Wer sagt, dass Männer glücklich machen?

Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs - Mit Illustrationen von Til Mette
 
 
Südwest Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Juli 2013
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09276-4 (ISBN)
 
Dieses Buch ist kein Single-Ratgeber!

Sein Ziel ist die Vertreibung - und zwar die der hartnäckigen Dauersehnsucht nach einem Glück zu zweit. Weil sie sich vielleicht oder ziemlich sicher nicht erfüllt. Es kann sein, dass wir in einer "Das kann doch nicht alles gewesen sein"-Ehe stecken. Es kann auch sein, dass wir uns die Lippen an Fröschen wundgeküsst haben, die leider nie zu Prinzen wurden.

Natürlich wäre es das Schönste, wenn der Traumprinz an unserer Tür klingeln und "Hier bin ich und werde dich bis ans Ende deiner Tage zur glücklichsten Frau der Welt machen" sagen würde. Doch das Leben sieht nun einmal anders aus.

Also fragen Eva Gerberding und Evelyn Holst: Warum finden und genießen wir unser Glück nicht nur im Duo, sondern auch als Soloakt? (Wobei natürlich unsere Tür immer offen steht.) Wie absurd es ist, sich ohne Mann nur halb zu fühlen, sagt schon der Spruch aus den Siebzigern: "Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad!" Hä? "Wer sagt, dass Männer glücklich machen?" ist deshalb allen weiblichen Fischen gewidmet, die für ihr Glück kein Fahrrad brauchen.





  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Südwest
ca. 15 Illustrationen
  • 2,27 MB
978-3-641-09276-4 (9783641092764)
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So, nun ist er weg. Endgültig. Sie haben ihn entweder weggeschickt oder er hat sich von allein verdrückt. Auf jeden Fall gab es Gründe und es hilft in der ersten Zeit danach ungemein, sich diese Gründe immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Denn leider gaukelt uns die Erinnerung etwas vor: Sie färbt die Dinge rosa. Sie behält nur die positiven, die negativen löscht sie aus. Der Mann, der uns belogen und betrogen hat, wird wieder zum zärtlichen Romantiker, dessen Liebesbedürftigkeit von anderen Frauen schamlos ausgenutzt wurde. Der Geizkragen mit dem Igel in der Tasche, der Ihnen zum Geburtstag ein Taschenbuch mit Widmung geschenkt hat und im Restaurant immer auf die Toilette ging, wenn die Rechnung kam, mutiert zu einem Mann, der gut mit Geld umgehen kann. Der Langweiler mit den ewig schlüpfrigen Witzen, über die niemand lachen konnte außer er – aber eigentlich waren die Witze doch ganz komisch, oder?

Dass wir unser Liebesweh und -ach so gut verdrängen können, ist eine Laune der weiblichen Natur und im Grunde genommen eine sehr gnädige. Denn wenn wir es nicht könnten, würden wir alle zu verkniffenen, Männer hassenden Furien werden. Aber wenn wir zu viel und vor allem zu lange verdrängen, machen wir immer wieder dieselben Fehler und fallen auf Männer herein, die uns nicht guttun.

Wie also vermeiden wir den männlichen Alterungsschub? Womit fangen wir an? Ganz einfach: Wenn Ihr treuloser Lebensabschnittsgefährte zu neuen Ufern aufbricht, tun Sie dasselbe. Aber vorher konzentrieren Sie sich und denken an all die Streitigkeiten, fühlen den ganzen Ärger und die Wut, die er in Ihnen ausgelöst hat, die Verzweiflung, wenn er wieder einmal nachts mit fremden Gerüchen nach Hause kam und etwas von »Noch Freunde getroffen und in der Kneipe versackt« murmelte.

Wollen Sie DAS etwa zurück?

Wie oft haben Sie seinetwegen auf etwas verzichtet – Treffen mit Freundinnen, Saunagänge, weil er so ungern schwitzt, Liebesfilme, weil er so ungern weint? Endlich können Sie machen, was Sie wollen! Genießen Sie diesen Gedanken! Baden Sie in ihm wie in einem duftenden Schaumbad. Leben Sie ihn aus!

