Single in the City

Frl. Garbers rennt durch die Stadt
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. September 2011
  • |
  • 158 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1205-5 (ISBN)
 
Singles halten die großen Städte in Bewegung. Gleichzeitig ist ihr Leben eine Ansammlung obskurer Fragen, und im Wesentlichen verbringen sie die Zeit damit, Antworten zu suchen. Warum wollen Männer schlecht behandelt werden? Wie entkommt man militanten Müttern in Prenzlauer Berg? Was ist eine Dampfbadlatte? Ist der "Mann auf den zweiten Blick" ein vertretbarer Kompromiss - und womöglich gar die Lösung? Keine andere Autorin hat den Alltag, die hektischen Befindlichkeiten und das turbulente Gefühlsleben der allein lebenden jungen Frauen im Dickicht der Metropolen so prägnant (und amüsant) in Worte gefasst wie Sandra Garbers. Sie kennt das Milieu, von dem sie erzählt. Ihre Beobachtungen auf Filmpremieren und Kunstvernissagen, in Szenelokalen, Kellerkneipen und auf dem Balkon sind lustig, respektlos, intelligent und romantisch. Manchmal aber auch traurig. Weil das Leben verdammt noch mal so ist.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 2,24 MB
978-3-8387-1205-5 (9783838712055)
3838712056 (3838712056)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die eierlegende Milchwildsau (S. 68-69)

Was ist eigentlich das Problem? »Dass Hippie-Mode schon wieder out ist«, sagte die Senatorin. »Pfandflaschen«, sagte Wolf. »Halbe Schuhgrößen«, sagte Frau Zeh. »Du!«, sagen zwei von drei Ex-Freunden. »Das Problem ist doch diese Oberflächlichkeit bei euch Frauen«, sagte Frau Zehs Bekannter aus Kreuzberg/Neukölln. »Ihr wollt doch die eierlegende Milchwildsau.« Wir verdrehten die Augen. Milchwildsau – der Mann hatte keine Ahnung. Wir sind mit viel weniger zufrieden. Aysche zum Beispiel wollte immer einen blonden Freund haben. Und was ist? Aysche ist mit dem dunkelhaarigen Ali zusammen. Ich weiß nicht, hatte sie gesagt, blond ist der ja nicht gerade.

Ich schaute bei Google nach und rief sie sofort an: »Sieht gut aus, nimm den.« Uns kommt kein Mann ohne vorherige Google-Recherche ins Haus. Das ist nicht oberflächlich, das nennt man Hintergrundwissen. Das Problem ist, dass einen immer die falschen Typen ansprechen. Zum Beispiel der Schönheitschirurg neulich auf der vorgezogenen Weihnachtsparty im Grunewald. Ich bekam gerade noch mit, wie er fröhlich mit einer Dame scherzte: »Trinken Sie nicht so viel. Wir sehen uns dann morgen.« Und dann stellte er sich zum Gastgeber und zu mir. Einige Damen der Umgebung lächelten mich wissend an. Ich lächelte zurück und kniff dabei die Augen so zusammen, dass sich möglichst viele Lachfalten bildeten. Kein Botox! Ihn lächelte ich natürlich nicht an.

Und ich zog natürlich auch den Bauch ein. Bloß keine Angriffsfläche bieten. Sollte ich jemals zu ihm gehen, werde ich ihn bitten, mich auf Partys zu ignorieren, dachte ich noch, da tat er mir schon wieder leid. Als Schönheitschirurg hat man es auf Partys wahrscheinlich schwer. Das Problem ist, dass alle um einen herum heiraten. Vor einigen Wochen setzte ich mich an meinem freien Tag auf die Terrasse eines Restaurants im Weinbergspark. Die großen Panoramafenster des Restaurants standen sperrangelweit offen, und so musste ich, statt in Ruhe lesen zu können, nervige Gesänge anhören wie »Er gehört zu dir, wie dein Name … blablabla.«

Drinnen wurde Hochzeit gefeiert. Ich band meine Haare zu einem Zopf, damit niemandem auffiel, wie sich die Nackenhaare sträubten. Und dann war plötzlich alles gut. Ich lächelte, hob meine Apfelschorle und prostete dem Brautpaar zu. Was war passiert? Ganz einfach, einer der Hochzeitsgäste hatte ins Mikrofon gerufen: »Wir bitten das Brautpaar auf die Bühne.« Nichts passierte. »Wo seid ihr denn? Frank? Robert?« Die Welt war wieder in Ordnung.

Hoch leben Bräutigam und Bräutigam! Und dann eines schönen Morgens drückte Frau Zeh mir einen Zettel in die Hand. »Ich weiß jetzt, was das Problem ist«, sagte sie. Ein Unbekannter, der sich offenbar mit einer ähnlichen Fragestellung herumschlug, hatte den Zettel nachts hinter ihren Scheibenwischer geklemmt. In Berlin keine ungewöhnliche Form der Kontaktaufnahme. Und dies war die Botschaft: »Das Problem besteht darin, dass erwartet werden kann, mittig auf seinem Platz zu stehen. Ich habe damit kein Problem.« Unterzeichnet war die geheimnisvolle Botschaft mit »Platz 32«.

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

11,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok