When I'm Gone - Verloren

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Juni 2015
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96949-9 (ISBN)
 
Mase Colt-Manning ist ein waschechter Cowboy aus Texas. Als er nach Florida aufbricht, um seine Halbschwester Harlow im sonnigen Rosemary Beach zu besuchen, verliert er dabei sein Herz - ausgerechnet an die Frau, vor der ihn alle von Anfang an gewarnt haben.
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 3,39 MB
978-3-492-96949-9 (9783492969499)
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Abbi Glines, 1977 in Birmingham (Alabama) geboren, schrieb zahlreiche erfolgreiche Fantasy- und Jugendbücher, bevor ihr mit ihren »New Adult«-Romanen der internationale Durchbruch gelang. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in Fairhope (Alabama).

Komm her, Mädel!«, hörte ich meinen Stiefvater Marco durchs Haus brüllen.

Schlagartig drehte sich mir der Magen um, wie er es in Marcos Nähe immer tat. Schließlich wusste ich schon, was er mir antun würde.

Langsam erhob ich mich von meinem Bett und legte das Buch beiseite, das ich gerade gelesen oder besser: zu lesen versucht hatte. Noch war meine Mutter nicht von der Arbeit zurück. Ich hätte einfach nicht so früh aus der Bücherei heimkommen dürfen. Während ich mir dort Bilderbücher angeguckt hatte, waren ein Mann und seine kleine Tochter zu mir gekommen. Der Mann hatte eine Unterhaltung mit mir begonnen, sich nach meinem Namen erkundigt und gefragt, ob ich ein Buch für meine kleine Schwester suche.

Die Frage war mir peinlich gewesen, denn sie erinnerte mich wieder einmal daran, wie dumm ich war.

»Los, Mädel!«, schrie mein Stiefvater.

Inzwischen war er wütend, und ich spürte, wie mir die Tränen kamen. Hätte er mich doch einfach nur geschlagen wie früher, wenn ich schlechte Noten mit nach Hause gebracht hatte, oder mich beschimpft und mir vorgeworfen, zu nichts nütze zu sein! Damals hatte ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass er damit aufgehört hätte. Nichts hatte ich so sehr gefürchtet wie den Gürtel und die Striemen, die er auf meinen Beinen und meinem Po hinterließ, wodurch das Sitzen zur Qual wurde.

Eines Tages dann hatte er tatsächlich davon abgelassen. Und ich hatte mir gewünscht, es wäre alles beim Alten geblieben. Die Schmerzen, die er mir mit dem Gürtel zugefügt hatte, waren nichts im Vergleich zu dem, was er mir nun antat. Alles war besser als das. Selbst der Tod.

Ich öffnete meine Zimmertür, holte tief Luft und sagte mir: Egal, was mein Stiefvater tun wird - bald habe ich es hinter mir. Sobald ich durch meine Putzjobs genügend Geld zusammenhatte, wollte ich von zu Hause abhauen. Meiner Mutter würde ich damit einen Riesengefallen tun. Sie hasste mich schon seit Jahren und empfand mich nur als Last.

Ich steckte mir das T-Shirt in die Shorts und zog an den Hosenbeinen, damit sie mehr von meinen Oberschenkeln verdeckten. Aber das brachte bei meinen langen Beinen ohnehin nichts. Und im Secondhandladen fand ich nie Shorts, die lang genug waren.

Da es bis zur Heimkehr meiner Mutter nur noch eine Stunde dauerte, würde Marco sicher nicht das Risiko eingehen, auf frischer Tat ertappt zu werden. Dabei stellte sich immer noch die Frage, ob Mom - wenn sie einmal überraschend in etwas hereingeplatzt wäre - nicht sowieso mir die Schuld dafür gegeben hätte. Vor vier Jahren hatte sie mir sogar einen Vorwurf daraus gemacht, dass sich mein Körper zu entwickeln begann. Meine Brüste hatten gar nicht aufgehört zu wachsen, und Mom hatte gesagt, ich müsse abspecken, weil mein Hintern zu fett sei. Ich hatte es versucht, aber er war geblieben, wie er war.