 

Und wenn Sie wieder einmal in Schmerz, Abschiedstrauer, Wut und Ohnmacht versinken, sagen Sie sich Folgendes: Ich gestatte mir jeden Tag eine Minute Trennungsverarbeitung weniger. Setzen Sie die Höchstzahl der Minuten fest, mit der Sie beginnen wollen, und stellen Sie den Wecker. Dreißig? Gut, trauern Sie dreißig Minuten lang, lassen Sie sich richtig fallen, schreien, brüllen, schlagen Sie um sich. Wenn der Wecker klingelt, öffnen Sie ein Fenster, lehnen sich hinaus und dann schreien oder flüstern Sie – je nach Temperament  – das eine Wörtchen: Schluss. Am nächsten Tag stellen Sie den Wecker auf neunundzwanzig Minuten. Nicht schummeln!

 

Während dieser Tage versuchen Sie bitte, folgende Frage zu beantworten: Brauche ich wirklich einen Mann zu meinem Glück?  – »Dumme Frage«, werden Sie vielleicht denken, »natürlich brauche ich einen. Männer und Frauen gehören zusammen, so hat es die Natur vorgesehen. Der liebe Gott wird sich schon etwas dabei gedacht haben, als er Eva aus Adams Rippe schuf.«

Ist das wirklich so? Gott ist schließlich auch nur ein Mann.

Oskar Holzberg, Psychologe


Die Sehnsucht der Frauen nach einem Mann ist immer da, aber im Laufe eines Lebens unterschiedlich präsent. In der Pubertät, wenn die Hormone toben, ist sie natürlich besonders stark. Wenn sich später die Kinderfrage stellt, auch. Aber dann, meist nach den Wechseljahren, nimmt sie ab. Singlefrauen ab fünfzig spielen ihre Sehnsucht dann wohl oft herunter, weil sie Angst haben, auf dem Partnermarkt nicht mehr attraktiv zu sein.

Babys und Sex – die wichtigsten Gründe
für einen Mann?

 

Die Frage muss eigentlich lauten: Wozu brauchen SIE einen Mann? Der naheliegendste Punkt wäre natürlich die Sexualität. Männer passen in Frauen wie der Stecker in die Steckdose, sonst gibt es nämlich kein Licht. So sagt man, aber Sie denken weiter: Warum gibt es Sex? Aus zwei Gründen:  Fortpflanzung und Vergnügen. Kein Baby ohne Mann? Diese Frage können Sie eindeutig mit DOCH beantworten. Denn für ein Baby brauchen Sie männliches Sperma, und das lässt sich für eine Singlefrau mit Kinderwunsch auf diversen anderen Wegen beschaffen. Vielleicht mit Ihren schwulen Freunden, die meistens sowieso hübscher und witziger sind als Ihre heterosexuellen Ex. Die laden Sie zu einem wunderbaren Abendessen ein. Sperma statt Blumen? Warum nicht?

 

Babys sind also kein Grund für einen Mann. Aber Spaß im Bett könnte einer sein. Könnte, wenn Männer im Bett besser wären. Aber Hand aufs Herz, wie viel Spaß hat es Ihnen tatsächlich gemacht? Haben Sie sich das Ganze nicht schon seit geraumer Zeit heißgeredet? Denn es ist ja leider eine wissenschaftlich unbewiesene, trotzdem zutreffende Tatsache, dass die sexuelle Lust eines Mannes im indirekt proportionalen Verhältnis zu seinen Fähigkeiten als Liebhaber steht. Kurz und traurig: Die meisten Männer schrammeln an uns herum wie an einer schlecht gestimmten Geige. Sie haben keine Ahnung, wo und wie wir es gern hätten. Und wenn wir nicht die ersten Wochen nach dem Kennenlernen mit intensiver Nachhilfe zugebracht haben – »Nein, hier ist nicht der Kitzler, Schatz, das ist meine Schamlippe. Nicht beißen, Süßer, lutschen! Küssen macht auch ohne literweise Spucke Spaß!«  –, dann verbringen wir den Rest der Verbindung in erotischem Dauerfrust. Falls Sie zufällig eines der wenigen Exemplare erwischt haben, die es richtig gut können, dann seien Sie sich sicher: Auch andere Frauen haben das herausgefunden. Gute Liebhaber gehen öfter fremd als schlechte. Das ist einfach so.

