Aktivierende Soziale Arbeit mit nicht-motivierten Klienten

Mit Arbeitshilfen für Ausbildung und Praxis
 
 
Walhalla und Praetoria (Verlag)
  • 4. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. Mai 2017
  • |
  • 100 Seiten
 
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978-3-8029-0490-5 (ISBN)
 
Fördern und Fordern in die Praxis der Sozialen Arbeit umsetzen

Die Kürzung von Mitteln führt zu erschwerten Bedingungen für Sozialarbeiter. Umso mehr tritt die methodische Frage des Motivierens und Aktivierens in den Mittelpunkt jedes erfolgsorientierten Handelns in der Sozialen Arbeit.

Das Handbuch Aktivierende Soziale Arbeit mit nicht-motivierten Klienten bietet praktische Arbeitshilfen zum erfolgreichen Umgang mit nicht-motivierten Klienten, Checklisten, Konzeptvergleiche, Diskussion von Schlüsselfragen, Formulierung von Kontraktbildung und Zielvereinbarung.


Charakteristika und Grundlagen einer "Motivierenden Sozialen Arbeit"
Ausgewählte Techniken für die Arbeit mit nicht-motivierten Klienten
Aktuelle Konzepte am Beispiel der Sozialraumorientierung und neuen Steuerung
Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis der aktivierenden Familienarbeit
  • Deutsch
  • Regensburg
  • 3,53 MB
978-3-8029-0490-5 (9783802904905)
3802904907 (3802904907)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prof. Dr. Gerd Gehrmann und Prof. Dr. Klaus D. Müller lehrten bis zu ihrer Pensionierung am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit an der Fachhochschule Frankfurt/Main; sie sind Experten auf dem Gebiet der Theorie und Praxis Sozialer Arbeit.

Unter Mitarbeit von ausgewiesenen Experten: Marianne Gumpinger, Irene Hiebinger, Elisabeth Paulischin, Uwe Säuberlich

Krisenintervention ist Hilfe zur Selbsthilfe


Die Beiträge in der vorliegenden Veröffentlichung sind als Unterstützung für die Lehre und Praxis der Sozialen Arbeit 1 entstanden. Sie sollen gleichermaßen einen verständlichen theoretischen Rahmen als auch ausgewähltes methodisches Handwerkszeug liefern, das sowohl in der Lehre an Hochschulen als auch in der Praxis Sozialer Arbeit brauchbar und hilfreich eingesetzt werden kann.

Zielgruppen sind damit alle in der Sozialen Arbeit Tätigen, Studierende der Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie alle Träger, Verbände und Sozialen Dienste in der Sozialarbeit.

Geschrieben wurde es von Autorinnen und Autoren, die in der Theorie und in der Praxis Sozialer Arbeit erfahren sind und die eine jahrelange Zusammenarbeit verbindet. Dennoch unterscheiden sich die Beiträge der Autorinnen und Autoren hinsichtlich mancher verwendeter Begriffe, die auch auf unterschiedliche theoretische Standpunkte schließen lassen. Die Artikel in diesem Band stellen die fachlichen Sichtweisen der jeweiligen Verfasser dar. Wir haben deshalb keine Korrekturen vorgenommen. Grundkonsens ist eine stärken- und ressourcenorientierte Herangehensweise an Theorie und Praxis Sozialer Arbeit. Trotzdem gibt es Unterschiede. Als Vertreter einer radikalen Stärken- und Ressourcenorientierung setzen wir zuvorderst am Potenzial der Klienten an, das sie in ihrer Person, ihren sozialen Beziehungen und ihren materiellen Mitteln offen oder versteckt besitzen. Dennoch verkennen wir nicht, dass freiwillige oder unfreiwillige Klienten in Schwierigkeiten, Konflikten und Krisen stecken und sich in Problemlagen befinden.

Gerade unser Praxisbezug zur Krisenintervention legt nahe, dass wir vor "Problemen" nicht die Augen verschließen. Wenn wir mit Klienten arbeiten, müssen wir in der Sozialen Arbeit an den Stärken und Ressourcen ansetzen, um sie zu befähigen, Krisen und Problemlagen zu bewältigen. Nur auf diese Weise ist letztlich "Hilfe zur Selbsthilfe" möglich. Da gibt es zumindest in der Sozialen Arbeit keinen anderen Weg. Sonst geht es um die therapeutische Behandlung von Krankheiten. Dafür gibt es andere Berufe. Diese Herangehensweise ist nicht nur in der Sozialen Arbeit anzutreffen, hier ist sie jedoch ein theoretisches und methodisches Gebot.

Unsere professionelle sozialarbeiterische Position hat uns veranlasst, keine auf Problemorientierung verweisende und etikettierende Begriffe zu verwenden. "Multiproblemfamilie" oder "Verwahrlosung" sind solche diskriminierenden Begriffe. Für "Multiproblemfamilie" verwenden wir den Begriff "mehrfach belastete Familie", wohl wissend, dass eine solche Familie in massiven Schwierigkeiten und Problemlagen stecken kann, die durch vielfältige Umstände auch gesellschaftlich mitbedingt sind, für die jedoch auch immer ein Teil Eigenverantwortung zutrifft. "Verwahrlosung", schlimmer noch "verwahrlost" als be- und verurteilende Begriffe sind durch eine genaue Beschreibung der wahrgenommenen Situation zu ersetzen. Wir wissen, dass die Fachliteratur und die Berichte über Klienten in der Praxis immer noch solche auf Problemdenken verweisende Bezeichnungen enthalten, die wir aus vielen Gründen (siehe auch spätere Ausführungen) ablehnen, auch wenn manche Autoren diese Begriffe noch verwenden.

