Oase der Versuchung

 
Olivia Gates (Autor)
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
1. Auflage | erschienen am 27. August 2011 | 144 Seiten
 
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978-3-86349-206-9 (ISBN)
 
Atemlos erwidert sie seine Küsse, spürt seine Hände auf ihrem Körper und will sich nur noch ihm hingeben - Talia verliert fast den Verstand vor Leidenschaft. Sie sind in der einsamen Oase gestrandet, nachdem der Wüstenprinz sie aus der Hand der Rebellen befreit hat. Und hier erlebt sie einen wahren Sturm der Gefühle! Aber Scheich Hassan hat sie nur gerettet, weil er von ihr alles über einen geplanten Aufstand erfahren will. Leider ahnt Talia: Wenn er sein Ziel erreicht, wird er sie mit gebrochenem Herzen zurücklassen. Dabei träumt sie von einer glücklichen Zukunft mit ihm ...
Romana Romane | 1683
Deutsch
0,49 MB
978-3-86349-206-9 (9783863492069)
3863492064 (3863492064)

1. KAPITEL

Hassan Aal Shalaan zog das Tuch vor seinem Gesicht höher, sodass nur noch ein schmaler Sehschlitz verblieb.

Mehr brauchte er nicht, um sein Ziel ins Auge zu fassen.

Der starke Nachtwind zerrte an ihm und trieb ihm den Sand unter die Kleidung. Noch einmal verharrte Hassan und duckte sich in den Schutz einer hohen Düne. Hinter dem Tuch spürte und hörte er deutlich seinen Atem, aber der Wind über der endlosen Weite der Wüste brauste noch lauter.

Geistesabwesend griff er nach seinem Sandcar, fast so, als wäre es sein edler Hengst. Doch das kleine geländegängige Fahrzeug war nicht da. Er war die letzten drei Kilometer zu Fuß gekommen, denn das Motorengeräusch wäre trotz des heulenden Windes zu hören gewesen.

Hassan hatte überlegt, ob er das Sandcar schieben sollte. Aber das hätte ihn mindestens zwanzig Minuten zusätzlich gekostet - und so viel Zeit hatte er nicht. Also hatte er es zurückgelassen.

Auch wenn in den letzten fünf Minuten nichts passiert war, ließ er sich nicht täuschen. Jeden Moment konnten sich die Dinge ändern. Dann war es zu spät, um einzugreifen.

Im Augenblick blieb alles beim Alten. Die beiden Posten, die den einzigen Eingang bewachten, kauerten an einem Feuer, das sich kaum gegen den gnadenlosen Wüstenwind behaupten konnte. Drei weitere Zweierteams patrouillierten um den behelfsmäßigen Unterschlupf aus Ziegelsteinen, der durch Sandstürme verwittert war. Aus dem Inneren drang das Licht einer Gaslaterne durch die schäbigen Holzjalousien.

Die Aal Ossaibis, ein Clan, der mit den Aal Shalaans rivalisierte, hatten sich in kürzester Zeit einen schlauen Plan ausgedacht. Die kleine steinerne Hütte lag mitten im Nichts, über achthundert Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt. Ein idealer Schlupfwinkel nach einer Geiselnahme.

Aber Hassan würde die Geisel befreien.

Er hatte hierhergefunden, indem er einem der Auftraggeber der Entführer auf die Spur gekommen war. Weil Hassan früh genug die Zusammenhänge durchschaut hatte, wusste er auch, wer die anderen maßgeblich Beteiligten waren. Er hatte ihre Handys geortet und war ihnen gefolgt, bis vor ungefähr dreihundert Kilometern der Empfang abgerissen war. Seitdem hatte Hassan alle technischen Hilfsmittel eingesetzt, die ihm zur Verfügung standen, und war mit Satellitenortung bis zu dieser Hütte gelangt.

