Revision der Lehre von der objektiven Zurechnung

Eine Analyse zurechnungsausschließender Topoi beim vorsätzlichen Erfolgsdelikt
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 30. Oktober 2017
  • |
  • 331 Seiten
 
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978-3-16-153578-9 (ISBN)
 
Nach der Lehre von der objektiven Zurechnung ist ein strafrechtlicher Erfolg nur dann als Werk des Handelnden anzusehen, wenn neben den herkömmlichen Tatbestandsmerkmalen - Handlung, Erfolg und Kausalität - zusätzliche, wertende Kriterien erfüllt sind: Der Erfolg sei nur dann objektiv zurechenbar, wenn der Täter ein rechtlich missbilligtes Risiko geschaffen habe, das sich im tatbestandlichen Erfolg realisiere. Diese Voraussetzungen sollen gleichermaßen für Fahrlässigkeits- wie für Vorsatzdelikte gelten. Ingke Goeckenjan unterzieht diese mittlerweile herrschende Auffassung im strafrechtlichen Schrifttum einer kritischen Analyse. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht dabei eine Auseinandersetzung mit der Frage, ob und inwiefern die drei gängigen zurechnungsausschließenden Topoi (fehlende Risikoschaffung, Handeln innerhalb des erlaubten Risikos, Risikoverringerung) auch für das Vorsatzdelikt Berechtigung beanspruchen können.
  • Deutsch
  • Tübingen
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  • Deutschland
  • 4,21 MB
978-3-16-153578-9 (9783161535789)
3161535782 (3161535782)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Cover [Seite 1]
2 - Vorwort [Seite 6]
3 - Inhaltsverzeichnis [Seite 8]
4 - Einführung [Seite 14]
4.1 - I. Ausgangspunkt der Untersuchung [Seite 14]
4.2 - II. Zielsetzung und Grenzen der Arbeit [Seite 18]
4.3 - III. Gang der Untersuchung [Seite 19]
5 - Kapitel 1: Grundlegung [Seite 22]
5.1 - I. Theoretische und methodische Grundlagen [Seite 22]
5.1.1 - 1. Der Zusammenhang zwischen Verhalten und Erfolg als Grundschema tatbestandlichen Unrechts bei Erfolgsdelikten [Seite 22]
5.1.2 - 2. Die Rolle der Strafrechtsdogmatik bei der Bestimmung dieses Zusammenhangs [Seite 25]
5.1.2.1 - a) Aufgaben der (Straf-)Rechtsdogmatik im Allgemeinen [Seite 26]
5.1.2.2 - b) Systembildung als vorrangige Aufgabe der Strafrechtsdogmatik? [Seite 27]
5.1.2.3 - c) Gesetzeskritik als vorrangige Aufgabe der Strafrechtsdogmatik? [Seite 30]
5.1.2.4 - d) Hier zugrunde gelegtes Verständnis der Aufgaben von Strafrechtsdogmatik [Seite 35]
5.1.2.5 - e) Besonderheit der bislang nur zögerlichen Rezeption durch die Judikatur [Seite 36]
5.1.3 - 3. Anforderungen an dogmatische Aussagen im Einzelnen [Seite 38]
5.1.4 - 4. Methodik [Seite 39]
5.1.5 - 5. Zugrundeliegende Paradigmen [Seite 40]
5.1.6 - 6. Empirische Bezüge [Seite 42]
5.2 - II. Annäherung an die zentralen Begriffe der Arbeit [Seite 45]
5.2.1 - 1. Zurechnung [Seite 45]
5.2.1.1 - a) Zurechnungsgegenstand [Seite 46]
5.2.1.2 - b) Zurechnungsziel oder Zurechnungsadressat [Seite 50]
5.2.1.3 - c) Herkunft und allgemeinsprachliche Verwendung des Begriffs Zurechnung [Seite 52]
5.2.1.4 - d) Ergebnis der ersten begrifflichen Annäherung [Seite 58]
5.2.2 - 2. Handlung und Erfolg [Seite 60]
5.2.2.1 - a) Handlung [Seite 60]
5.2.2.2 - b) Erfolg [Seite 62]
5.2.3 - 3. Gefahr und Risiko [Seite 67]
5.2.3.1 - a) Herkunft und allgemeinsprachliche Verwendung der Begriffe Gefahr und Risiko [Seite 67]
5.2.3.2 - b) Juristisches Verständnis [Seite 68]
5.2.3.3 - c) Verständnis der Begriffe in anderen Wissenschaftsdisziplinen [Seite 69]
5.2.3.4 - d) Bedeutungsunterschiede [Seite 71]
5.2.3.5 - e) Besonderheiten des Risikobegriffs innerhalb der Lehre von der objektiven Zurechnung [Seite 72]
6 - Kapitel 2: Bestandsaufnahme [Seite 76]
6.1 - I. Entwicklungslinien der Lehre von der objektiven Zurechnung [Seite 76]
6.1.1 - 1. Frühe Zurechnungslehren [Seite 77]
6.1.2 - 2. Fokussierung auf Kausalzusammenhänge [Seite 85]
6.1.3 - 3. Erste Ansätze einer einschränkenden Bestimmung von Kausalzusammenhängen [Seite 87]
6.1.4 - 4. Die Entwicklung einzelner Zurechnungsgesichtspunkte [Seite 96]
6.1.4.1 - a) Die objektive Zweckhaftigkeit als Zurechnungskriterium [Seite 97]
6.1.4.2 - b) Die Bezweckbarkeit in der finalen Handlungslehre [Seite 101]
6.1.4.3 - c) Sozialadäquanz [Seite 103]
6.1.4.4 - d) Die Schaffung einer Gefahr und deren Realisierung im Erfolg [Seite 106]
6.1.4.5 - e) Die Ausfilterung relevanter Bedingungen [Seite 109]
6.1.4.6 - f) Die Hypothese des rechtmäßigen Alternativverhaltens [Seite 110]
6.1.4.7 - g) Risikoerhöhungslehre [Seite 112]
6.1.4.8 - h) Der Schutzzweck der Norm [Seite 114]
6.1.5 - 5. Eigenständige Zurechnungslehren [Seite 115]
6.1.6 - 6. Zusammenführung der verschiedenen Gesichtspunkte zu einer selbstständigen Erfolgszurechnungslehre [Seite 118]
6.1.7 - 7. Rezeption und Weiterentwicklung der modernen Erfolgszurechnungslehre [Seite 124]
6.1.7.1 - a) Unmittelbare Rezeption [Seite 124]
6.1.7.2 - b) Weiterentwicklung des Roxinschen Ansatzes [Seite 129]
6.1.8 - 8. Würdigung der Erfolgszurechnungslehre: Eine Erfolgsgeschichte [Seite 130]
6.1.9 - 9. Vorläufiges Fazit [Seite 136]
6.2 - II. Grundaussagen der modernen Erfolgszurechnungslehre [Seite 136]
6.2.1 - 1. Trennung zwischen Kausal- und Zurechnungsurteil [Seite 137]
6.2.2 - 2. Funktion der objektiven Zurechnung als Korrektiv für die zu weit gefasste Kausalität [Seite 140]
6.2.3 - 3. Geltung der Zurechnungskriterien auch für Vorsatzdelikte [Seite 142]
6.2.4 - 4. Zusammenfassung der Zurechnungskriterien in der sogenannten Grundformel [Seite 143]
6.2.5 - 5. Beurteilungsmaßstab und Beurteilungsperspektive [Seite 144]
6.2.6 - 6. Anerkannte zurechnungsausschließende Konstellationen [Seite 145]
6.3 - III. Kritik an der Lehre von der objektiven Zurechnung und ihrer Anwendung auf Vorsatzdelikte [Seite 147]
