Die Person im Internationalen Privatrecht

Liber Amicorum Erik Jayme
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. Mai 2019
  • |
  • 235 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-16-156694-3 (ISBN)
 

Das Europäische Kollisionsrecht wendet sich verstärkt Bereichen zu, welche die private und persönliche Sphäre des Menschen im Kern berühren: dem Ehe- und Familienrecht, verschiedenen statusrechtlichen Fragen sowie dem Erbrecht. Hier sind die kollisionsrechtlichen Interessenkonflikte wegen des persönlichen Einschlags anderer Art als beispielsweise im Recht der vertraglichen und außervertraglichen Schuldverhältnisse. Dem europarechtlichen Zugriff auf das Familien- und Erbrecht tritt ein zweites, hochaktuelles Rechtsphänomen an die Seite: der Schutz der Person in einer globalisierten, vom Informationsaustausch geprägten Welt.

Der Band ist aus einer Potsdamer Tagung zu Ehren von Erik Jayme hervorgegangen, mit dessen wissenschaftlichem Werk das Thema eng verknüpft ist. Behandelt werden Autonomiekonzepte, aber auch Methodenfragen sowie vergleichende und historische Grundlagen, ferner der Ausgleich individueller und überindividueller Interessen im Internationalen Privatrecht.

  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • 9,76 MB
978-3-16-156694-3 (9783161566943)
10.1628/978-3-16-156694-3
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Cover
  • Titel
  • In Erinnerung an unseren Freund Götz Schulze
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Geburtstagsadressen
  • I. Wandlungen des Personalstatuts und neue Autonomiekonzepte
  • Christian Kohler: Anmerkungen zur Parteiautonomie im internationalen Familien- und Erbrecht
  • I. Grundlagen der Parteiautonomie
  • 1. Menschenrecht oder Verlegenheitslösung?
  • 2. Die Unumgehbarkeit des positiven Rechts
  • II. Parteiautonomie im internationalen Familien- und Erbrecht: Stand der Dinge
  • 1. Option de statut
  • 2. Nationale Kodifikationen, Staatsverträge und Europäisches Kollisionsrecht
  • 3. Schwächen der europäischen Verordnungen
  • III. Grenzenlose Autonomie?
  • IV. Direkte und indirekte Wege zur parteiautonomen Bestimmung des anwendbaren Rechts
  • Heinz-Peter Mansel: Methoden des internationalen Privatrechts - Personalstatut: Verweisung und Anerkennung
  • I. Prophezeiung
  • II. Kollisionsrechtliche, nicht materiellrechtliche Indifferenz primärrechtlicher Gewährleistungen
  • III. EU-Gesetzgeber und das Anerkennungsprinzip
  • 1. Programmsätze und Begriffskarriere
  • 2. Betrachtungsebenen: de lege lata und de lege ferenda
  • 3. Rechtslagenanerkennung und aktuelle Sekundärrechtsakte
  • IV. Primäre und sekundäre Zwecke
  • 1. Vermeidung hinkender Statusverhältnisse
  • 2. Eingriff in die mitgliedstaatlichen Rechtsordnungen
  • 3. Bilanz
  • V. Bestimmung der Rechtslage im Ursprungsstaat (Erststaat)
  • 1. Kristallisation und Manifestation
  • 2. Konkurrenzen und Nähebeziehung
  • VI. Übernahme der Rechtslage im Übernahmestaat (Zweitstaat)
  • 1. Blockverweisung und Rechtslagenanerkennung: Nichts Neues unter der Sonne
  • 2. Reichweite der Rechtslagenübernahme
  • 3. Unterschiede der Urteilsanerkennung und der Rechtslagenanerkennung
  • VII. Binnenmarkt- und Drittstaatenkonstellationen
  • VIII. Eine neue Initiative
  • IX. Schluss
  • Yannick Diehl: Diskussionsbericht
  • II. Methoden des Internationalen Privatrechts und Schutz der Person
  • Marc-Philippe Weller: Die Datumtheorie. Die "personne plurielle" der Postmoderne als Herausforderung des binären IPR
  • I. Einführung