Ohne seine Macht, ohne das entsprechende Hintergrundwissen und ohne den unbeschränkten Zugriff auf alle Systeme wäre ihm das kaum gelungen. Jeder andere wäre vermutlich an dieser Aufgabe gescheitert. Und doch hätte Hassan all das nichts genützt, wenn er nicht rechtzeitig die richtigen Schlüsse gezogen hätte.

Doch jetzt lief ihm die Zeit davon. Nach allem, was er über die Pläne der Entführer wusste, blieben ihm für die Befreiung kaum zwanzig Minuten. Dann würden die Drahtzieher eintreffen, um der Geisel Fragen zu stellen - und sie würden weitere bewaffnete Leute mitbringen.

Normalerweise hätte sich Hassan, der über gut ausgebildete Spezialtruppen verfügte, dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schon das bloße Auftauchen seiner Einheiten für verdeckte Operationen hätte genügt, damit die Gegner die Waffen streckten. Aber selbst er als Zohayds Innenminister und Sicherheitschef wusste nicht mehr, wem er noch vertrauen konnte. Daher begleiteten ihn nur drei seiner allerbesten Männer, die nicht unter ihm dienten, sondern zur Familie gehörten.

Genau wie er würden sie ihr Leben für das Königreich geben.

Auch wenn Hassan davon überzeugt war, dass das auf viele seiner Männer zutraf, wollte er doch in dieser Angelegenheit keinerlei Risiko eingehen. Zu viel stand auf dem Spiel, und höchste Vorsicht war geboten, um den Frieden in der Region nicht zu gefährden.

Deshalb hielt Hassan gesundes Misstrauen für angebracht. Schließlich war selbst der Palast schon unterwandert worden.

Er schloss die Augen. Noch immer konnte er kaum fassen, dass seit Monaten gegen seinen Vater, den König, und gegen die ganze Familie Aal Shalaan eine Verschwörung im Gange war - die offenbar einen Umsturz zum Ziel hatte.

Der unschätzbar wertvolle Kronschatz, der Pride of Zohayd genannt wurde, der Stolz Zohayds, war gestohlen und durch Duplikate ersetzt worden. Und das auch noch vor dem jährlichen prächtigen Fest, bei dem der Schatz öffentlich präsentiert wurde, um Reichtum und Macht der königlichen Familie zu unterstreichen. Bei allen Stämmen des Landes galten die Juwelen als Symbol für die Macht in Zohayd.

Vermutlich hatten die Verschwörer vor, während dieses Festes die Schmuckstücke als Fälschungen zu entlarven und damit die Aal Shalaans zu entthronen.

Vor Kurzem hatte Hassans Bruder Amir geheiratet. Dem jungen Paar war es gelungen, wichtige Zusammenhänge aufzudecken. Auf der Grundlage dieser Informationen hatte Hassan in den letzten Wochen all seine Verbindungen und sein weit verzweigtes Computersystem eingesetzt. Und an diesem Morgen war er auf eine heiße Spur gestoßen, die ihn mit etwas Glück zum Kopf der Verschwörung führen würde.

Es hieß, dass ein Mann, der anscheinend amerikanischer Reporter war, mehr darüber wusste. Schon zwanzig Minuten später war Hassan in der Wohnung des Mannes eingetroffen. Aber - zu spät! Der Reporter war entführt worden.

Seitdem hatte Hassan nicht geruht und war den Entführern bis in diese verlassene Gegend gefolgt. Es war leicht zu erraten, was die skrupellosen Aal Ossaibis vorhatten: dem Mann seine Geheimnisse abzupressen und ihn dann mutterseelenallein in der Wüste zurückzulassen.

Schon das war für Hassan Grund genug, einzugreifen. Solange er etwas zu sagen hatte, würde in Zohayd keinem Unschuldigen ein Haar gekrümmt. Nicht einmal jemandem, der den Aal Shalaans schaden konnte. Und nicht einmal T. J. Burke.

