Nachbeben.

Begegnungen mit deutschen Lebensgeschichten des 20. Jahrhunderts.
 
 
Duncker & Humblot (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Dezember 2015
  • |
  • 344 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-428-54826-2 (ISBN)
 
Die historischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts ragen wie Nachbeben eines Erdbebens in unsere Zeit hinein. Jede 'kleine Geschichte', jedes einzelne Leben trägt Spuren der 'großen Geschichte' in sich. 24 sehr persönliche Lebensgeschichten erzählen vom Zusammenhang von Vergangenheit und Gegenwart und porträtieren gleichsam ein ganzes Jahrhundert. Jedes Nachbeben stellt uns vor die Frage, wie vergangene Erfahrungen unsere Erinnerung, unsere Wahrnehmung der Welt, unsere Identität im Hier und Jetzt prägen - auch über Generationen hinweg.
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 35,11 MB
978-3-428-54826-2 (9783428548262)
10.3790/978-3-428-54826-2
weitere Ausgaben werden ermittelt
Schon während ihres Heidelberger Geschichtsstudiums beschäftigten sich Katja Gäbler und Fabian Wehner mit der Frage nach den Nachwirkungen historischer Erfahrungen. In fünf Jahren führten sie dazu über 50 lebensgeschichtliche Interviews. Beide Autoren leben und arbeiten heute in Hamburg.
Prolog: Das Beben und das Nachbeben

Zur Einführung

I. Kindheit

II. Jugend

III. Reife

Elfriede Brüning
Nie war ich ein Liebling der Kritik. Unsere Schriften galten als Proletkult

Georg Kohtz
Das schlimmste ist, dass der Krieg nicht aufhört

Elisabeth Furtwängler
Ich glaube, ich bin Furtwängler treu geblieben

Hans von Seggern
Während der Gefangenschaft wurde die Bibel mein wichtigster Zeitvertreib

Albert Scheel
Es war ein wunderschöner Abend, kurz vor Todesschluss

Annelise Pflugbeil
Es war sehr schmerzlich, dass das ganze Hinterpommern weg war

Hildegard Leyden
Der Hitler hat mein ganzes Leben verdorben

Gottfried Lemberg
Ich habe Nachtangst. Lächerlich, nicht?

Hildegard Juhl
Das Verlässliche, die Erde, die ist weg

Hans-Wilhelm v. Bornstaedt
Ich bin im Land meines Herkommens wieder eingewurzelt

Johannes Runge
Ick kann ut Schmatzin nicht rut

Walter Steitz
Spontan ist mir Minderwertigkeitskomplex eingefallen. Aber damit bin ich nicht zufrieden

Friedrich Graf zu Dohna-Schlobitten
Ich habe es nicht brennen sehen, aber jahrzehntelang, wie mein Vater, vom brennenden Schloss geträumt

Christoph Ackermann
Ich werde noch immer ganz krank, wenn Lebensmittel weggeschmissen werden

Volkwin Marg
Gleichschaltung zum Rhythmus-Applaus ist mir widerlich, da klatsche ich unwillkürlich gegen an

Johannes Oehme
1989 ist für uns eine Welt zusammengebrochen

Wolf Christian von Wedel Parlow
Meine adlige Familie war tief verstrickt. Diese Erkenntnis hat mich nicht losgelasssen

Fedja Müller
>Schuld< daran, da zu sein, während mein Vater nicht mehr da war

Frank Tidick
Starke Frauen spielen in meinem Leben eine große Rolle. Das fängt bei meiner
Mutter an, die mich auf der Flucht wie eine Löwin beschützt hat

Michael Naumann
Deshalb ist in der Familie und auch in mir eine Art Aufstiegsdrang erhalten geblieben. Nie wieder arm

Abt Franziskus Heeremann van Zuydtwyck
Der Adel hat etwas Vertrautes für mich, aber richtig zu Hause bin ich auch dort nicht mehr. Wahrscheinlich reicht mir das Kloster

Sebastian Pflugbeil
Die Leute benahmen sich von einem Tag auf den anderen so, als ob wir in einem freien Land lebten. Und dann war es ein freies Land!

Peter May
Polizisten sind für mich noch heute ein Stück weit >Bullen<

Gudrun Polak
Christliches Handwerkerkind in der DDR, das ging eigentlich gar nicht.

Epilog: Vom Beben und Nachbeben

Danksagung

Bildnachweise
»Da steckt wahnsinnig viel Arbeit drin, und es ist sehr sorgfältig gearbeitet worden. In dem Band zu blättern oder einzelne Personen abzuarbeiten, ihre Lebensläufe miteinander zu vergleichen, lohnt sich.« Matthias Dohmen, auf: njuuz.de, 15.02.2016

»>Die Menschen waren wie besoffen vor Begeisterung.< Sätze, die zeigen, dass Gäbler und Wehner in ihrem lesenswerten Buch ihr Ziel erreicht haben: Zeigen, wie die Erinnerung die Wahrnehmung des Heute, die Identitäten prägt.« Dr. Eckhard Oberdörfer, in: Ostsee-Zeitung, 03.02.2016
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