SAN ANGELO COUNTRY #57: Im Auftrag der Union Pacific

 
 
Uksak E-Books (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. März 2018
  • |
  • 120 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7389-1816-8 (ISBN)
 
Larry Calhoun, Sonderbeauftragter der Union Pacific, sein Partner Andy Nolan und Rory O'Hagan müssen die Männer des Bauzuges zusammenhalten, um der mörderischen Gefahr, die sich in den Bergen zusammenballt, ihre Kraft und Entschlossenheit entgegenzusetzen. Stevenson, der ehemals geniale Ingenieur, ist dem Whisky so sehr verfallen, dass er nicht mehr bemerkt, was um ihn herum geschieht. Zwei Möglichkeiten bieten sich den Männern: sie können alles liegenlassen und mit dem Bauzug unverzüglich die Berge verlassen. Dann werden sie den mörderischen Indianerbanden entgehen. Oder sie können bleiben und versuchen, die letzten Schienen doch noch zu legen. Dann werden sie in Green River City die Dollars kassieren - wenn ihnen der Durchbruch noch gelingt Mit jedem weiteren Tag wird die Bedrohung durch die Shoshonen immer bedrohlicher, und dann eskaliert alles ... Band 1 eines spannenden Doppelromans von Bill Garrett
  • Deutsch
  • 0,41 MB
978-3-7389-1816-8 (9783738918168)
3738918167 (3738918167)

Roman:


Der Wind blies von Norden über die Ebene. Grau kroch der Tag über den Horizont. Allmählich hob sich das Land aus der Dunkelheit.

Dünner Rauch flatterte aus den Schornsteinen der Buden und Wohnwagen, die der Bautrupp hier aufgestellt hatte.

Nicht weit vom Lager der Union Pacific entfernt zog ein Rudel Grauwölfe nach Westen. Wie Schatten, die zur Nacht gehörten, huschten die Tiere dahin. Augenblicke später waren sie in dem Canyon verschwunden, der sich hinter dem frisch aufgeschütteten und planierten Schwellenbett auftat.

Ein alter Bayer, der sich vom Einwandererschiff weg für die Union Pacific hatte verpflichten lassen, hatte das Rudel gesehen. Obwohl er kalte Winter von seiner Heimat her gewohnt war, hatte er auf seinem Wachtposten gefroren. Mit Armen und Beinen hatte er sich fortgesetzt Bewegung verschafft. Doch nun stand er still, fast wie erstarrt. Sein spähender, erfahrener Blick suchte das Land im Norden ab.

Das Wolfsrudel war verräterisch nah an das Lager des Bautrupps herangekommen. Die Erklärung, die sich dem alten Bayern aufzwang, jagte ihm einen kalten Schauer über den Rücken. Dort, irgendwo im Norden und nicht weit entfernt, musste eine größere Anzahl Menschen sein. Für die Wölfe war dieses Lager hier die kleinere Gefahr gewesen. Gemsen verhielten sich ähnlich. Das hatte er in seiner Heimat oft genug erlebt. In die Enge getrieben, flohen die Tiere an einem Menschen vorüber, wenn sie sich von zwei anderen bedroht fühlten.

Er nahm den Karabiner an die. Hüfte, zog den dicken Wollhandschuh aus und schob den Sicherungsflügel behutsam herum. Dabei schaute er zum Lager hinüber. Die fünfzehn Tonnen schwere Baldwin-Lok, die vor dem Bauzug am Ende des fertigen Schienenstranges stand, zeichnete sich über den Dächern der Wohnwagen und Buden wie ein dunkles, drohendes Ungetüm ab.

Aber dieser Anblick beruhigte den Alten. Er machte ihm deutlich, dass er in dieser Einöde nicht allein war, so sehr die winterliche und morgendliche Stille ringsum diesen Eindruck auch aufkommen ließ. Wenig später sah er einen Mann langsam um den Bauzug getappt kommen. Es war der irische Feuerkopf, der für drei arbeitete, aber auch für ebenso viele soff und selbst nach achtzehn Stunden Schufterei noch bereit war, einen Streit mit einem Messer zu entscheiden.

Der Bayer mochte den Iren nicht besonders. Aber als er ihn auftauchen sah, dicht unter dem Schatten der großen Lok, war er doch froh, ihn zu sehen, und am liebsten hätte er ihm irgendein freundliches Wort hinübergerufen. Aber da war diese Ahnung einer tödlichen Gefahr in ihm, die seit dem Auftauchen des Wolfsrudels nicht mehr weichen wollte.

