Die Siedler von Catan

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. Mai 2011
  • |
  • 796 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0951-2 (ISBN)
 
Die christlichen Völker schreiben etwa das Jahr 850: Die Bewohner von Elasund, einem Küstendorf im hohen Norden, leben vom Fischfang und dem, was sie ihren kargen Feldern in drei kurzen Sommermonaten abzuringen vermögen. Doch als die feindlichen Turonländer das Dorf überfallen, das Vieh stehlen und die Frauen rauben, erkennen die Ziehbrüder Candamir und Osmund, dass ihre Tage in der alten Heimat gezählt sind.

Auch Osmunds Onkel Olaf, ein weit gereister Kauffahrer, plädiert dafür, im westlichen Meer ein neues Land zu suchen. Nach einem bitteren Hungerwinter bricht die ganze Dorfgemeinschaft mit neun Schiffen zu einer beschwerlichen Seereise auf.

Auch Austin, ein angelsächsischer Missionar, den die Elasunder zum Dank für seine Sorge um ihr Seelenheil versklavt haben, ist mit an Bord. Auf den Kalten Inseln vor Schottland machen sie zum letzten Mal in der bekannten Welt Halt, um Proviant aufzunehmen, und Siglind, die junge Königin der Inseln, schleicht sich als blinder Passagier an Bord von Candamirs Schiff.

Nach drei Wochen schließlich verschlägt ein Sturm die Auswanderer an die Nordwestküste jener Insel, die sie bislang nur aus der Sage kannten: Catan.

Odin, erzählt die Legende, habe dieses Land einst erschaffen, um eine schöne Albentochter zu entzücken, und deshalb habe er es vollkommen gemacht. Voller Hoffnung erkunden die Siedler die große Insel, roden Wälder und bestellen den fruchtbaren Boden. Alle Not könnte ein Ende haben, hätten sie nicht ihre Vergangenheit und ihre Zwistigkeiten aus der alten Heimat mitgebracht.
1. Aufl. 2011
  • Deutsch
  • Deutschland
  • 7,10 MB
978-3-8387-0951-2 (9783838709512)
3838709519 (3838709519)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"WONNEMOND, Jahr 7 (S. 579-580)

»Ich glaube, da drüben wird es heller.« Candamir wies nach Norden. Er musste fast brüllen, um sich über den prasselnden Regen und den rollenden Donner hinweg Gehör zu verschaffen. Der wackere Buri, den er ritt, ein für gewöhnlich unerschrockener und übermütiger Dreijähriger, zuckte bei jedem der grellen Blitze zusammen. Sein sandfarbenes Fell war dunkel vor Nässe, der schwarze Schweif schwang nervös von einer Seite zur anderen. Candamir klopfte ihm beruhigend den Hals. »Ho, schon gut. Es hört bald auf, du wirst sehen.« »Gebe Odin, dass du Recht hast«, knurrte Osmund verdrossen.

Er lenkte den Wagen, der von zwei sehr stämmigen Ochsen gezogen wurde. Auf der leeren Ladefläche saßen Roric und Nils. Tagelang hatten sie gebettelt, bis ihre Väter schließlich eingewilligt hatten, sie mitzunehmen. Doch jetzt wünschten sie beide, sie wären daheim geblieben. Sie gaben sich die größte Mühe, sich ihr Unbehagen nicht anmerken zu lassen, aber Roric hatte unauffällig die Faust um den kleinen Thorshammer gelegt, den er an einem Lederriemen um den Hals trug, und bat seinen Schutzgott, er möge es bald gut sein lassen mit Blitz und Donner. Sie waren alle vier nass bis auf die Haut, und noch wenigstens zwei Stunden trennten sie vom Ziel ihrer Fahrt. Dabei wirkten die dräuenden Berge schon so nah, dachte Nils verwundert.

Osmund schaute kurz über die Schulter. »Alles in Ordnung da hinten, Männer?« Die beiden Jungen nickten. »Wenn euch kalt ist, stehlt Hacons Pferd die Satteldecke«, riet er. »Ich bin zuversichtlich, dass es euch nicht anschwärzen wird.« Die Knaben zögerten nicht. Roric stand auf, schwankte ein wenig auf dem rollenden Gefährt, sprang aber behände herunter und erleichterte den frommen Wallach, der hinten angebunden war, um seine Decke. Damit kletterte er zurück auf die Ladefläche, breitete das wollene Tuch aus und legte es sich und seinem Freund um die Schultern. Sie zogen die Decke bis ans Kinn, kuschelten sich zurecht und tauschten ein Grinsen. Das war viel besser. Beinah wie ein Zelt. »Wird denn Onkel Hacon das Feuer nicht ausgehen in so einem Wetter?«, fragte Nils besorgt. Candamir schüttelte den Kopf. »Nein, denn sein Feuer brennt …« Ein dröhnender Donnerschlag unterbrach ihn, und er winkte ab.

»Wenn wir ankommen, wirst du verstehen, warum nicht.« Nun war er es, der einen argwöhnischen Blick auf den schwarzen Wolkenturm warf, der sich über ihren Köpfen entlud. Doch seine Hoffnung hatte nicht getrogen. In einem abschließenden Höhepunkt zeigte Thor ihnen noch einmal so richtig, was er konnte, sodass selbst die Ochsen blass um die Nase wurden, wie Candamir später behauptete, doch bald war der Himmel wieder blau, und der Seewind trieb das Gewitter südwärts. Als die Sonne zum Vorschein kam, fielen nur noch ein paar vereinzelte Tropfen. Osmund wies geradeaus. Über den Bergen stand ein wundervoller Regenbogen. »Da, seht nur«, sagte er zu den Jungen. »Bifröst!«, rief Roric hingerissen. Sein Vater nickte mit einem kleinen Lächeln. »So ist es.«"

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