Tür an Tür

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5525-6 (ISBN)
 
Seit Monaten tobt zwischen den ehrgeizigen Reportern Lane und Clay ein heftiger Kampf um brisante Storys. Diesmal gilt es einen Skandal um eine Kartenshow aufzudecken ...
  • Deutsch
  • 1,64 MB
978-3-7337-5525-6 (9783733755256)
3733755251 (3733755251)

1. KAPITEL

O nein! Das darf nicht wahr sein, fluchte Lane Brooks im Stillen, als sie den Mann am Eingang des Coffee-Shops sah. Sie wandte sich unauffällig der Frau zu, die neben ihr saß.

"Gib mir doch bitte die Zeitung vom Nachbartisch, Stacy", bat sie höflich mit einem kühlen Lächeln.

Stacy nahm die Zeitung und warf einen Blick auf die Titelseite. "Aha, du interessierst dich also für die Konkurrenz."

Lane unterdrückte den Impuls, ihrer Schwester die Zeitung zu entreißen. Sie nahm sie ihr stattdessen ganz ruhig aus der Hand, schlug sie auf und verschanzte sich dahinter.

Ihr Blick fiel auf die Story, die sie schon zweimal gelesen hatte und über die sich die Damen am Nachbartisch köstlich amüsiert hatten. Es ging um einen Dieb, der einem Beamten seinen Führerschein gezeigt hatte, um zu beweisen, dass er Bier trinken durfte. Allerdings hatte er das Bier zuvor gestohlen.

Lane hatte die Polizeimeldung gestern Abend reinbekommen, aber keinen Artikel darüber geschrieben. Warum hatte ihr niemand gesagt, dass der Junge den Rest seines einundzwanzigsten Geburtstags in einer Gefängniszelle verbracht hatte?

Vielleicht hatte sie sich nicht genug um die Story gekümmert. Wahrscheinlicher war aber, dass Clay Crawford dem weiblichen Sergeant diese Information mit seinem unfairen psychologischen Vorteil entlockt hatte.

Stacy reckte den Kopf über den Zeitungsrand. Sie war dreiundzwanzig, also ein Jahr jünger als Lane und athletischer als ihre ältere Schwester. Beide hatten braune Augen und blondes Haar. Stacys langes, glattes Haar war zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Lane trug eine praktische Kurzhaarfrisur, damit ihr bei ihren regelmäßigen Dauerläufen die Haare nicht in die Augen fielen.

"Ich weiß, dass du nur für die Zeitung lebst, Lane, aber musst du sie unbedingt lesen, während wir Kaffee trinken?"

"Du trinkst Mineralwasser", korrigierte Lane sie. "Und außerdem brauche ich die Zeitung als Tarnung."

"Als Tarnung? Warum denn das, um Himmels willen?"

"Erinnerst du dich an die Geschichte, die mir nach meinem ersten Arbeitstag bei der Times passiert ist?"

Stacy bekam große Augen. "Als du mit Clay Crawford Sex an einem überfüllten Strand hattest? Das Ganze nur wenige Minuten, nachdem du ihn getroffen hattest?"

Lane zuckte zusammen, sowohl wegen Stacys Ausdrucksweise als auch ihrer Lautstärke. Die Frau am Nachbartisch warf ihr einen schockierten Blick zu und schüttelte missbilligend den Kopf, während sie ihre Cappuccino trinkende Begleiterin anstieß. Lane schenkte beiden ein strahlendes Lächeln.

"Ich hatte Beinahe-Sex an einem verlassenen Strand, nachdem ich ihn schon mehrere Stunden kannte", flüsterte sie nur noch mühsam beherrscht in Stacys Richtung. "Und ich wäre dir dankbar, wenn du dieses delikate Detail nicht hier herausposaunen würdest."

Stacy zeigte nicht die geringste Reue. "Immerhin gibst du zu, dass er ein Leckerbissen ist", sagte sie mit einem wissenden Grinsen. "Erzählst du mir auch, was diese Geschichte mit deiner Tarnung zu tun hat?"

