Das Leben ist bunt

Minutengeschichten aus dem Markgräflerland
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 8. Oktober 2020
  • |
  • 124 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7526-5153-9 (ISBN)
 
Diese Sammlung mit über hundert sehr kurzer Geschichten, die man ungefähr in einer Minute gelesen hat, spiegelt das bunte Leben wider und entführt den Leser in Alltagssituationen, wie er sie auch schon erlebt hat: Im Eiscafé, beim Friseur, auf dem Weihnachtsmarkt, beim Spaziergang, im nachbarlichen Gespräch und wer weiß wo noch. Oft sind es lustige Situationen, die einen kurz auflachen lassen, dann sind es wieder Anregungen zum Nachdenken oder einfach Momente von denen man denkt, das hätte einem auch passieren können.
Die Minutengeschichten spielen rund ums Jahr im sonnenverwöhnten Markgräflerland, wo die Autorin lebt. Sie könnten aber auch sonst überall in Deutschland spielen.
2. Auflage
  • Deutsch
  • 1,23 MB
978-3-7526-5153-9 (9783752651539)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Jutta Geiger lebt seit 1998 im Markgräflerland.
Von 2013 bis 2020 war sie als freie Journalistin für Tages- und Wochenzeitungen im Einsatz. Im Rahmen dieser Tätigkeit entstanden die Minutengeschichten.

Sommer


Die Schultüte


Was haben Brautkleid und Schultüte gemeinsam? Man benutzt beides nur ein einziges Mal. Selbst wenn man mehrmals heiratet, man trägt sicher bei jedem neuen Gatten ein anders Kleid.

Eingeschult wird man aber tatsächlich nur ein einziges Mal. Dem großen Tag voraus gehen zahlreiche Überlegungen hinsichtlich Material, Farbe und Motiv. Kaufen oder selbst basteln? Bastelpackung oder Eigenkreation?

Manchmal sieht man am Tag der Einschulung Freundesgruppen, in denen jeder tatsächlich die gleiche Schultüte hat, nur die Ausführung der Bastelarbeit differiert ein bisschen.

Doch die Tüte eines Mädchens bei der Einschulung im Jahr 2013 unterscheidet sich ganz gewaltig von allen anderen: Sie ist pink, fast so groß wie ihre Besitzerin, hat eindeutig Überbreite und anstatt eines Motivs prangt ein riesiges Fotos des Mädchens darauf.

Die anderen Kinder tuscheln: »Hast du diese Schultüte gesehen? Was da wohl alles drin ist?«

Die Mütter tuscheln ebenfalls: »Was da wohl alles rein muss, bis die endlich voll ist? Mir hat schon das Füllen der normalen Größe gereicht!«

Schade, dass es ein Geheimnis bleiben wird. Und was passiert eigentlich mit all den Wundertüten, wenn der große Tag vorbei ist?

Duschen mal anders


Sommer, Sonne, Hitze - und keinerlei Regen in Sicht. Längst haben die Maisbauern dafür gesorgt, dass ihre Felder künstlich beregnet werden, indem sie Wasserspeier in die Felder gestellt haben, die eifrig dafür sorgen, dass das satte Grün nicht welk und gelb wird.

Da das spritzige Nass auch ein bisschen über den Feldrand hinaus regnet, stehen dort drei Kinder in T-Shirt und kurzer Hose an einem schattigen Plätzchen und freuen sich, sobald die nasse Abkühlung sie trifft. Und wenn es ihnen in den nassen Sachen doch zu kühl wird, treten sie kurzerhand in die Sonne, lassen sich wieder aufwärmen und trocknen und dann geht der Spaß von vorne los.

Ein herrliches Vergnügen, das jeden Tropfen nutzt, keinen Eintritt kostet, schnell erreichbar ist und bei dem es kein Gedränge gibt.

Bitte keine Gäste!


Am Samstagmorgen beim Frühstück studiert der Mann ausgiebig die neueste Ausgabe der Wochenzeitung.

Plötzlich lacht er laut auf. Seine Frau schaut ihn interessiert an: »Gibt es etwas Lustiges in der Zeitung?«, fragt sie neugierig.

»Ein griechisches Restaurant lädt zur Neueröffnung ein«, erwidert ihr Gatte.

»Und was amüsiert dich daran so?«, fragt seine Frau in der Erwartung irgend einer Kuriosität.

»Ich lese es dir vor«, meint der Mann und liest folgenden Text vor:

»Wir freuen uns, Sie am 28. August in unserem neu eröffneten, griechischen Restaurant begrüßen zu dürfen. Kommen Sie ab 17 Uhr vorbei und erhalten Sie ein Glas Sekt, während Sie sich umschauen.«

»Ich verstehe immer noch nicht, was daran so lustig ist«, meint seine Frau leicht genervt, »das hört sich doch ganz gut an. Wo ist das denn, sollen wir da mal hingehen?«

»Genau das ist es ja, was ich so lustig finde: Sie verraten uns nicht, wo sie eröffnen, da sie anscheinend keine Gäste empfangen wollen«, meint der Mann schmunzelnd, »hier stehen weder der Ort noch die Straße, und schon gar keine Telefonnummer.«

Eis geht immer!


Im Eiscafé sitzen zwei Freundinnen und tratschen, während jede genüsslich ihren Eisbecher löffelt.

Nachdem sie zu Ende gegessen haben, bestellt sich eine der Frauen gleich einen zweiten Eisbecher anderer Geschmacksrichtung. Als auch dieser verspeist und der Tisch abgeräumt ist, sind den beiden Frauen die Gesprächsthemen noch lange nicht ausgegangen.

Da tritt plötzlich eine weitere Freundin an den Tisch.

