Traumfrau ahoi

Roman
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. August 2011
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06953-7 (ISBN)
 
Wenn es der Traum eines jeden Mannes ist, mit einem unglaublich attraktiven Model auf dem Meer zu treiben, dann möchte Max Zamora lieber schnell aufwachen, denn diese Begleitung hat ihm bei seiner Flucht vor einem rachsüchtigen Drogenboss gerade noch gefehlt. - Aber auch Lola Carlyle kann sich etwas Besseres vorstellen, als ihren Erholungsurlaub mit einem Mann zu verbringen, der mit James Bond ganz offensichtlich mehr als nur den Beruf gemein hat ...


Seit sie sechzehn Jahre alt ist, erfindet Rachel Gibson mit Begeisterung Geschichten. Mittlerweile hat sie nicht nur die Herzen zahlloser Leserinnen erobert, sie wurde auch mit dem Golden Heart Award der Romance Writers of America und dem National Readers Choice Award ausgezeichnet. Rachel Gibson hat drei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Ehemann in Boise, Idaho.
  • Deutsch
  • 1,26 MB
978-3-641-06953-7 (9783641069537)
364106953X (364106953X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Seit sie sechzehn Jahre alt ist, erfindet Rachel Gibson mit Begeisterung Geschichten. Mittlerweile hat sie nicht nur die Herzen zahlloser Leserinnen erobert, sie wurde auch mit dem Golden Heart Award der Romance Writers of America und dem National Readers Choice Award ausgezeichnet. Rachel Gibson hat drei erwachsene Kinder und lebt mit ihrem Ehemann in Boise, Idaho.

2. KAPITEL


Lola richtete den Strahl der Taschenlampe auf den Bug - beziehungsweise das, was davon noch übrig war. Das Segeltuchverdeck über der Kommandobrücke war nahezu ganz abgebrannt. Übrig waren nur ein paar Meter verkohltes Segeltuch und die rußgeschwärzten Aluminiumstangen. Eine leichte salzige Brise fuhr in ihr Haar und ließ den Saum ihres Hemdes um ihre Oberschenkel und den Ansatz ihres Hinterteils flattern. Der Seewind spielte mit der weißen Asche auf dem Boden und mit den Resten des Kapitänssessels und des Steuers.

Es konnte nicht wahr sein. Das alles widerfuhr doch nicht ihr. Sie war Lola Carlyle, und dieses Leben war nicht das ihre. Sie war doch auf Erholungsurlaub. Und morgen brach sie ihre Zelte ab und reiste nach Hause. Sie musste nach Hause.

Das Ganze war völlig verrückt, es konnte nur ein böser Traum sein. Ja, so war es wohl. Sie hatte eine letzte Nasch- und Cocktail-Tour durch Nassau unternommen und war in der Passagierkabine der Jacht eingeschlafen, und jetzt war sie mitten in einem Albtraum und sah sich Auge in Auge mit einem wild gewordenen Verrückten. Jeden Moment würde sie aufwachen und Gott danken, weil alles ja nur ein Traum war. In der Dunkelheit flog der leere Feuerlöscher durch die Luft, schlug auf dem Bug auf und sprang einmal hoch, ehe er endgültig in dem ausgebrannten Loch stecken blieb.

»Was kommt als Nächstes? Haben Sie Napalm in Ihrer Unterwäsche? «, fragte der leider allzu wirkliche Wahnsinnige hinter ihr, und die Wut in seiner Stimme durchschnitt die Nachtluft zwischen ihnen.

Lola warf einen Blick über die Schulter auf sein vom Mond beschienenes, übel zugerichtetes Gesicht. Sie hatte damit gerechnet, umgebracht und den Fischen zum Fraß vorgeworfen zu werden. Als er sie fesselte, hatte sie die schrecklichste Angst ihres Lebens ausgestanden. Wie ein Alb hatte die Furcht auf ihrer Brust gehockt und ihr die Luft aus den Lungen gepresst. Sie war überzeugt gewesen, dass er sie misshandeln und umbringen würde. Doch nun war sie wie betäubt und empfand gar nichts mehr.

»Wenn ich Napalm hätte, wären Sie jetzt Grillfleisch«, platzte sie automatisch heraus, ehe sich ihr Selbsterhaltungstrieb meldete und sie ein paar Schritte zurückwich.