Er wandte sich wieder ab. Aber mitten in der Drehung hielt er inne. Ein dünner Knall zerriss die winterliche Stille. Der Ire sank in die Knie. Er drehte sich halb um die eigene Achse und fasste sich an den Hals. Mit der anderen Hand griff er Halt suchend nach dem großen, dickbauchigen schwarzen Scheinwerfer der Lok und brach dann vor dem Schienenräumer zusammen. Es sah aus, als hätte er schon die ganze Nacht dort gelegen, und als wäre er von der Baldwin aufgekehrt worden.

Alarmschüsse krachten. Auch der Bayer jagte einen Schuss in die Luft. Und dabei spürte er, wie der Boden unter seinen Füßen zu zittern begann. Kriegsgeschrei erfüllte die Luft. Er riss das Gewehr an die Schulter, presste sich gegen einen halbhohen Findling, legte die Ellenbogen auf die Deckung und feuerte auf die Kette der anstürmenden Indianer. Sie kamen von allen Seiten aus dem grauen Morgendunst heraus. Ihr Kriegsgeschrei gellte weit über die Ebene hinweg. Die Hufe ihrer kleinen, zottigen Pferde ließen den hartgefrorenen Boden erbeben.

Der Bayer warf einen Blick zurück. Aus Wohnwagen und Bretterbuden stürzten die Bahnarbeiter ins Freie. Aber viel zu wenig Schüsse fielen hinter ihm, und er begriff, dass sie schon im ersten Ansturm überrannt werden würden. Er machte auf dem Absatz kehrt und lief wild schreiend auf die Behausungen zu, wo die Männer noch dabei waren, Deckungen zu suchen. Er rannte an der Lok vorbei, auf deren Räumer der Ire lag, als gehörte er dahin, sprang über das Gleis und rannte auf die erste Hütte zu, aus der er Larry Calhoun und Andy Nolan herausgelaufen kommen sah.

"Mr. Calhoun!", brüllte der Bayer. "Sie kommen von allen Seiten!"

Larry Calhoun und Andy Nolan blieben vor der Bretterbude stehen und rissen die Gewehre hoch. Der Bayer stoppte und warf sich herum. Da durchbohrte ihn eine schwere Wurflanze und stieß ihn auf den gefrorenen Boden. Sterbend sah er noch, wie der Krieger, der die Lanze geworfen hatte, von den Schüssen Calhouns und Nolans aus dem Deckensattel gehoben wurde, aber er empfand noch nicht einmal mehr Genugtuung.

Larry und Andy sprangen an ihm vorbei und gingen hinter der Baldwin in Deckung. Mit ihren schnellen Winchestergewehren schlugen sie eine Gruppe von einem Dutzend Shoshonen zurück. Gerade rechtzeitig genug, dass sie die nötige Luft bekamen, um sich einem Trupp Indianer zuzuwenden, der an den Waggons entlang galoppiert kam, direkt auf sie zu.

Andy presste sich gegen den Dampfzylinder, ließ sein Gewehr fallen, riss den Revolver heraus und feuerte. Auch Larry schoss mit dem Colt. Verbissen wehrten sie sich ihrer Haut.

Die Indianer waren mitten im Camp. Ein Schwellenleger floh vor drei Shoshonen zu seinem Wohnwagen zurück, um sich darin zu verschanzen. Doch die Krieger waren schneller. Als er die Stufenleiter emporsprang und die Tür aufreißen wollte, spießte ihn einer der Krieger mit der Lanze an die Tür. Der markerschütternde Schrei des Mannes gellte durch das Kampfgetümmel und übertönte den Lärm der Schüsse, das Geschrei der Krieger und das wilde Trommeln der Pferdehufe.

Larry Calhoun holte zwei Indianer aus dem Sattel. Den dritten erledigte Andy mit einem Revolverschuss.

Neben dem Wohnwagen skalpierte ein Shoshone einen kleinen, schmalbrüstigen Bayern, der keinen Ton von sich gab und sich auch nicht wehrte. Dass er schon tot war, sah Larry Calhoun erst, als der Krieger davonpreschte.