"Aktivierende Soziale Arbeit" im "aktivierenden Staat" ist ein stetes Thema der aktuellen fachlichen und politischen Diskussion. "Fördern und Fordern" heißt das Motto, das auch wir vertreten, denn es bedeutet fachlich nichts anderes als "Hilfe zur Selbsthilfe", ein Label, das als Ziel beinahe von jeder Einrichtung und Aktivität der Sozialen Arbeit in Anspruch genommen wird. Sehr oft bleibt es jedoch nur eine Leerformel, weil nicht gesagt wird, wie man das erreichen will und vor allem nachprüfen kann. Was aber derzeit sehr häufig geschieht, ist viel schlimmer: Das "Fördern" wird wegen des fehlenden oder unzureichenden methodischen Handwerkszeugs und aufgrund von kurzsichtigen Sparinteressen der Träger nicht ernsthaft realisiert, jedoch wird das "Fordern" immer massiver, ohne darauf zu achten, ob die betroffenen Menschen überhaupt in der Lage sind, gesetzte Anforderungen zu erfüllen. Unzureichend geförderte Klienten werden von den Sozialarbeitern und Sozialpädagogen 2 als "unmotivierte" Klienten und Symptomträger sozialer Probleme wahrgenommen und behandelt. Dabei sind Kunden der Sozialen Arbeit in der Regel nicht aus eigenem Willen Klienten. 3 Sie sind es unfreiwillig. Diese Perspektive wird von den professionellen Helfern mitunter nicht gesehen, sondern in der Analyse und im methodischen Handeln zu wenig berücksichtigt. Mit dem vorliegenden Buch wollen wir diese Thematik theoretisch und methodisch bearbeiten.

Im einleitenden Kapitel befassen sich die Herausgeber mit den in der Praxis auftretenden Aufträgen an Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in der Arbeit mit unfreiwilligen und unmotivierten Klienten und Klientinnen und den sich daraus ergebenden schwierigen Arbeitssituationen. Die aus diesen Aufgaben resultierenden Arbeitssituationen mit oft schwer oder kaum zu lösenden Problemen und Konflikten sind überwiegend von den politischen Rahmenbedingungen zu verantworten. Nicht zuletzt die sich verschlechternde Lage auf dem Arbeitsmarkt, die Wohnraumknappheit, die Einschnitte bei der Gesundheitssicherung und die wachsende Armut, die besonders kinderreiche Familien trifft, führen zu einem Anwachsen von der Gesellschaft ausgegrenzter Menschen, deren Chancen auf ein "normales" Leben gegen den Nullpunkt sinken.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter 4 , die solche Klienten aktivieren und motivieren sollen, geraten schnell in ausweglose Situationen.

Marianne Gumpinger befasst sich in ihrem Beitrag mit dem Wandel von der reinen obrigkeitsstaatlichen Fürsorge zur Sozialen Arbeit, die Klienten aktivieren will und - wenn das gelingt - das Ziel der "Hilfe zur Selbsthilfe" einlösen kann.

Der Beitrag von Irene Hiebinger beschreibt theoretisch und methodisch die sozialökologische Orientierung als die Domäne der Sozialen Arbeit und als wichtige Grundlage für die aktivierende und motivierende Arbeit, ein Thema, das anschließend von den Herausgebern noch einmal von der Seite der professionsfachlichen Diskussion beleuchtet wird.

In der Folge zeichnen die Herausgeber die Charakteristika und Methode einer aktivierenden und motivierenden Sozialen Arbeit nach.

Elisabeth Paulischin berichtet von der Praxis aktivierender Sozialarbeit aus ihrer Arbeit in der Sozialpädagogischen Familienhilfe und vermittelt damit einen Einblick in die praktische Arbeit mit Familien in der Krise.

Im Beitrag von Uwe Säuberlich wird anhand eines Beispiels dargestellt, wie auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter motiviert werden müssen und können, wenn innovatorische Konzepte praktisch realisiert werden.

Eine Auswahl von Methoden und Techniken für eine aktivierende Praxis Sozialer Arbeit mit - wo möglich - praktischen Anleitungen schließt den Band ab.

Gerd Gehrmann
Klaus D. Müller

1

Der im Buch durchgängig verwendete Begriff "Soziale Arbeit" meint professionelle "Sozialarbeit" und schließt "Sozialpädagogik" ein.

2

Wir sprechen in Folge von Sozialarbeitern, weil es uns nicht um die Studienabschlüsse, sondern um die Berufs- und Einstellungspraxis geht, die keine Unterscheidung vorsieht. Sozialarbeit und Sozialarbeiter (social work und social worker) sind international gebräuchliche Bezeichnungen.

3

Wir wissen, dass es in der Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit einen Streit über die Bezeichnung der Adressaten gibt. Sowohl die Verwendung der Bezeichnung "Klient" als auch "Kunde" bringt nach Auffassung der Herausgeber Probleme, die wir an dieser Stelle nicht diskutieren möchten. Wir wählen für dieses Buch den Begriff "Klient".

4

Wir möchten die sperrige Verwendung des großen "I" vermeiden und haben es den einzelnen Autorinnen und Autoren überlassen, ob sie nur die männliche Form "Sozialarbeiter" oder die weibliche Form "Sozialarbeiterin" verwenden...

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