Das Lächeln der Fortuna

Historischer Roman
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. April 2011
  • |
  • 1196 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-0947-5 (ISBN)
 
England 1360: Nach dem Tod seines Vaters, des wegen Hochverrats angeklagten Earl of Waringham, zählt der zwölfjährige Robin zu den Besitzlosen und ist der Willkür der Obrigkeit ausgesetzt. Besonders Mortimer, der Sohn des neuen Earls, schikaniert Robin, wo er kann. Zwischen den Jungen erwächst eine tödliche Feindschaft.

Aber Robin geht seinen Weg, der ihn schließlich zurück in die Welt von Hof, Adel und Ritterschaft führt. An der Seite des charismatischen Duke of Lancaster erlebt er Feldzüge, Aufstände und politische Triumphe - und begegnet Frauen, die ebenso schön wie gefährlich sind. Doch das Rad der Fortuna dreht sich unaufhörlich, und während ein junger, unfähiger König England ins Verderben zu reißen droht, steht Robin plötzlich wieder seinem alten Todfeind gegenüber.
weitere Ausgaben werden ermittelt
1397 – 1399 (S. 1055-1056)

»Ich frage mich, wozu ich das tue. Keine Nacht Schlaf mehr und immerzu nur Krankheit und Tod. Es ändert doch nichts, ob man sie pflegt oder nicht, sie sterben ja doch!« Margerys Stimme klang dünn und mutlos. Mortimer nahm ihre Hand in seine und drückte sie sanft. »Wenn du keinen Sinn darin siehst, dann hör auf damit. Deine Mutter kann dich nicht zwingen. Sie ist die Heilerin, nicht du. Und gegen die Pest ist sie so machtlos wie jeder andere.«

Margery war nicht so sicher. Sie schüttelte langsam den Kopf. »Sie sagt, die Pest habe sich verändert. Und sie hat recht. Sie überfällt nicht mehr alle sieben Jahre das ganze Land, sondern sie flackert hier und da auf, bleibt ein paar Wochen, verschwindet wieder. Sie hat nicht mehr die gleiche Macht wie früher. Und Mutter hat drei Leute durchgekriegt.« »Aber deinen Vater nicht. Das macht sie verrückt, darum betäubt sie sich mit Arbeit und verlangt von dir, daß du das gleiche tust.«

Margery antwortete nicht. Sie weinte stumm, wie sie es immer tat, wenn jemand ihren Vater erwähnte. Vor vier Wochen war die Pest nach Waringham gekommen, und Conrad war ihr erstes Opfer gewesen. »Grämt euch nicht«, hatte er gesagt, bevor er sie hinausgeschickt hatte, »ich bin steinalt, es wird Zeit.« Sie grämten sich trotzdem, allesamt, seine Frau, seine Kinder und Enkelkinder und Robin ebenso. Mortimer fand es schrecklich, sie so zu sehen. Er zog sie auf den umgestürzten, verwitterten Baumstamm hinunter und legte die Arme um sie. Über ihnen sangen die Vögel in den alten Buchen. Das Waldgras und die Farnbüschel leuchteten dunkelgrün. Es war Anfang Juli und sehr warm. »Es tut mir so leid, Margery«, murmelte er unbeholfen, hob ihr Kinn und küßte sie leicht auf die Lippen, ganz behutsam.

Es war ein unschuldiger Kuß. Mortimer war nicht wie Raymond, der allen jungen Damen am Hof ihres Dienstherrn die Köpfe verdrehte und über dessen amouröse Abenteuer die wildesten Geschichten kursierten, wenngleich er selbst nie ein Sterbenswort dazu beitrug. Für Mortimer gab es nur Margery. Und sie wußte das zu schätzen. »Ich wünschte, ihr wäret nicht gekommen.« »Das hat dein Onkel auch gesagt.« »Und er hat recht, es ist gefährlich. Lord Henry hätte es euch nicht erlauben sollen.«

»Wir wollten aber nach Hause. Wir hatten Angst um euch.« Am Vortag waren er, Raymond und Edward eingetroffen, und sie waren sehr erleichtert gewesen, ihre Eltern und ihre beiden kleinen Schwestern gesund vorzufinden. Robin hatte sie gleich wieder fortschicken wollen. Aber Agnes, die jetzt mit Margery und ihrem jüngsten Sohn Conrad auf der Burg lebte, hatte ihn beschwichtigt. Seit vier Tagen waren keine neuen Fälle aufgetreten. Der Spuk sei vorbei, sagte sie. Vier oder fünf im Dorf würden noch sterben, aber sie rechnete mit keinem neuen Aufflackern. Margerys Gewissen regte sich.

»Ich muß zurück an die Arbeit.« Er ließ ihre Hand los und seufzte. »Wie du meinst. Margery …« »Hm?« Er knetete seinen Handschuh, räusperte sich und sah sie dann wieder an. »Du weißt ja, wir haben jetzt einen Waffenstillstand mit Frankreich, aber Lord Henry will bald wieder auf einen Feldzug gehen. Nach Friesland oder so. Jedenfalls könnte es sein, daß Raymond und ich mitgehen. Wenn dein Onkel es erlaubt. Und ich dachte, ich rede lieber vorher mit dir.« »Worüber?« »Na ja, ob du mich heiraten willst.« Sie hob kurz die Schultern. »Natürlich.« Er strahlte, und er war erleichtert, obwohl er eigentlich mit keiner anderen Antwort gerechnet hatte.

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

8,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok