FUCK YOU Felix

 
 
epubli (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. April 2020
  • |
  • 100 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7529-4551-5 (ISBN)
 
ACHTUNG: Neuauflage von 'Fuck you Felix Brandon' Justice Ich könnte kotzen! Da kommt diese Saftschubse daher und glaubt, mein Leben auf den Kopf stellen zu können. Na gut, mein Leben ist nicht das, was mein Vater erwartet, aber immerhin habe ich Spaß. Ganz viel sogar. Dies kann mir auch Felix nicht nehmen! Felix Dieses Weib hat ein Vokabular, das ihr der Mund mit Lauge ausgewaschen gehört. Job ist Job, also werde ich ihr Leben umkrempeln, sie auf den richtigen Weg bringen und bin dann schneller weg, als man Amen sagen kann. Justice Price und Felix Brandon werden aufeinander losgelassen, die schon in der Kindheit einen Krieg der besonderen Art führen. Sie können nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Was niemand ahnt: Justice hat ein Geheimnis, was ihr Leben jahrelang prägt.

Jessica Gisso ist das Pseudonym einer deutschen Romance-, Erotik- und Phantastik-Autorin, die ihre größtenteils erfundenen Geschichten mit ihren Lesern teilen möchte. Mit einem Schuss Humor, einer Prise Action und 100 % Liebe. Geboren wurde die Autorin 1985 und zog in jungen Jahren von einem Ende Deutschlands zum anderen, wo sie den Mann fürs Leben fand und nun eine Familie gegründet hat.
  • Deutsch
  • 0,39 MB
978-3-7529-4551-5 (9783752945515)

"Justice Price hat das geschafft, wovon andere in ihrem Alter nur träumen. Mit fünfundzwanzig hat sie eine eigene Realityshow und ist als Modebloggerin unterwegs. Als sie vor zehn Jahren das erste Mal an der Seite von Hannes Price gesehen wurde, ahnte noch niemand, dass diese Frau Geschichte schreiben würde. Millionen Fans. Was sie in die Hände nimmt, wird zu Gold, jeder VIP will mit ihr befreundet sein und eine Party wird nur dann gut, wenn auch Justice mit von der Partie ist. Bekannt wurde sie mit ihrem Modeblog, wo sie mittlerweile auch ihre eigene Kollektion präsentiert. Ihr Vater überschrieb ihr das Modelabel, für das sie selbst auf dem Laufsteg läuft und sie hat mittlerweile das Familienvermögen verdoppelt."

"Schalt den Mist aus", wispere ich und lasse mich auf das Bett zurückfallen. Die Leute glauben, mich zu kennen, aber natürlich sehen sie nur das, was ich sie sehen lasse. Die Presse darf nur veröffentlichen, was mein Management absegnet, ansonsten hetze ich ihnen unsere Anwälte auf den Hals und die verklagen einen bis auf die Unterhose, wenn nötig sogar bis auf das Kondom.

Wer Rang und Namen im Modebusiness hat, steht bei mir unter Vertrag, denn ich hole selbst aus einer Kanalratte den besten Hüftschwung für den Laufsteg heraus. Was ich innerhalb der letzten fünf Jahre geschafft habe, soll mir mal einer nachmachen!

"Du solltest dich mal ansehen." Mein Vater läuft zum Fernseher und schaltet ihn aus, wie ich es angewiesen habe. Auf Außenstehende mag mein Verhalten arrogant wirken, aber ich zeige eben stets allen nur den Mittelfinger. Ich habe mir das Recht hart erarbeitet, Anweisungen zu geben. Wer nicht spurt, fliegt. So einfach ist die Sache.

Mein Vater wird eh gleich der Kragen platzen, also kann ich genauso gut mit Pauken und Trompeten untergehen.

"In ein paar Wochen beginnen die Aufzeichnungen der Show", erklärt Dad mit zähneknirschender Miesepeter-Stimmung. Welche Staffel drehen wir eigentlich? Fünf? Sechs? Sieben? Ich habe eindeutig den Überblick verloren. Achtundzwanzig Tage lang begleitet mich ein Kamerateam, während ich meinem Job nachgehe und aus Scheiße Gold mache. Ich bin Justice Price, ich kann tun und lassen, was ich will.