 

Es scheint sowieso nur noch zwei Sorten zu geben: den Permaständer und den Dauerhänger, bei dem nicht nur sein grauer Pferdeschwanz hängt. Entweder er will Tag und Nacht oder er kriegt keinen mehr hoch. Wir haben also die Wahl zwischen Pest und Cholera. Denken Sie daran, wenn Sie die erste Nacht allein im Bett verbringen und schluchzend an seinem Kopfkissen schnüffeln. Genießen Sie den Frieden in Ihrem Schlafzimmer – ohne lästiges Schnarchen, ohne nerviges Fummeln, ohne Ihren vorgetäuschten Orgasmus. Ist das nicht himmlisch?

»Sex ist doch nicht alles«, werden Sie jetzt sagen. »Mir fehlt der Mann zum Kuscheln. Die harte, breite Schulter zum Anlehnen. Seine Fußmassagen.« Halt, stopp! Es gibt keinen Mann, der seiner Frau freiwillig die Füße massiert. Klar, in den lüsternen Anfangstagen, wenn er alles, ALLES tun würde, nur um Sie ins Bett zu kriegen: er zitiert Gedichte, entfernt seine Nasenhaare, kauft Ihre Monatsbinden, auf denen »zuverlässiger Nässeschutz, dick« draufsteht. Aber wenn der erste Rausch verflogen ist, dann ist Schluss mit lustig!

 

Wenn Sie also kuscheln wollen, holen Sie sich am besten einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim und gönnen Sie sich lieber eine professionelle Fußmassage. Denn wenn es ihn tatsächlich geben sollte, den Mann mit Kuschelgarantie, trägt er vermutlich einen Zottelbart und selbst gestrickte, kratzige Schafwollpullis, bringt sich »ein Stück weit« in Ihre Beziehung ein und fragt während des Beischlafs alle zwei Minuten: »Ist es schön so für dich?« Ach ja, beruflich hat er entweder eine ABM-Stelle als Friedhofsgärtner oder er verlängert gerade seinen Ersatzdienst in der Kinderkrippe.

 

Wenn Sie unbedingt einen Orgasmus brauchen … selbst ist schließlich die Frau und der nächste Beate-Uhse-Shop bestimmt auch nicht weit.

 

 

Gibt’s noch weitere Gründe
für einen Mann?

 

Babys und Sex streichen wir also von der Liste. Wenden wir uns den praktischen Dingen zu. Der Mann fürs Grobe? Der ritterliche Kofferträger? Der allseits verfügbare Umzugshelfer? Das kann nicht Ihr Ernst sein, es sei denn, Sie haben einen Haufen muskelgeschwellter Teenager zur Hand, denn jeder Mann ab dreißig hat sofort einen Bandscheibenvorfall, wenn er etwas Schwereres als einen Laptop – Korrektur – SEINEN Laptop tragen soll. Wenn es um körperliche Arbeit geht, die nicht mit einem Stundensatz von siebzig Euro plus Anfahrtskosten von fünfzig Euro beglichen, sondern als reiner Liebesdienst gewertet wird, da hat es plötzlich jeder Kerl im Kreuz.

 

Der Mann, die Haushaltshilfe? Eine reine Katastrophe! Vom kreativen Kochen, wenn Gäste kommen, einmal abgesehen, denn da brutzelt er dann Wachtelbrüstchen an Morchelschaumtofu, und die Küche sieht hinterher aus wie nach einem atomaren Erstschlag.

Auch an die Wäsche sollten Sie ihn nur lassen, wenn Sie sich über zu hohe Prämien ärgern und einen Versicherungsschaden an der Waschmaschine vortäuschen wollen. Beim Waschen sind Männer kleine Schweinchen, alles wird bei ihnen grau oder rosa.

 

Wie sieht es als Begleitschutz in der Öffentlichkeit aus? Der attraktive Anzugträger für Theater, Oper und auf der Vernissage? Das sexuelle Aushängeschild: Seht alle her, ich werde noch gevögelt! Ich hab noch einen abgekriegt! Wer das nötig hat, ruft entweder einen Escortservice an oder leiht sich einen Kerl im Freundeskreis. Außerdem ist es gerade schick, zumindest als bisexuell zu gelten. Sie können deshalb ruhig mit Ihrer besten Freundin oder Ihrer kleinen Schwester ausgehen. Sogar Ihre Mutter, falls gut erhalten, käme infrage.

Was bleibt noch? Der Mann als Reisebegleiter, der im Amazonas die Stechmücken verscheucht und im Hotel das beste Zimmer verlangt? Sie, die traurige Alleinreisende, würden wahrscheinlich das kleine, dunkle Kabuff am Fahrstuhl bekommen – denken Sie jedenfalls....

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