6.3.1 - 1. Systemwidrige Verortung von Zurechnungskriterien [Seite 148]
6.3.2 - 2. Unbestimmtheit und überzogene Normativität der Zurechnungskriterien [Seite 154]
6.3.3 - 3. Unmöglichkeit einer "objektiven" Beurteilung [Seite 156]
6.3.4 - 4. Überflüssigkeit der objektiven Zurechnung bei Vorsatzdelikten [Seite 157]
6.3.5 - 5. Dysfunktionalität der Zurechnungskriterien [Seite 160]
6.3.6 - 6. Unzulässigkeit eines Wechsels zwischen ex-ante- und ex-post-Beurteilung [Seite 161]
7 - Kapitel 3: Untersuchung einzelner als zurechnungsausschließend beurteilter Topoi [Seite 164]
7.1 - I. Fehlende Risikoschaffung [Seite 166]
7.1.1 - 1. Ausgangspunkt: Die Grundformel der Lehre von der objektiven Zurechnung [Seite 166]
7.1.2 - 2. Die Lösung der Zurechnungslehre und ihrer Vorläufer dargestellt anhand gängiger Beispielsfälle [Seite 167]
7.1.2.1 - a) Der Gewitterfall und seine Variationen [Seite 167]
7.1.2.2 - b) Andere ähnliche Fallgestaltungen [Seite 182]
7.1.3 - 3. Kritik und alternative Lösungen [Seite 183]
7.1.3.1 - a) Lösung über eine einschränkende Bestimmung der Kausalität [Seite 183]
7.1.3.2 - b) Lösung über die objektive Zweckhaftigkeit [Seite 184]
7.1.3.3 - c) Lösung über das unmittelbare Ansetzen [Seite 190]
7.1.3.4 - d) Lösung über den Handlungsbegriff [Seite 191]
7.1.3.5 - e) Lösung über das tatbestandsmäßige Verhalten [Seite 192]
7.1.3.6 - f) Lösung über die Tatherrschaft [Seite 195]
7.1.3.7 - g) Lösung über die Eigenverantwortlichkeit des Opfers [Seite 196]
7.1.3.8 - h) Lösung über die soziale Adäquanz bzw. das erlaubte Risiko [Seite 207]
7.1.3.9 - i) Lösung über den Vorsatz [Seite 209]
7.1.4 - 4. Zwischenfazit [Seite 217]
7.2 - II. Erlaubtes Risiko [Seite 219]
7.2.1 - 1. Ausgangspunkt: Die Grundformel der Lehre von der objektiven Zurechnung [Seite 220]
7.2.2 - 2. Die Lösung der Zurechnungslehre dargestellt anhand gängiger Beispielsfälle [Seite 220]
7.2.2.1 - a) Erlaubtes Risiko bei Verhalten gemäß der Straßenverkehrsordnung [Seite 221]
7.2.2.2 - b) Andere ähnliche Fallgestaltungen [Seite 223]
7.2.3 - 3. Kritik und alternative Lösungen [Seite 224]
7.2.3.1 - a) Beschränkungen des erlaubten Risikos bei Vorsatzdelikten [Seite 225]
7.2.3.2 - b) Lösung über die objektive Zweckhaftigkeit [Seite 238]
7.2.3.3 - c) Lösung über den Handlungsbegriff bzw. das tatbestandsmäßige Verhalten [Seite 240]
7.2.3.4 - d) Lösung über den Vorsatz [Seite 243]
7.2.3.5 - e) Zweifel an der Bestimmbarkeit der "Erlaubtheit" des Risikos [Seite 244]
7.2.3.6 - f) Lösung über die Rechtswidrigkeit [Seite 249]
7.2.3.7 - g) Jakobs' Kritik an der Berücksichtigung von Sonderwissen [Seite 252]
7.2.4 - 4. Zwischenfazit [Seite 255]
7.3 - III. Risikoverringerung [Seite 257]
7.3.1 - 1. Ausgangspunkt: Die Grundformel der Lehre von der objektiven Zurechnung [Seite 258]
7.3.2 - 2. Die Lösung der Zurechnungslehre dargestellt anhand gängiger Beispielsfälle [Seite 258]
