Autismus-Spektrum-Störungen

 
 
Hogrefe Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Oktober 2017
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8409-2704-1 (ISBN)
 
Die Diagnostik und therapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer Autismus-Spektrum-Störung stellt eine besondere Herausforderung dar, da sich das Erscheinungsbild sehr heterogen manifestieren kann, oftmals schwer differenzialdiagnostisch einzuordnen ist und gleichzeitig einer komplexen Behandlung einschließlich häufig vorliegender komorbider Störungen bedarf. Der Leitfaden bietet einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand und gibt wertvolle Hinweise zum konkreten diagnostischen und therapeutischen Vorgehen.
Zunächst wird der Stand der Forschung hinsichtlich ätiologischer, diagnostischer und therapeutischer Aspekte dargestellt. Anschließend werden konkrete Hinweise zur Erkennung und Einordnung der Autismus-Spektrum-Störungen in Form von Leitlinien zu Frühsymptomen, Screening und Diagnostik gegeben. Darauf aufbauend werden Leitlinien zur therapeutischen Behandlung unter Berücksichtigung der verschiedenen Ebenen (Eltern, Kind, Umfeld) sowie der unterschiedlichen kognitiven Voraussetzungen vorgestellt. Die Beschreibung verschiedener Diagnostikinstrumente und konkreter Therapiemethoden, Arbeitsmaterialien sowie Fallbeispiele erleichtern die Umsetzung der Leitlinien in die klinische Praxis.
1. Auflage 2017
  • Deutsch
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendmediziner, Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Schulpsychologen, (Sozial-) Pädagogen sowie Mitarbeiter in Familienberatungsstellen.
  • 1,56 MB
978-3-8409-2704-1 (9783840927041)
3840927048 (3840927048)
10.1026/02704-000
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Autismus-Spektrum-Störungen [Seite 1]
1.1 - Einleitung: Grundlagen und Aufbau des Buches [Seite 7]
1.2 - Inhaltsverzeichnis [Seite 9]
2 - 1Stand der Forschung [Seite 13]
2.1 - 1.1Symptomatik und Klassifikation [Seite 13]
2.2 - 1.2Differenzialdiagnosen [Seite 22]
2.3 - 1.3Komorbiditäten [Seite 24]
2.4 - 1.4Epidemiologie [Seite 26]
2.5 - 1.5Verlauf und prognostische Faktoren [Seite 27]
2.6 - 1.6Pathogenese [Seite 30]
2.7 - 1.7Screening und Diagnostik [Seite 32]
2.7.1 - 1.7.1Frühsymptome [Seite 33]
2.7.2 - 1.7.2Screening und orientierende klinische Evaluation [Seite 33]
2.7.3 - 1.7.3Diagnostik [Seite 34]
2.8 - 1.8Therapie [Seite 36]
2.8.1 - 1.8.1Psychoedukative Elterntrainings [Seite 37]
2.8.2 - 1.8.2Interventionen im Kleinkind- und Vorschulalter [Seite 39]
2.8.3 - 1.8.3Förderung von Kindern mit fehlender Sprache im Vor- und Grundschulalter [Seite 44]
2.8.4 - 1.8.4 Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung [Seite 46]
2.8.5 - 1.8.5 Autismusspezifische Gruppentherapie zur Förderungsozialer Kompetenzen [Seite 48]
2.8.6 - 1.8.6Weitere Förderansätze [Seite 49]
2.8.7 - 1.8.7Pharmakotherapie [Seite 51]
2.8.8 - 1.8.8Unwirksame oder schädliche Therapieangebote [Seite 54]
3 - 2Leitlinien [Seite 55]
3.1 - 2.1Leitlinien zu (Früh-)Symptomen, Screening und Diagnostik [Seite 55]
3.1.1 - 2.1.1(Früh-)Symptome und Screening [Seite 55]
3.1.2 - 2.1.2Diagnostik [Seite 57]
3.2 - 2.2Leitlinien zur Behandlungsindikation [Seite 77]
3.3 - 2.3Leitlinien zur Therapie [Seite 82]
3.3.1 - 2.3.1Ethische und methodische Grundlagen [Seite 83]
3.3.2 - 2.3.2Psychoedukation, Elterntrainings und familienunterstützende Maßnahmen [Seite 90]
3.3.3 - 2.3.3Autismusspezifische Therapie im Vorschulalter und Förderung der Sprache [Seite 97]
3.3.4 - 2.3.4Psychotherapie und übende Verfahren ab dem Grundschulalter bei Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung [Seite 108]
3.3.5 - 2.3.5Behandlung von Kindern und Jugendlichen ohne Intelligenzminderung [Seite 115]
3.3.6 - 2.3.6Pharmakotherapie [Seite 124]
3.3.7 - 2.3.7Schulische und berufliche Förderung [Seite 127]
4 - 3Verfahren zur Diagnostik und Therapie [Seite 130]
4.1 - 3.1Screening- und Diagnostikinstrumente [Seite 130]
4.1.1 - 3.1.1Screeninginstrumente [Seite 130]
4.1.2 - 3.1.2Diagnostikinstrumente [Seite 133]
4.2 - 3.2Elterntrainings [Seite 135]
4.2.1 - 3.2.1Elterntraining zur Anbahnung sozialer Kommunikation bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (T-ASK) [Seite 136]
4.2.2 - 3.2.2 Freiburger Elterntraining für Eltern von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen (FETASS) [Seite 136]
4.2.3 - 3.2.3Frankfurter Autismus-Elterntraining (FAUT-E) [Seite 137]
4.3 - 3.3Programme zur autismusspezifischen Frühintervention [Seite 138]
4.3.1 - 3.3.1Das Early Start Denver Model [Seite 138]
4.3.2 - 3.3.2Das Frankfurter Frühinterventionsprogramm für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (A-FFIP) [Seite 139]
4.4 - 3.4Soziale Kompetenztrainings [Seite 141]
4.4.1 - 3.4.1 Auswahl sozialer Kompetenztrainings mit deutschem Manual [Seite 141]
4.4.2 - 3.4.2SOSTA-FRA: Soziales Kompetenztraining für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungen [Seite 142]
5 - 4Materialien [Seite 145]
5.1 - M01 Merkblatt "Ich sage etwas aus durch." [Seite 146]
5.2 - M02 Arbeitsblatt: Wochenauftrag -"Meine Gefühle ausdrücken, deine erkennen." [Seite 147]
5.3 - M03 Methoden zur visuellen Strukturierung [Seite 148]
5.4 - M04 Beispielhafter Regelplan für Kinder mit Symbolverständnis [Seite 149]
5.5 - M05 SORKC-Schema [Seite 150]
6 - 5Fallbeispiele [Seite 151]
6.1 - 5.1Fallbeispiel Frühkindlicher Autismus: Eric [Seite 151]
6.2 - 5.2Fallbeispiel Asperger-Syndrom: Simon [Seite 156]
7 - 6Literatur [Seite 162]
2 Leitlinien (S. 43-44)

