich zur Fratze, die mich in den Abgrund meiner verdammten Seele schauen läßt. Ein fürchterlicher Dämon blickt mich an – das bin ich worden! durchschauert’s mich.

Das ist das Ungeheuer, das die Macht über mich erobert und nicht länger warten will, vollends Besitz von mir zu nehmen. Ist das die Kraft, von der Graf von W. sprach? Ist es das Gift, das sein Gegengift in sich trägt, der Erreger, der als quälendes Fieber hervorbrechen muß, ehe Heilung einsetzt? Ich habe Mühe, es zu glauben, bin voll Furcht, daß ich unausweichlich in den Schlund des Bösen hinabgesaugt werden und keiner Erlösung teilhaftig sein könnte. In meiner Bewegtheit wischte ich den Talisman vom Tisch, nun stürz ich hin, geifernd und unerhörte Laute ausstoßend, zwing mich, die verkrampften Finger darum zu schließen und mir das Lederband erneut um den Hals zu legen.

Ich wälze mich vor Schmerz auf dem Rücken, der Dämon duldet’s nicht, eingekerkert, eingeschläfert zu werden, unter Qualen widersteh ich ihm, endlich ruht das Amulett nahe dem Herzen. Wie ein Sturm sich manchmal von einer Sekunde zur nächsten legt, ohne daß wir erklären möchten, wer dem Gebraus Einhalt gebietet, hört das Wühlen und Umwälzen auf, sanft wird mir’s zumute, erleichtert streck ich mich aus und bleibe eine Weile so liegen. Daß ich fortan unbeschadet zu Lotte eilen kann, fällt mir ein; ich bin geschützt, gefeit vor mir selbst und meinen Begierden. Ist das nicht schöner, Wilhelm, als in ihrer Nähe immer unter der Pein meiner Wünsche zu leiden?

Leichten Sinns kleide ich mich an, habe meinen blauen einfachen Frack, in dem ich zum ersten Mal mit ihr tanzte, abgetan und mir einen neuen machen lassen, Kragen und Aufschlag wie den vorigen, und auch wieder so gelbe Weste und Beinkleider dazu. So angetan reite ich zum Jagdhaus, unterwegs pocht das Amulett mit jedem Sprung des Rößleins an meine Brust, als wollte es sagen: Du tust gut daran, mich zu tragen. Ich will es glauben, Bester, gesittet steige ich ab, lasse dem Stallmeister meinen Braunen, setze die Füße artig auf geharktem Kies zu ihrer Tür hin. Als Lottchen mir öffnet, beuge ich in vollendeter Höflichkeit den Rücken, ergreife ihre Hand und hauche einen Kuß darauf, ohne Bedeutung und Schwere dareinzulegen.

Wir plaudern Dinge vom Tage, ich erkunde mich nach dem Verlobten. Er sei noch in Geschäften unterwegs, obwohl dringende Fragen der Hochzeit zu besprechen wären. Er überließe, so Lotte, alles weitgehend ihr, was ihr schmeichle, sie manchmal aber auch seufzen lasse. Der Haushalt, die Geschwister, der kränkelnde Vater, nun noch die Heiratsumständlichkeiten – es werde ihr wahrlich zu viel. Ich biete Hilfe an, was sie ablehnt, doch meinen Vorschlag, ein Stündchen durch den sommerlichen Wald zu streifen, nimmt sie gern an. Früher wäre mir ein Waldspaziergang mit ihr als Geschenk des Himmels erschienen, jeden Schritt neben der Angebeteten hätte ich heilig empfunden."

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