Mein Bauch dagegen war ganz flach geworden, wodurch meine Brüste nur umso größer gewirkt hatten. Was Mom gar nicht recht gewesen war. Also hatte ich wieder angefangen zu essen, doch das kleine Bäuchlein von zuvor hatte sich nie mehr eingestellt. Als ich eines Abends in einer abgeschnittenen Jogginghose und einem T-Shirt das Wohnzimmer durchquert hatte, um mir vor dem Schlafengehen noch ein Glas Milch zu holen, hatte sie mir eine runtergehauen und behauptet, ich sähe aus wie eine Nutte. Seitdem hatte sie mir das des Öfteren an den Kopf geworfen und hinzugefügt, ich sei so doof, dass mein Aussehen meine einzige Chance wäre, wenn ich im Leben weiterkommen wolle.

Ich betrat das Wohnzimmer, wo mein Stiefvater mit einem Bier in der Hand auf seinem Fernsehsessel saß und in die Glotze starrte. Wieso war der überhaupt schon so früh zu Hause?

Als ich ins Zimmer kam, ließ er seinen Blick langsam an meinem Körper hinaufwandern. Mich überlief es kalt. Was hätte ich dafür gegeben, schlau und flachbrüstig zu sein! Wenn ich dazu noch kurze, dicke Beine gehabt hätte, wäre mein Leben perfekt gewesen. Mein Gesicht war es bestimmt nicht, das Marco so anzog. Das war eher durchschnittlich. Nein, es war mein Körper. Wie ich den hasste!

Mir wurde übel, und ich kämpfte mit rasendem Herzen gegen meine Tränen an. Marco liebte es, wenn ich weinte. Dann war er erst recht nicht mehr zu halten. Ich nahm mir vor, nicht mehr zu weinen. Zumindest nicht vor ihm.

»Komm schon, setz dich auf meinen Schoß!«, befahl er.

Bloß das nicht! Mehrere Wochen war es mir gelungen, ihm aus dem Weg zu gehen. Seine Hände wieder unter meinem Shirt oder in meinem Höschen zu spüren - das würde ich nicht noch einmal ertragen. Alles, nur das nicht! Da wäre mir lieber, er würde mich umbringen.

Als ich mich nicht rührte, verzog er höhnisch das Gesicht. »Beweg deinen Arsch hierher, du Schlampe, und setz dich auf meinen Schoß. Wird's bald?«

Meine Augen wurden feucht, und ich kniff sie zu. Ich musste die Tränen aufhalten. Würde er mich doch nur wieder schlagen, denn das würde ich über mich ergehen lassen. Ich packte es nur nicht, wenn er mich begrapschte. Ich hasste die Geräusche, die er dabei machte, und die Sachen, die er sagte. Würde dieser Albtraum denn nie enden?

Mit jeder Sekunde, die ich mich von ihm fernhielt, rückte die Heimkehr meiner Mutter näher. Wenn sie da war, beschimpfte er mich zwar, ließ aber die Finger von mir. Auch wenn meine Mutter mich am liebsten auf den Mond geschossen hätte: Nur sie konnte mich vor Marcos Übergriffen retten.

»Na, mach schon, heul ruhig los. Ich mag das!«, rief er und lachte höhnisch.

Der Sessel knarzte, und ich hörte, wie das Fußteil nach unten knallte. Ich riss die Augen auf. Mein Stiefvater erhob sich. Gar nicht gut. Wegrennen war zwecklos, ich würde ja gar nicht an ihm vorbeikommen. Außer, ich versuchte es durch den Hinterausgang. Doch draußen im Hof wartete Marcos Pitbull-Terrier schon auf mich. Vor drei Jahren hatte er mich gebissen, und ich hätte eigentlich genäht werden müssen, doch mein Stiefvater hatte mich nicht zum Arzt gehen lassen. Stattdessen hatte er gesagt, ich solle mich nicht so anstellen und die Wunde verbinden. Dem Pitbull gegenüber hatte es kein einziges scharfes Wort gegeben.