Der Heizer der Lok rannte schreiend über den Platz. Er warf die Arme hoch und lief, so schnell er konnte, anstatt sich herumzuwerfen und zu schießen.

Von Pfeilen und Geschossen durchbohrt, fiel er keine zehn Schritt neben dem Tender der Baldwin-Lok auf das Gesicht.

Die Einzelgänger hatten keine Chance, dem Massaker der Indianer zu entkommen. In Gruppen zu drei und vier Mann versuchte sich die Mehrzahl der Bahnarbeiter zur Wehr zu setzen, was jedoch nur in den ersten Minuten gelang.

"Alles zum Zug!", schrie Larry Calhoun, während er auf die staubumwehten, hin und her galoppierenden Shoshonen feuerte. "Alles zum Zug! Versammelt euch am Zug, wenn ihr leben wollt!"

Die Männer kämpften sich zu ihm und Andy heran. Sie schienen erleichtert zu sein, dass endlich einer wusste, was sie tun sollten. Eine Gruppe nach der anderen schoss sich den Weg zum Zug frei. Entlang der Waggons gingen die Männer in Deckung und feuerten auf die Indianer, die sich trotz starker Verluste formierten und den Zug zu umkreisen begannen. Dabei stießen sie ihr gellendes Kriegsgeschrei aus, und es war offensichtlich, dass ihnen ihre Übermacht den nötigen Mut verlieh.

Larry Calhoun und Andy Nolan waren vor dem Feuerkessel unter die Lok gekrochen. Schuss auf Schuss jagten sie in sicherer Deckung aus den Gewehren. Larry Calhoun fiel in diesem tödlichen Karussell ein Krieger auf, der in stolzer Haltung eine mit vielen Federn geschmückte Lanze in einer Art Bügelschuh hielt. Larry glaubte, dass dieser Mann der Häuptling der Indianerhorde sei, und deshalb versuchte er, ihn aus dem Sattel zu schießen. Doch dieser Bursche wurde von seinen Kriegern regelrecht abgeschirmt.

Larry Calhoun wartete, und als der Häuptling abermals herangaloppiert kam, sprang er unter der Lok hervor und schoss den Häuptling aus dem Sattel.

Eine Serie von Schüssen furchten in seiner Nähe den Boden auf und knallten gegen die Blechverkleidung der Baldwin. Pfeilbündel schwirrten heran und flogen irgendwo hinter ihm über den erstarrten, vor Frost klirrenden Boden.

Sämtliche Bahnarbeiter hatten Larry Calhoun beobachtet und nahmen die Rothäute vor ihm unter Feuer. Unter diesem Schutz sprang Larry Calhoun wieder in Deckung, und dabei konnte er beobachten, wie der Häuptling tödlich getroffen aus dem Sattel stürzte.

Das Kampf- und Siegesgeschrei der Indianer ging in ein klagendes Wutgeheul über. Dicker Staub wirbelte empor. Er vermischte sich mit den Pulverschwaden, und in diesem fast undurchdringlichen Schleier warfen die Indianer ihre Pferde herum.

Larry Calhoun kroch unter der Lok hervor und sprang auf.

"Die Schwellenleger zu den Hütten!", brüllte er. "Planier- und Schienenlegerkommandos zum Corral!"

Nun waren die Bahnarbeiter eine wilde, kampfentschlossene Mannschaft. Andy rannte mit den Schwellenlegern zu den Wohnwagen und Bauhütten. Larry stürmte mit den anderen zum Corral hinüber, gerade noch rechtzeitig. Die Indianer hatten die Torstangen schon heruntergeworfen, und ein Trupp von einem halben Dutzend Krieger war bereits dabei, die Pferde und Maultiere aus dem Corral zu treiben.

Aus allen Gewehren feuernd, warfen sich Bahnarbeiter vor dem Corralzaun zu Boden. Das halbe Dutzend Gegner bekam jedoch Verstärkung. Wie von einem Tornado herangetrieben, fegten etwa zwanzig Reiter aus dem Morgendunst auf den Corral zu.

Die Bahnarbeiter warfen sich herum, und gleich die erste Salve riss eine solche Lücke in die Reihen der Krieger, dass sie ihre Pferde auf der Stelle drehten und wieder davonrasten. Von den Indianern im Corral entkam nicht einer dem heftigen Feuer der Planierer und Schienenleger.

Vereinzelt krachten noch Schüsse. Dann war es so...

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