Von Ratlosen und Löwenherzen

Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
 
Rebecca Gablé (Autor)
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 20. Mai 2011 | 240 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0952-9 (ISBN)
 
Schluss mit dem Mythos über die düstere Zeit willkürlicher Kriege, blutrünstiger Hexenverfolgungen und hygienischer Katastrophen - her mit dem Mittelalter, wie es auch war. In ihrem ersten Sachbuch erzählt uns die Bestsellerautorin Rebecca Gablé die Geschichte des englischen Mittelalters neu: kompetent und informativ, herrlich farbenprächtig - und immer mit einem Schmunzeln. Mitreißend wie ein Roman!
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Deutsch
9,96 MB
978-3-8387-0952-9 (9783838709529)
3838709527 (3838709527)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"Kapitel 61461 – 1485: Die York (S. 217-218)

Am 28. Juni 1461 wurde Edward of March mit nicht einmal zwanzig Jahren zu Edward IV. von England gekrönt – der erste König aus dem Hause York. Die meisten Engländer waren erleichtert. Den einfachen Leuten war nämlich völlig egal, wie ihr König mit Nachnamen hieß. Sie wollten nur, dass nach 116 Jahren Krieg gegen Frankreich und den sich nahtlos anschließenden sechs Jahren Bürgerkrieg endlich mal Ruhe herrschte und niemand in ihre Dörfer kam, um ihre Scheunen zur Versorgung der Truppen zu plündern oder ihre Väter, Ehemänner und Söhne als Bogenschützen anzuwerben, die dann entweder gar nicht oder mit einem Arm, Bein oder Auge weniger nach Hause kamen. Und König Edward machte seine Sache hervorragend. Nach dem jämmerlichen Henry VI. (den seine Königin mitsamt ihrem Sohn in Schottland in Sicherheit gebracht hatte), war es doch irgendwie sehr beruhigend, einen König auf dem Thron zu haben, der auch wie ein König aussah, redete und handelte.

Edward IV. hatte in vieler Hinsicht Ähnlichkeit mit seinen strahlenden Vorgängern Edward III. und Henry V. Genau wie sie legte er keinen Wert auf Rachefeldzüge gegen die besiegten politischen Gegner, sondern setzte auf Aussöhnung. Genau wie sie war er ein König, dem Recht und Rechtsprechung sehr am Herzen lagen, der aber auf dem Schlachtfeld ordentlich hinlangen konnte, wenn es sein musste. Und genau wie sie sah er – so wird berichtet – unverschämt gut aus und ließ nichts, aber auch gar nichts anbrennen. Und genau das wurde sein größtes Problem. Während sein wichtigster Ratgeber, sein Cousin Richard Earl of Warwick, ihn zu einer Ehe mit einer französischen Prinzessin drängte, der kaum weniger einflussreiche Earl of Pembroke auf eine Verbindung mit Burgund setzte, hatte der König sich rettungslos in die Witwe eines unbedeutenden Landritters verliebt, Elizabeth Woodville.

Das wäre ja eigentlich weiter nicht schlimm gewesen, denn wenn der König sich verliebte, umgarnte er das Objekt seiner Begierde, bis es willig mit ihm in die Kissen sank, und danach ging er von Neuem auf die Jagd. Aber Elizabeth Woodville sank nicht. Das machte den König völlig verrückt, und im Mai 1464 heiratete er sie in aller Heimlichkeit, weil das eben der einzige Weg war, um zu kriegen, was er wollte. Im September flog die heimliche Heirat auf.

Der Hof war schockiert. Der Earl of Pembroke war ziemlich genervt. Und viel schlimmer: Edwards Cousin, der mächtige Earl of Warwick, war fuchsteufelswild. König Edward hatte Warwick viel zu verdanken, denn ohne die Macht der Nevilles, die Warwick verkörperte, hätte er seinen Thron niemals erringen können. Und der einflussreiche, supergescheite Warwick hatte auch dafür gesorgt, dass der Übergang von der lancastrianischen zur yorkistischen Regierung reibungslos verlief.

Mit Mitte dreißig war er der erfahrene, kluge Ratgeber an der Seite des jungen Königs gewesen, der sich immer von ihm hatte lenken lassen. Bis jetzt. Mit einem Mal war König Edward erwachsen geworden, und Warwick sah seine Felle davonschwimmen. Obendrein stand er vor dem König von Frankreich da wie der letzte Trottel, hatte er dem doch schon praktisch die eheliche Verbindung mit dem Hause York versprochen."

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