Im folgenden Kapitel sind die Leitlinien des diagnostischen Prozesses (L1 bis L9) und der Therapie (L10 bis L17) bei Autismus-Spektrum-Störungen aufgeführt, orientiert am aktuellen Forschungsstand und der klinischen Erfahrung.

2.1 Leitlinien zu (Früh-)Symptomen, Screening und Diagnostik

2.1.1 (Früh-)Symptome und Screening

L1 Leitlinie 1: (Früh)Symptome und Screening
-- Entwicklungsauffälligkeiten im Alter < 12 Monate sind in der Regel unspezifisch. Sollten diese Auffälligkeiten länger andauern und die Eltern sich über längere Zeit Sorgen machen, ist eine wiederholte Vorstellung im Alter bis ca. 18 Monate anzuraten.
-- Wenn mehrere klare Hinweissymptome vorliegen (vgl. Tabelle 1), dann kann das Kind ab dem Alter von ca. 18 bis 20 Monaten direkt zur Diagnostik an eine entsprechende Fachstelle verwiesen werden. Bestehen unklare Symptome, sollte nochmals genau nach Dauer und Persistenz gefragt werden, ggf. nach ein paar Monaten eine neue Beurteilung vorgenommen und/oder ggf. ein Screening-Instrument eingesetzt werden, wobei für das Säuglings- und Kleinkindalter aktuell kein valides Screening-Instrument existiert.
-- Screening-Untersuchungen sollten nur von Fachkräften des Gesundheitswesens durchgeführt werden, die über Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich psychischer und Entwicklungsstörungen sowie der verwendeten Screening-Instrumente und deren Auswertung und Interpretation verfügen.
-- Passende Screening-Instrumente müssen immer entsprechend der Fragestellung und der Charakteristik (Alter, kognitives Niveau) des Patienten gewählt werden und die Wahl des Cut-Offs sollte entsprechend der jeweiligen Fragestellung, insbesondere im Hinblick zur Abgrenzung anderer klinischer Störungsbilder erfolgen.
-- Bei einem deutlichen klinischen Verdacht sowie Stabilität der Symptomatik über mehrere Monate sollte auch bei einem negativen Screening-Ergebnis ein Diagnostik-Verfahren eingeleitet werden. Ein positives Screening-Ergebnis alleine ohne klinischen Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung sollte hingegen nicht zu einem Diagnostikprozess führen.
-- Bei Erhärtung des Verdachts sollte die Person an eine auf Autismus-Spektrum-Störung spezialisierte Stelle überwiesen werden, in der eine vollständige Diagnostik und Differenzialdiagnostik gewährleistet werden kann.

Typische Symptome im Vorschul- und Schulalter entsprechen den Klassifikationen und Verhaltensbeispielen der ICD-10 (vgl. Tabelle 1). Einige spezifische Symptome haben sich für bestimmte Altersbereiche als prognostisch ausreichend valide erwiesen (vgl. Tabelle 1). Bei Vorliegen die oder ein passendes Screening-Instrument gewählt werden. Bei positivem Screening sollte umgehend eine Diagnostik eingeleitet werden, bei negativem Screening, aber starkem klinischen Verdacht sollte bei längerer Persistenz der Symptome > 3 bis 6 Monate ebenfalls eine ausführliche diagnostische Erhebung durchgeführt werden. Ansonsten sollte eine Wiedervorstellung nach drei Monaten erfolgen, um die Stabilität der Symptome zu beurteilen, ein erneutes Screening durchzuführen und dann ggf. eine ausführliche Diagnostik bei einer entsprechend spezialisierten Stelle einzuleiten.

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