Misbehaving - Jason und Jess

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. September 2015
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96956-7 (ISBN)
 
Jason Stone hat es satt, im Schatten seines Rockstarbruders Jax zu stehen. Also fährt er kurzerhand ins Sommerdomizil seiner Familie nach Sea Breeze, um etwas Dampf abzulassen. Dass er sich dabei von der verboten gut aussehenden Jess um den Finger wickeln lässt, war definitiv nicht sein Plan, denn Jess ist ein böses Mädchen und Jason auf dem Weg in die Ivy League. Aber sie können nicht voneinander lassen und was als heißer Flirt beginnt, wird bald mehr, als beide sich eingestehen wollen.
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 3,52 MB
978-3-492-96956-7 (9783492969567)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Abbi Glines, 1977 in Birmingham (Alabama) geboren, schrieb zahlreiche erfolgreiche Fantasy- und Jugendbücher, bevor ihr mit ihren »New Adult«-Romanen der internationale Durchbruch gelang. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in Fairhope (Alabama).

Ich ließ die Fliegengittertür achtlos hinter mir zufallen, besann mich dann aber eines Besseren und sperrte sie ab. Nicht, dass Hank selbst Polizei spielen wollte . Gut, so dämlich war er vermutlich nicht. Schließlich würde er sich nie mit meiner Mom anlegen.

»Bist du das, Jess?«, rief sie aus der Küche. Eigentlich musste ich ihr direkt erzählen, was los war. Schließlich konnten jeden Moment die Cops hier sein, und dann musste ihr das perfekte Pokerface gelingen.

»Jepp, ich bin's. Und es könnte sein, dass wir gleich Probleme kriegen«, erwiderte ich und ging durch das schmale Wohnzimmer in die Küche. In diesem Haus aus Betonziegeln mit den fünf Zimmern war ich aufgewachsen. Es war nichts Besonderes, dafür aber bezahlbar. Uns hatte kein Mann beim Bezahlen der Rechnungen unter die Arme gegriffen, und Mom hatte sich immer allein um alles kümmern müssen.

»Was hast du denn ausgefressen?!«, fragte sie, als ich in die Küche kam. Sie stand in ihrem liebsten pinkfarbenen Satinmorgenrock an der Kaffeemaschine und hatte eine Kippe im Mund. Wahrscheinlich hatte sie sich gerade für die Arbeit zurechtgemacht und dann beschlossen, doch noch ein Päuschen einzulegen.

Ich zog einen mit Vinyl bezogenen Stuhl unter dem Küchentisch hervor und setzte mich.

»Ich hab den Pick-up von Hank vermöbelt.«

Mom nahm die Zigarette aus dem Mund. »Du hast was?!«

»Er war mit der Schlampe, mit der er mich betrügt, im Live Bay und hat mich wieder mal angelogen. Ich habe die Schnauze gestrichen voll und wollte ihm noch einen kleinen Denkzettel verpassen.«

Mom aschte in die Spüle und griff nach einer Kaffeetasse. Ihr langes blondes Haar war immer noch beeindruckend, aber ihr Gesicht, das einst strahlend schön gewesen war, war vom Leben gezeichnet. Und das Rauchen machte es sicher auch nicht besser!

»Shit, Mädchen. Ich muss in einer Stunde zur Arbeit. Was machst du, wenn die Cops kommen?«

Mist, daran hatte ich nicht gedacht. Wer gab mir dann ein Alibi?

Ich zuckte mit den Schultern. »Vielleicht kommen sie ja noch, bevor du aufbrichst?«

Mom ließ sich mit einer Tasse schwarzen Kaffees vor mir nieder. »Bist du denn wenigstens so richtig in die Vollen gegangen? Wenn wir uns schon mit den Bullen rumschlagen müssen, hat es sich hoffentlich gelohnt! Ich habe heute Abend überhaupt keine Lust auf diese Nervensägen .«

Bei dem Gedanken an die zersplitterten Autoscheiben musste ich lächeln.

»Och ja, ich glaube, du wärst stolz auf mich.«

Sie nickte zufrieden, drückte die Zigarette aus und nahm einen tiefen Schluck.