  • 1. Binarität und Eviktionswirkung des IPR
  • 2. These: Kritik an der Eviktionswirkung - Datumtheorie als Lösungsmodell
  • 3. Beispiel: Landgericht Stuttgart (Schmerzensgeld nach serbischem Deliktsstatut)
  • 4. Gang der Untersuchung
  • II. Die axiologischen Grundlagen des IPR
  • 1. Die Achtung vor dem Fremden
  • 2. Die analytische Methode des IPR
  • 3. Idealtypik der Kollisionsnormen
  • a. Eindeutigkeit des kollisionsrechtlichen Anwendungsbefehls
  • b. Verdikt der Doppel- oder Mehrfachqualifikation
  • III. Spannungsverhältnis zwischen IPR-Typik und Postmoderne
  • 1. Rechtssicherheit durch Vertypung
  • 2. Kontrast: Die personne plurielle der Postmoderne
  • IV. Postulat nach Differenzierung
  • 1. Die Datumtheorie im Internationalen Strafrecht
  • 2. Zwei-Stufen-Theorie des IPR
  • a. Verweisungsrechtliche Auflockerungsmechanismen
  • b. Sachrechtliche Auflockerungsmechanismen
  • V. Die Datumtheorie
  • 1. Ausgangspunkt: Der lex fori-approach von Currie und Ehrenzweig
  • 2. Fortentwicklung der Datumtheorie
  • a. Moral data (Erik Jayme)
  • b. Data-renseignements (Patrick Kinsch)
  • c. Bilateralisierung der Datumtheorie
  • 3. Voraussetzungen eines "Datenimports"
  • a. Doppelt-qualifizierte Auslandsnähe: Verweisungssignifikanz bei gleichzeitiger Datumssignifikanz
  • b. Offenheit der Sachnorm
  • c. "Durchschlagen" der Schranken der Verweisungebene auf den Datenimport
  • 4. Rechtsfolge: "Berücksichtigung" im Tatbestand
  • 5. Abgrenzungen
  • a. Vorfragen
  • b. Ausländische Eingriffsnormen (Art. 9 Abs. 3 Rom I-VO)
  • c. Ausdifferenzierung der Kollisionsnormen
  • 6. Kritik und Rechtfertigung der Datumtheorie
  • VI. Bilanz
  • Tobias Schmiegel: Diskussionsbericht
  • III. Historische und vergleichende Perspektiven
  • Martin Gebauer: Der Fremde im Internationalen Privatrecht des neunzehnten Jahrhunderts
  • I. Fundamentale Neuausrichtungen im Kollisionsrecht
  • 1. Normative Grundlagen der Fremdrechtsanwendung und der Gleichbehandlung des Fremden
  • a. Fremdenrecht und Internationales Privatrecht
  • b. Der Fremde und die Anwendung fremden Rechts
  • 2. Mancini im Austausch mit Mittermaier, Mohl und Wächter
  • II. Der europäische Dialog im Internationalen Privatrecht um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts am Beispiel Deutschlands und Italiens
  • 1. Netzwerke und Briefwechsel
  • 2. Mancini und Mohl
  • 3. Mohl und das Internationale Privatrecht
  • 4. Mittermaiers Werk und seine Verbindungen
  • III. Positivistische und universalistische Strömungen
  • 1. Wächters Beiträge im AcP
  • a. Ausgangspunkt und Frage nach den Rechtsquellen des IPR
  • b. Entwicklung von Kollisionsnormen aus der Teleologie des Sachrechts
  • c. Zusammenhang mit Wächters Theorie der Rechtsfortbildung - weitere Traditionslinien
  • d. Subsidiäre Anwendung der lex fori
  • e. Der wesentliche Unterschied gegenüber Savigny
  • f. Erschließung des Kollisionsrechts der unerlaubten Handlung
  • 2. Mancinis Gegenposition
  • IV. Beispiel der Nachlasseinheit
  • V. Gegenseitige Wahrnehmungen der "fremden" Gelehrten
  • Carl Friedrich Nordmeier: Zur lusitanischen Rechtsfamilie
  • I. Einleitung: Die lusophonen Länder
  • II. Der Begriff der "Rechtsfamilie"
  • III. Sprache und Person als konstituierende Elemente der lusitanischen Rechtsfamilie
  • IV. Die Einwände
  • V. Überprüfung der Einwände anhand ausgewählter Beispiele
  • 1. Bedeutung von Gewohnheits- und Stammesrecht
  • a. Traditionelle Autoritäten in Angola
  • b. Anerkennung der Rechte brasilianischer Ureinwohner