"Schau dich bloß an", legt Dad noch einmal spöttisch nach und schüttelt den Kopf. "Du bist die einflussreichste Frau der Welt und liegst in deinem eigenen Erbrochenen. Das ist ekelhaft."

Ich drehe mich auf die Seite und sehe ihn an. Wie er in dem überteuerten Anzug an dem Hotelbett steht und auf mich herabsieht, als sei ich eine Nutte von der Straße. Sein verachtender Blick feuert meine Wut an.

Er selbst hat mir diese Bürde auferlegt, weil er mehr Zeit für Tussi Nummer sieben haben will. Die zukünftige Stiefmutter ist genau zwei Jahre älter als ich. Einfach nur ekelhaft!

"Sprich nicht so respektlos mit mir, als sei ich eine Angestellte. Ich bin deine gottverdammte Tochter und keine der Tussen, die Männchen machen." Dad macht sich nur Sorgen um mich, aber ich bin ein großes Mädchen und weiß, was ich zu tun oder zu lassen habe.

"Hast du den Verstand verloren?" Mein Vater greift mich am Arm und zieht mich grob aus dem Bett, um mich ins Bad zu schleifen. Ich wehre mich, bin aber noch zu alkoholisiert, um etwas auszurichten.

Im Bad schubst er mich vor das Waschbecken, packt mich im Nacken und zwingt mich, mein Spiegelbild zu betrachten. Ich sehe echt scheiße aus, aber was erwartet man. Die Nacht war lang und dabei habe ich das eine oder andere eingeworfen. Ich entspreche genau dem Klischee von einer Ikone, die aufsteigt und den Halt verliert. All die Jahre habe ich auf etwas hingearbeitet, was ich nun erreicht habe und nicht mehr würdigen kann. Die Millionen auf dem Bankkonto sind nur Zahlen. Die Realityshow ist nur eine weitere Aufnahme meines beschissenen Lebens, die ich neben all die anderen Familienfilme stellen kann. Es gibt kein Ziel mehr vor Augen, dass es wert wäre, dafür aus dem Bett zu kommen.

Leere Pupillen starren mich aus dem Spiegel an, die Dreadlocks hängen kraftlos herunter, dunkle Augenringe zeichnen sich ab.

Im Magen rumort es und prompt wird mir so kotzübel, dass ich zur Toilette hetze und mich übergebe. Scheiße, mir ist so schlecht, dass ich am liebsten sterben will!

Ich könnte mich ja damit herausreden, dass ich mir den Magen verdorben habe, aber das glaubt mir kein Mensch. Nicht nach dieser Nacht.

Dad behält recht, ich bin zwar die einflussreichste Frau der Welt, dennoch am Boden.

Tequila, Wodka, Bier, Bacardi, Eierlikör - mir wird schon speiübel bei dem Gedanken, was ich da gestern alles in mich reingeschüttet habe und was mir gleich die Speiseröhre hochkriecht.

"Selbst schuld, Schnapsdrossel", mahnt Dad und streicht mir das Haar in den Nacken. Egal, was ich angestellt habe, in den Augen meines Vaters bin ich immer noch das kleine Mädchen im rosa Kleid, die sich seine Modekollektion ansieht und sie sogar toll findet.

Ich hänge über der Kloschüssel und würde mir am liebsten den Magen auspumpen lassen, dennoch ist er bei mir. Auch wenn er gerade all die anklagenden Worte ausgesprochen hat, wird er immer bei mir sein, denn er hat das Imperium aus dem Boden gestampft und in meine Hände gelegt. Selbst wenn ich scheitern sollte, er ist mein Dad und wird mir helfen. Zumindest hoffe ich es, immerhin zerstöre ich gerade unser aller Existenz.

"Ich bin es leid, deine ganzen Exzesse mitzumachen und diese dann erklären zu müssen. Das geht schon viel zu lange und vielleicht sollte ich jetzt mal einen Riegel vorschieben." Dad hat ja recht, aber ich komme aus dem Teufelskreis einfach nicht heraus. Dieses ständige Auf und Ab kotzt mich selbst an, aber ich wollte an die Spitze und dafür bezahle ich den Preis.

Mein Leben war nicht immer so, früher habe ich einen großen Bogen um Alkohol und Drogen gemacht, aber nachdem ich millionenschwer wurde, gab es für mich irgendwann kein anderes Ventil für diesen Druck mehr. Der Job befriedigt meine Seele keinesfalls, kein Gefühl ist so explosiv wie das Blitzlichtgewitter. Es geht nur noch darum, das vergangene Hochgefühl zu toppen.

Im Kopf dreht sich alles, eine Sekunde später hänge ich noch tiefer über der Kloschüssel, um auch noch den letzten Rest Würde aus mir herauszuwürgen. Scheiße, was tue ich mir da eigentlich an?

Mein Vater zeigt kein Mitgefühl und schüttelt nur verachtend den Kopf.

"Selbst schuld!", sagt er ein weiteres Mal. Das ist für mich nichts Neues! Er empfindet in solchen Situationen kein Mitleid für mich, da ich es keinesfalls verdiene, verhätschelt zu werden. Ich bin in dem Glauben aufgewachsen, mir alles hart erarbeiten zu müssen. Nie sprach ich über unser Geld, sondern immer über das Geld meines Vaters.

Die Badezimmertür öffnet sich und Dads Lebensgefährtin, Anne, kommt herein. In den Händen hält sie eine Packung Kopfschmerztabletten und kalte Tücher.

"Ich dachte, du willst mit ihr reden." Anne - ich hasse die Schnepfe mehr als alles andere auf der Welt. Ihretwegen hat Dad mir die Firma erst übergeben, im Grunde ist sie schuld an meinem momentanen Zustand. "Das kann doch so nicht weitergehen."

Schon allein ihre piepsige Stimme lässt das Trommelfell schmerzen. Sie ist eine Art russisches, magersüchtiges Babyborn-Model und Dad hat sie mir vor mehr als fünf Jahren vor die Nase gesetzt. Ich war sein kleines Mädchen, um die er sich gekümmert hat, und dann kommt diese Babypuppengröße ins Haus und stellt alles auf den Kopf. Selbst nach der Geburt meiner Halbschwester sieht sie aus, als esse sie genau eine Kalorie im Monat. Gesund kann das keinesfalls sein, neben dieser Forelle fühle ich mich mit Größe vierzig wie ein Wal.

"Zieh Leine", lalle ich und schenke ihr einen vernichtenden Todesblick, die Laserstrahlen bleiben jedoch aus. Leider!

"Justice", zischt Dad und lässt mein Haar los, um zu seiner Schlampe zu schreiten, als sei er ihr Sklave. Wahrscheinlich würde ich eine Vodoopuppe in ihrem Nachttisch finden, wenn ich auf die Suche ginge. Was hat die Tussi bloß an sich, dass alle sie vergöttern? So gut kann sie gar nicht zu vögeln sein!

"Das geht so nicht, Hannes. Wie soll das erst werden, wenn wir verheiratet sind?"

Ruckartig hebe ich den Kopf und hoffe, mich verhört zu haben. Verheiratet? Plötzlich bin ich ganz klar im Kopf und setze mich mit meiner letzten Würde in eine aufrechte Position auf. "Das könnt ihr vergessen. Bevor ihr heiratet, hab ich diese Bordsteinschwalbe zurück nach Russland verfrachtet."

Annes trauriger Blick interessiert mich herzlich wenig. Auch wenn sie mir nie etwas getan hat, wird sie mir doch niemals die Mutter ersetzen. Ich habe eine und die ist mehr als genug.

"In sechs Monaten werde ich Anne heiraten, ob du da bist oder nicht."

Ich betätige die Spülung, zupfe Toilettenpapier von der Rolle, um mir den Mund abzuwischen. Dieser Kater bringt mich noch um! "Dann werde ich das Spektakel mit Freude verpassen."

Dad schnauft wütend und reicht mir die Aspirin. "Entweder du bekommst jetzt die Kurve, oder ich stecke dich in die Entzugsklinik. Ich habe es dir so oft gesagt, aber jetzt ist es genug! Ohne meine Anwälte würdest du schon längst im Gefängnis sitzen. Früher haben die Leute über deine Blogbeiträge gesprochen, aktuell nur noch darüber, welchen Mist du als Nächstes anstellst."

"Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe!" Ich schwanke zurück ins Hotelzimmer, schnappe mir aus der Bar eine der Schnapsflaschen und will da weitermachen, wo ich aufgehört habe.

Nur doof, dass Dad und seine Bordsteinschwalbe mir folgen.

Ich steuere das Hotelbett an, als Dad mich am Oberarm packt und zu...

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