"Nur wenn du mir versprichst, nicht zur Tür zu sehen."

"Ist er hier? Clay Crawford?" Stacys Pferdeschwanz wirbelte herum, als sie den Kopf zum Eingang reckte.

"Du hast versprochen, nicht hinzusehen, Stacy."

"Habe ich nicht. Du hast mich darum gebeten, aber ich habe nicht eingewilligt."

In diesem Moment bedauerte Lane, dass sie sich mit ihrer Schwester verabredet hatte. Aber sie hatte sich unbedingt mit jemandem über ihre Zweifel hinsichtlich des bevorstehenden Vorstellungsgesprächs aussprechen müssen. "Hör auf, zur Tür zu starren, Stacy", sagte sie freundlich, aber sie hätte ebenso gut mit der Wand reden können.

"Wow!"

Lane hatte nicht vorgehabt, die Zeitung herunterzunehmen, aber ihre Hände schienen ein Eigenleben entwickelt zu haben. Es bot sich ihr ein Anblick, so verlockend wie die Sahnetörtchen im Glastresen an der Kasse.

Sex auf zwei Beinen.

Das war ihre Beschreibung für Clay Crawford, seit er mit seinem unwiderstehlichen Lächeln ihren Verstand ins Eisfach geschoben hatte und sie mit ihm die sinnlichste Erfahrung ihres Lebens gemacht hatte.

Ein einziger Blick genügte, und sie wusste sofort wieder, warum sie der Versuchung erlegen war. Clay hatte alles, was ihr an Männern missfiel, und besaß leider gleichzeitig eine erotische Ausstrahlung, die ihren Puls zum Rasen brachte.

Der privilegierte Sohn des Herausgebers des Miami Courier war heißer als die erbarmungslose Sonne am Miami Beach. Aber wie er so am Eingang des Coffee-Shops stand, wirkte er cool wie ein eisgekühlter Espresso.

Ein Notizbuch ragte aus der Tasche seines gelbbraunen Sportjacketts heraus. Er trug eine Khakihose, die so perfekt saß, dass sie wahrscheinlich maßgeschneidert war. Diese exquisite Kleidung verhüllte einen super Körper. Dies wusste Lane aus eigener Erfahrung. Sie hatte ihn nackt gesehen und seine festen Muskeln unter ihren Händen gespürt. Sie hatte seine geschmeidige Haut mit den Lippen liebkost.

Sein dichtes, leicht gewelltes Haar war pechschwarz. Er stand mit dem Rücken zu ihr, aber sie wusste, dass ihm das Haar frech in die breite Stirn fiel.

Das junge Mädchen hinter dem Tresen schaute ihn mit flatternden Augenlidern an, als sie seine Bestellung aufnahm.

"Donnerwetter!", sagte Stacy. "Ist das dein Clay?"

"Er ist nicht mein Clay", erwiderte Lane mit gespielter Gelassenheit, bevor sie sich wieder hinter der Zeitung verschanzte.

"Mir machst du nichts vor", beharrte Stacy. "Ich kenne dich. Wenn du mit jemandem schläfst, dann ist es ernst."

"Die Sache ist jetzt ein Jahr her. Und wie oft soll ich dir noch sagen, dass wir nur beinahe miteinander geschlafen haben? Ich habe ihn davon abgehalten, so weit zu gehen", flüsterte Lane. Aber in Wahrheit war er derjenige gewesen, der die Sache vorzeitig beendet hatte. Sie hatte sich gewünscht . Nun, sie wollte lieber nicht daran denken, was sie sich gewünscht hatte.

Besser war es, wenn sie sich den nächsten Morgen in Erinnerung rief, als ihr klar geworden war, warum sie sich von Clay Crawford fern halten musste.

