Die verkaufte Kindheit

Wie Kinderwünsche vermarktet werden und was Eltern dagegen tun können
 
 
Random House ebook (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. November 2011
  • |
  • 272 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06414-3 (ISBN)
 
Rettet die Kindheit
Immer dreister greifen Konsumindustrie und Werbung nach unseren Kindern. Vom Kleinkind bis zum Teenager werden sie zu Kunden gemacht - und dadurch ihrer Kindheit beraubt. Susanne Gaschke warnt in ihrem neuen Buch vor diesem Ausverkauf. Sie ermutigt Eltern, ihre Erziehungsverantwortung ernst zu nehmen und zeigt Strategien für die Rückeroberung der Kindheit.


Susanne Gaschke, geboren 1967, hat nach dem Studium und einem Volontariat bei den 'Kieler Nachrichten' 15 Jahre lang im Politikressort der 'Zeit' gearbeitet, wo sie über gesellschaftspolitische Themen schrieb. Im November 2012 wurde sie zur Kieler Oberbürgermeisterin gewählt. Im Oktober 2013 trat sie zurück. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für 'Die Welt'.
  • Deutsch
  • 0,38 MB
978-3-641-06414-3 (9783641064143)
3641064147 (3641064147)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Susanne Gaschke, geboren 1967, hat nach dem Studium und einem Volontariat bei den "Kieler Nachrichten" 15 Jahre lang im Politikressort der "Zeit" gearbeitet, wo sie über gesellschaftspolitische Themen schrieb. Im November 2012 wurde sie zur Kieler Oberbürgermeisterin gewählt. Im Oktober 2013 trat sie zurück. Heute lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für "Die Welt".
BÜCHER ALS ABWEHRZAUBER (S. 165-166)

Wer liest, ist für den Konsumkapitalismus ein Totalausfall


Der beste Abwehrzauber gegen eine kommerzialisierte Kindheit ist das Buch. Wer liest, lernt denken; lernt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, mitzufühlen, Fremdes zu verstehen; lernt, aus abstrakten Zeichen innere Bilder zu produzieren; lernt (wenn er das Glück hat, mit anderen Menschen über das Gelesene sprechen zu können), wie man diese subjektiven Bilder in allgemeinverständliche Worte fassen kann, um sie wieder zu erzählen. Wer liest, hat die Chance, Luft zu holen und Distanz zu gewinnen – zu sich selbst und zur Welt. Wer liest, schaut hinter die Dinge. Wer liest, bewegt sich in einem werbefreien Raum.

Das Buch blinkt nicht, es macht keinen Krach, es braucht keinen Strom, es fordert nur sehr selten dazu auf, etwas zu kaufen. Wenn es ein gutes Buch ist – eine spannende, eine lustige Geschichte, die in origineller Wortwahl und mit sprachlichem Witz erzählt wird –, dann zieht es seine Leser in den Bann, dann bietet es Gelegenheit zur Konzentration und Versenkung. Das ist viel wert in einer Zeit, da alle anderen Medien auf ständige Ablenkung aus sind, auf das Einfangen unserer Aufmerksamkeit, und uns – und unsere Kinder – mit immer stärkeren Reizen traktieren und mit immer kleineren Inhaltshäppchen abzuspeisen suchen.

Wie wichtig das Vorlesen dafür ist, dass Kinder zu selbstständigen Lesern werden (und welche Vorteile starke Leser in der Schule haben), ist in den vergangenen zehn Jahren in der Aufarbeitung der schlechten deutschen PISA-Ergebnisse fast bis zum Überdruss diskutiert worden. Und es hat sich sehr viel getan: Sicher mindestens einmal im Monat höre ich von einer neuen Vorleseinitiative, von Menschen, die sich mit Begeisterung gerade benachteiligten Kindern zuwenden und versuchen, ihnen Bücher nahezubringen. Auch von staatlicher Seite wird mehr getan als früher:

So plant die Bundesbildungsministerin eine Ausweitung des bisher nur in einigen Bundesländern getesteten Programms »Lesestart«, das, nach englischem Vorbild, Neugeborene mit einem Bücherpaket begrüßt und für regelmäßige Leseberatung durch den Kinderarzt sorgen soll. Das alles ist großartig. Ich glaube nur, dass wir in unserer neu entdeckten Begeisterung für die Leseförderung nicht vergessen dürfen, dass der Akt des Lesens ein ästhetisches Verhalten ist, das das Bewusstsein des lesenden Menschen verändert. Es geht eben nicht nur darum, innerhalb eines Ausbildungsweges funktionieren zu können und Textaufgaben zu verstehen.

Es geht um Freude und innere Freiheit und Mitgefühl und Kritikfähigkeit. Und deshalb scheint es mir sehr wichtig, eine neue Diskussion über die Qualität der Kinder- und Jugendbücher zu beginnen. In letzter Zeit hat sich eine Art Kultur der »Niederschwelligkeit« etabliert: Hauptsache, die Kinder (und insbesondere die Jungen) lesen überhaupt noch – fast egal was. Der größere Teil der rund 7000 jährlichen Neuerscheinungen für Kinder und Jugendliche in Deutschland scheint dieser Philosophie zu folgen und präsentiert erbärmliche Geschichten voller Klischees, fragwürdiger Grammatik und peinlicher Jugendsprache.

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