  • c. Exkurs: Eingeschränkte Wirksamkeit portugiesischen Rechts in den ehemaligen Kolonien
  • d. Stammes- und Gewohnheitsrecht in der lusitanischen Rechtsfamilie
  • 2. Mitgliedschaft in verschiedenen regionalen Wirtschaftsintegrationsprozessen
  • a. Portugal in der EU
  • b. Brasilien im Mercosul
  • c. Guinea-Bissau in der OHADA
  • d. Konvergenzen regionaler Wirtschaftsintegration
  • 3. Eigene Rechtskonzeption
  • 4. Divergierende außerrechtliche Faktoren
  • V. Personale Verbundenheit: Die verfassungsrechtliche Sonderstellung portugiesischsprachiger Staatsangehöriger
  • VI. Zur Zukunft der lusitanischen Rechtsfamilie
  • 1. Rückbesinnung auf Portugal - Das Beispiel Timor-Leste
  • 2. Differenzierte Rezeption
  • VII. Schlussbetrachtung und Thesen
  • Malte Ising: Diskussionsbericht
  • IV. Der Ausgleich individueller und überindividueller Interessen im Internationalen Privatrecht
  • Matthias Weller: Das "Freie Geleit" für internationale Kunstleihgaben
  • I. Einleitung
  • II. Deutsche Gesetzgebung
  • 1. Ausstellung "Schätze der Himmelssöhne", Bundeskunsthalle Bonn 2003
  • 2. Die "rechtsverbindliche Rückgabezusage"
  • 3. Justizanspruch
  • 4. Art. 6 Abs. 1 EMRK
  • 5. Rechtsvergleichung
  • 6. Kulturgüterrückgaberichtlinie 2014 / 60 / EU
  • 7. Zwischenergebnis
  • III. Völkerrechtliche Rechtsentwicklung
  • 1. "DYNAMIK! Kubismus / Futurismus / KINETISMUS" im Wiener Belvedere
  • 2. Vollstreckungsimmunität
  • a. Völkervertragsrecht
  • b. Völkergewohnheitsrecht
  • (1) Art. 21 Abs. 1 lit. e UN-Konvention
  • (2) Der schweizerische Noga-Fall 2005
  • (3) Bilaterale Erklärung Österreich - Tschechien 2013
  • (4) Foreign Cultural Exchange Jurisdictional Immunity Clarification Act 2016
  • (5) Rechtsprechung
  • (a) KG Berlin, Beschl. v. 4.2.2010 - 13 O 48/10
  • (b) Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien, Beschl. v. 29.10.2012 - GZ 46 R 395/11w, 46 R 396/11t-50
  • 3. Zwischenergebnis
  • IV. Schluss
  • Gerte Reichelt: Theophil von Hansen und kulturelle Identität. Zugleich ein Beitrag zu den Wurzeln des IPR im 19. Jahrhundert
  • I. Die kulturelle Identität
  • II. Theophil von Hansen - Architekt und Künstler
  • III. Aufbruch in die Ringstraßenära
  • IV. Theophil von Hansens Kunststil
  • V. Architektur als Rechtsfrage - zur kulturellen Identität als Element des Personalstatuts
  • VI. Zur Frage des Personalstatuts im 19. Jahrhundert
  • VII. Résumé
  • Götz Schulze: Individuelle und überindividuelle Interessen im IPR
  • I. Die Lehre von den Interessen im IPR
  • II. Kritik und Weiterentwicklung der Interessenmatrix
  • 1. Interessen oder Werte zur Bestimmung des richtigen Anknüpfungspunktes (Eignungstest von Sachnormen)
  • 2. Vorrang des Parteiinteresses
  • 3. Einbezug sachrechtlicher Wertungen und iustitia territoriale
  • 4. Beschränkung auf die privatrechtliche Funktion des IPR
  • III. Das Parteiinteresse als individuelles und überindividuelles Interesse
  • 1. Subjektivierungstendenzen
  • 2. Kulturelle Identität, Parteiinteresse und Effektivität
  • 3. Bedeutungsverlust der Staatsangehörigkeit im Binnenmarkt
  • IV. Überindividuelle Interessen
  • 1. Verschiebung der Regelungskompetenz auf die EU
  • 2. Fortbildung von fremdem Privatrecht oder ordre public?
  • 3. Das kollisionsrechtliche Akzeptanzmodell
  • Henry Stieglmeier: Diskussionsbericht
  • Autorenverzeichnis
  • Schriftenverzeichnis Erik Jayme
  • Sachregister
DNB DDC Sachgruppen

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