»Komm, setz dich doch zu uns«, wird sie von der Frau, die schon zwei Eisbecher gegessen hat, aufgefordert, »wir sind auch gerade erst gekommen.«

Also bestellt die Eisliebhaberin einen dritten Eisbecher, während die andere Freundin, die bereits einen verspeist hat, zum Kaffee übergeht.

Als alle drei fertig sind und zahlen wollen, sagt die, die zuletzt kam, zum Kellner: »Das geht alles auf eine Rechnung« und zu den anderen Damen sagt sie: »Das war doch jetzt nett, dass wir uns hier getroffen haben, das sollten wir öfter machen, und daher lade ich euch ein!«

Dass sie dann insgesamt 36 Euro für angeblich nur zwei Eisbecher und einen Kaffee zahlen soll, verwundert sie dann aber doch.

Wenn es schnell gehen muss


Eine Angestellte der Stadtverwaltung wirft sich für einen offiziellen Termin mit Gästen in Schale. Da das Wetter gut ist, entscheidet sie sich für das Fahrrad, um zum Termin zu radeln, da dieser nicht weit entfernt stattfindet.

Kurz bevor sie das Haus verlassen will, klingelt ihr Handy und sie wird vom Telefonat aufgehalten, so dass sie sich anschließend sputen muss, um noch rechtzeitig zu Beginn der Veranstaltung anzukommen.

Vor dem Schuhschrank überlegt sie nicht lange, wählt die blauen Pumps zu ihrer Garderobe, schwingt sich auf ihren Drahtesel und radelt los.

Unterwegs fällt ihr Blick nach unten, wo ihre Füße in die Pedale treten.

Beide Schuhe sind blau - aber gehören zu unterschiedlichen Paaren.

Genau das Passende


Das Autohaus eines Weindorfs feiert ein rundes Jubiläum mit vielen geladenen Gästen.

Da es Sommer ist und das Wetter mitspielt, hat man sich für Spezialitäten vom Grill entschieden, die ein Cateringservice direkt vor den Augen der Gäste zubereitet.

Eine Dame entscheidet sich für eine Scheibe Fleisch von einem ganz besonders saftig aussehenden Fleischstück.

»Wie nennt sich denn dieses saftige Stück, von dem Sie das herunterschneiden?«, möchte die Dame gerne vom Grillmeister wissen.

»Das«, so erklärt ihr der Fachmann »das ist das Bürgermeisterstück.«

»Dann ist das ja genau das Passende für mich!«, meint ein Herr im Anzug, der neben der Dame steht und dem Grillmeister erwartungsfroh seinen Teller entgegen hält.

»Bitte ebenfalls eine Scheibe für mich - denn ich bin der Bürgermeister dieses Ortes!«

Falsches Verständnis von Sportlichkeit


Mit dem Fahrrad macht sich ein Freizeitsportler auf den Weg zum Trimm-Dich-Pfad in Neuenburg am Rhein.

Es ist Sommer, trocken, die Sonne scheint und die Temperaturen sind geradezu ideal für Sport im Freien.

Kaum ist der Radler auf den unbefestigten Weg eingebogen, der von der Straße abgeht und ihn den letzten Kilometer bis an sein Ziel bringt, wird er von einem Auto überholt, das augenblicklich den Weg hinter sich, den der Fahrradfahrer aber noch vor sich hat, in braune Staubwolken hüllt.

»Zum Kuckuck!«, schimpft der Fahrradfahrer laut, »Was ist das denn für ein Verständnis von Sport, wenn man mit dem Auto bis zur ersten Station vorfährt?

Das ist das Gleiche, wie mit dem Aufzug fahren anstatt Treppen zu laufen, dafür aber ins Sportstudio gehen und dort auf dem Trepp-Stepp trainieren.

Bis ich jetzt beim TrimmDich-Pfad ankomme, habe ich eine Staublunge, und mir bleibt schon die Luft weg, bevor ich noch mit der ersten Übung überhaupt angefangen habe!«

Tarnen und Täuschen


Ein Jugendlicher war während der Sommerferien im Zeltlager mit seinen Freunden.

Als die Mutter nach seiner Rückkehr den Koffer auspackt, findet sie sämtliche Handtücher nicht nur in komplett trockenem, sondern auch in völlig sauberem Zustand vor.

»Ja sag mal, hast du dich während der Ferien denn gar nicht gewaschen?«, fragt sie verwundert, »Oder hattet ihr dort die Möglichkeit zu waschen? Andererseits - der Rest der Wäsche ist doch benutzt! Hier stimmt doch was nicht!«

Der Bub grinst und erwidert: »Ich hab mich gewaschen, ganz gründlich sogar, und geduscht hab ich jeden Tag mindestens zweimal!«

Die Mutter schaut ihn prüfend an und will Einzelheiten wissen.

»Weißt du, mein Kumpel Johannes hatte keine Lust auf die ständige Körperpflege, aber seine Mutter ist da ganz streng in solchen Sachen. Sie hat ihm Unmengen an Hand- und Duschtüchern mitgegeben. Damit seine Mutter also nicht merkt, dass er es mit dem Baden und Duschen nicht so genau genommen hat, hab ich einfach ausschließlich seine Handtücher benutzt. Das spart dir das Waschen und ihm ist auch geholfen!«

Kindermund tut Wahrheit kund


Es sind Sommerferien im Kindergarten, draußen regnet es.

Die Mutter ist mit ihren Nerven am Ende und nutzt den Fernseher als Beschäftigungsmittel für ihre drei Kleinen. Es läuft gerade die Sesamstraße, die alle drei mit Interesse verfolgen.

Am Abend singt einer der Sprösslinge die Titelmelodie der...

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