Die Nacht des schwarzen Panthers

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. Juni 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
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978-3-86349-211-3 (ISBN)
 
Weg hier! Sie muss schneller sein als der Wind, aber ihre Füße ... Schwer atmend wacht Madison auf. Sie hatte eine Vision - ausgelöst von Nathans zufälliger Berührung!? Ja, zwischen ihr und dem jungen Lehrer scheint eine Art Seelenverwandtschaft zu bestehen. Ob er ihre Albträume kennt, in denen sie als Indianerin vor dem Monster flieht? Damit das aufhört, ist Madison aus New York ins Land ihrer Vorfahren gereist. Aber hier sind diese Träume sehr real! Bald muss sie dem Monster gegenübertreten. Und sie wäre verloren - käme ihr nicht ein geheimnisvoller Panther zu Hilfe ...
  • Deutsch
  • 0,44 MB
978-3-86349-211-3 (9783863492113)
3863492110 (3863492110)

2. KAPITEL

"So still", flüsterte Inola, den Blick gen Baumkrone gerichtet.

Aiyana nickte nachdenklich. "Die Ruhe vor dem Sturm", sagte sie leise. "Alles wird sich ändern. Nichts wird mehr so sein, wie wir es liebten."

Inola runzelte die Stirn und warf ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester einen tadelnden Blick zu. "Du sprichst in Rätseln."

Aiyana knickte einen hohen Grashalm um und rollte ihn zwischen den Handflächen. "Es wird etwas passieren."

"Es passiert doch immer etwas. Gerade zum Neujahrsfest."

"Nichts Schönes."

"Wann hast du jemals etwas Schönes in deinen Visionen ge."

"Aiyana!"

Sie warfen sich flach auf den Boden. Im hohen Gras waren sie praktisch unsichtbar.

"Die alte Seherin", murmelte Aiyana fast verzweifelt. "Sie gibt nicht eher Ruhe, bis ich jeden Tag und jede Nacht mit Lernen verbringe."

"Aiyana! Ich weiß, dass du hier steckst!"

Inola ertastete einen kleinen Stein, wog ihn kurz in der Hand und warf ihn in ein entferntes Gebüsch.

"Wusste ich es doch", rief die Seherin triumphierend und marschierte auf die Geräuschquelle zu.

"Nichts wie weg", flüsterte Inola und zog ihre Schwester mit sich.

Sie liefen geduckt, darum bemüht, keinen Laut zu machen. Plötzlich wechselte Aiyana die Richtung und bewegte sich einen Abhang hinunter. Inola folgte ihr leise fluchend. Nach einer Weile hielt Aiyana inne und warf einen Blick über die Schulter. "Wir sind außer Gefahr."

Inola atmete erleichtert aus. "Was sollte denn dieser Hasenlauf?"

"Ich hatte so eine Ahnung."

"Eine Ahnung?"

Aiyana nickte. "Ich denke, hier sind wir richtig."

"Mit dir hat man es wirklich nicht leicht", sagte Inola seufzend. Seit die Seherin des Stammes Aiyana als ihre Nachfolgerin auserkoren hatte, schien Aiyana sich mehr und mehr in dunklen Vorahnungen zu verlieren. "Und du hast mir noch immer nicht erzählt, was es ."

"Still."

"Verbiete mir nicht ."

Aiyana hielt ihr den Mund zu. "Benutze deine Ohren!"

Inola kämpfte den aufsteigenden Ärger nieder und tat, wie ihr geheißen. Ausnahmsweise, dachte sie und fragte sich, ob es sich abermals um einen Ablenkungsversuch handelte. Doch als sie das ferne Plätschern vernahm, riss sie die Augen auf. "Ein See?"

"Nicht ganz. Es ist ein geheimer See." Sie ergriff die Hand ihrer Schwester und führte sie einen schmalen, verwilderten Pfad entlang, der an der Böschung des "geheimen" Sees endete. Dichtes Strauchwerk, dessen Ausläufer bis ins Wasser reichten, boten ihnen Schutz.

"Eine Ahnung also", sagte Inola mit einem Lächeln und betrachtete aufmerksam den im See badenden jungen Krieger. "So, so."

Aiyana blickte beschämt zu Boden. "Visionen und Ahnungen sind schwer zu deuten. Nichts ist jemals klar", sagte sie weiter und blinzelte zu dem Badenden. "Er ist etwas Besonderes - anders als die anderen."

Inola horchte auf. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass ihre kleine Schwester jemals so wohlwollend über einen Mann gesprochen hatte. "Er gefällt dir. Ich spreche doch Wahres, oder?"

Aiyana zuckte erschrocken zusammen. "Unwahr", sagte sie schnell. "Tlvdatsi ist ."

"Du kennst ja sogar seinen Namen!"

"Still ."

"Ist da jemand?" Der junge Krieger mit dem Namen Tlvdatsi sah jetzt genau in ihre Richtung. "Kommt raus, wenn ihr euch traut!" Während er rief, schwamm er bereits zurück ans Ufer.

"Wir können großen Ärger bekommen", flüsterte Aiyana. "Besser, wir verschwinden von hier."

Tlvdatsi erreichte das Ufer und stieg aus dem Wasser.

"Gut bestückt", murmelte Inola und folgte ihrer bereits flüchtenden Schwester lachend.

Da ist noch alles in Ordnung, dachte ich bitter, den Blick nach wie vor auf die aufgeschlagenen Buchseiten gerichtet. Die Wörter schienen vor meinem Augen zu tanzen. Buchstaben verschmolzen miteinander und bildeten fremdartige, nie gehörte Begriffe.

"Das reicht für heute", sagte ich mit fester Stimme. Es war nicht gut, darin zu lesen, wenn die Müdigkeit einen übermannte. Ich schlug das Buch zu, was die Aufmerksamkeit einer älteren, vor mir sitzenden Dame auf mich lenkte.

"Zu gruselig?", fragte sie lächelnd. "Oder einfach nur langweilig?"

"Letzteres", antwortete ich einsilbig. Für den Rest der Busfahrt war es mir lieber, ungestört zu bleiben.

"Wenn ich auf Reisen gehe", sagte die alte Frau und schien nichts von meiner Ablehnung zu spüren, "packe ich mindestens zwei Bücher ein. Was anderes kommt für mich überhaupt nicht infrage." Zur Untermauerung tätschelte sie die große auf ihrem Schoß liegende Handtasche. "Am liebsten natürlich etwas Gruseliges."

"Klar", meinte ich zerstreut und schob den Vorhang am Fenster etwas zur Seite. Es herrschte tiefschwarze Nacht. Weiter als bis zur ersten Baumreihe konnte man nicht sehen.

"Darf ich denn fragen, was Sie da gerade gelesen haben?"

"Bitte?" Ich sah der alten Frau direkt ins Gesicht. So viele Falten . Aber in den hellblauen Augen lag noch so etwas wie Vitalität.

"Ich fragte Sie, was für ein Buch das ist. Solche Ledereinbände haben heutzutage ja Seltenheitswert."

"Es ist eigentlich kein richtiges Buch ."

Die alte Frau blinzelte verwirrt.

"Also, eigentlich schon . Aber es nur für mich bestimmt."

"Jetzt verstehe ich." Sie legte die Hände aneinander und schüttelte offensichtlich peinlich berührt den Kopf. "Ich war schon immer schwer von Begriff. Meine Kinder können davon ein Lied singen." Sie beugte sich leicht vor. "Sicher ein Tagebuch, ja?"

"So was in der Art."

"Ich wusste ja gar nicht, dass es da Unterschiede gibt."

"Na ja ." Am liebsten hätte ich mich umgesetzt, aber das wäre zu unhöflich gewesen. Auf der anderen Seite mochte ich es nicht, vor fremden Leuten über das Buch zu sprechen. "Tagebuch ist vielleicht gar nicht mal so verkehrt."

Die alte Frau schien kurz über etwas nachzudenken. "Ich habe mich immer gefragt, was einen Menschen dazu treibt, seine geheimsten Gedanken im geschriebenen Wort festzuhalten. Haben Sie keine Angst, dass Ihnen jemand das Buch stehlen könnte?"

"Eigentlich nicht. Ich meine, wer stiehlt schon Tagebücher?" Ich schluckte schwer und lehnte mich nach links. Außer mir und dieser aufdringlichen Kuh befanden sich kaum noch andere Fahrgäste im Bus.

Das Lächeln der alten Frau wurde breiter. "Der Inhalt ist entscheidend. Ganz besonders, wenn es sich nicht um ein Tagebuch im eigentlichen Sinne handelt, kleine Madison."

Ich zuckte zusammen und wandte der alten Frau oder dem, was sich für sie ausgegeben hatte, langsam das Gesicht zu. "Du .?"

"Deine Träume", sagte das Monster. "Ignorier sie. New York ist um diese Jahreszeit großartig. Es wäre schade, wenn du das verpassen würdest." Als sich sein Maul zu einem Grinsen verzerrte, fing ich an zu schreien.

"Geht es Ihnen gut?", fragte eine Frau besorgt. Nicht die alte.

Ich sah mich gehetzt um. "Schlecht geträumt", meinte ich schließlich. "Nur schlecht geträumt."

Der Morgen dämmerte bereits.

Gegen Mittag, wenige Minuten vor Erreichen der Zielhaltestelle, klingelte mein Handy. "John."

"Es gibt Probleme mit einem der Pferde. Das heißt, ich kann dich erst später abholen kommen." Im Hintergrund war ein lautes Wiehern zu hören. "Tut mir leid, Madison. Sobald es mir möglich ist, melde ich mich bei dir."

Das war es dann wohl mit der erfrischenden Dusche. Ich steckte das Handy weg und schloss müde die Augen - öffnete sie aber gleich wieder. Der letzte Albtraum hatte die Qualitäten eines Freddy-Krueger-Films gehabt. Ich wollte lieber wach bleiben. Wenigstens so lange, bis ich wusste, was mit mir los war.

Als der Bus wenig später hielt, war ich heilfroh, nur einen einzigen Koffer bei mir zu tragen. Leider hatte das sperrige Teil keine Rollen, was im Grunde aber mein kleinstes Problem darstellte.

Shinbone hatte diesen typischen Kleinstadtcharme. Die Nähe zum Reservat wurde touristisch genutzt, Tourismus bildete eine der Haupteinnahmequellen der Bewohner. Sie hatten sich vor langer Zeit mit ihren indianischen Nachbarn arrangiert und pflegten eine Partnerschaft, die beiden Seiten zugutekam.

Auf ein Taxi musst du trotzdem lange warten, dachte ich und entdeckte hundert Meter von der Busstation entfernt eine Tankstelle. Trinken und Essen besorgen - guter Plan. Da ich den Koffer nicht unbeaufsichtigt lassen wollte, biss ich in den sauren Apfel und schleppte ihn mit.

Von Nahem wirkte die Tankstelle, als hätte sie jemand ausgeschnitten und an diese Stelle geklebt. Kurz bevor ich den rostroten Durchgang erreichte, wurde die Tür aufgestoßen. Drei Halbstarke stolperten heraus. Jeder von ihnen hielt in der einen Hand eine Tüte Chips, in der anderen ein Bier. Als sie mich sahen, blieben sie überrascht...

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