»Oh, daran zweifele ich keine Sekunde, meine Süße.« Er kam auf sie zu und griff hinter sich. »Hier.« Er zog ein Messer in einer hellbraunen Lederscheide und packte Lolas freie Hand. Sie zuckte zusammen, als er ihr die Waffe in die Hand legte. »Wenn Sie mich von meinem Elend erlösen wollen«, sagte er, »dann nehmen Sie das. Das geht schneller und ist nicht so schmerzhaft.« Langsam bewegte er sich in Richtung der Stelle, wo sich noch vor wenigen Minuten die Tür befunden hatte, von der inzwischen nur noch ein Metallrahmen und ein paar Fetzen verkohlten Segeltuchs übrig waren, die im Wind flatterten. Lola hörte, wie er scharf den Atem einsog, bevor er weiter die Treppe hinunterstieg.

Beim ersten Anzeichen von Feuer hatte Baby sich in Sicherheit gebracht. Auch Lola hatte eilig Deckung gesucht und war über den Boden und die Treppe hinuntergekrochen. Sie hatte auf dem Achterdeck gestanden, während dieser Wahnsinnige namens Max gegen die Flammen gekämpft hatte. Fassungslos hatte sie zugesehen, wie der Wind brennende Segeltuchfetzen mit sich davontrug.

Das Geräusch der zuschlagenden Kombüsentür hallte durch die Nacht. Dann herrschte wieder absolute Stille, die lediglich vom leisen Plätschern der Wellen am Bootsrumpf unterbrochen wurde. Lola sah sich um und blickte hinaus in die Dunkelheit, ins Nichts. Auf einmal fühlte sie sich wie eine der Überlebenden eines Hurrikans, die sie schon so oft in den Nachrichten gesehen hatte. Mit wirrem Haar, leerem Blick und wie betäubt. Ihr Verstand konnte kaum fassen, dass diese Situation real war, dass sie auf einem manövrierunfähigen Boot stand, irgendwo auf dem Atlantik, nur mit Unterwäsche und einem weißen Hemd bekleidet, während ein eindeutig geistesgestörter Mann auf dem Deck unter ihr schlief.

Lola wandte sich zur Tür und stieg die Treppe hinunter. Die ganze Nacht erschien ihr surreal, als wäre sie in ein Gemälde von Salvador Dalí geraten. So zerflossen und verbogen, dass sie sich nur umschauen und denken konnte: Was ist denn hier los? Sie richtete die Lampe auf das Achterdeck, und ihre Schritte verlangsamten sich, als sie sich der Kombüse näherte.

»Baby«, flüsterte sie. Sie fand ihn auf der Sitzbank hinter dem Tisch, wo er wach und verängstigt zusammengerollt auf dem weichen Wollschal kauerte, den sie früher am Tag abgelegt hatte. Stück für Stück, als hätte sie Angst, der schwarze Mann könnte sie plötzlich aus einer Ecke heraus anspringen, leuchtete sie mit der kleinen Taschenlampe die Kombüse und den Salon ab. Durch die Tür zur Passagierkabine kroch der Lichtstrahl über den dicken blauen Teppich bis zum Rand der gestreiften Bettdecke. Sie ließ das Licht an der Decke emporwandern und hielt inne, als es auf ein Paar schwarze Stiefel fiel. Erschrocken knipste sie die Taschenlampe aus, während sich die Angst, die sie schon die ganze Zeit über gequält hatte, wieder in ihr ausbreitete.

»Baby«, flüsterte sie noch einmal, beugte sich vor und tastete die Sitzbank ab. Sie nahm das Messer in die Hand, mit der sie bereits die Taschenlampe hielt. Unter den Fingern spürte sie das feine Wolltuch und hob es zusammen mit ihrem Hund hoch. So leise wie möglich durchquerte sie die stockdunkle Kombüse und stand schließlich wieder auf dem Achterdeck. Sie ging zu der Stelle, wo sie Stunden früher gesessen, Wein mit den übrigen Passagieren der Jacht getrunken und den Piratengeschichten des Besitzers gelauscht hatte. Als sie sich setzte, spürte sie das kalte Vinyl der umlaufenden Sitzbank an den Rückseiten ihrer Oberschenkel. Sie zog die Füße unter sich.

Baby leckte ihre Wangen, als sie gegen die Tränen kämpfte. Lola hasste es, wenn sie weinte. Sie hasste es, Angst zu haben und sich hilflos zu fühlen, und trotzdem liefen ihr die Tränen aus den Augen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte.

Baby hatte keine Angst gehabt. Er war tapfer und angriffslustig gewesen, aber zum ersten Mal, seit sie ihn vor einem Jahr beim Züchter abgeholt hatte, wünschte sie, er wäre ein Rottweiler. Ein großer, mordlustiger Rottweiler, der einem Mann einen Arm abreißen konnte. Oder die Eier.

Lola wischte sich die Tränen ab und dachte an die Schachtel Leuchtraketen, die sie in der Passagierkabine gefunden hatte. Sie nützten ihr jetzt nichts mehr. Die Pistole war im Feuer geschmolzen. Aber selbst wenn die Pistole nicht geschmolzen wäre, hätte sie nicht den Mut aufgebracht, die Kabine aufzusuchen und die Raketen zu holen. Nicht, solange dieser Mad Max unmittelbar neben der Schachtel lag.

Dieser Typ hatte behauptet, er sei Korvettenkapitän, aber sie glaubte ihm nicht. Vielleicht hatte er das nur erfunden. Viel wahrscheinlicher war, dass er einer dieser modernen Piraten war, von denen Mel Thatch, der Besitzer der Jacht, ihnen erzählt hatte.

Lola schlug das Wolltuch auseinander und hüllte sich und den Hund darin ein. Sie blickte hinauf zu den verkohlten Überresten der Kommandobrücke und zu den Sternen am Himmel, die an manchen Stellen so dicht standen, dass sie ineinander zu fließen schienen.

Ihre Hand umklammerte das Messer, das er ihr gegeben hatte, noch ein wenig fester. In ihren Augen war es ziemlich dumm für einen Verbrecher, aber offenbar betrachtete er sie nicht als Bedrohung. Er glaubte nicht, dass sie das Messer gegen ihn erheben würde, womit er wahrscheinlich sogar noch Recht hatte. Mit einer Leuchtpistole auf einen Menschen zu schießen oder sich in der Hitze des Gefechts zu wehren, war eine Sache; sich an sein Bett zu schleichen und ihm im Schlaf die Kehle durchzuschneiden, eine ganz andere.

Vermutlich hatte er ihr das Messer eher gegeben, weil er wusste, dass er sie jederzeit überwältigen konnte, was er ja bereits mehrfach unter Beweis gestellt hatte. Noch immer spürte sie beinahe seinen Klammergriff an ihren Handgelenken und die stählernen Muskeln seines Körpers an ihrem Rücken. Der Mann bestand nur aus harten Muskeln und brutaler Kraft, und sie war ihm beim besten Willen nicht gewachsen.

Nachdem er sie zum ersten Mal losgelassen hatte, war sie ins Dunkel zurückgewichen, in der Erwartung, dass er ihr folgte. Um sie in den Albtraum einer jeden Frau zu stürzen. Um sie zu packen, ihr die Kleider vom Leib zu reißen, sie zu Boden zu stoßen und zu vergewaltigen. Dass sie sich wehren würde, hatte von Anfang an festgestanden. Sie würde kämpfen und Baby beschützen, keine Frage.

Durch Passivität war sie jedenfalls nicht dahin gekommen, wo sie heute im Leben stand. Sie hatte ein Geschäft, das sich von den Körpern junger, blauäugiger Mädchen ernährte, nicht dadurch überlebt, dass sie sich Männern unterwarf. Und sie war nicht aus diesem Geschäft ausgestiegen und hatte ihren eigenen Dessous-Versand aufgebaut, indem sie Däumchen drehte. Ihr Leben lang hatte sie gegen den einen oder anderen Dämonen gekämpft, doch als Max sie zu Boden gedrückt und sie mit ihrem eigenen Rock gefesselt hatte, war sie überzeugt gewesen, dass sie dieses Mal nicht mit dem Leben davonkommen würde. Sie war davon überzeugt gewesen, dass er sie vergewaltigen und töten und Baby, wie angedroht, über Bord werfen würde. Aber er hatte es nicht getan. Sie lebte noch immer, nachdem sie schon geglaubt hatte, dem Tod ins Auge zu sehen. Ein Schluchzen entrang sich ihrer Kehle, und sie presste ihre zitternden Finger auf den Mund.

Ihr Blick wanderte vom Sternenhimmel zur niedergebrannten Kommandobrücke. Als Max sie zum ersten Mal gepackt hatte, war ihr bewusst geworden, dass sie eine Waffe brauchte, wenn sie diese Nacht überleben wollte. Vorzugsweise eine...

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