"Sex ist Sex", erwiderte Stacy, dann hielt sie abrupt inne. "Großer Gott! Sieh dir das an!"

"Was meinst du?" Lane spähte über die Zeitung, konnte aber nichts entdecken.

"Noch so ein Prachtexemplar! Er spricht mit deinem Angebeteten. Anscheinend kennen sie sich." Stacy fluchte leise. "Wenn der Mann da vorn den Kopf ein bisschen zur Seite nehmen würde, könnte ich besser sehen."

"Hör bitte auf, zum Eingang zu starren", brauste Lane auf. "Ich will nicht, dass Clay auf uns aufmerksam wird."

"Vielleicht kann ich von hier besser sehen." Stacy rutschte mit ihrem Stuhl ein Stück zur Seite.

Im nächsten Moment fühlte Lane eine warme Flüssigkeit auf ihrem Schoß. Das sah Stacy ähnlich! Leider hatte sie nicht ihr Wasser verschüttet, sondern Lanes Cappuccino. Unwillkürlich sprang Lane auf und saugte die Flüssigkeit mit dem erstbesten Papier auf, das sie zur Hand hatte. Mit der Zeitung.

Als würde sie die Hand des Schicksals im Nacken spüren, richtete sie den Blick zum Eingang und schaute Clay direkt in die graublauen Augen. Die Farbe erinnerte sie an den Ozean und den nebligen Abend, als sie sich in seinen Armen verloren hatte. Er lächelte amüsiert und winkte ihr zu.

Lane ignorierte ihr Herzklopfen. Sie erwiderte seinen Gruß mit einem kurzen Nicken und wandte sich dann ganz ruhig ihrer Schwester zu. "Sag bitte, dass er nicht herkommt."

"Das kann ich nicht." Stacy grinste. "Die beiden Supermen kommen direkt auf uns zu."

Dann werde ich also gleich seine Stimme hören, dachte Lane, diese tiefe, volle Stimme, die sich mit dem Klang eines Cellos messen konnte.

"Ich weiß, dass du den Courier nicht magst, aber dass du ihn als Putzlappen betrachtest, hätte ich nicht gedacht", sagte er.

"Hallo Clay", begrüßte sie ihn. Die Gänsehaut, die seine Stimme bei ihr hervorrief, versuchte sie zu ignorieren. "Was für eine Überraschung, dich hier zu treffen."

Grauenvoll, stöhnte sie im Stillen. Sie klang wie eine aufgeblasene Tochter der feinen Gesellschaft, aber nicht wie eine intellektuelle Reporterin.

"Ich habe doch immer gesagt, dass wir uns wiedersehen, Laney", meinte er gedehnt und mit einem umwerfenden Lächeln.

Er hatte dichte, gleichmäßig geformte Augenbrauen, eine gerade Nase und ein energisches, breites Kinn. Trotzdem wirkte sein Gesicht nicht streng oder hart. Und das lag an seinem Mund. Er hatte einen breiten Mund und wunderschöne volle Lippen. Wenn er lächelte, blieb ihr das Herz stehen.

Clay stellte seine Tasse auf den Nebentisch und gab ihr eine Hand voll Servietten. "Ich nehme an, dass ich den Fleck nicht abtupfen darf", bemerkte er, schien sich aber trotzdem Hoffnungen zu machen.

"Schlaues Kerlchen", murmelte sie, während sie ihm die Servietten abnahm. Mit dem braunen Fleck ähnelte ihr Rock einem Kuhfell. Prima Outfit für ein Vorstellungsgespräch, lobte sie sich zynisch.

"Wenn ich wirklich schlau wäre", flüsterte er ihr zu, "hätte ich längst einen Weg gefunden, um das zu Ende zu bringen, was wir letztes Jahr begonnen haben."

Er sah sie mit einem heißen Blick an, dem sie nicht standhielt. In diesem Moment kam eine Kellnerin, um den Tisch abzuwischen. Als sie fertig...

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