7.3.3 - 3. Kritik und alternative Lösungen [Seite 262]
7.3.3.1 - a) Kritik an dem Begriff "Risikoverringerung" [Seite 262]
7.3.3.2 - b) Lösung über das tatbestandsmäßige Verhalten [Seite 265]
7.3.3.3 - c) Lösung über die einschränkende Bestimmung des tatbestandlichen Erfolgs [Seite 267]
7.3.3.4 - d) Lösung über die generelle Berücksichtigung von Ersatzursachen [Seite 269]
7.3.3.5 - e) Der Ansatz Jakobs' [Seite 275]
7.3.3.6 - f) Lösung über den Vorsatz [Seite 276]
7.3.3.7 - g) Lösung über die Rechtswidrigkeit [Seite 278]
7.3.4 - 4. Zwischenfazit [Seite 281]
8 - Kapitel 4: Bewertung der Kritik an der Lehre von der objektiven Zurechnung [Seite 282]
8.1 - I. Systemwidrige Verortung von Zurechnungskriterien? [Seite 282]
8.2 - II. Unbestimmtheit und überzogene Normativität der Zurechnungskriterien? [Seite 284]
8.3 - III. Unmöglichkeit einer "objektiven" Beurteilung? [Seite 287]
8.3.1 - 1. Gegeneinwände der Vertreter der Zurechnungslehre [Seite 288]
8.3.2 - 2. Fazit unter Berücksichtigung der bisherigen Erkenntnisse [Seite 291]
8.4 - IV. Überflüssigkeit der objektiven Zurechnung bei Vorsatzdelikten? [Seite 294]
8.5 - V. Dysfunktionalität der Zurechnungskriterien? [Seite 297]
8.6 - VI. Unzulässigkeit eines Wechsels zwischen ex-ante-und ex-post-Beurteilung? [Seite 298]
9 - Ergebnisse [Seite 302]
9.1 - I. Zehn zusammenfassende Thesen [Seite 302]
9.1.1 - 1. Als allgemeiner Begriff kann Zurechnung ganz verschiedene Vorgänge bezeichnen [Seite 302]
9.1.2 - 2. Die Elemente der objektiven Zurechnung sind dagegen spezifischer zu fassen [Seite 305]
9.1.3 - 3. Bei Vorsatzdelikten ist die Beurteilung von Zurechnungsfragen vielfach durch das vorrangig zu berücksichtigende gesetzliche Beteiligungssystem überlagert [Seite 306]
9.1.4 - 4. Maßgeblich für die Erlaubtheit eines Verhaltens ist nicht die Höhe des Risikos, sondern eine wertende Beurteilung [Seite 307]
9.1.5 - 5. In ihrem verbleibenden Anwendungsbereich ist die erste Prüfungsstufe der Lehre von der objektiven Zurechnung eine Lehre vom tatbestandsmäßigen Verhalten [Seite 308]
9.1.6 - 6. Damit gelten Einschränkungen des tatbestandsmäßigen Verhaltens auch beim Vorsatzdelikt [Seite 309]
9.1.7 - 7. Die inhaltlichen Kriterien zur Bestimmung des erlaubten Risikos sind bei Vorsatz- und Fahrlässigkeitsdelikten identisch [Seite 310]
9.1.8 - 8. Die positive Feststellung einer missbilligten Risikosetzung ist aber bei Vorsatzdelikten durch eine Prüfung des ausnahmsweise eingreifenden erlaubten Risikos zu ersetzen [Seite 311]
9.1.9 - 9. Die Risikoverringerung ist kein Fall des Ausschlusses der objektiven Zurechnung [Seite 313]
9.1.10 - 10. Diese Überlegungen stehen im Einklang mit der Funktion strafbewehrter Verhaltensnormen [Seite 314]
9.2 - II. Ausblick [Seite 315]
10 - Literaturverzeichnis [Seite 318]
11 - Register [Seite 340]

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