T. J. Burke. Der Mann war ein Rätsel.

In Hassans Datenbank befanden sich aktuelle Angaben zu jedem Reporter auf der ganzen Welt. Denn in seinen Augen verfügten Journalisten über die gefährlichste aller Waffen: die Medien mit ihrem gnadenlosen Einfluss auf das politische Geschehen und die öffentliche Meinung.

Doch über diesen T. J. Burke hatte er seltsamerweise nichts herausfinden können. Es war, als hätte er erst vor einer Woche - mit seiner Ankunft in Zohayd -, zu existieren begonnen.

Bei seinen Recherchen war Hassan nur auf einen einzigen T. J. Burke gestoßen, der infrage kam: einen amerikanischen Computerspezialisten, der für einen internationalen Konzern in Azmahar gearbeitet hatte. Aber der Mann war schon vor einem Jahr in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Wenige Monate später war ihm wegen Betrugs und Unterschlagung, die er in Zohayd begangen haben sollte, der Prozess gemacht worden. Im Moment verbüßte er eine fünfjährige Haftstrafe in einem Hochsicherheitsgefängnis. Auch nach aktuellen Informationen saß er gut verwahrt in seiner Zelle.

Vielleicht hatte der entführte Mann rein zufällig diesen Namen angenommen - oder er gab sich gezielt als T. J. Burke aus. In diesem Fall musste er ein Spion sein. Verblüffend, dass ihm die Geheimhaltung seiner Absichten und Pläne so gut gelungen war. Außerdem wusste Hassan nicht, mit wem oder für wen dieser Mann arbeitete.

Aber wer auch immer dieser T. J. Burke war, Hassan würde ihn auf jeden Fall retten. Und wenn sie erst in Sicherheit waren, würde er schon etwas aus ihm herausbekommen.

Falls der Mann wirklich wusste, was Hassan hoffte - oder treffender: fürchtete -, würde er nach dem Preis dieser unschätzbar wertvollen Information fragen. Und freiwillig das Doppelte dafür zahlen, damit der Mann niemandem sonst davon erzählte.

Allmählich nickten die Wachen vor dem Feuer ein. Hassan gab Munsoor, seinem Ersten Offizier, ein Zeichen, das dieser an Yazeed an der Südseite der Hütte weitergab. Und Yazeed wiederum gab es weiter an Mohab an der Westseite.

Zwei Mal feuerten sie gleichzeitig Betäubungspfeile ab, und keiner von ihnen verfehlte sein Ziel. Hassan sprang auf und erreichte mit wenigen Sätzen die Steinstufen vor dem Eingang. Blitzschnell waren seine Leute bei ihm.

Die Männer und er nickten einander kurz zu. Im gespenstischen Schein des Feuers, das außer den Sternen die einzige Lichtquelle bildete, wirkten ihre Gesichter unwirklich verzerrt.

Sie würden mit allem fertig werden, komme, was da wolle. Los!

Er drückte gegen die Tür, die sich quietschend öffnete. Laut durchdrang das Geräusch die nächtliche Stille. Hassan blickte sich im Halbdunkel um. Von Burke keine Spur. Aber eine verzogene Brettertür führte in ein weiteres Zimmer. Dort musste er sein.

Hassan betrat den Raum und sah sofort den schlanken, sandfarben gekleideten Mann mit kurz geschnittenem Bart.

Es schien eine kleine Ewigkeit zu vergehen, als sich ihre Blicke trafen. Trotz des schlechten Lichts fielen Hassan die helle Haut und die goldblonden Haare des Mannes auf - und die ausdrucksstarken Augen, die azurblau zu leuchten schienen.

Im nächsten Moment erkannte er, dass sie sich in einer Art einfachem Badezimmer befanden - aber Burke war nur hier drin, weil er versuchte, auszubrechen. Das über Kopfhöhe gelegene Fenster hatte er bereits geöffnet. Und das mit vor dem Körper gefesselten Händen!

Hassan war sich sicher, dass die Entführer ihm ursprünglich die Hände auf den Rücken...

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