Die Hundezähne hatten eine hässliche Narbe auf meinem Hüftknochen zurückgelassen.

Ich war nie wieder in den Hinterhof gegangen.

Aber als mein Stiefvater nun auf mich zukam, fragte ich mich, ob es nicht besser wäre, von seinem Hund totgebissen zu werden. Auf einmal klang das gar nicht so schlecht.

Kurz bevor er mich erreicht hatte, entschied ich, dass wirklich alles, was der Hund mir antun konnte, dem vorzuziehen war, was Marco vermutlich mit mir vorhatte. Also lief ich los.

Hinter mir brach Marco in wieherndes Gelächter aus, doch ich rannte weiter. Er glaubte wohl nicht, dass ich mich zur Hintertür hinaustrauen würde. Dabei hätte mich selbst die Hölle nicht abgeschreckt, wenn ich ihm nur entkommen konnte.

Doch die Hintertür war verriegelt. Und ohne Schlüssel bekam ich sie nicht auf. Mist!

Mein Stiefvater packte mich an der Hüfte und zerrte mich zurück, dabei spürte ich, wie er sein hartes Glied gegen mich drückte. Der saure Geschmack von Erbrochenem brannte mir in der Kehle, als ich mich von ihm loszumachen versuchte. »Lass mich!«, schrie ich.

Er umfasste meine Brüste und drückte sie so fest, dass es schmerzte. »Du blöde Gans! Für einen Highschool-Abschluss warst du zu dämlich, aber dein Körper, der ist dafür geschaffen, Männer glücklich zu machen. Kapier das doch endlich!«

Inzwischen strömten mir die Tränen ungehindert über die Wangen. Marco wusste genau, was er sagen musste, um mir wehzutun. »LASS MICH!«, rief ich verzweifelt.

»Wehr dich ruhig, Reese. Du glaubst gar nicht, wie sehr mich das anmacht!«, zischte er mir ins Ohr.

Wie hielt es meine Mutter nur mit diesem Mann aus? War mein richtiger Vater wirklich noch schlimmer als er? Sie hatte ihn nie geheiratet und erzählte mir auch nie etwas von ihm. Nicht mal seinen Namen kannte ich. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass der schreckliche Marco wirklich das kleinere Übel sein sollte.

Noch einmal würde ich das alles nicht über mich ergehen lassen können. Ich hatte lang genug Angst vor ihm gehabt. Entweder würde er mich schlagen, bis ich tot war, oder er würde mich rauswerfen. Beides befürchtete ich schon seit Langem. Meine Mutter hatte mir mal erklärt, bei meinem Anblick würden Männer automatisch an Sex denken, weshalb ich mein Leben lang von ihnen ausgenutzt werden würde. Andauernd lag sie mir damit in den Ohren, ich solle doch endlich verschwinden.

Nun war ich bereit dazu. Ich hatte zwar erst 855 Dollar angespart, doch das würde reichen, um mir ein Busticket bis ans andere Ende des Landes zu kaufen und mir dort einen Job zu suchen. Wenn ich lebend aus diesem Haus käme, war genau das mein Plan.

Marco schob die Hand in meine Shorts. Kreischend versuchte ich, mich zu befreien. Seine Hand hatte dort nichts verloren. »Lass mich los!«, brüllte ich laut genug, dass die Nachbarn es hören konnten.

Er zog die Hand wieder hinaus und riss mich so brutal am Arm herum, dass dieser auskugelte. Dann knallte er mich gegen die Tür und schlug mir ins Gesicht, dass mir Hören und Sehen verging. Meine Knie gaben nach. »Jetzt hör schon auf mit dem Gezicke und sei endlich still, du Bitch!«

Er griff nach meinem Shirt, schob es hoch und zerrte meinen BH nach unten. Ich schluchzte hilflos auf. Es würde wieder passieren, und ich konnte nichts dagegen tun.

»Lass sofort meinen Mann in Ruhe, du Flittchen, und verlass auf der Stelle mein Haus! Ich will dich nie wieder hier sehen!«, ertönte in diesem Augenblick die Stimme meiner Mutter, und Marco ließ schnell die...

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