»Er ist ein erbärmlicher Vollidiot, von dem du dich dringend fernhalten solltest! Das Leben liegt noch vor dir, und ich will auf keinen Fall, dass du so endest wie ich. Hank hat bereits ein Mädchen geschwängert, das er nicht heiraten wird, und du darfst auf keinen Fall das nächste Opfer werden! Das Leben ist kein Ponyhof, aber das weißt du ja. Ich bin mir sicher, dass du hübsch genug bist, um dich aus dem Mist herauszukämpfen. Zumindest wünsche ich mir das für dich.« Sie lehnte sich zurück und schlug ihre langen Beine übereinander.

Diese Unterhaltung führten wir, seit ich alt genug für diese Dinge war - also seit ich neun war. Wenn deine Mutter eine Stripperin ist, bist du eben ein bisschen früher im Bilde. Keine Zeit für Unschuld.

»Das mit Hank ist für immer vorbei. Versprochen.«

Mom wirkte nicht sonderlich überzeugt, und ich konnte ihr das nicht verübeln. Die Sache zwischen Hank und mir ging jetzt schon seit Jahren, und ich musste sie wirklich endlich abhaken. Hank war mein One-Way-Ticket in die Art von Leben, das meine Mutter führte. Und sosehr ich sie dafür bewunderte, dass sie es immer ohne die Hilfe eines Mannes geschafft hatte, so wenig wollte ich so ein Leben. Ich wusste, dass sie es hasste.

»Mein Fluchtwagen war ein Porsche«, erzählte ich ihr grinsend. Ich konnte es ja immer noch nicht fassen. Auch nicht, was für einen Fahrer ich da gehabt hatte. Nicht meine Liga. Ganz und gar nicht meine Liga! Er war vermutlich stinkreich und hatte mich angesehen wie ein seltsames Tier, mit dem er nicht so recht umzugehen wusste. Wahrscheinlich hatte ich den Typen zu Tode erschreckt! Er kam ja auch nicht aus der Gegend, sondern war nur zu Besuch da und wollte wohl so schnell wie möglich zurück in seine Ferienvilla.

»Porsches sieht man hier ja nicht sonderlich oft«, meinte Mom skeptisch.

»Er war ja auch kein Einheimischer, sondern macht wahrscheinlich Urlaub auf der Insel. So sah er zumindest aus.«

Mom nickte, mit diesem Schlag Mensch kannte sie sich aus. Mein Leben lang hatte sie mich vor zwei Sorten von Mann gewarnt: Einmal vor »dreckigen Taugenichtsen« wie Hank, und dann vor den »reichen Knackern von der Insel, die dich nur flachlegen wollen und dann sitzen lassen«.

»Mach dir mal keine Gedanken wegen ihm. Der hält mich ganz bestimmt für eine Psychopathin«, versuchte ich, sie zu beruhigen.

Mom zog die Augenbrauen nach oben und lehnte sich an den Tisch. »Glaubst du das wirklich? Dachte, ich hätte dir beigebracht, nicht so wahnsinnig naiv zu sein. Er ist ein Mann, Süße, nur darauf kommt es an. Jetzt, wo er dich gesehen hat, wird er garantiert zurückkommen. Pass auf dich auf!«

Ich hatte schon mehr als einmal versucht, mir einen wohlhabenden Mann aus Sea Breeze zu angeln, aber es hatte nie funktioniert. Auf den guten alten Marcus Hardy hatte ich ein Auge gehabt, seit ich ein kleines Mädchen war. Er war ein Freund meines Cousins Rock, aber er war anders als wir. Er lebte in einem großen Haus am Strand, sah in mir aber nie mehr als jemanden, mit dem man eine heiße Nummer schieben konnte. Sobald er Willow begegnet war, war sowieso alles zu spät gewesen. Die beiden waren jetzt verheiratet und hatten ein Kind, also war er jetzt absolut tabu.

»Ich hätte dich doch dazu kriegen sollen, aufs College zu gehen. Da hättest du jemanden kennenlernen können, der dich hier rausholt.« So, wie sie das sagte, klang es, als wäre Sea Breeze der schlimmste Ort der Welt. Ich sah das anders und liebte die Küstenstadt, in der ich aufgewachsen war.

»Ich wollte nicht weg«, erinnerte ich sie. Stattdessen hatte ich mich dafür entschieden, auf das örtliche College zu gehen, weil ich weder die Stadt verlassen wollte noch meine Mom. Wir waren doch mein Leben lang ein Team gewesen!

Mom seufzte und stand auf.

»Ich weiß doch, Süße. Ich freu mich ja auch, dass du hiergeblieben bist. Das macht es aber nicht besser! Es wird ziemlich schwer werden, hier einen Mann zu finden, der dir ein besseres Leben bietet. Und du sollst einfach nicht so enden wie ich.«

Ich wollte gerade eine Diskussion beginnen, als jemand an die Tür klopfte. Mom blickte zum Eingang, fuhr sich mit der Hand durchs Haar und zog den Satinstoff ihres Morgenrocks ein wenig nach unten, sodass man ihr beeindruckendes Dekolleté sehen konnte.

»Komm, geh duschen, Kleines. Ich hab die Sache im Griff, mach dir keinen Kopf!«, sagte sie und schlüpfte in ein Paar roter High Heels, sodass ihre Beine noch länger wirkten. Lächelnd huschte ich ins Bad und stellte die Dusche an, um dann, das Ohr an die Tür gedrückt, zu lauschen.

»Oh, hallo, Officer Ben! Sie wissen doch, dass ich normalerweise keine Hausbesuche anbiete«, sagte sie mit der leisen, anzüglichen Stimme, die ich so gut kannte.

»Guten Abend, Starla. Ich störe Sie ja nur ungern, bevor sie . ähm .« Er räusperte sich, und ich verdrehte die Augen. Ich wusste, dass der liebe Officer Ben Stammkunde im Jugs, einem Stripclub in einem Vorort von Sea Breeze, war.

»Bevor Sie . zur Arbeit gehen. Aber ich habe einen Anruf wegen Jess bekommen und muss die Sache überprüfen. Ist sie zu Hause?«

»Ich weiß ja nicht, wer Sie angerufen hat, Ben«, meinte meine Mutter und ließ seinen Namen über ihre Zunge rollen, als würde sie jeden Moment einen Lapdance mit ihm starten. »Aber meine Kleine war den ganzen Abend bei mir. Sie duscht gerade, weil wir einen ordentlichen Hausputz hinter uns haben. Sie können die Motorhaube ihres Pick-ups überprüfen - sie ist eiskalt. Jess ist den ganzen Tag nicht damit gefahren.« Mom verstummte, und ich konnte ihre Absätze auf dem Boden klackern hören, als sie vermutlich auf ihn zutrat. »Und sosehr mir die Vorstellung gefällt, mit Ihnen zu duschen, so wenig kann ich Ihnen natürlich gestatten, meine Kleine im Bad zu belästigen«, sagte sie in nicht minder zweideutigem Tonfall.

Wow. Meine Mom hatte es echt drauf.

»Oh, ähm, klar, das verstehe ich. Verzeihen Sie die Störung, Starla. Wollte nur sichergehen. Es gab jemanden, der sie gesehen hat, und ich werde auch noch den Wagen überprüfen, um Ihr Alibi zu verifizieren«, stammelte er, und ich presste mir die Hand auf den Mund, um nicht laut loszuprusten. Wahrscheinlich hatte er gerade einen wunderbaren Ausblick auf Moms Brüste, die sie im Umgang mit Männern immer wieder geschickt einsetzte.

Trotzdem war es wichtig, dass er mich kurz sah, um zu wissen, dass ich daheim war. Ich zerrte mir das T-Shirt vom Leib, wickelte ein Handtuch um mich und öffnete die Tür dann einen Spaltbreit. Als ich meinen Kopf hinausstreckte, riss Officer Ben seinen lüsternen Blick von meiner Mutter los.

»Ist alles okay bei dir, Mom? Ich habe eine Stimme gehört«, rief ich so unschuldig, wie ich nur konnte.

»Ja, Kleines, alles in Ordnung! Es ist nur Officer Ben«, erwiderte sie und drehte sich mit einem strahlenden Lächeln zu mir um.

Sobald Officer Ben erneut zu einer Entschuldigung ansetzte, schloss ich die Badezimmertür wieder.

»Verstehe ich doch, Officer. Sie machen nur ihren Job und sorgen dafür, dass unsere...

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